Der Unimog als Wohnmobil

Der Unimog als Wohnmobil
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Der Mog ist Kult. Das Universal-Motor-Gerät leistet aber nicht nur in vielen Gemeinden und beim Militär brav seinen Dienst, sondern ist auch bei vielen Overlandern eine beliebte Basis für ein Reisefahrzeug. Den Traum vom Unimog als Wohnmobil realisiert unter anderem Bimobil aus Oberpframmern. Wir haben uns einen U 4023 mit Bimobil-Kabine EX 435 angesehen.

Der Unimog und die Bimobil-Kabine

Eins fällt gleich auf, wenn man vor dem großen Gelände-LKW steht: Optisch passen der Unimog und die Bimobil-Kabine sehr gut zusammen. Das Konzept ist stimmig und die Proportionen des Reisemobils gefallen auf Anhieb. Der Bimobil-Mog ist definitiv ein Allrad-Reisemobil, das man sofort packen und damit auf Weltreise gehen möchte. Es weckt die Reiselust, die Lust auf Abenteuer, auf unwegsame Pisten und schlammige Urwaldpfade fremder Länder.

Der Unimog und die Bimobil-Wohnkabine EX 435 passen optisch gut zusammen.

Das Bett im Unimog als Wohnmobil

Die EX 435 ist keine Alkoven Kabine. Daher haben die Konstrukteure der Kabine ein Hubbett verpasst. Tagsüber verschwindet es unter der Decke. Zum Schlafen wird es heruntergelassen. Dabei senkt es sich auf die Sitzgruppe. Das ist einer der wenigen Punkte, die bei dem Gesamtkonzept negativ auffallen. Die gleichzeitige Nutzung von Sitzgruppe und Bett ist nicht möglich. Das kann gerade dann lästig werden, wenn auf einer längeren Urlaubsreise einer der beiden Reisenden krank wird und das Bett hüten muss. Für den anderen fehlen dann ein geeigneter Sitzplatz und Tisch. Ein Problem, das sich jedoch schnell lösen lässt, denn der hintere Teil der Bank kann bei hochgefahrenem Doppelbett auch als Einzel-Schlafplatz genutzt werden. Dafür muss das Bettzeug dann eben kurzfristig umziehen. Wer das nicht will, greift zur EX 432, die mit einem Festbett und einer separaten Sitzgruppe ausgestattet ist.

Das Bett fährt unter die Decke, wenn es nicht benötigt wird. Zur Not kann der hintere Teil der Sitzbank aber auch als Einzelbett genutzt werden.

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Die Küche im Unimog-Wohnmobil

Auf jeden Fall gibt es jede Menge Platz, um den Kranken mit Tee zu versorgen oder eine stärkende Hühnersuppe zuzubereiten. Denn die Küche der EX 435 kann sich sehen lassen. Großer Kühlschrank, ausreichend Arbeitsfläche und genug Schränke oder Schubladen für Töpfe, Teller, Besteck und Lebensmittel. Sogar ein Backofen ist mit an Bord. Unterwegs ein aufwendiges Mehrgänge-Menü zu kochen, sollte also kein Problem sein. Ob man das dann drinnen oder doch lieber draußen zu sich nimmt, bleibt einem selbst überlassen.

Wenn es regnet oder die Unbilden des Wetters das Draußen sein verleiden, kann man drinnen problemlos noch ein oder zwei Gäste einladen. Die Sitzgruppe mit ihren drei Bänken bietet genug Platz für mehrere Personen am quadratischen Tisch mit den abgeschrägten Ecken. Zur Not lässt sich sogar noch eine Sitzgelegenheit in den Gang stellen, dass auch an der vierten Seite jemand sitzen kann. Hier trifft das Bonmot vom berühmten Platz in der kleinsten Hütte voll zu.

Das Bad in der Bimobil-Kabine

Das Bad ist zwar klein, aber nicht zu eng. Toilette, Waschbecken und Dusche sind so angeordnet, dass man gut zurechtkommt, ohne sich eingezwängt zu fühlen. Auch finden sich genug Ablagen und Verstaumöglichkeiten. Platz gibt es in offenen Fächern und hinter Klappen. Und daher ist der Spiegel gleichzeitig auch Schranktür. Dahinter lässt sich eine ganze Menge an Duschgel, Haarwaschmittel, Deo, Zahnpasta Tuben und Kosmetik-Artikeln verstauen.

Bei der Bord-Toilette kann man bei Bimobil mittlerweile zwischen dem klassischen Chemie-Klo und einer Trocken-Trenn-Toilette wählen. Die ist nicht nur umweltfreundlicher und zeitgemäßer, man muss sie auch seltener entleeren. Dass das ohne den beim Chemie-Klo üblichen Gestank geht, ist ein Vorteil. Der andere liegt darin, dass man dafür keine Entsorgungs-Stationen mehr aufsuchen muss. Die trockenen Überbleibsel von Mahlzeiten fallen in einen Behälter, der mit Kokosfasern gefüllt ist und fangen an komplett zu trocknen und zu kompostieren. Dafür sorgt eine Ventilation nach draußen, die die Feuchtigkeit abführt. Rund sechzig Sitzungen sind möglich, bevor man den eher nach Walderde riechenden Inhalt entleeren muss. Unterwegs kann man ihn also nahezu überall loswerden. Der Flüssigtank muss dagegen öfter geleert werden, bevor er überläuft. Der Urin lässt sich jedoch ebenfalls fast überall auskippen. Da keine Vermischung mit Wasser stattfindet, hält sich der Duft in angenehmen Grenzen.

Verstaumöglichkeiten im Unimog als Wohnmobil

In der Kabine selbst ist das Angebot an Schränken und Schubladen ebenfalls großzügig. Hier lassen sich Hemden, T-Shirts, Hosen, Jacken, Mützen und Schuhe ebenso gut verstauen wie Laptop, Bücher, CDs und Schreibzeug. Im gesamten Aufbau ist genug Platz, um auf eine längere Reise zu gehen und genügend Gepäck dabeizuhaben. Die Staufächer und Schubladen sind dabei so angelegt, dass man sie sinnvoll thematisch befüllen kann und nicht in einem großen Fach endlos nach der Sonnenbrille suchen muss, weil die irgendwo ganz hinten unten hin gerutscht ist. Die unterschiedlichen Größen ermöglichen es, auch längerfristig Ordnung im Fahrzeug zu halten, wenn man mal festgelegt hat, was wohin kommen soll. Die Aufteilung ist gut durchdacht.

Was für den Stauraum im Fahrzeug gilt, gilt auch für die von außen zugänglichen Staufächer. Campingtisch und -Stühle oder Sportausrüstung unterzubringen ist kein Problem. Auch Bergematerial und Werkzeug kann schnell hinter einer der kleineren Stauklappen verschwinden. Soll der treue Vierbeiner mit auf die Reise, ist man bei Bimobil gut aufgehoben. Die Inhaber, selbst Hundebesitzer, statten die Kabinen auf Wunsch mit eigenem Hundeabteil aus – von innen und von außen zugänglich und mit festem Platz für Fressnapf und Wasserschüssel. Damit hat die Fellnase ihren eigenen Platz und ist beim Fahren sicher untergebracht. Wird es beim Spaziergang mal dreckig, lassen sich Hund und Gummistiefel dann gleich mit dem in der Hundeklappe angebrachten Brauseschlauch abduschen.

Der Durchstieg zum Fahrerhaus des Unimog

Fahrerhaus und Kabine sind mit einem Durchstieg verbunden. Der ist groß genug, dass auch kräftigere Zeitgenossen locker hindurch passen. Die Tür lässt sich von der Kabine aus verriegeln. Das hat vor allem aber praktischen Nutzen. Hält man für eine Kaffee- oder Tee-Pause oder muss unterwegs mal schnell aufs stille Örtchen verschwinden, geht das ohne erst aussteigen zu müssen. Gerade, wenn es draußen in Strömen schüttet ein echter Vorteil. Vor Einbrechern und Dieben muss man sich in den meisten Fällen zum Glück eher weniger Sorgen machen. Die verschließbare Tür erfüllt da eher ihren Sinn, wenn das Fahrzeug vom Schiffspersonal auf die Fähre gefahren wird und so keiner nach hinten rein kann. Und was die kleinen, blutsaugenden Gäste ohne Einladung angeht, die werden durch Mückenschutzrollos an den Fenstern, die viel Licht in den Aufbau lassen, am Hereinfliegen gehindert.

Der Unimog als Wohnmobil

Der Unimog selbst ist definitiv über jeden Zweifel erhaben, wenn es um seine Geländegängigkeit geht. Er ist der ultimative Geländegänger unter den LKWs. Mehr Offroad kann keiner, wo er nicht hinkommt, kommt kein anderer Laster hin. Nicht umsonst finden sich kaum Armeen oder NGOs ohne diverse Ausführungen des Universalen Motor Geräts im Fahrzeugbestand. Will man mit seinem Reisemobil in die ganz abgelegenen Gebiete dieser Welt, ist er definitiv die richtige Wahl. Allerdings begrenzt die Größe auch ein wenig die Einsatzmöglichkeiten. Enge Wälder und kleine Gassen sind für ihn tabu. Hat er jedoch Platz, fährt man mit ihm jedoch auf die steilsten Berge und durch die tiefsten Schlammlöcher.

In der Gewichtsklasse rangiert er jedoch weit oben. Je nach Modell und Aufbau knackt er die 7,5-Tonnen-Marke. Man benötigt also Führerscheinklasse C1 oder gar C. Aufgrund der hohen Bodenfreiheit und des recht hoch sitzenden Rahmens wird der Unimog als Reisemobil auch ein sehr hohes Fahrzeug. Mit einer Fahrzeughöhe von 3,6 Metern muss man rechnen. Niedrige Brücken und Tunnel sollte man also besser umfahren, wenn die Reise kein vorzeitiges Ende finden soll. Bei der Höhe fällt daher auch ein Alkoven flach, wie er zum Beispiel beim Iveco Daily oder beim Sprinter möglich ist. Der mögliche Aufbau reduziert sich auf den Platz auf dem Fahrzeugrahmen. Dafür passt auf den Dachträger über der Fahrerkabine noch ein Reserverad oder Aluboxen für Ersatzteile und Werkzeug.

Fazit zum Unimog als Wohnmobil

Das wegen der Motorhaube relativ lange Fahrerhaus reduziert zwar die zur Verfügung stehende Länge für einen Aufbau, den zur Verfügung stehenden Platz hat Bimobil jedoch mit der EX 435 gut genutzt. So bleibt der Eindruck des stimmigen Gesamtkonzepts, den man beim ersten Anblick des Fahrzeugs hat, auch bestehen, nachdem man sich in der Kabine genauer angesehen und realisiert hat, wieviel Platz darin ist. Der Aufbau ist solide verarbeitet. Alles ist durchdacht und mit der eingeschränkten Bett-Sitzgruppen-Option kann man leben. Nur krank sollte man im Urlaub eben nicht unbedingt werden – aber wer will das schon.

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