Dometic FanTastic Breathe 3100 im Sommer-Praxistest

Werbung

Drei Wochen Italien, sengende Sonne bis 37 Grad und ein voll belegter Campingplatz. Unter diesen Bedingungen musste der Dometic FanTastic Breathe 3100 zeigen, was er im realen Camperalltag kann. Eingebaut wurde der Dachlüfter in einen aktuellen Hobby‑Wohnwagen; während der gesamten Reise lief das Gerät nahezu ununterbrochen. Ziel des Tests war es herauszufinden, ob der Lüfter tatsächlich frische Luft, angenehme Temperatur und eine ruhige Geräuschkulisse liefern kann, ohne die Batterien leerzusaugen oder ständig manuelle Eingriffe zu verlangen. Das Ergebnis dieses Härtetests liest sich überraschend überzeugend und zeigt, dass moderne Lüftungstechnik im Reisemobil längst mehr ist als nur ein schnöder Ventilator.

Werbung
Webasto vanlifemag

Installation im Hobby‑Wohnwagen

Der Einbau des Dometic FanTastic Breathe 3100 gestaltet sich für ambitionierte Selbsteinbauer relativ entspannt. Die werksseitige Dachhaube des Hobby ließ sich dank identischer 40‑mal‑40‑Zentimeter‑Aussparung gegen das Lüftungssystem tauschen, ohne das Dach neu zu schneiden oder zu verstärken. Das rund sieben Kilogramm leichte Gerät wird von oben eingesetzt, von innen verschraubt und mit einer umlaufenden Dichtung gegen Regen gesichert. Eine vorhandene 12‑Volt‑Leitung reichte aus, um den Lüfter in Betrieb zu nehmen. Gerade einmal zwei Stunden nach Arbeitsbeginn thronte der flache Aufsatz auf dem Dach, kaum höher als eine Standardhaube und deutlich niedriger als jede Dachklimaanlage. Wie wir das Gerät eingebaut haben, könnt ihr hier lesen.

Werbung

Technik in Kürze

Im Innern des weißen Gehäuses stecken zwei strömungsoptimierte Gleichstromventilatoren, ein keramischer Wärmetauscher und mehrere Sensoren für Temperatur, Feuchte und Kohlendioxid. Zusammen bilden sie ein kompaktes Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung. Die Steuerung läuft wahlweise über ein beleuchtetes Tastenfeld in der Decke oder per Bluetooth‑App. Vier Betriebsmodi stehen bereit: Automatik, Turbo, Sleep und Storage. Ein integrierter LED‑Streifen dient als dezentes Raumlicht. Die Leistungsaufnahme liegt laut Hersteller bei maximal 15,6 Watt; typisch sind sechs bis acht Watt. Damit qualifiziert sich das Gerät auch für längere Autark­aufenthalte, zumal Dometic ein kleines Solar‑Nachrüstset anbietet, das den Tagesverbrauch vollständig abdecken kann.

Werbung

Im Grunde setzt hier die einzige Kritik nach unserem Test am Gerät an: die Modi sind in der Bedienungsanleitung nicht gut erklärt. Man weiß schlicht nicht, was der Automatikmodus macht. Laufen die Ventilatoren mal schneller, mal langsamer? in welche Richtung strömt die Luft? Raus oder rein? Diese Punkte erklärt Dometic nicht und man versteht die Funktionsweise nicht wirklich. Wir wünschen uns deswegen, dass die Bedienungsanleitung diesbezüglich nachgebessert wird.

Werbung

Lichtleiste als Ersatz für das wegfallende Dachfenster

Dachhaube fällt weg
Die Dachhaube fällt weg, weswegen die LED-Leuchten des Dometic FanTastic Breathe 3100 sinnvoll sind.

Die Anlage wird im Ausschnitt eines Dachfensters eingebaut. Dadurch fällt natürlich auch eine natürliche Lichtquelle weg. Die Anlage von Dometic verfügt optional über LED-Leuchten, die wir absolut empfehlen können. Dadurch ist weiterhin Licht vorhanden und die Intensität kann per App gesteuert werden. Warum hier keine stufenlose Einstellung möglich ist, bleibt für uns fraglich.

Werbung

Wärme tauschen statt Hitze stauen

Kernstück des Systems ist ein Wärmetauscher aus poröser Keramik. Jede halbe Minute wechselt der Luftstrom seine Richtung. Erst strömt verbrauchte Innenluft nach außen, wärmt den Kern auf und gibt Feuchtigkeit ab, dann saugt der Ventilator frische Außenluft an, die durch denselben Kern geführt wird und dabei einen Großteil der gespeicherten Energie mitnimmt. So gelangt Frischluft hinein, ohne dass wertvolle Kühlung oder Heizwärme verloren geht. Im Test ließ sich beobachten, wie die einströmende Luft selbst am Nachmittag nie so heiß wirkte wie die Umgebungsluft. Abends hingegen blieb das Wageninnere länger angenehm temperiert, obwohl es draußen schon spürbar abkühlte.

Klimakomfort bei 37 Grad

Die italienische Sommersonne stellte den Wärmetauscher auf die Probe. Ohne aktive Klimaanlage lag die Innenraumtemperatur nach drei Stunden Stillstand deutlich niedriger als in vergleichbaren Caravans ohne Lüftung. Beim Mittagsschlaf kam keine stickige Sauna­atmosphäre auf, abendliches Kochen ließ sich ebenfalls ohne Schweißausbruch erledigen. Der Clou: Alle Fenster blieben geschlossen, wodurch Insekten draußen und die Nachbarn von Kochgerüchen verschont blieben.

Werbung

Luftqualität auf Sensorbefehl

Ein Satz empfindlicher Sensoren veranlasst den FanTastic Breathe 3100 die Lüfterdrehzahl anzupassen, sobald Temperatur, Luftfeuchte oder CO₂‑Level steigen. Das bewährte sich besonders nach der Dusche oder an schwül‑heißen Tagen an der Adria. Feuchtigkeit wurde binnen Minuten abgeführt, die Spiegel beschlugen kaum, und muffige Handtücher trockneten überraschend rasch. Nachts registrierte der Sensor die ansteigende Kohlendioxid­konzentration vierer schlafender Personen und erhöhte fast unmerklich die Leistung. Das Ergebnis zeigte sich am Morgen: klare Köpfe statt müdes Brummschädelgefühl.

Werbung
relleumdesign

Leiser Dauerläufer

Wer schon einmal von einem lärmigen Dachventilator geweckt wurde, weiß leise Technik zu schätzen. Im Sleep‑Modus produziert das Gerät lediglich ein sanftes Rauschen, das mit 35 dB etwa dem Rascheln von Blättern entspricht. Kein Dröhnen, kein Pfeifen. Selbst im Turbo‑Betrieb bleibt der Geräuschpegel zivilisiert. Schlafen kann man dann aber nicht mehr. Dank Kugellagern und einer austarierten Laufrad­konstruktion läuft der Lüfter vibrationsarm – keine trommelnden Dachbleche, keine wandernden Schrauben. Der Effekt: Nächtliches Dauerlüften wird zur Selbstverständlichkeit und nicht zur Ohren­prüfung.

Werbung

Stromverbrauch und Autarkie

Auf freistehenden Stellplätzen spielte der niedrige Energiehunger eine entscheidende Rolle. Bei dauerhafter Automatikstellung gab die Bordbatterie nachts etwa fünf Amperestunden ab, was selbst bei moderatem Solarertrag problemlos ausgeglichen werden würde, müsste man autark stehen. Praktisch: Durch den Wärmerückgewinnungs­effekt entlastet die Anlage im Sommer die Klimaanlage und im Winter die Heizung. Weniger Laufzeit anderer Großverbraucher bedeutet wiederum längere Batterielaufzeit insgesamt – ein Nutzen, der schnell unterschätzt wird.

Kleines Detail, große Wirkung

Ein besonders spannendes Detail verbirgt sich im sogenannten Clean‑Air‑Modul. Mithilfe bipolarer Ionisation werden negative und positive Ionen in den Luftstrom abgegeben. Diese verklumpen Staubpartikel, zerstören Mikroorganismen und neutralisieren Geruchsmoleküle. Während des Tests verschwanden Küchendüfte nach wenigen Minuten, und selbst an feuchten Tagen blieb der charakteristische „Caravan‑Mief“ aus. Subjektiv roch der Innenraum stets wie nach einem kurzen Sommerregen: frisch, aber nicht künstlich parfümiert. Wer mit Haustieren reist oder empfindlich auf Pollen und Hausstaub reagiert, wird diesen Effekt besonders zu schätzen wissen.

Fazit des mehrwöchigen Tests

Der Dometic FanTastic Breathe 3100 hat sich als verlässlicher Partner gegen Hitze, Feuchte und Gerüche erwiesen. Er kühlt nicht aktiv – diese Erwartung wäre unfair –, sorgt aber für ein spürbar angenehmeres Raumklima, senkt die Luftfeuchte und reduziert CO₂‑Spitzen, ohne dass Fenster geöffnet werden müssen. Dabei bleibt er leise, energieeffizient und wartungsarm. Der Anschaffungspreis liegt über dem einfacher Ventilatoren, bietet dafür aber Wärmerückgewinnung, Sensorsteuerung und Luftreinigung in einem kompakten Paket.

Wer häufig bei extremen Temperaturen campt oder einfach dauerhaft frische Luft wünscht, dürfte in der FanTastic Breathe 3100 eine sinnvolle Investition finden. Das Gerät kostet derzeit knapp 700 Euro.

Werbung
Werbung
Cookie Consent mit Real Cookie Banner