IM CAMPERVAN AUF DIE LOFOTEN

Die versunkene Schweiz

Reise auf die Lofoten
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Mit unserer Reisegeschichte „Im Campervan auf die Lofoten“ entführen wir euch ganz weit nach Norden. Denkt man an die Lofoten im Winter, stelle man sich eine überschwemmte Schweiz vor, bei der nur noch die Berggipfel aus dem Wasser schauen. So bekommt man eine Ahnung davon, wie es auf den Lofoten aussieht. Auf Einladung von VW-Nutzfahrzeuge haben wir beim Wintercamping auf den Inseln vor Norwegens Küste ein tolles Land kennengelernt.

Brücken auf den Lofoten
Die vielen kleinen Inseln sind meist durch sehr lange Brücken miteinander verbunden.

Etwas Abwechslung braucht der Mensch

Als Redakteur zu arbeiten heißt, dass man viel Zeit am Schreibtisch vor dem Rechner verbringt. Aber es gibt zum Glück immer wieder Lichtblicke. Fototermine, Veranstaltungen, Messen oder Presseinladungen der Hersteller. Nach einem langen Winter ohne viele Außentermine war die VW-Einladung zu einer Wintercamping-Tour mit dem T6 California auf den Lofoten daher mehr als willkommen. Um diese Jahreszeit sind dort wenig bis keine Touristen zu finden. Unser kleiner Pressetrupp hat die atemberaubende Landschaft also fast für sich allein. Im Sommer sieht das anders aus. Dann sind die Campingplätze voll, und auch einsame Plätze für eine Kaffeepause neben dem Camper werden rar. Außerdem präsentieren sich die etwa 80 Inseln, die 100 bis 300 Kilometer nördlich des Polarkreises vor der Küste Norwegens im Atlantik liegen, mit der zu dieser Jahreszeit tief stehenden Sonne in bestem Fotolicht.

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Häuser Lofoten
Im Winter präsentieren sich die Lofoten im besten Fototlicht.

Mit den Hurtigrouten auf die Lofoten

Um auf die Inseln zu kommen, setzen wir von der Hafenstadt Bodø aus mit einem Schiff der Hurtigrouten über. Ehemals als Postschifflinie gegründet, legen die Schiffe schon seit 1904 hier an. Das Postwappen findet sich noch heute in der Flagge an Bord. Heute sind sie als Kombination aus Fracht-, Passagier- und Kreuzfahrschiff unterwegs und nehmen auch Autos an Bord. Allerdings passt bei weitem nicht jedes Reisemobil in den Bauch des Schiffes. Das mögliche Maximum liegt bei 6,5 Metern Länge, 2,45 Metern Breite und 2,3 Metern Höhe. Auch ein VW Bus passt nur rein, wenn er kein Hochdach hat.

Hurtigrouten Schiff
Im Bauch der Hurtigrouten-Schiffe hat ein Bulli ohne Hochdach noch Platz.

Als wir auf den Lofoten ankommen, ist es bereits dunkel. Wir fahren auf direktem Weg zu unserem Übernachtungsplatz.  Dort steigen wir ungläubig staunend aus den Fahrzeugen. Leicht mäandernd zieht sich ein schmales Band über den gesamten Himmel. Das sanfte Grün wird intensiver, das Band breiter, es dehnt sich aus und beginnt zu tanzen. An den Rändern brechen sich die Farben und beginnen in einem breiten Spektrum hin und her zu springen. Der sternenklare Himmel bietet uns fast die ganze Nacht ein Naturschauspiel der Extraklasse: die Nordlichter. In dieser Nacht, so bestätigt uns später ein Paar, das mit seinem Landy schon einige Tage länger auf den Lofoten unterwegs ist, sind die Nordlichter besonders ausgeprägt. Als wir dann endlich an unserem Übernachtungsplatz das Dach aufklappen und müde von der Fahrt und den Eindrücken ins Bett fallen, zeigt die Uhr eine ziemlich späte Zeit an.

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Sauna auf den Lofoten
Sauna und Hot-Pot gehören in Skandivavien einfach dazu. Bei strahlendem Sonneschein lässt es sich lange im warmen Wasser aushalten.

Bestes Fotowetter

Der nächste Morgen empfängt uns mit strahlendem Sonnenschein, der langsam über die Berggipfel empor kriecht und das Weiß der schneebedeckten Gipfel in pures Gold verwandelt. Als ob das nicht schon allein reichen würde, zeigt sich die Natur ganz und gar nicht geizig und präsentiert ein tiefblaues Meer und einen Himmel in einem anderen, intensivem, aber dazu harmonierenden Blauton. So außergewöhnlich die letzte Nacht endete, so atemberaubend fängt der neue Tag an.

Winkingermuseum auf dem Lofoten
Die Krümmung des Dachs kommt nicht von der Kameralinse, sondern ist tatsächlich vorhanden.

Tief beeindruckt von dieser Kulisse brechen wir zu unserem ersten Tagesziel auf: dem Lofotr Wikingermuseum in Borg. Hier wurde in den 1980er Jahren eine Siedlung ausgegraben, die vom 2. Jahrhundert nach Christus bis ins 15. Jahrhundert bestand. In der Wikingerzeit von 793 bis 1066 nach Christus soll es dort mindestens 115 Höfe mit 1.800 Bewohnern gegeben haben. Das beeindruckendste Bauwerk ist das wieder aufgebaute Langhaus. Zunächst 55 Meter lang, wurde es später auf 83 Meter erweitert. Hier lässt sich das Leben der Wikinger nicht nur studieren, sondern im August beim Wikingerfestival auch hautnah selbst erleben.

Henningsvær Lofoten
In Henningsvær ist der Hafen der zentrale Punkt im Ort.

Fischfang auf den Lofoten

Wir fahren weiter nach Henningsvær. Der kleine Fischerort liegt auf zwei kleinen, vorgelagerten Inseln und ist nur per Schiff oder über Brücken erreichbar. Von Mitte Februar bis weit in den April ist hier Hochsaison. Zu dieser Zeit kommt der Kabeljau zu Millionen in die Gewässer, um sich fortzupflanzen. Die Fischer nutzen die Zeit, um ihre gesetzlich festgelegten Fangquoten reinzuholen. Der ausgenommene Fisch wird an der Luft getrocknet und später weltweit verschickt. Wer sein Glück selbst versuchen will, kann mit den Fischern hinausfahren und die Angel ins Wasser werfen. Der Erfolg ist (fast) garantiert.

Kabeljaufang auf den Lofoten
Der hier gefangene Kabeljau wird getrocknet in die ganze Welt verschickt.

Wir lassen uns weiter über die Inseln treiben, staunen bei jeder Bucht aufs Neue über die Schönheit der Landschaft und halten manchmal alle 100 Meter an, um Fotos zu schießen. Diese Bergwelt, die sich direkt aus dem Wasser erhebt, bietet hinter jeder Kurve neue Motive, und die Berggipfel in der Ferne scheinen nie aufzuhören. Immer wieder tauchen neue Felsmassive auf, die jetzt um diese Jahreszeit teilweise tief verschneit sind.

Hafen Lofoten
In den kleinen Häfen herrscht am späten Nachmittag eine ganz besondere Stimmung.

Der Abschied fällt schwer

Wir essen gegrillten oder gebratenen Fisch, der direkt aus dem Meer kommt und sind uns sicher: besser schmeckt er nirgendwo. Nehmen verschneite Pisten unter die Räder. Genießen in kleinen Häfen die vollkommene Ruhe und in kleinen Hafencafés zuckersüßes, mit Zimt gewürztes Hefegebäck. Wir lassen uns gegen Abend von der Stimmung des Lichts verzaubern und warten jeden Moment darauf, dass ein Wikingerschiff anlegt oder Fabelwesen einer längst vergangenen Welt aus dem Meer auftauchen. Wir würden gerne länger bleiben. Aber irgendwann kommen wir in Moskenes an, wo wir eine letzte Nacht verbringen, bevor es früh morgens auf das Schiff zurück nach Bodø geht. Diesmal ein ganz normales Fährschiff, bei dem auch ausgewachsene LKW in den Bauch passen.

Fähre Lofoten
Früh am Morgen geht es mit dem Fährschiff zurück aufs Festland.

Als wir wieder zu Hause sind, sind wir uns sicher, dass dies nicht unsere letzte Reise auf diese wunderschönen Inseln gewesen sein wird. Dann wird sie aber definitiv länger dauern, denn es gibt dort noch so viel zu entdecken.

Noch mehr Reisen (nicht nur mit dem VW.Bus) …

Travelling off the Road
Travelling off the Road
ISBN: 978-3-613-50914-6
Preis: 19.95 EUR

… findet ihr in unserer Rubrik “Tour” oder im Buch “Travelling off the Road”, aus dem auch unsere Reisegeschichte auf die Lofoten stammt.

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