In unserem Artikel zur Entstehungsgeschichte des Beachy hatten wir es bereits angekündigt: Wir checken den Beachy genauer. Also haben wir ihn im Hobby-Werk in Fockbek bei Rendsburg kurzerhand an unseren Redaktions-Jimny gehängt und sind losgezogen.

Der Beachy 420+ – was macht ihn aus?
Doch klären wir zuerst kurz, was den Beachy 420+ von den anderen Beachy-Modellen unterscheidet. Der Beachy ist in drei Längen erhältlich. Als Beachy 360 mit einer Länge von 3.660 Millimetern, als Beachy 420 mit 4.260 und als Beachy 450 mit 4.560 Millimetern Länge. Alle drei verfügen über zwei gegenüberliegende Sitzbänke im Heck, die zum Doppelbett umgebaut werden können und eine Küchenzeile an der Stirnwand, die sich gleich rechts von der Eingangstür befindet. Alle Modelle verfügen außerdem über eine weitere Tür im Heck, die zweigeteilt ist. Der obere Teil kann nach oben geklappt, der untere zu Seite geschwenkt werden.

Je nach Länge gibt es längere Sitzbänke oder mehr Aufbewahrungsmöglichkeiten in Form von niedrigen Schränken. Der 360er und der 420er sind für zwei Erwachsene und ein Kind ausgelegt, beim 450er kann ein Kind mehr mit auf die Reise gehen. Bei allen drei Modellen wird jedoch im mehr oder weniger großen, umgebauten Doppelbett geschlafen.

Anders beim 420+. Er ist eine Variante des Beachy 420, verfügt aber, mit der Möglichkeit an der Stirnwand ein Doppelstockbett zu realisieren, über zwei weitere Schlafplätze. Der obere Schlafplatz kann flach nach oben an die Wand geklappt werden, wenn er nicht gebraucht wird.

Der untere kann zu zwei Sitzplätzen mit einem Tisch dazwischen umgebaut werden. Und damit bietet der Beachy 420+ nicht nur zwei bereits größeren Kindern ein eigenes Bett, denn auch Erwachsene können hier problemlos nächtigen. Und als sei das noch nicht genug, ist noch eine dritte Variante möglich. Denn die obere Liege kann so an die Wand geklappt werden, dass eine Couch entsteht. Maximal flexibel also.

Der Küchenblock ist dafür weiter in Richtung Heck gewandert und befindet sich jetzt direkt links vom Eingang. Auch der Schrankbereich, der sich in den anderen Modellen an der Front links neben der Küchenzeile befindet, wurde weiter nach hinten an die linke Seitenwand verlagert. Die niedrigen, offenen Schränke, über die die anderen Modelle verfügen, entfallen beim 420+.
Der Hobby Beachy 420+ im vanlifemag.de-Check
Doch zurück zu unserem Check des Beachy 420+. Aufgrund des geringen Gewichts lässt er sich auch mit dem Jimny ziehen. Der darf 1.200 gebremste Kilo an den Haken nehmen, das zulässige Gesamtgewicht des 420+ beträgt 1.000 Kilo. Das kann zwar auch auf 1.200 Kilo hochgesetzt werden, passt damit aber immer noch zum kleinen Japaner.
Allerdings ist klar: Das zusätzliche Gewicht hinter dem Jimny ist spürbar – und der Spritverbrauch steigt ebenfalls ein wenig. Beides ist so klar wie normal. Machbar ist es aber dennoch, den Beachy auch mit einem kleineren Fahrzeug zu ziehen und rangieren. Denn auch das ist ja durchaus notwendig, wenn man den Wohnwagen nicht von Hand irgendwohin schieben will. Wobei auch das ziemlich leicht machbar ist. Abkuppeln und hinten die beiden Stützen ausfahren geht schnell. Strom anschließen und fertig. Wer will, stellt noch einen Tritt vor den Eingang.

Ist der Strom angeschlossen, funktionieren auch Kühlbox und Heizung, die als Sonderausstattung erhältlich sind. Denn eine Bordbatterie hat der Beachy ab Werk nicht, man kann beim Kauf in der Ausstattungsliste aber die Vorbereitung für das Autark-Paket inklusive Laderegler mit Booster und Batteriekasten ankreuzen. Mit Bordakkus kann dann die serienmäßige Kompressor-Kühlbox auch während der Fahrt laufen und man sich nach dem Aufbau am Camp-Ground direkt ein erstes kaltes Bier genehmigen – oder einen Schluck Prosecco oder was auch immer. Außerdem bleiben zu kühlende Lebensmittel, wie Butter, Wurst, Käse oder die Steaks für den Grill, auch auf dem Weg zum Urlaubsort kalt.

Warum der Beachy 420+ auch für zwei Personen eine gute Wahl ist
Ganz klar, der 420+ ist für (junge) Familien oder eine Gruppe Erwachsener konzipiert, die damit in den Urlaub fahren oder zusammen losziehen wollen. Der gemeinsame Familien-Camping-Urlaub in Italien oder ein gemeinsames Wochenende auf einem Festival, beides geht mit dem Beachy 420+. Und auch für die, die ins Camping mit dem Caravan einsteigen, aber nicht gleich einen größeren Betrag für einen Wohnwagen ausgeben wollen – oder können – ist der 420+ eine gute Wahl.

Wir, zwei schon etwas ältere Erwachsene, waren jedoch zu zweit damit unterwegs. Und auch da kann der 420+ punkten. Denn will man nicht jeden Abend das Bett auf- und am Morgen wieder abbauen, damit man auch am Tisch frühstücken kann, lässt man es in diesem Wohnwagen einfach aufgebaut. Gefrühstückt und gegessen wird dann am kleinen Tisch. Denn das untere der beiden Betten an der Stirnwand kann man in zwei Sitze mit einem Tisch dazwischen verwandeln. Perfekt also für die eher Faulen unter uns.

Kommen zum Beispiel Gäste zu Besuch, ist das Bett dennoch schnell wieder in eine gemütliche Rundsitzgruppe verwandelt, an der man gesellige Abende verbringen kann, wenn es draußen zu kalt zum Sitzen ist. Und dem gemütlichen Lesen eines Buchs steht auch nichts im Weg. Beine hochlegen und abschalten.

Auch das Konzept ohne Bad ist im Camping-Alltag kein Problem. Im Gegenteil, denn so bleibt mehr Wohnraum. Geduscht wird auf dem Campingplatz, Zähne putzen und Hände waschen kann man auch am Waschbecken in der Küche. Und seien wir ehrlich: In der Praxis nutzen viele ihre Dusche im Wohnmobil ohnehin nicht, weil sie das Saubermachen scheuen. Wozu also den Platz verschwenden?

Da optional auch ein Porta Potty dazu geordert werden kann, sind auch dringende Geschäfte kein Problem – egal ob kleine oder große. Und wer das Thema Chemieklo nicht mehr ganz zeitgemäß findet, entscheidet sich für eine der mobilen Trenn- oder Folienbeutel-Toiletten.

Kochen im Beachy – mit wenig Platz zur warmen Mahlzeit
Ja, so richtig großzügig ist der Platz neben der Spüle zum Kochen nicht. Denn schließlich muss hier auch noch der Kocher hin. Will man nicht grade ausgefeilte Fünf-Gänge-Menüs zubereiten, für die man mehrere Kochplatten benötigt, lässt sich dennoch eine Mahlzeit zubereiten. Ein Schneidbrett findet vor einem Einflamm-Kocher noch Platz und Nudeln mit einer schnellen Sauce gehen immer. Fertigsauce aus dem Glas ohnehin, aber auch selbstgekocht klappt. Und seien wir ehrlich: In manchen Campervans hat man noch weniger Platz zum Kochen.


Wichtiger Hinweis an der Stelle: Will man drinnen kochen, sollte man sich für einen Kocher mit Zündsicherung entscheiden. Denn der schaltet die Gaszufuhr ab, wenn die Flamme ausgeht. Ist das Wetter jedoch schön genug, wird aber in der Regel ohnehin draußen gekocht. Doch auch dann wird man zum Beispiel den Kaffee am Morgen eher drinnen zubereiten. Daher beim Kauf auf das richtige Kochermodell achten.
Unser Fazit zum Beachy 420+


Als Menschen, die schon im VW-Bus-Campervan, in Pickup-Campern und größeren Wohnmobilen gereist sind, waren wir überrascht, wieviel Platz und Komfort der Beachy 420+ doch bietet. Wirkt er zunächst spartanisch, stellt man schnell fest, dass tatsächlich alles vorhanden und auch genug Platz im Wohnwagen ist. Ja, das Konzept sieht kein eigenes Bad vor, aber das fehlt im Bulli auch. Es zugunsten von mehr Platz im Caravan wegzulassen ist eine gute Idee. Ja, der Küchenblock ist zwar etwas schmal, aber im Bulli fällt er noch kleiner aus. Kochen kann man aber in beiden. Das Konzept des Beachy 420+ passt daher allemal.

Klar, in großen Wohnmobilen ist beides vorhanden. Aber braucht man das auch wirklich? Die Antwort ist ein ganz klares „Nein“. Denn wir haben festgestellt, dass man das nicht wirklich braucht. Zum einen verbringt man beim Campen ohnehin viel Zeit draußen, zum anderen reichen Platz und Ausstattung des 420+ dicke aus, wenn es draußen kalt ist oder gar regnet. Und das auch, um mit mehreren drinnen zu sitzen.

Morgens die obere Klappe der Hecktür öffnen, den ersten Kaffee dort trinken und der Natur – oder den Campingnachbarn – bei ihrem Erwachen zuzuschauen ist eine schöne Sache. Das Bett, wenn man zu zweit unterwegs ist, einfach aufgebaut lassen, unbezahlbar.
Somit ist der Beachy 420+ ein guter und günstiger Einsteiger-Wohnwagen, der mitwächst. In den ersten Jahren zusammen mit den Kids in den Urlaub. Und das geht auch dann noch, wenn sie schon größer sind. Sind sie dann „flügge“ und beginnen ihre eigenen Wege zu gehen, kann man wieder den Urlaub zu zweit genießen, ohne allzu viel tun zu müssen.

Und wenn die Kinder dann ihren Führerschein haben, können sie mit ihren Freunden zusammen im Beachy auf Tour gehen. Und da der Beachy relativ leicht ist, darf er auch mit Klasse B gefahren werden, wenn das Gesamtgewicht des Zugs 3,5 Tonnen nicht übersteigt. Wenn man mit beidem nicht ordentlich bei den „Buddys“ punkten kann, dann wissen wir es auch nicht.
Bilder: Michael Scheler, Hobby















