Auf dem Hof steht ein grauer Crafter. Baujahr 2020, 39.963 Meilen. Langer Radstand, Frontantrieb, manuelles 6-Gang-Getriebe, 2,2-Liter-Diesel. Vier Schlafplätze und eine durchgehende Heckgarage von 2,25 Metern Länge. Iridium Grey Metallic. Der Ausbau hält bewusst viel Nutzlast-Charakter des Transporters bei.
Das Konzept richtet sich an Leute, die den Kastenwagen wirklich nutzen – Rennstrecke, Bike-Touren, längere Reisen. Nicht nur Schlafplatz, sondern mobile Werkstatt und Basis zugleich. Das gelingt hier besser als bei vielen reinen Wohnmobilen.
Kastenwagen für Alltag, Sport und Wochenende

Entscheidend ist die 2,25 Meter lange Heckgarage. Wer sperriges Equipment dabeihat, profitiert massiv. Viele Umbauten opfern genau diesen Bereich zugunsten von Wohnraum. Hier bleibt der Transporter-Charakter erhalten.
Das Fahrerhaus ist langstreckentauglich. Klimaanlage, DAB-Radio, Tempomat, Rückfahrsensoren und Multifunktionslenkrad sind verbaut. Der einzelne Beifahrersitz als Captain Chair mit Armlehnen und Drehfunktion macht im Stand spürbar mehr aus. Der Fahrerhausbereich wird dann nämlich Teil des Wohnraums.
Cockpit-Einbauten
Mittelkonsole mit Becherhaltern und Schubladen, passgenaue Vorhänge, spezielle Teppiche und zusätzliche Beleuchtung unter dem Fahrerhaus. Keine Highlights für Prospekte. Aber genau die Details, die nach dem dritten langen Tag noch nerven oder nicht.
Wohnraum mit klarer Praxis-Ausrichtung

24-Zoll-TV, Dometic-Kühlschrank mit 50 Litern inklusive Gefrierfach, Kenwood-Mikrowelle 700 Watt, Dometic-Spüle und Gaskochfeld. Dazu ein Propex-Wasserheizer. Das geht deutlich über „eine Nacht auf dem Parkplatz“ hinaus.
Die Elektrik ist solide. 1.800-Watt-Inverter/Ladegerät kombiniert mit 50-Ampere-Smart-Charging-Relay, Solarpanel und reichlich USB-, USB-C- sowie 230-Volt-Steckdosen. Im Alltag reicht das für Kühlschrank, Laptop und Licht auch abseits von Landstrom.
Beleuchtung, Isolierung und Heizung

Sechs einzeln schaltbare LED-Spots, dimmbare mehrfarbige Reisebeleuchtung mit Fernbedienung und beleuchtete Staufächer. Gute Isolierung und Schalldämmung sind vorhanden. Als Heizung arbeitet eine Webasto Airtop 2000. Funktioniert unauffällig und zuverlässig.
Das ausziehbare Kingsize-Bett oben
Das obere Bett ist die interessanteste Lösung. Ausziehbar, 2,0 Meter lang, eigene Matratze, erreichbar über eine leichte Aluminiumleiter. In einem Kastenwagen dieser Größe ist das ein echter Gewinn.
Unten sitzt eine geprüfte Dreiersitzbank mit drei Dreipunktgurten, die sich zu einem Einzel- oder Doppelbett umbauen lässt. Zusammen vier Schlafplätze. Das Dachfenster über dem Bett mit Verdunkelung und Fliegennetz rundet die Sache ab. Tagsüber bleibt der Raum nutzbar, abends hat man ein großes Bett – ohne die Garage zu blockieren.
Warum die Schlaflösung passt
Die Anordnung zeigt, dass jemand mit klarem Kopf geplant hat. Wohnraum am Tag, gutes Bett in der Nacht. Für Paare, kleine Familien oder aktive Nutzer mit wechselndem Equipment eine der besseren Lösungen im Kastenwagen-Segment.
Außenausstattung und Heckbereich

Fiamma-Markise F80S mit 2,5 Metern Auszug, zwei Markisenleuchten, Privacy-Glas und 20-Zoll-Velare-Alufelgen. Die metallicgraue Lackierung wirkt dezent und passend. Kein Hingucker, aber auch kein Schreihals.
Im Heck gibt es robusten Altro-Boden, halbhohen Checker-Plate-Schutz, LED-Beleuchtung, eine zusätzliche Ladeleuchte sowie 12- und 230-Volt-Anschlüsse. Besonders praktisch: der außen nutzbare, zusammenklappbare Duschraum mit Warm- und Kaltwasser. Für Sportausrüstung und schmutzige Tage ein echtes Plus.
Wichtig für deutsche Interessenten: Das Fahrzeug wird im Vereinigten Königreich angeboten. Import, Zulassung, Scheinwerferanpassung, Versicherung und Anerkennung des Ausbaus (Sitzbank, Gas, Elektrik) bedeuten Aufwand und Kosten. Vergleichbare Fahrzeuge direkt aus Deutschland sind rar.
Der Preis liegt bei £59.000.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Für wen ist der VW Crafter Race Cruiser besonders geeignet – und wo liegen seine Grenzen?
Er passt für aktive Nutzer, die Sport- oder Hobby-Equipment mit vernünftigem Wohnkomfort kombinieren wollen. 2,25 Meter Garage, vier Schlafplätze und eine brauchbare Fahrerkabine sind stark. Grenzen zeigen sich bei viel Innenraumvolumen, großer Nasszelle oder maximalem Stauraum ohne Sportbezug. Wer das braucht, ist mit einem Teilintegrierten oder Alkoven besser bedient. Der Crafter bleibt dafür deutlich flexibler und näher am Transporter.
2) Wie autark ist das Fahrzeug im Alltag wirklich – reicht die Strom- und Komfortausstattung fürs freie Stehen?
Für Freistehen mit normalem Verbrauch ist die Anlage gut: Solar, 1.800-Watt-Inverter/Ladegerät, 50-A-Smart-Relay und viele Steckdosen decken Kühlschrank, Licht und Ladebedarf ab. Mikrowelle und Heizung funktionieren ebenfalls. Bei hohem Verbrauch (viel Kochen, langer TV-Betrieb, kalte Nächte) wird es schnell eng. Dann entscheiden Wasservorrat, Gas und diszipliniertes Energiemanagement.
3) Was sollte man beim Kauf in Großbritannien beachten, wenn man den Van in Deutschland nutzen will?
Der UK-Hintergrund ist entscheidend. Import, Zulassung, Umrüstung von Scheinwerfern und Tacho, Versicherbarkeit und steuerliche Fragen kosten Zeit und Geld. Besonders kritisch: ob die Dreiersitzbank mit Gurten, die Gasanlage und die Elektrik hier problemlos abgenommen werden. Gewährleistung und Service laufen über das Ausland. Wer ernsthaft kaufen will, sollte vorab mit TÜV, Versicherung und einem auf Import spezialisierten Betrieb sprechen und eine klare Kostenaufstellung machen.















