Wer einen Campervan ausbaut und sich auch selber um die Elektrik kümmert, muss sich über die Art seiner Kabel Gedanken machen. Wichtig ist es insbesondere, den richtigen Kabelquerschnitt zu verwenden. Würde man hier nicht aufpassen, besteht Brandgefahr. Wir haben deswegen einen Kabelquerschnittsrechner entwickelt. Hier könnt ihr euren Kabelquerschnitt für euren Camperausbau berechnen.
Wichtig: wir übernehmen keinerlei Garantie.

🔌 Kabelquerschnittsrechner für Camper
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⚠️ Wichtige Sicherheitshinweise
- Normen beachten: Verwende immer Fahrzeugkabel nach DIN 72551 oder ISO 6722
- Absicherung: Jeder Stromkreis muss mit einer passenden Sicherung abgesichert werden
- Kabelfarben: Rot = Plus, Schwarz/Blau = Minus, Gelb/Grün = Masse
- Quetschverbinder: Verwende hochwertige Crimpzangen und isolierte Quetschverbinder
- Zugentlastung: Kabel sollten nicht auf Zug belastet werden
- Wärme: Verlege Kabel nicht direkt an heißen Oberflächen (Heizung, Motor, Auspuff)
- Scheuerschutz: An Durchführungen und Kanten immer Tüllen verwenden
- Bei Unsicherheit: Lass die Installation von einem Fachmann überprüfen
🛒 Empfohlene Produkte
- Fahrzeugkabel: Mehradrige Fahrzeugleitung (FLRY-B) nach DIN 72551
- Sicherungen: KFZ-Flachsicherungen oder Streifensicherungen
- Sicherungshalter: Inline-Sicherungshalter für wasserdichten Schutz
- Crimpzangen: Präzisions-Crimpzange für isolierte Kabelschuhe
- Kabelschuhe: Ringkabelschuhe und Flachstecker in verschiedenen Größen
- Kabelbinder & Schläuche: Für professionelle Verlegung und Bündelung
Kabelquerschnitt im Campervan berechnen: Der komplette Ratgeber
Die richtige Kabeldicke entscheidet über Sicherheit und Funktion deiner Camper-Elektrik – doch viele DIY-Ausbauer unterschätzen diesen kritischen Punkt. Ein zu dünnes Kabel kann sich bei hohem Stromfluss gefährlich erhitzen und im schlimmsten Fall einen Brand verursachen. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie du den korrekten Kabelquerschnitt für jeden Verbraucher in deinem 12V- oder 24V-System berechnest, welche deutschen Normen du beachten musst und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest. Mit unseren praxiserprobten Tabellen findest du den passenden Querschnitt für jede Anwendung – von der LED-Beleuchtung bis zum 3000-Watt-Wechselrichter.
Wichtig: keine Gewähr für die gemachten Angaben. Bitte lasst all eure Arbeiten von einem Profi überprüfen.
Warum der Kabelquerschnitt so entscheidend ist
Der Kabelquerschnitt bezeichnet die Querschnittsfläche des Kupferleiters in Quadratmillimetern (mm²) – nicht zu verwechseln mit dem Kabeldurchmesser. Diese Fläche bestimmt, wie viel Strom durch das Kabel fließen kann, ohne dass es sich übermäßig erwärmt. Bei einem zu geringen Querschnitt entsteht ein hoher elektrischer Widerstand, der elektrische Energie in Wärme umwandelt. Die Folgen reichen von schmelzender Isolierung über Funktionsstörungen der angeschlossenen Geräte bis hin zur akuten Brandgefahr.
In 12-Volt-Systemen ist die korrekte Dimensionierung besonders kritisch. Der physikalische Zusammenhang ist einfach: Bei gleicher Leistung fließt bei 12V ein etwa 19-mal höherer Strom als bei 230V. Ein 1000-Watt-Wechselrichter zieht bei 12V satte 83 Ampere, während das gleiche Gerät im Haushaltsnetz nur 4,3 Ampere benötigt. Dieser enorme Stromfluss erzeugt ohne ausreichend dimensionierte Kabel erhebliche Verluste und Wärme.
Der sogenannte Spannungsabfall beschreibt die Spannung, die auf dem Weg durch das Kabel verloren geht. Bei 230V fallen 5 Volt Verlust kaum ins Gewicht – bei 12V bedeuten 5 Volt Verlust jedoch über 40 Prozent der Gesamtspannung. Empfindliche Geräte wie Laptops oder Kompressorkühlschränke können dann nicht mehr korrekt arbeiten. Die VDE 0100-721 schreibt daher vor, dass der Spannungsabfall in Freizeitfahrzeugen niemals mehr als 5 Prozent betragen darf.
Die Formel zur Kabelquerschnittsberechnung
Für die Berechnung des erforderlichen Kabelquerschnitts in Gleichstromsystemen gilt folgende Formel:
A = (2 × L × I) / (κ × ΔU)
Die einzelnen Variablen bedeuten dabei: A ist der gesuchte Kabelquerschnitt in mm². L steht für die einfache Leitungslänge in Metern – also die Strecke vom Sicherungsverteiler bis zum Verbraucher. I bezeichnet die Stromstärke in Ampere, die durch das Kabel fließt. κ (Kappa) ist die elektrische Leitfähigkeit von Kupfer mit dem Wert 56 m/(Ω×mm²). ΔU gibt den zulässigen Spannungsabfall in Volt an.
Der Faktor 2 in der Formel berücksichtigt, dass der Strom einen geschlossenen Kreislauf bilden muss: Er fließt vom Pluspol der Batterie zum Verbraucher und über die Masseleitung zurück zum Minuspol. Bei einer einfachen Kabellänge von 4 Metern legt der Strom also insgesamt 8 Meter zurück. Dieser Punkt wird beim Camper-Ausbau häufig übersehen und führt zu unterdimensionierten Kabeln.
Um den zulässigen Spannungsabfall aus Prozentwerten zu berechnen, multiplizierst du einfach die Systemspannung mit dem gewünschten Prozentsatz. Bei 12V und 2% ergibt sich: 12V × 0,02 = 0,24 Volt. Für 3% wären es 0,36 Volt, für 5% entsprechend 0,60 Volt.
Rechenbeispiel LED-Beleuchtung
Angenommen, du möchtest eine LED-Leiste mit 2 Ampere Stromaufnahme installieren. Die Kabellänge vom Sicherungskasten bis zur Lampe beträgt 4 Meter, und du akzeptierst einen Spannungsabfall von 3 Prozent in deinem 12V-System.
Zunächst berechnest du den zulässigen Spannungsabfall: 12V × 0,03 = 0,36V. Dann setzt du alle Werte in die Formel ein: A = (2 × 4m × 2A) / (56 × 0,36V) = 16 / 20,16 = 0,79 mm². Das Ergebnis rundest du auf den nächsten verfügbaren Normquerschnitt auf – in diesem Fall 1,0 mm² oder sicherheitshalber 1,5 mm².
Rechenbeispiel Kompressorkühlschrank
Ein Kompressorkühlschrank zieht im Dauerbetrieb etwa 8 Ampere. Bei einer Kabellänge von 2 Metern und einem strengeren Spannungsabfall von 2 Prozent (empfohlen für empfindliche Elektronik) ergibt sich: ΔU = 12V × 0,02 = 0,24V. Die Berechnung lautet: A = (2 × 2m × 8A) / (56 × 0,24V) = 32 / 13,44 = 2,38 mm². Der nächste Normquerschnitt ist 2,5 mm².
Diese deutschen Normen musst du kennen
Die DIN VDE 0100-721 ist die zentrale Norm für 230V-Installationen in Wohnmobilen und Caravans. Sie schreibt unter anderem vor, dass der Außenanschluss ausschließlich über CEE-blau-Steckverbindungen erfolgen darf – Schukostecker sind verboten. Direkt nach der Einspeisung muss ein FI-Schutzschalter mit maximal 30 mA Auslösestrom installiert sein. Der Mindestquerschnitt für interne 230V-Leitungen beträgt 1,5 mm², für das Landstromkabel sind 2,5 mm² vorgeschrieben. Zudem dürfen nur mehrdrahtige oder feindrahtige, flammwidrige Leitungen verwendet werden – starre Hausinstallationskabel wie NYM-J sind im Fahrzeug verboten.
Für die 12V/24V-Anlage im Wohnbereich gilt die DIN EN 1648-2. Diese Norm verweist für Kabelanforderungen auf die ISO 6722, die Fahrzeugleitungen für den automobilen Bereich definiert. Die ISO 6722 unterteilt Kabel in Temperaturklassen von A bis H, wobei Klasse B (-40°C bis +105°C) für die meisten Camper-Anwendungen ausreichend ist. Im Motorraum können jedoch Temperaturen bis 125°C auftreten, sodass dort Kabel höherer Klassen erforderlich sind.
Die VDE 0298-4 regelt die Strombelastbarkeit von Kabeln und berücksichtigt dabei die Verlegeart. Frei verlegte Kabel können deutlich mehr Strom führen als gebündelte Kabel in einem Kabelkanal oder Wellrohr, weil die Wärme besser abgeführt wird. Die DIN EN 60228 definiert schließlich die standardisierten Normquerschnitte: 0,5 – 0,75 – 1,0 – 1,5 – 2,5 – 4 – 6 – 10 – 16 – 25 – 35 – 50 mm² und aufwärts.
Zugelassene Kabeltypen im Campervan
Für 12V-Installationen eignen sich FLRY-B-Kabel (Fahrzeugleitung, dünnwandig, PVC-isoliert) hervorragend. Sie sind flexibel, platzsparend und für Temperaturen von -40°C bis +105°C ausgelegt. Für größere Querschnitte ab 10 mm² empfehlen sich FLY-Kabel mit dickerer Wandung und höherer mechanischer Festigkeit. Beide Kabeltypen erfüllen die ISO 6722 – allerdings solltest du beim Kauf auf vollständige Konformität achten, da nicht alle als FLRY verkauften Kabel tatsächlich der Norm entsprechen.
Für die 230V-Installation ist die schwere Gummischlauchleitung H07RN-F vorgeschrieben. H07V-K-Leitungen können bedingt verwendet werden, haben aber einen niedrigeren Temperaturbereich. Keinesfalls erlaubt sind starre Hausleitungen wie NYM-J – sie würden durch die Vibrationen beim Fahren brechen und Kurzschlüsse verursachen.
Kabelquerschnitte für 12V-Systeme bei 2% Spannungsabfall
| Strom | 1 m | 2 m | 3 m | 5 m | 7 m | 10 m |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 A | 0,75 mm² | 0,75 mm² | 1,0 mm² | 1,5 mm² | 2,5 mm² | 2,5 mm² |
| 3 A | 0,75 mm² | 1,5 mm² | 2,5 mm² | 2,5 mm² | 4 mm² | 6 mm² |
| 5 A | 1,5 mm² | 1,5 mm² | 2,5 mm² | 4 mm² | 6 mm² | 10 mm² |
| 10 A | 1,5 mm² | 2,5 mm² | 4 mm² | 6 mm² | 10 mm² | 16 mm² |
| 15 A | 2,5 mm² | 4 mm² | 6 mm² | 10 mm² | 16 mm² | 25 mm² |
| 20 A | 2,5 mm² | 4 mm² | 6 mm² | 10 mm² | 16 mm² | 25 mm² |
| 30 A | 4 mm² | 6 mm² | 10 mm² | 16 mm² | 25 mm² | 35 mm² |
Kabelquerschnitte für 24V-Systeme bei 2% Spannungsabfall
| Strom | 1 m | 2 m | 3 m | 5 m | 7 m | 10 m |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 A | 0,5 mm² | 0,5 mm² | 0,75 mm² | 0,75 mm² | 1,0 mm² | 1,5 mm² |
| 3 A | 0,5 mm² | 0,75 mm² | 1,0 mm² | 1,5 mm² | 2,5 mm² | 2,5 mm² |
| 5 A | 0,75 mm² | 1,0 mm² | 1,5 mm² | 2,5 mm² | 2,5 mm² | 4 mm² |
| 10 A | 1,0 mm² | 1,5 mm² | 2,5 mm² | 4 mm² | 4 mm² | 6 mm² |
| 15 A | 1,5 mm² | 2,5 mm² | 2,5 mm² | 4 mm² | 6 mm² | 10 mm² |
| 20 A | 1,5 mm² | 2,5 mm² | 4 mm² | 6 mm² | 10 mm² | 16 mm² |
| 30 A | 2,5 mm² | 4 mm² | 6 mm² | 10 mm² | 16 mm² | 16 mm² |
Der Vorteil von 24V-Systemen zeigt sich deutlich: Bei gleicher Leistung fließt nur der halbe Strom, sodass dünnere und günstigere Kabel ausreichen. Für normale Campervans mit 12V-Fahrzeugbasis bleibt 12V jedoch der Standard – ein Umstieg auf 24V lohnt sich erst bei sehr hohem Strombedarf ab etwa 3000 Watt Wechselrichterleistung oder bei LKW-Umbauten.
Kabelquerschnitte für Wechselrichter bei kurzen Distanzen
| Wechselrichter | Max. Strom (12V) | 0,5 m | 1 m | 1,5 m | 2 m |
|---|---|---|---|---|---|
| 500 W | 42 A | 6 mm² | 10 mm² | 16 mm² | 16 mm² |
| 1000 W | 83 A | 16 mm² | 25 mm² | 25 mm² | 35 mm² |
| 1500 W | 125 A | 25 mm² | 35 mm² | 35 mm² | 50 mm² |
| 2000 W | 167 A | 35 mm² | 50 mm² | 50 mm² | 70 mm² |
| 3000 W | 250 A | 50 mm² | 70 mm² | 95 mm² | 95 mm² |
Wechselrichter sollten mit möglichst kurzen Kabeln direkt an der Batterie angeschlossen werden. Bei den enormen Strömen macht selbst ein halber Meter Unterschied einen spürbaren Effekt auf Effizienz und Sicherheit. Der Ruhestrom von Wechselrichtern liegt übrigens bei 0,5 bis 2 Ampere – schalte sie daher aus, wenn sie nicht benötigt werden.
Strombelastbarkeit hängt von der Verlegeart ab
Die maximale Dauerstrombelastbarkeit eines Kabels wird maßgeblich von der Wärmeabfuhr bestimmt. Ein frei verlegtes Kabel kann die entstehende Wärme gut an die Umgebungsluft abgeben, während gebündelte Kabel in Kabelkanälen oder Wellrohren sich gegenseitig aufheizen.
| Querschnitt | Frei verlegt | Im Kabelkanal | Im Wellrohr/gebündelt |
|---|---|---|---|
| 1,5 mm² | 18 A | 14 A | 11 A |
| 2,5 mm² | 26 A | 20 A | 16 A |
| 4 mm² | 35 A | 27 A | 22 A |
| 6 mm² | 48 A | 37 A | 30 A |
| 10 mm² | 65 A | 50 A | 40 A |
| 16 mm² | 85 A | 65 A | 52 A |
| 25 mm² | 115 A | 90 A | 72 A |
| 35 mm² | 145 A | 112 A | 90 A |
| 50 mm² | 180 A | 140 A | 112 A |
Diese Werte gelten bei 25°C Umgebungstemperatur. Bei höheren Temperaturen – etwa im Sommer oder in der Nähe des Motors – sinkt die Strombelastbarkeit weiter. Plane daher immer eine Sicherheitsreserve von 10 bis 20 Prozent ein.
Typische Verbraucher im Campervan und ihre Stromaufnahme
Für die Kabelberechnung benötigst du den Stromverbrauch jedes Geräts. Die Grundformel lautet: Strom (A) = Leistung (W) / Spannung (V). Ein 75-Watt-Gerät zieht bei 12V also 75 ÷ 12 = 6,25 Ampere.
| Verbraucher | Leistung | Stromaufnahme (12V) | Empf. Querschnitt |
|---|---|---|---|
| LED-Spot | 2-6 W | 0,2-0,5 A | 1,5 mm² |
| LED-Streifen komplett | 15-20 W | 1,2-1,7 A | 1,5-2,5 mm² |
| Wasserpumpe | 40-100 W | 3-8 A | 2,5-4 mm² |
| Kompressorkühlschrank (Dauer) | 40-75 W | 3-6 A | 2,5 mm² |
| Kompressorkühlschrank (Anlauf) | bis 200 W | 15-20 A | berücksichtigen! |
| Standheizung (z.B. Planar 2D) | max. 30 W | 2,4 A | 2,5 mm² |
| Standheizung (z.B. Planar 4D) | max. 70 W | 5-6 A | 4 mm² |
| USB-Ladegerät | 10-30 W | 0,8-2,5 A | 1,5 mm² |
| Dachlüfter (MaxxFan) | 15-30 W | 1,2-2,5 A | 1,5-2,5 mm² |
| Ladebooster | 150-400 W | 12-35 A | 6-16 mm² |
Beachte besonders die Anlaufströme bei Kompressoren und Motoren. Diese können kurzzeitig das 5- bis 7-fache des Nennstroms betragen. Die Kabel müssen diese Spitzen aushalten können, auch wenn die Sicherung darauf nicht ausgelegt sein muss.
So sicherst du deine Leitungen richtig ab
Die Sicherung schützt das Kabel vor Überlastung – nicht das angeschlossene Gerät. Sie muss daher zum Kabelquerschnitt passen, nicht zum Verbraucher. Die wichtigste Regel: Installiere die Sicherung maximal 30 Zentimeter vom Pluspol der Batterie entfernt. Das ungesicherte Leitungsstück zwischen Batterie und Sicherung ist bei einem Kurzschluss nicht geschützt und stellt eine Brandgefahr dar.
| Kabelquerschnitt | Empfohlene max. Sicherung |
|---|---|
| 1,5 mm² | 10 A |
| 2,5 mm² | 16 A |
| 4 mm² | 25 A |
| 6 mm² | 32 A |
| 10 mm² | 50 A |
| 16 mm² | 80 A |
| 25 mm² | 100 A |
| 35 mm² | 125 A |
| 50 mm² | 160 A |
Für kleinere Verbraucher eignen sich KFZ-Flachsicherungen (ATO/ATC), für mittlere Ströme von 20 bis 200 Ampere MIDI-Sicherungen, und für Wechselrichter und andere Hochstromverbraucher MEGA- oder ANL-Sicherungen.
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest
Der häufigste Fehler beim Camper-Ausbau ist die Unterschätzung der Kabellänge. Viele DIY-Ausbauer vergessen, dass der Strom sowohl durch die Plus- als auch durch die Masseleitung fließt. Bei 4 Metern Entfernung zwischen Batterie und Verbraucher beträgt die für die Berechnung relevante Gesamtlänge also 8 Meter. Dieser Fehler führt zu einem doppelt so hohen Spannungsabfall wie geplant.
Die Verwendung falscher Kabeltypen ist ebenfalls verbreitet. Starre NYM-Hausleitungen mögen auf den ersten Blick funktionieren, aber durch die permanenten Vibrationen während der Fahrt ermüdet das Kupfer und bricht irgendwann. Das Ergebnis sind Wackelkontakte, Kurzschlüsse oder Kabelbrände. Verwende ausschließlich flexible Fahrzeugleitungen der Klasse 5 oder 6 nach DIN EN 60228.
Schlechte Verbindungen verursachen Übergangswiderstände, die den Spannungsabfall erhöhen und lokale Hitzeentwicklung begünstigen. Löten ist im Fahrzeugbereich nicht empfohlen, da Lötstellen bei Vibrationen brechen können. Setze stattdessen auf professionelle Crimpverbindungen mit hochwertigen Kabelschuhen aus verzinntem Kupfer. Nach dem Crimpen sollte jede Verbindung eine Zugprobe bestehen.
Die getrennte Verlegung von 12V- und 230V-Leitungen wird oft vernachlässigt. Beide Spannungsebenen dürfen laut Norm niemals im gleichen Kabelkanal geführt werden. Plane von Anfang an separate Kabelwege ein.
Fazit: Lieber zu dick als zu dünn
Die korrekte Kabelquerschnittsberechnung ist keine Raketenwissenschaft, erfordert aber Sorgfalt. Mit der Formel A = (2 × L × I) / (κ × ΔU) und den Tabellen in diesem Ratgeber kannst du jeden Stromkreis sicher dimensionieren. Runde das Ergebnis immer auf den nächsthöheren Normquerschnitt auf – ein zu dickes Kabel kostet nur etwas mehr Geld und Gewicht, während ein zu dünnes Kabel zur Brandgefahr wird.
Plane bei kritischen Verbindungen wie Wechselrichter oder Ladebooster mit maximal 1-2% Spannungsabfall, bei robusten Verbrauchern wie Pumpen oder Heizungen sind bis zu 5% akzeptabel. Achte auf die korrekte Verlegeart, sichere jeden Stromkreis passend zum Kabelquerschnitt ab, und verwende ausschließlich flexible Fahrzeugleitungen nach ISO 6722. Bei Unsicherheiten oder komplexen Installationen ist die Prüfung durch eine Elektrofachkraft nicht nur empfehlenswert, sondern für die TÜV-Abnahme häufig erforderlich.










