Wer mit dem Motorrad ins Gelände will und danach nicht im Zelt frieren möchte, sucht nach einem rollenden Basecamp, das Schmutz, nasse Klamotten und Ausrüstung locker wegsteckt. Genau hier setzt der Motto Home auf Basis eines Mercedes Sprinter 170 (Modelljahr 2023) an: ein ausgebautes Reisemobil für zwei Personen, das gezielt für Motocross- und Enduro-Fahrer gedacht ist – inklusive Platz fürs Bike im Fahrzeug.
Sprinter 170 als Basis für Vanlife und Motocross

Der Ausbau richtet sich an alle, die Vanlife mit Offroad- oder Motocross-Abenteuern verbinden möchten. Der Sprinter 170 bietet einen langen Radstand und damit viel Innenraum, bleibt aber als Kastenwagen kompakt genug, um auf normale Stellplätze zu passen. Im Motto-Home-Ausbau stehen zwei zugelassene Sitzplätze und zwei Schlafplätze zur Verfügung – passend für Paare oder Solo-Fahrer mit viel Equipment.
„Home is where the trail begins“ – dieser Leitsatz beschreibt das Konzept. Der Van dient als sichere Transportmöglichkeit für Motocross-Gear und als mobile Basis vor und nach dem Fahren. Statt das Bike auf einem Anhänger zu ziehen, wird es im Innenraum auf einem integrierten Rack verzurrt. So bleibt die Technik geschützt, und es reist sich entspannter.
Der Ausbau umfasst eine komplette Grundausstattung fürs Leben unterwegs – von der Küche mit Induktionskochfeld, Mikrowelle und Kühlschrank bis hin zum festen Bett. So eignet sich der Sprinter auch für längere Roadtrips, bei denen nicht jeden Tag gefahren wird, sondern auch mal entspannt gecampt wird.
Innenraum: Basecamp mit Dusche, Bett und Arbeitsplatz

Das Herzstück des Innenausbaus ist der funktionale Wohnraum. Auffällig ist die große, nach hinten orientierte Nasszelle: Eine wasser- und schmutzdicht ausgeführte „Wet-Zone“, die gleichzeitig Badezimmer und Gear-Garage ist. Hier können nasse Motocross-Klamotten, Stiefel und schmutzige Ausrüstung landen, ohne dass der Rest des Innenraums leidet. Für Vanlife mit viel Offroad-Anteil ist das ein Praxisvorteil.
Im Bad gibt es eine ausziehbare Dusche und eine Toilette mit Macerator-System und separatem Schwarzwassertank. Das erleichtert die Entsorgung und ist auf wiederkehrende Nutzung ausgelegt.
Der übrige Innenraum bietet eine seitlich angeordnete Bank, die als Sitzplatz für Pausen oder zum Arbeiten dient. Ergänzt wird das durch einen dedizierten Arbeitsplatz mit Drucker – ein Detail, das mobiles Arbeiten ermöglicht.
Elektrisches Hubbett und hochwertige Küche
Ein spannendes Detail ist das elektrisch absenkbare Queen-Size-Bett. Zum Schlafen fährt es herunter, am Tag nach oben, um Stauraum und Durchgangsbreite zu maximieren. In einem Van, der auch ein Bike aufnimmt, ist diese flexible Raumnutzung hilfreich.
Die Matratzenfläche bietet zwei Personen ausreichend Platz. Wer früh auf den Trail will, schätzt den Komfort eines festen Bettes.
Die Küche verwendet leicht zu reinigende Materialien wie eine Corian-Arbeitsfläche im Marmor-Look. Dazu kommt ein Torva-Bar-Spülbecken mit Tiefe für große Töpfe. Gekocht wird auf einem Induktionskochfeld, ergänzt durch Mikrowelle und Kühlschrank, was den Van alltagstauglich macht.
Fahrwerk, Dachträger und Offroad-Tauglichkeit
Das Fahrwerk wurde aufgerüstet mit einem Kit von Agile Offroad und einstellbaren Stoßdämpfern von Van Compass. Das sorgt für Stabilität auf schlechten Pisten und reduziert Schaukeln.
Für Traktion abseits des Asphalts dienen Cooper Discoverer AT3 All-Terrain-Reifen, die Straßentauglichkeit mit Offroad-Grip kombinieren.
Auf dem Dach sitzt ein Aluminium-Dachträger für weitere Ausrüstung wie Boxen oder Solarmodule. Er verleiht eine Adventure-Optik und strukturiert den Laderaum: Technik und Bikes im Heck, Wohnraum in der Mitte, Zusatzgepäck oben.
Verfügbarkeit in Europa und Fazit für Vanlife-Fans
Der Motto Home Sprinter 170 ist primär für den US-Markt entwickelt. In Deutschland und Europa ist ein identisches Fahrzeug schwer zu finden; Import oder individueller Ausbau sind Optionen, aber mit Aufwand verbunden.
Der Ausbau verbindet Bedürfnisse von Fahrern und Campern: Wet-Zone als Gear-Garage, Hubbett, Küche und aufgerüstetes Fahrwerk. Die integrierte Bike-Halterung, der Arbeitsplatz und der Fokus auf zwei Personen machen ihn zu einer Basis für Vanlife mit Motocross oder Enduro.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Warum ist die „Wet-Zone“ im Heck für Motocross- und Enduro-Fahrer so wichtig?
Die Wet-Zone trennt dreckige Ausrüstung vom Wohnbereich. Schlammige Stiefel und nasse Klamotten landen in einem wasser- und schmutzdichten Bereich, was Reinigung erleichtert und Gerüche verhindert. Sie dient auch als Bad und Garage: duschen, umziehen, Zeug ablegen – alles an einem Ort.
2) Welche Vorteile hat das Motorrad-Transportkonzept im Innenraum gegenüber einem Anhänger?
Das Bike ist vor Diebstahl, Wetter und Steinschlag geschützt. Man reist kompakter, Parken und Rangieren sind einfacher. Der Nachteil ist, dass der Innenraum clever geplant sein muss – daher Hubbett und flexible Aufteilung.
3) Ist ein Motto-Home-ähnlicher Ausbau auch für längere Reisen und Arbeit unterwegs sinnvoll?
Ja, dank vollwertiger Küche, festem Bett und Arbeitsplatz mit Drucker. Das Setup verbindet Campen, Sport und Alltag, inklusive Offroad-Ausrichtung.















