Innenansicht eines ausgebauten Mercedes Sprinter 170 High Roof Campervans mit Küchenzeile, Sitzbank und Bett.
Hochwertig ausgebauter Innenraum von 'Jerry', mit Küche, Sitzbereich und Bettlösung. (Foto: outpostvans.com)

Jerry: Sprinter-170-Camper für autarkes Vanlife

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Mit „Jerry“ steht ein ausgebauter Mercedes Sprinter 170 High Roof (Baujahr 2022) auf der Straße, der zeigt, wie weit sich der Trend zu autarken Campervans inzwischen entwickelt hat. Der lange Radstand des Sprinters bietet eine enorme Basisfläche für Wohnraum, Technik und Stauraum – und genau das wird hier konsequent genutzt. Jerry ist klar im US-Markt beheimatet, was beim Blick auf einige Details deutlich wird. Für Vanlife-Fans in Deutschland ist ein solches Fahrzeug deshalb nur mit Umwegen zu bekommen, technisch aber spannend genug, um genauer hinzuschauen.

Robuste Basis und Outdoor-Fokus

Mercedes Sprinter 170 High Roof Campervan Jerry mit Leiter und Markise, geparkt am Wasser.
Jerry, der ausgebauter Mercedes Sprinter 170 High Roof mit Outdoor-Features und Dachträger, am Ufer eines Gewässers. (Foto: outpostvans.com)

Die Basis des Fahrzeugs ist ein Sprinter 170 mit Hochdach, also die lange Version mit maximalem Innenraum. Außen zeigt sich Jerry auf den Einsatz abseits klassischer Campingplätze vorbereitet: Frontstoßstange, Kühlergrill, seitliche Zierleisten und die unteren Karosseriebereiche sind mit einer widerstandsfähigen Beschichtung versehen, die vor Steinschlag und Kratzern schützt. Für Fahrten auf Schotterpisten oder bei schlechtem Wetter ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn der Van regelmäßig abseits asphaltierter Straßen bewegt wird.

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Auch die Lichtausstattung ist auf Outdoor-Einsatz ausgelegt. Eine 40-Zoll-LED-Lightbar an der Front sowie eine zusätzliche Lightbar am Stoßfänger und zwei Zusatzleuchten auf der Beifahrerseite sorgen dafür, dass schlechte Sichtverhältnisse auf einsamen Pisten weniger zum Problem werden. In Europa wäre dabei natürlich die Straßenverkehrszulassung im Blick zu behalten, für den nordamerikanischen Markt unterstreicht das Setup aber den Expeditionscharakter des Fahrzeugs.

Dach, Klima und Markise für echte Reisemonate

Detailansicht eines Solarpanels und eines Dachlüfters auf dem Dach eines Mercedes Sprinter Campervans, geeignet für autarkes Camping.
Solaranlage und Dachventilator auf dem Fahrzeugdach eines ausgebauten Mercedes Sprinter Campervans. (Foto: outpostvans.com)

Auf dem Dach finden sich 200 Watt Solarpaneele, ein flacher Dachträger und gleich zwei Dachventilatoren des Typs Maxxair 7500K. Zusammen mit einer 12-Volt-Klimaanlage von Nomadic Cooling ergibt sich ein Klimakonzept, das auf lange Aufenthalte in warmen Regionen ausgelegt ist. Während Dachventilatoren bei moderaten Temperaturen für Luftzirkulation sorgen, bietet die autarke Klimaanlage unterwegs Komfort, wenn das Fahrzeug in der Sonne steht und keine Landstromversorgung vorhanden ist.

Für den Schattenplatz vor dem Van sorgt eine F80S-Markise entlang der Seitenwand. Sie erweitert den Wohnraum in den Außenbereich und macht den Van im Alltag zu einer mobilen Basisstation für Arbeiten, Kochen und Entspannen im Freien. Eine seitliche Aluminess-Leiter ermöglicht den bequemen Zugang zum Dach – praktisch für Reinigung, Wartung oder einfach den Sonnenuntergang vom Dachträger aus zu genießen.

Wohnbereich mit durchdachtem Innenausbau

Moderner Innenausbau mit Küchenzeile, Stauraum und Bett im Sprinter-Campervan Jerry
Küchenzeile mit Oberschränken und Bett im ausgebauten Sprinter 170 High Roof von Outpost Vans. (Foto: outpostvans.com)

Im Innenraum setzen die Ausbauer auf ein geschlossenes und wohnliches Konzept. Wände, Schiebetür, Hecktüren und Decke sind mit individuell gepolsterten Paneelen verkleidet, was nicht nur optisch, sondern auch akustisch und thermisch Vorteile bringt. Ergänzt wird das Ganze durch eine zweistufige Schalldämmung mit zusätzlicher thermischer Schicht sowie Thinsulate-Isolierung. Für Langzeitreisen und Nächte in sehr kalten oder heißen Regionen ist diese Kombination ein wesentlicher Faktor für ein angenehmes Innenraumklima.

Der Boden besteht aus einem marinetauglichen Unterboden mit integriertem Trittstufen-Verlängerung und darüber liegendem robusten Gummiboden mit Münzstruktur. Das ist pflegeleicht, rutschhemmend und unempfindlich gegenüber nassen Schuhen, Sand oder Hundefell – also ideal für ein Fahrzeug, das nicht nur auf Campingplätzen, sondern auch an Stränden, in Wäldern und im Alltag genutzt wird. Dezent eingesetzte Einbau-Spots sorgen für eine gleichmäßige Beleuchtung im Van.

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Flexibler Wohn- und Arbeitsbereich

Küchenzeile mit Bambusarbeitsplatte, ausklappbarer Erweiterung und Sitzbank im Campervan Jerry
Blick auf die Bambusarbeitsplatte mit ausklappbarer Erweiterung und Sitzecke im ausgebauten Sprinter 170 High Roof. (Foto: outpostvans.com)

Der zentrale Wohnbereich ist rund um eine kompakte Küchenzeile und eine Sitzbank angeordnet. Eine 24-Zoll-Galley-Einheit mit Oberschränken von RB Components schafft Stauraum für Geschirr und Vorräte, während eine individuell angepasste Banktruhe den Kühlschrank in einem Boxsystem mit Deckel aufnimmt. Der Lagun-Tisch mit Bambusplatte ist dreh- und verschiebbar montiert, sodass sich der Bereich sowohl als Essplatz als auch als mobiler Arbeitsplatz nutzen lässt – ein wichtiger Punkt für alle, die unterwegs arbeiten.

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Bugnetze an Heck- und Schiebetür eröffnen die Möglichkeit, den Van weit zu öffnen, ohne dass Insekten zum Problem werden. In Kombination mit den Dachlüftern entsteht so ein sehr luftiger Innenraum, der vor allem in warmen Regionen für angenehme Nächte sorgt. Über dem Fahrerhaus ist ein zusätzlicher Ablageboden montiert, der sperrige oder selten benötigte Ausrüstung aufnimmt, ohne wertvollen Wohnraum zu blockieren.

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Vollwertige Küche und separate Dusche

Küchenzeile mit moderner Edelstahlspüle und Bambusarbeitsplatte im Mercedes Sprinter 170 Campervan.
Detailaufnahme der Camper-Küche mit Edelstahlarmatur und Bambusarbeitsplatte im ausgebauten Sprinter 170. (Foto: outpostvans.com)

Die Küche orientiert sich am Komfortniveau größerer Reisemobile. Ein Bambusarbeitsblatt bildet die Basis, ergänzt um ein Edelstahlspülbecken mit Wasserhahn. Eine ausklappbare Arbeitsplattenverlängerung bietet zusätzliche Fläche zum Kochen oder Arbeiten. Für den schnellen Snack oder das Aufwärmen von Speisen steht eine Mikrowelle in einem passgenauen Oberschrank zur Verfügung – praktisch vor allem auf Reisen durch Länder mit vielen Take-away-Optionen.

Ein besonderes Highlight ist die vollwertige Duschkabine im Innenraum, inklusive Duschvorhang und passender Bambusmatte. In Kombination mit dem Warmwassersystem entsteht damit ein autarkes Badezimmer, das den Van auch für längere, duschfreie Etappen fernab von Campingplätzen tauglich macht. Wer lieber draußen duscht, kann auf die Außendusche zurückgreifen – gut für Strandtage oder nach sportlichen Aktivitäten.

Schlafbereich und Heckgarage mit System

Schlafbereich im Mercedes Sprinter Campervan mit grauer Polsterung, Fenstern und Stauraum.
Modularer Schlafbereich mit Stauraum und Fenster im ausgebauten Mercedes Sprinter 170 High Roof. (Foto: outpostvans.com)

Im Heck ist ein rund 1,83 Meter langes Bettsystem verbaut, ebenfalls von RB Components. Darauf liegt eine 6 Zoll (etwa 15 Zentimeter) starke Matratze, die in drei Sektionen unterteilt ist. Die Teilung erlaubt flexiblere Nutzung des Raums, etwa wenn nur ein Teil als Liegefläche, der Rest als Sitz- oder Lagerfläche dienen soll. Für zusätzliche Stabilität kommt ein Bett-Verstärkungssystem zum Einsatz, das die Konstruktion gerade auf langen, holprigen Strecken entlastet.

Unter dem Bett entsteht die klassische Vanlife-Garage. Hier sitzt ein maßgefertigter Auszug auf 500-Pfund-Schienen (etwa 225 Kilogramm Traglast), ideal für Fahrräder, Outdoor-Gear oder schwere Kisten. Unterbettbeleuchtung sorgt dafür, dass die Ladung auch bei Dunkelheit gut zugänglich bleibt. Speziell angefertigte Schränke im Heck nehmen elektrische Komponenten und Wassersystem auf und halten sie wartungsfreundlich erreichbar.

Heizung, Warmwasser und Klimatisierung

Innenansicht eines Mercedes Sprinter Campervans mit gepolsterten Wandpaneelen, Ablagenetz und Organisationssystem über einem Fenster.
Praktische Stau- und Organisationslösungen im Innenraum des Mercedes Sprinter Campervans Jerry. (Foto: outpostvans.com)

Für kalte Nächte kommt eine 12-Volt-Diesel-Standheizung mit Höhenkit zum Einsatz. Gerade für Reisen in die Berge ist das entscheidend, da viele Standardheizungen in größeren Höhen Probleme bekommen. Das Warmwassersystem basiert auf einem etwa 15-Liter-Boiler, der elektrisch beheizt wird. So stehen sowohl in der Innen- als auch in der Außendusche jederzeit warme Duschen zur Verfügung, sofern genug Energie im System ist.

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Zusammen mit der 12-Volt-Klimaanlage und den beiden Dachlüftern entsteht ein Klimapaket, das ganzjähriges Reisen ermöglicht – von kalten Herbstnächten im Gebirge bis zu sommerlichen Touren durch wärmere Regionen. Die umfangreiche Dämmung sorgt dabei nicht nur für Wärme- und Kälteschutz, sondern reduziert auch Fahr- und Umgebungsgeräusche, was lange Etappen entspannter macht.

Starke Stromversorgung für autarkes Reisen

Digitales Bedienpanel zur Überwachung und Steuerung des Stromsystems im ausgebauten Mercedes Sprinter Campervan Jerry.
Digitale Steuerzentrale für das elektrische System im Mercedes Sprinter Campervan Jerry (Foto: outpostvans.com)
Innenansicht der elektrischen Anlage mit Victron Energy Komponenten und Verkabelung in einem Campervan.
Das Bild zeigt das elektrische System einschließlich Solarladeregler und Verkabelung im ausgebauten Mercedes Sprinter Van. (Foto: outpostvans.com)

Herzstück des Autarkiekonzepts ist das elektrische System. Zwei Lithium-Batterien mit je rund 330 Amperestunden Kapazität ergeben zusammen ein 660-Ah-System (bei 12 Volt), das Reserven für Klimaanlage, Warmwasser, Kühlgerät und alle Verbraucher bietet. Unterstützt wird das Ganze durch ein 200-Watt-Solarmodul auf dem Dach sowie einen zusätzlichen 12-Volt-Alternator mit 280 Ampere. Diese Kombination ermöglicht es, den Van über die Lichtmaschine schnell zu laden – ein Vorteil für alle, die viel fahren und selten am Landstrom stehen.

Dank dieser Konfiguration ist Jerry auf längere autarke Phasen ausgelegt. Wer mehrere Tage steht, profitiert von Solarenergie, bei Fahrtagen sorgt der Verstärker-Alternator dafür, dass die Batterien rasch wieder voll sind. Für klassisches Vanlife mit häufigem Standortwechsel, Arbeiten im Fahrzeug und hohem Komfortniveau ist diese Konfiguration ein Pluspunkt.

Verfügbarkeit und Preis

Jerry ist ein individueller Ausbau eines amerikanischen Sprinters und in dieser Form auf den US-Markt zugeschnitten. Für Interessierte in Deutschland bedeutet das, dass der direkte Erwerb eines solchen Fahrzeugs hierzulande schwierig ist. Import, Zulassung und mögliche Anpassungen an europäische Vorschriften wären zusätzliche Hürden. Dennoch liefert das Fahrzeug Impulse, wie ein moderner, autarker Van für Langzeitreisen aussehen kann.

Der Ausbau bewegt sich im hochpreisigen Segment, was angesichts der umfangreichen Technik, der autarken Klimatisierung und der individuellen Möbel nicht überrascht. Der Preis für ein Fahrzeug dieser Art liegt im Bereich eines hochwertigen, voll ausgestatteten Reisemobils der Oberklasse – konkrete Zahlen hängen stark von Basisfahrzeug, Ausstattung und Umbaukosten ab.

Bilder: Hersteller

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