Ein Kastenwagen, der konsequent auf Offroad, Autarkie und komfortables Wohnen ausgelegt ist – genau in diese Kategorie fällt der DUNE, ein auf Basis des Mercedes Sprinter ausgebauter Campervan des Modelljahrs 2024. Mit Allradantrieb, umfangreicher Outdoor-Ausstattung und durchdachter Wohnkabine zielt dieser Van klar auf Reisende, die abseits klassischer Campingplätze unterwegs sein wollen. In Deutschland ist dieser Ausbau so nicht offiziell erhältlich, was die Beschaffung deutlich erschwert. Dennoch lohnt ein genauer Blick, denn der DUNE zeigt, wie ein moderner Abenteuer-Sprinter für Vanlife aussehen kann.
Basis und Offroad-Setup



Basis des DUNE ist ein Mercedes Sprinter 144 Zoll mit Hochdach und Allradantrieb – in etwa die kurze Radstandvariante mit rund 3,66 Metern Radstand, also kompakt für einen vollwertigen Camper. Gerade für enge Bergstraßen, Stadtgassen oder Forstwege ist diese Länge ein Vorteil. Der Allradantrieb sorgt zusammen mit All-Terrain-Reifen (Toyo Open Country AT III) und einem Fahrwerks-Upgrade von Agile Off-Road (RIP Kit) für mehr Bodenfreiheit, bessere Dämpfung und kontrolliertes Fahrverhalten im Gelände. Ergänzt wird das Setup durch einen AOR Safety Spacer speziell für den AWD-Antrieb sowie einen Sprinter-Heckdiff-Skidplate-Schutz – ein Hinweis darauf, dass dieser Van für echte Geländebedingungen ausgelegt ist.
Außen zeigt der DUNE Merkmale eines Expeditions-Campers: Ein Front Runner Dachträger nimmt Gepäck, Sandbleche (Maxtrax MKII) samt Halterung und eine Schaufel auf. Dazu kommen ein Aluminess-Seitenleiter, seitliche Trittbretter und ein Heckausbau mit Owl Vans Türträger für das Reserverad, B2-Träger mit großer Box und 1Up-Fahrradträger. So entsteht am Heck Stauraum für Bikes, Ausrüstung und Reservekanister, inklusive Expedition-Griff mit Rotopax-Kanister (ca. 7,6 Liter) und Schloss. Eine Anhängerkupplung mit Schäkel-Setup sowie ein RB Components-Hecktritt runden das Offroad-Design ab.
Außenleben: Solar, Markise und autarke Infrastruktur

Für das Leben draußen ist der DUNE vorbereitet. Auf dem Dach sitzt eine 180-Watt-Solaranlage, die die Bordbatterien mit Sonnenstrom versorgt – genug für Grundverbraucher bei passendem Wetter. Eine Fiamma F45S Markise schafft Schatten vor der Schiebetür, während seitliche Rigid Industries LED-Scenelights den Platz rund um den Van ausleuchten. Vented Windows auf der Fahrerseite und in der Schiebetür sorgen für Frischluft ohne geöffnete Türen, was auf staubigen Pisten oder in Mückengebieten hilfreich ist.
Für die Wasserversorgung gibt es einen Außenanschluss für City-Wasser sowie einen unterflur installierten Grauwassertank mit elektronischem Ablassventil. Stromseitig steht ein 30-Ampere-Landstromanschluss zur Verfügung. Ein ARB-Onboard-Luftkompressor erleichtert das Anpassen des Reifenluftdrucks zwischen Straße und Offroad und kann auch Bikes oder Luftmatratzen versorgen. Für Konnektivität sorgt eine fest installierte Starlink-Anlage mit maßgeschneiderter Halterung – nützlich für alle, die unterwegs arbeiten oder Internet benötigen.
Wohnraum: Durchdachter Ausbau mit Fokus auf Komfort


Im Innenraum ist der Aufbau akustisch und thermisch durchdacht. Schallschutz und Keramik-Thermalbeschichtung bilden die Grundlage, ergänzt um 3M Thinsulate Dämmung in Wänden, Decke und Hohlräumen. In Kombination mit isolierten Fensterabdeckungen hält das Temperaturspitzen draußen und reduziert Straßengeräusche – ein Plus für lange Fahrten und ruhige Nächte.
Der Boden ist mit robustem Lonridge-Belag ausgeführt, an der Schiebetür liegt ein Schuhfach, um Dreck am Einstieg zu parken. Ein klappbarer Bambus-Tisch, ein hochklappbares Arbeitsplattenteil sowie ein schwenkbarer Tisch machen den Sitzbereich variabel. Die drehbaren Vordersitze und eine gepolsterte Bank mit maßgefertigten Kissen schaffen eine Lounge, die sich in Esszimmer, Arbeitsplatz oder Chill-Zone verwandelt. Über Kopf laufen weiße Bambus-Hängeschränke, die zusammen mit einer Bambus-Lamellendecke und gepolsterten Paneelen einen wohnlichen Look erzeugen.
Steuerzentrale und Klima: Alles im Blick
Herzstück des Technikbereichs ist eine zentrale Monitoring-Konsole. Dort befinden sich das Victron Cerbo Touch GX Batteriemonitor-System, die Fernbedienung des Wechselrichters, der Schalter für den Warmwasserbereiter, das Thermostat für die Eberspächer-Diesel-Luftheizung, Anzeigen für Frisch- und Grauwassertank, der Schalter für das Grauwasser-Ablassventil sowie das Schaltpanel (Switch-Pros) für weitere Verbraucher. Damit lässt sich der Van zentral überwachen und steuern.
Für Stromversorgung gibt es 120-Volt-Steckdosen (ausgehend vom 3000-Watt-Wechselrichter) sowie USB-Anschlüsse. Ein Dachstaufach über dem Fahrerhaus vergrößert den Stauraum. Gegen Insekten schützen Moskitonetze in der Schiebetür und am Heck.
Küche: Kompakt, aber alltagstauglich



Die Küchenzeile setzt auf eine Corian-Arbeitsplatte – unempfindlich und optisch hochwertig. Ein eingelassener Edelstahlspülstein mit Armatur übernimmt Abwasch und Trinkwasserentnahme. Gekocht wird auf einem mobilen Einzel-Induktionskochfeld, das bei Nichtgebrauch im Schrank verschwindet. Als Kühlgerät kommt eine 130-Liter-Isotherm-12-Volt-Schubladenkühl-/Gefriereinheit zum Einsatz – groß genug für autarke Phasen und praktisch während der Fahrt.
Unterhalb und oberhalb der Arbeitsfläche finden sich Stauräume als Bambus-Schränke, Auszüge und Regale. Ein Fach ist für eine Trockentrenntoilette (Trelino) vorgesehen, was das Bad-Thema flexibel hält.
Schlafbereich: Murphy-Bett und Klimakomfort
Der DUNE setzt im Heck auf ein maßgefertigtes Murphy-Bett mit klappbarer Matratze. Tagsüber verschwindet das Bett an der Wand, wodurch ein Durchgangs- und Laderaum entsteht. Nachts wird es herabgeklappt. Seitlich eingesetzte Flarespace-Flares mit Schiebefenstern erweitern die Breite im Bettbereich, sodass quer geschlafen werden kann. Für Strom stehen USB-Anschlüsse bereit. Ein 12-Volt-Dometic-Klimagerät auf dem Dach sorgt für Kühlung, unterstützt von der Dämmung.
Heckgarage: Technikzentrum und Outdoor-Basislager
Hinter dem Bett liegt die Garage. Ein L-Track-System im Boden erlaubt das Verzurren von Fracht oder Ausrüstung, mit LED-Beleuchtung. Für Wasser gibt es einen 22-Gallonen-Frischwassertank (rund 83 Liter), beheizt und frostsicher, sowie einen 4-Gallonen-Boiler für warmes Wasser, inklusive beheizter Außendusche.
Stromseitig umfasst das System einen 3000-Watt-Victron-Wechselrichter/Ladegerät, zwei Lithionics-Boss-302-Lithiumbatterien mit 610 Amperestunden, eine zweite 280-Ampere-Lichtmaschine und die Solaranlage. Das ermöglicht längere Standzeiten ohne externe Stromquelle.
Verfügbarkeit in Deutschland und Preis
Der DUNE ist auf einen US-amerikanischen Mercedes Sprinter des Baujahrs 2024 ausgelegt und in Nordamerika positioniert. Für Käufer in Deutschland bedeutet das Import, Einzelabnahme und Anpassungen an europäische Vorschriften, was aufwendig und kostspielig ist. Im Heimatmarkt liegt der Preis in der Oberliga vergleichbarer Ausbauten mit Lithium-Power, Offroad-Fahrwerk und Elektronik.
Bilder: Hersteller















