Was der Beachy für ein Caravan ist und für wen er sich eignet, darüber haben wir bereits geschrieben. Und getestet haben wir ihn auch schon. Nun wollten wir wissen, wie der Beachy von Hobby eigentlich entsteht und sind zur Werksbesichtigung nach Fockbek bei Rendsburg gefahren.

Das Hobby-Wohnwagenwerk in Fockbek
Eine Sache kann man schon mal festhalten: Das Hobby-Gelände ist riesig. Beiderseits der Straße erstrecken sich Gebäude, das Werk ist in die Bereiche Wohnmobile, Kastenwagen und Wohnwagen aufgeteilt. Uns interessiert der Bereich Wohnwagen, denn wir wolle wissen, wie der Beachy, das Einsteigermodell von Hobby, das unter einen eigenen Marke angeboten wird, entsteht. Dass die Tour durch das Werk etwas länger wird, ahnen wir am Morgen noch nicht.

Empfangen werden wir von Vivienne Rojahn, Marketing und PR-Managerin, kurz darauf stößt Creative Director Mathias Liebing hinzu. Er war an der Entwicklung des Beachy beteiligt und kann natürlich viel zur Produktion erzählen. Denn klar, er kennt den Einsteiger-Caravan in- und auswendig und hat – wie wir noch feststellen werden – auf all unsere Fragen während der Besichtigung Antworten.

Das Chassis – lasern und schweißen
In unserer ersten Station der Werksbesichtigung entsteht die Grundlage für jeden Wohnwagen: das Chassis. Denn ohne ein stabiles Fahrgestell, auf dem der Rest montiert wird, geht natürlich gar nichts.

Los geht es mit großen Metalltafeln, die per Laser in die Grundform der später zu kantenden Teile geschnitten werden. Ein beeindruckender Vorgang, denn der Laser schneidet den Stahl wie Butter. Klar, das dauert zwar etwas, aber die Tafeln sind auch riesig. Von Hand hebt die keiner. Das erledigt eine Art Hebekran, der das Gewicht spielend stemmt.


Anschließend werden diverse Aussparungen gestanzt, die zum das Gewicht des Chassis reduzieren sollen. Die Stanze dafür ist ebenfalls riesig und die Finger sollte man hier nicht dazwischen halten, wenn die Maschine mit etlichen Tonnen drückt. Verletzungen sind aber durch verschiedene Sicherheitsvorkehrungen zum Glück nahezu ausgeschlossen.


Nachdem die einzelnen Teile in die spätere Form gekantet – auch hier sind ein paar Tonnen Druck im Spiel – sind, geht es zu Schweißen. Das geschieht hier zum einen ganz klassisch von Hand, zum anderen aber auch auf – ebenfalls riesigen – Maschinen automatisch. Es ist ein immer wieder faszinierendes Schauspiel, wenn der gleißend helle Lichtbogen über das Metall gleitet und die Funken fliegen. Mit bloßem Auge hineinschauen ist ein No-Go und auch die blanke Haut sollte dabei geschützt werden. Aber die „Hobby-Schweißer“ sind Profis mit entsprechender Ausbildung.




Hier in der Halle erfahren wir auch, dass mit ganz wenigen Ausnahmen alles im Werk entsteht. Eine der Ausnahmen ist das Verzinken, damit der Rost später keine Chance hat. Dazu verlassen die einzelnen Teile der Fahrgestelle das Werk.

Chassis-Montage – schrauben und montieren
Ortswechsel – oder besser Hallenwechsel. Wir sind in der Montagehalle. Hier werden die Fahrgestelle zusammengeschraubt, die Achse, die Bremsen und die Räder montiert und die Leitungen verlegt. Dazu liegt das Fahrgestell auf dem Kopf. Klar, von unten kommt man ja schlecht dran. Auf die Räder gestellt, wird das fertige Chassis dann wieder von einer Art Kran und ganz ohne Muskelkraft. Was wäre der Mensch ohne Erfindergeist und Maschinen?





Die Wände und das Dach – laminieren und verkleben




Nochmal Hallenwechsel. Natürlich entstehen auch der Boden, die Seitenwände und das Dach des Beachy und der übrigen Hobby-Fahrzeuge im eigenen Werk. Hier ist dann besonders sorgfältiges Arbeiten angesagt. Jedes Staubkorn im Laminat würde man später sehen oder zumindest fühlen. Daher wird nochmal über die vorbereiteten Teile drüber gewischt, bevor die Maschinen geschlossen werden, ein Unterdruck erzeugt wird und die Wände und Dächer „gebacken“ werden. Auch das ein spannender Vorgang.





Die fertigen Teile werden in die Halle, in der auch die Chassis montiert werden, transportiert. Und auch wir gehen dahin zurück. Denn hier erfolgt die komplette Montage. Station für Station wandern die Wohnwagen immer ein Stück weiter. Vom Stellen der Wände, dem Einsetzen von Fenstern und Türen über den Einbau der Möbel und das Aufsetzen des Dachs und der Montage von Dachluken bis hin zur Montage von Beleuchtung und elektrischen Geräten sowie dem Bestücken mit Polstern und Matratzen.


Beachy – der fertige Caravan für Einsteiger
Am Ende steht dann der fertige Wohnwagen. Eine Leistung die viele Hände und einige Maschinen vollbracht haben. Und ein Ergebnis, das sich nicht nur sehen lassen kann, sondern vielen campingbegeisterten Menschen einen schönen und unbeschwerten Urlaub garantiert. Und wer jetzt wissen will, wie es sich im Beachy campt und lebt, der schaut in unseren vanlifemag.de-Check des Beachy 420+, denn den hatten wir uns über Ostern ausgeliehen und ausgiebig getestet.
















