Neulich stand ein Baumpflege-Unternehmer vor einer ungewöhnlichen Herausforderung: Sein Pickup sollte tagsüber als robustes Arbeitsgerät für die Baumpflege dienen und am Wochenende als komfortabler Familiencamper taugen. Normalerweise müsste man sich dafür zwischen einem klassischen Hardtop oder einer sperrigen Wohnkabine entscheiden – beides hat Nachteile. Ein Hardtop schützt zwar die Arbeitsausrüstung, bietet aber keinen Schlafplatz. Eine fest installierte Kabine wiederum macht den Truck schwer und unhandlich im Gelände. Doch anstatt einen Kompromiss einzugehen, entdeckte der findige Baumkletterer eine Lösung, die zugleich simpel und genial ist: den ModCap des südafrikanischen Herstellers AluCab. Dieses modulare Kabinensystem verspricht, was bisher kaum möglich war – ein Pickup, zwei völlig verschiedene Rollen.

Sechs Schrauben bis zum Urlaub
Der Clou am AluCab ModCap ist sein zweiteiliges Konzept: Basis ist zunächst ein normal wirkendes Hardtop aus Aluminium, das fest auf der Ladefläche montiert wird. Dieses Hardtop schützt ganzjährig die Ausrüstung – von Motorsägen bis Seilen – vor Wetter und Langfingern. Kommt jedoch Urlaubszeit, wird der Schraubenschlüssel gezückt: Mit gerade einmal sechs Schrauben lässt sich das flache Hardtop-Dach abnehmen. In weniger als zwei Stunden (mit Hilfe einer zweiten Person) verwandelt sich der Arbeits-Pickup so in einen Reisecamper. Möglich macht das ein optionales Aufstelldach-Modul, das der Besitzer in der Garage bereithält. Dieses zweite Dach – in unserem Fall die „Family“-Variante mit Platz für vier Personen – wird einfach auf das Hardtop-Grundgerüst aufgesetzt und fest verschraubt. Eine umlaufende Gummidichtung sorgt dafür, dass alles dicht und klapperfrei abschließt. Sobald das Camper-Dach montiert ist, kann die Reise losgehen: Im Handumdrehen wird aus dem Werkstattwagen ein gemütliches Ferien-Zuhause auf Rädern, komplett mit Schlafplätzen und Stauraum.

In der Camper-Konfiguration zeigt der ModCap, was in ihm steckt: Über dem Pickup entsteht ein vollwertiger Wohnraum mit Aufstelldach, großen Fenstern und überraschend viel Platz. Statt wie bei einem einfachen Dachzelt ins Freie klettern zu müssen, gelangt man beim ModCap direkt von innen in den Schlafbereich. Hinten am Fahrzeug befindet sich eine richtige Tür, durch die man aufrecht in den Innenraum treten kann – bei aufgestelltem Dach mit voller Stehhöhe. Das bedeutet: Abends muss niemand mehr im Regen die Leiter hochkraxeln, um ins Bett zu gelangen. Man steigt einfach vom geschützten Innenraum aus in die Koje. Dieser Komfort-Unterschied kann gar nicht hoch genug bewertet werden, vor allem wenn man mit Kindern unterwegs ist oder das Wetter Kapriolen schlägt. Im ModCap schläft die Familie wind- und wettergeschützt, während draußen vielleicht der Sturm um den Baumwipfel fegt.
Kein Leichtgewicht? Doch – und zwar im positiven Sinne
Wer jetzt an einen wankenden Hochbau auf der Ladefläche denkt, kann beruhigt werden. Der ModCap basiert auf AluCabs bewährtem Aluminium-Hardtop und ist dadurch erstaunlich leicht und stabil zugleich. Der Hersteller, bekannt für hochwertiges Offroad-Equipment, setzt auf korrosionsbeständiges Aluminium mit cleveren Pressprägungen. Statt simpler Blechkiste hat der ModCap versteifte Wände mit Sicken und Verstärkungen, die eine hohe Verwindungssteifigkeit garantieren. Das Ergebnis: Selbst auf holprigen Pisten oder in sandigen Dünen bleibt die Konstruktion solide und klapperfrei. Viele Offroad-Enthusiasten haben lange von so einer Lösung geträumt – ein leichter Camper-Aufsatz, der das Fahrverhalten kaum beeinträchtigt. Im geschlossenen Zustand hat man quasi keinen höheren Schwerpunkt als mit einem normalen Hardtop. Das Gewicht liegt voll beladen deutlich unter dem einer klassischen Wohnkabine, was sich sofort beim Fahren bemerkbar macht.

Äußerlich unterscheidet sich ein mit dem ModCap ausgerüsteter Pickup zunächst kaum von einem serienmäßigen Hardtop-Truck. Doch die solide Aluminiumkabine trägt versteckte Qualitäten in sich: Auf dem Dach lassen sich problemlos Zusatzlasten wie Reserveräder oder Solarpanels montieren, ohne dass sich der Deckel biegt. Die Konstruktion ist so robust, dass AluCab bis zu 150 kg Dachlast frei gibt – praktisch, wenn noch ein Dachgepäckträger oder ein Kajak mit auf Tour soll. Gleichzeitig spart man gegenüber Stahl oder GfK massiv an Gewicht ein. Für echte Offroader ist das Gold wert: Weniger Ballast bedeutet mehr Zuladungsspielraum für Ausrüstung und Verpflegung – und geringeres Risiko, sich im Schlamm oder Sand einzugraben. Im Vergleich zu manch schwerem Slide-in-Camper wirkt der ModCap geradezu luftig. Wo ein voll aufgerüsteter 5-Meter-Wohnaufbau in der Wüste schnell an seine Grenzen kommt, pflügt der Pick-up mit ModCap leichtfüßig durch die Dünen. Kein Wunder, dass eingefleischte Overlander ins Schwärmen geraten: „Darauf haben wir 20 Jahre gewartet“, berichtet ein Ausbauer begeistert über die neue Entwicklung.
Module nach Maß: Innenausbau nach Wunsch

Flexibilität heißt nicht nur beim Dachmodul das Zauberwort, sondern auch im Innenraum. Ab Werk liefert AluCab den ModCap als clevere leere Hülle – perfekt als Ausgangspunkt für individuelle Ausbauten. Jeder Reisende hat andere Bedürfnisse: Die einen möchten eine Kühlbox und eine kleine Kochgelegenheit integrieren, andere legen Wert auf eine autarke Wasserversorgung und zusätzliche Stauboxen für Werkzeug oder Sportequipment. Für Jäger darf vielleicht ein Waffenhalter nicht fehlen, während Familien an ein tragbares WC für die Kleinen denken. All das lässt sich im ModCap unterbringen. An den Innenwänden und Klappen der Kabine befinden sich praktische Lochplatten (sogenannte Molle-Panels), an denen Zubehör quasi nach Belieben befestigt werden kann – vom Erste-Hilfe-Kasten über die Taschenlampe bis zur Aufhängung für die Kettensäge. Zusätzliche seitliche Staufächer ermöglichen es, etwa eine kompakte Campingküche zugänglich zu verstauen, ohne dass man ins Wageninnere klettern muss. Und was es nicht von der Stange zu kaufen gibt, das fertigen spezialisierte Ausbauer eben maßgeschneidert an. Der ModCap ist ein echtes Baukastensystem für Abenteurer: Man nimmt mit, was man braucht, und lässt weg, was stört.
Vier Versionen für verschiedene Ansprüche
Interessant ist, dass AluCab den ModCap gleich in mehreren Varianten anbietet. So findet jeder genau die Lösung, die zum eigenen Fahrzeug und Nutzungsprofil passt:
- ModCap „Worker“: Die Basisversion ohne Schlafdach – ideal für alle, die vorerst nur ein Hardtop mit Option auf späteren Ausbau suchen. Hier profitiert man bereits von der robusten Aluminium-Bauweise und großen seitlichen Klappen für leichten Zugriff auf die Ladefläche.
- ModCap „Compact“: Diese Variante besitzt ein schräg aufklappbares Aufstelldach (Keilzelt-Prinzip) und schafft zwei Schlafplätze im Dach, zugänglich von innen. Das Fahrzeugprofil bleibt dabei relativ niedrig, was im Alltag und auf engen Trails von Vorteil ist.
- ModCap „Family“: Wie der Name andeutet, ausgelegt für die Familie oder kleinere Gruppen. Das Dach klappt seitlich auf und bietet eine großzügige Liegefläche für bis zu vier Personen. Trotz der Größe bleibt auf dem Dach noch Platz für Zubehör wie einen Reserveradhalter, da das Zelt seitlich ausfaltet.
- ModCap „Camper“: Die Vollausbau-Variante mit komplett ausgestattetem Camper-Aufbau. Hier sind bereits Möbel, Stauraum und weitere Einrichtungen integriert – dennoch basiert alles auf dem modularen Konzept des abnehmbaren Dachs.
Allen Versionen gemein ist die Kompatibilität untereinander: Man kann klein anfangen und später aufrüsten, indem man das passende Dachmodul ergänzt oder austauscht.
Fazit: Alltagstauglicher Abenteurer mit Spaßfaktor

AluCab ist mit dem ModCap ein Geniestreich gelungen: Endlich können Pickup-Besitzer ihr Fahrzeug genauso flexibel nutzen, wie es ihr Leben verlangt. Heute Werkzeugtransporter, morgen Expeditionsmobil – dieser Wechsel vollzieht sich mit dem ModCap in Windeseile. Besonders im wachsenden Vanlife- und Overlanding-Trend erfüllt das Konzept einen oft gehörten Wunsch: kein zweites Fahrzeug anschaffen zu müssen, sondern das vorhandene universeller einzusetzen. Dabei wirkt der ModCap trotz aller Funktionalität nie wie ein Fremdkörper. Im Gegenteil, das modulare System fügt sich harmonisch ins Fahrzeug ein und lässt die Silhouette des Pickups elegant und aufgeräumt. Auch der Geldbeutel dankt es, denn man zahlt im Grunde zwei Einsatzzwecke in einem. Die Wandelbarkeit der Kabine ist zweifellos der größte Trumpf – sie verschafft dem Besitzer Freiheit. Freiheit, spontan am Freitagabend die Bürosachen in die Ecke zu stellen, das Schlafdach aufzusetzen und Richtung Abenteuer davonzufahren. Freiheit aber auch, den Camper nach der Reise wieder abzubauen und montags mit leerer Ladefläche zum Kunden zu fahren, ohne permanent eine schwere Wohnkabine mitschleppen zu müssen. Der ModCap ist wie ein Schweizer Taschenmesser für den Pickup: solide, vielseitig und immer passend zur aktuellen Aufgabe Und ein bisschen Spaß darf dabei auch sein – wer den Kollegen zeigen möchte, wie aus seinem unscheinbaren Lastesel plötzlich ein ausgewachsener Mini-Camper wird, erntet garantiert Staunen (und vielleicht auch etwas Neid). Klar ist: Dieser Verwandlungskünstler hat das Zeug dazu, die Pickup-Welt nachhaltig zu verändern. Bleibt nur eine Frage offen: Hat man damit wirklich alles gleichzeitig? Vielleicht nicht – aber verdammt nah dran.











