Camper-Reisetipp – Normandie und Bretagne

Camper-Reisetipp – Normandie und Bretagne

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Vor vielen Jahren waren wir mit unserem Pickup-Camper schon einmal in der Normandie. Nun sind wir mit unserem Ahorn-Wohnmobil wieder dort gewesen – im Spätherbst. Denn die Reise lohnt sich auch um diese Jahreszeit. Hier kommt unser Camper-Reisetipp für die Normandie und die Bretagne.

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Normandie und Bretagne – immer eine Reise wert

Ja, natürlich kann man im Spätherbst nicht unbedingt mehr im Meer baden gehen, an manchen Tagen geht es aber trotzdem. Abgesehen davon hat der Norden Frankreichs auch zu dieser Jahreszeit seinen Reiz. Außerdem sind nicht mehr ganz so viele Touristen und vor allem Camper unterwegs, und man findet eher einen Platz zum Übernachten.

Eins der Highlights ist natürlich der beeindruckende Mont St. Michel – allerdings nur noch für die, die noch nie dort waren. Was in den 1980ern noch eher ein wenig überlaufener Geheimtipp war, ist heute eine absolute Touristen-Hochburg. Inklusive Welcome-Center und riesigen Parkplatzflächen. Und daher komplett überlaufen. Wer sich nicht unbedingt von Menschenmassen durch die gewundenen Gassen hinauf zum Kloster schieben lassen will, der läuft schon früh morgens hinüber oder nimmt einen der Shuttlebusse. Denn direkt unten auf dem Sand parken, das war einmal.

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Dennoch: Hat man diese imposante Kleinstadt mit dem Klosterbau noch nicht gesehen, lohnt es sich hier einen Stopp einzulegen. Für Wohnmobile sind sogar eigene Parkflächen ausgewiesen. Die waren in unserem Fall aber leider schon voll. Wir konnten aber auf einem der normalen Parkplätze nächtigen – halt ohne Strom. Geht für ein, zwei Nächte. Nach einer Nacht hat es uns jedoch weitergetrieben. Selbst um diese Jahreszeit war noch zu viel Trubel für uns.

Cancale – die Austernstadt

Eine weitere Destination, die man unbedingt ansteuern muss – zumindest, wenn man Austern mag – ist Cancale. Oberhalb der Stadt gibt es mehrere Campingplätze. Zu Fuß ist die Strecke runter an die Hafenpromenade machbar, mit dem Fahrrad allemal. Austern bekommt man hier fast überall serviert. Entweder in einem der Lokale direkt an der Promenade oder an den Austernbuden ganz am Ende der Bucht. Nur mit Zitrone und ein Glas Muscadet dazu – einfach herrlich.

Ein weiterer Tipp ist eine kleine Radtour zur Pointe de Gruin, der Landspitze, die hier ins Meer ragt. Schroffe Felsen, tiefblaues Wasser und – wenn man Glück hat – sanfte Klavierklänge. Denn der Musiker Björn Gottschall sitzt hier ab und zu mit seinem rollenden Klavier und spielt. Sich einen Felsen zum Sitzen zu suchen und eine Weile zuzuhören, lohnt sich unbedingt. Aber auch wenn Björn Gottschall nicht dort spielt, hört man viel. In diesem Fall die Natur selbst. Den Wind, die Wellen, die Möven, die zwischen den Felsen über das Meer fliegen. Und man kann schauen – weit auf das Meer hinaus.

Foret de la Broceliande – der Zauberwald

König Arthus, die Fee Viviane, der Zauberer Merlin oder der Ritter Lancelot, sie alle sollen hier gewesen sein. Ob es stimmt – wer weiß? In jedem Fall nimmt die Sage um die zwölf Ritter der Tafelrunde hier ihren Anfang. Hier im Zauberwald kann man zweifellos ausgedehnte Spaziergänge unternehmen oder einen Petit Café im kleinen Ort Paimpont genießen. Der Campingplatz „Municipal de Paimpont – Brocéliande“ liegt direkt gegenüber vom Zauberwald, ins Städtchen sind es nur ein paar Minuten zu Fuß. Jeden Freitag ist hier nachmittags Markt und man findet viele Erzeuger landwirtschaftlicher Produkte, handgefertigtes Brot und natürlich Käse.

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Jetzt, in der Nachsaison geht es auch hier nicht mehr ganz so touristisch zu. Dennoch gibt es Führungen und andere Attraktionen, die in Zusammenhang mit der Arthus-Sage stehen. Man kann den Ort, das Schloss Comper, auf dem die Zauberin gewohnt haben soll, und die weitläufigen Wälder aber auch selbst erkunden oder den See umrunden. Doch Vorsicht: Wer weiß, ob hier nicht doch Zauberkräfte wirken?

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Barfleur – einer der schönsten Orte Frankreichs

Eine weitere Küstenstadt, die man besuchen sollte, ist Barfleur. „Les Plus beaux villages de France“ ist eine kulturtouristische Auszeichnung in Frankreich. Die meisten der 184 ausgezeichneten Orte befinden sich im Süden. Barfleur gehört zu den eher wenigen im Norden und ist gleichzeitig das am nördlichsten gelegene Städtchen. Kaum 600 Einwohner zählt der kleine Hafenort. Einen schönen Campingplatz gibt es ein kleines Stück nördlich gelegen, einen weiteren, den Camping La Ferme Du Bord De Mer, noch etwas weiter nach Norden. Doch selbst von hier aus kann man bequem zu Fuß zum Hafen laufen. Und das immer am Meer entlang.

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Besonders beachtenswert sind die liebevoll gestalteten Hausnummern an den Häusern Barfleurs. Ihnen einen Blick zu gönnen lohnt sich. Man sollte also ein wenig durch die Gassen streifen und Ausschau halten.

Im Ort selbst sollte man Muscheln essen. In Frankreich ganz klassisch mit Pommes Frites. Moules-frites stehen hier auf nahezu jeder Speisekarte. Entweder ordert man sie im Gemüsesud oder „a la normande“, also mit einem guten Klacks Sahne zubereitet. Beides ist lecker. Hat man den Besuch gut getimed, ist auch grade Markt am Hafen. Der findet immer samstags statt, in der Hochsaison auch dienstags. Auch hier lässt sich noch die eine oder andere Leckerei finden. Derartig gestärkt kann man den Rückweg antreten.

Und wenn es das Wetter will, kommt man auf dem Rückweg noch einmal in den Genuss von Salzwasser auf der Haut. Nicht, weil man im Meer badet, nein, weil das Meer zu einem kommt und einen komplett abduscht. Mein persönlicher Tipp: Die Gewalten der Natur mit allen Sinnen genießen. Klamotten, Haut und Haare kann man im Wohnmobil wieder trocknen.

Normandie – was man kann, aber nicht muss

Und klar, die Normandie spielt aus einem ganz anderen Grund eine bedeutende Rolle in der europäischen Geschichte. Hier startete an 6. Juni 1944, dem D-Day, die Invasion der Alliierten, die das Ende des Dritten Reichs einläutete. Und hier erinnern auch 80 Jahre später noch zahlreiche Museen und Ausstellungen daran. Die kann man besuchen, muss es aber natürlich nicht zwingend. Lehrreich ist es allemal und es hilft dabei, Geschichte zu verstehen. Unser Tipp: Nicht zu viel davon und nicht jeden Tag. Mit Jugendlichen sollte man durchaus wenigstens in eins der Museen gehen, mit Kindern sollte man es sich überlegen. Wenn, dann sollte man ihnen gut erklären, um was es hier geht.

Tipps für die Wohnmobiltour in die Bretagne und die Normandie

Kostenfreie Stellplätze gibt es zum Teil zwar, aber man fühlt sich dort meist wie die Sardine in der Büchse. Denn sie sind schnell voll. Kommt man später am Tag, ist meist kein Platz mehr vorhanden.

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Campingplätze kosten zwar Geld, sind aber angenehmer und man hat um das Fahrzeug herum mehr Platz. Meist hat man sogar eine komplette Parzelle für sich.

Für das Einkaufen im Supermarkt sollte man sich Zeit nehmen. Es gibt viel zu entdecken. Allerdings ist die Gefahr groß, dass man mehr Lebensmittel kauft, als man essen kann, bevor sie verderben. Lieber also einmal mehr einkaufen gehen.

Was für Supermärkte gilt, gilt für Märkte noch viel mehr. Wann wo welche Märkte sind, ist im Internet zu finden. Zwischendrin einen Café in einem der Bistrots, die meist rund um den Marktplatz zu finden sind, einplanen.

Unbedingt ab und zu zum Essen in ein Lokal gehen. Die französische Küche sucht ihresgleichen, grade hier am Meer. Ob Fisch, Muscheln oder rohe Austern, hier gibt es alles in Hülle und Fülle. Ein Glas Wein dazu und man fühlt sich wie Gott in Frankreich.

Fotos: Katrin Scheler

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