Der Antishanty RR‑1 spielt in einer Nische, die für viele Vanlife‑Fans immer spannender wird: harte Offroad‑Anhänger mit echter Kabine statt Zelt, aber ohne die Masse und Behäbigkeit eines klassischen Wohnwagens. Das Konzept: ein robuster, komplett hartwandiger „Rigid Roof Trailer“, der sich wie ein rollender Geräteraum und Schlafplatz zugleich nutzen lässt. Für alle, die mit Pick‑up oder Geländewagen unterwegs sind, kann so ein Trailer praktischer sein als ein ausgebauter Kastenwagen – weil er beim Campen stehen bleiben kann, während das Zugfahrzeug frei bleibt.
Konzept RR‑1: Fester Aufbau, flexibler Einsatz

Beim RR‑1 setzt Antishanty konsequent auf Hard‑Shell‑Bauweise: eine feste, voll isolierte Kabine, kein Klappdach, kein Canvas. Damit zielt der Anhänger auf vier Jahreszeiten und Touren, bei denen Wind, Staub und Kälte zur Normalität gehören. Anders als bei vielen Micro‑Campern geht es hier nicht nur um „Schlafen im Hänger“, sondern um einen nutzbaren Innenraum mit Stehhöhe und Stauraum, der den Übergang zwischen Fahrzeug, Outdoor‑Basecamp und einfacher Wohnkabine schafft.
Die technischen Grunddaten ordnen den RR‑1 in die Klasse der kompakten Offroad‑Trailer ein. Die Basislänge des Aufbaus liegt bei rund 4,4 Metern ohne Deichsel und knapp 5,3 Metern mit Deichsel. Die Breite beträgt rund 2,29 Meter. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt rund 1.590 Kilogramm, mit einem Leergewicht zwischen 860 und 1.360 Kilogramm. Damit bleibt der Trailer leichter als viele klassische Wohnwagen und geeignet für Mittelklasse‑Zugfahrzeuge im SUV‑Segment.
Aluminium, Stahlrücken und Offroad‑Fahrwerk

Der Charakter des RR‑1 zeigt sich vor allem im Unterbau. Antishanty kombiniert einen strukturellen Aluminium‑Rahmen mit einer durchgehenden, schweren Stahlspine von der Deichsel bis zum Heck. Diese „Wirbelsäule“ bildet das Rückgrat des Fahrgestells und verteilt Belastungen bei Schotterpisten oder Wellen besser. Wer Vanlife nicht nur am Seeparkplatz lebt, sondern Forststraßen oder Passstraßen sucht, wird dieses Konstruktionsprinzip zu schätzen wissen.
Beim Fahrwerk setzt der Hersteller auf ein Achslos‑System von Timbren: zwei einzeln geführte, gummigefederte Schwingen. Das bringt bessere Bodenfreiheit, mehr Einfederweg und weniger Bauteile, die hängen bleiben können. Dazu kommen je nach Ausstattung BFGoodrich All‑Terrain‑Reifen, in der Basisgröße 235/75 R15 auf Alufelgen, in höheren Trims bis zu 35 Zoll. So kann der Trailer optisch und funktional zum Zugfahrzeug passen, was hilfreich ist, wenn es ins grobe Gelände geht.
Isolierte Hartschale statt Zeltgefühl

Spannend wird der RR‑1 für Vanlife‑Reisende, die nach Jahren im Bus oder Dachzelt den Komfort schätzen. Statt Stoff und Planen verwendet Antishanty harte, isolierte Paneele: ein glasfaserverstärkter Composite‑Boden, isolierte Aluminium‑Kompositwände und ein isoliertes Dach. Zusammen mit doppelt verglasten Fenstern und integrierten Verdunkelungen entsteht eine Kabine, die eher an eine kleine Expeditionsbox erinnert als an einen typischen Campinganhänger.
Diese Bauweise schützt vor Kälte, Hitze, Wind und Staub. Für längere Touren durch unterschiedliche Klimazonen ist das praktisch: Eine trockene, zugfreie Kabine eignet sich gut, um morgens zu arbeiten oder abends nach Regen zu kochen. Im Inneren bietet über 1,90 Meter Stehhöhe auch größeren Menschen Komfort – ein Detail, das bei Micro‑Trailern nicht selbstverständlich ist.
Innenraum: Zwischen Gear‑Garage und Schlafkabine
Der Innenraum des RR‑1 ist flexibel gehalten. Je nach Ausführung lässt er sich als „Gear‑Garage mit Betten“ oder als einfacher Tiny‑Camper nutzen. Zur Serienausstattung gehören eine modulare Queensize‑Liegefläche, Innen‑ und Außenarbeitsflächen aus Aluminium, verschließbare Staufächer und ein separater „Gear Room“ für nasse Ausrüstung.
Für den Vanlife‑Alltag bedeutet das: Fahrrad, Ski oder Bergsport‑Material finden Platz, ohne den Schlafbereich zu blockieren. Die Kombination aus hartem Boden und robusten Oberflächen erlaubt vielseitige Nutzung – heute als Transporter für Sportgerät, morgen als Schlafplatz im Regen, übermorgen als mobiler Arbeitsplatz.
Elektrik und Autarkie: Vom „Bring your own Power“ bis zum Komplettpaket
Beim Thema Strom gibt es vier Ausstattungslinien: RR‑1 Base, Plus, Pro und Limited. Die Base‑Variante ist für diejenigen, die ihr eigenes Strom‑Setup mitbringen wollen.
Ab der Plus‑Ausstattung wird der RR‑1 autarker. Ein integrierter Wallas‑Dieselkocher dient auch als Heizung, was für Ganzjahres‑Vanlife praktisch ist: Diesel ist weit verfügbar. Dazu gibt es ein portables EcoFlow Delta 2 Powerpack mit 1.024 Wh, LED‑Beleuchtung, 12‑V‑ und USB‑Anschlüsse sowie Verbindungen für Landstrom, Solar und Fahrzeugladung. Das erleichtert stromautarkes Stehen unterwegs.
Faszinierendes Detail: Die harte Kabine als Outdoor‑Basecamp
Das Grundkonzept der festen Hartschale macht den RR‑1 besonders. Im Vanlife‑Alltag reduziert sich der Aufbauaufwand: Trailer hinstellen, Stützen setzen, Tür auf – der Innenraum ist sofort nutzbar. Keine nassen Planen oder Zeltstangen.
Die Kabine ist robust genug als Lagerraum für Ausrüstung. Verriegelbare Türen und Staufächer machen es sicherer als Soft‑Setups. Für digitale Nomaden oder Langzeitreisende mit Equipment kann das wie eine mobile Werkstatt mit Bett wirken.
Preisniveau und Einordnung für Vanlife‑Reisende
Der Antishanty RR‑1 liegt preislich im Segment gehobener Offroad‑Trailer, mit einem Startpreis von aktuell 37.900 US‑Dollar. Für Europäer kommen Einfuhr und Zulassung hinzu.
Damit ist er kein Einsteiger‑Modell, sondern für diejenigen, die Offroad‑Tauglichkeit, ganzjährige Nutzbarkeit und modulare Kapazität priorisieren. Er vereint Vanlife und Expedition in einem Konzept, das auf robuste Bauweise und eine harte, isolierte Kabine setzt.
Bilder: Hersteller












