Der Beyond 2 von Crozier Campers ist ein Fahrzeug für Menschen, die Vanlife nicht als Wochenend-Laune verstehen, sondern als verlängertes Zuhause auf Rädern. Basis ist ein Mercedes-Benz Sprinter, der hier nicht einfach nur ausgebaut, sondern konsequent zu einem modularen Reisemobil weiterentwickelt wurde. Der Camper gehört zur Beyond-Baureihe mit mehreren Varianten und ist als Flaggschiff auf hochwertige Materialien, Technik für lange Offgrid-Phasen und ein sehr persönliches Ausstattungsniveau ausgerichtet. Mehr als 60 konfigurierbare Optionen zeigen, wohin die Reise geht: Weg von „von der Stange“, hin zu einem ausgebauten Van als maßgeschneidertem Werkzeug für Leben und Arbeiten unterwegs.
Mercedes-Sprinter als Komfortbasis für lange Etappen

Technisch baut der Beyond 2 auf einem aktuellen Mercedes-Benz Sprinter mit 9-Gang-Automatikgetriebe auf. Für lange Anfahrten zu Stellplätzen in den Alpen oder ans Meer bedeutet das entspanntes Fahren statt ständiger Schaltvorgänge. Elektrische Feststellbremse, Smartphone-Ablage mit induktivem Laden, zusätzliche Ablagen im Cockpit und ein umfangreiches Assistenzpaket mit Abstandsregeltempomat, 360-Grad-Kamera und LED-Scheinwerfern passen eher zu einem Oberklasse-Pkw als zu einem typischen Kastenwagen. Dazu kommen Komfort-Features wie beheiztes Lederlenkrad, beheizbare Frontscheibe sowie Komfortsitze mit Lordosenstütze, Armlehnen, Sitzheizung und Schwenkfunktion für Fahrer- und Beifahrersitz. Gerade im Vanlife-Alltag, wenn der Fahrerplatz zum Wohnzimmer wird, zahlt sich diese Detailverliebtheit aus.
Spannend ist auch die Trennung zwischen Fahrerhaus und Wohnraum über Schiebetüren im Badbereich. Damit lässt sich beim Wintercamping im Hochgebirge die Wärme im Wohnbereich halten, während das Fahrerhaus als kühler Puffer dient. Gleichzeitig reduziert diese bauliche Trennung Fahrgeräusche und Temperaturschwankungen auf langen Etappen.
Wohnraum mit U-Sitzgruppe: Loftgefühl im L3H2-Kasten

Der Beyond 2 ist als Zweiberter konzipiert und setzt im Heck auf eine große U-förmige Sitzgruppe. Aus dieser verwandelt sich der Wohnbereich abends in ein quer angeordnetes Doppelbett mit rund 1,84 Metern Länge und etwa 1,75 Metern Breite – ausreichend auch für größere Camper, wenn man sich nicht zu sehr streckt. Für viele Vanlifer ist diese Kombination aus großzügiger Lounge und vollwertigem Bett entscheidend, denn der Wagen soll sowohl als mobiles Büro als auch als Rückzugsort taugen. Durch eine herunterklappbare Sitzfläche, die sich über die Hecktüren erreicht, öffnet sich der Wohnbereich nach hinten und bietet am Stellplatz einen Panoramablick ins Freie – ideal für Sonnenuntergänge am See oder weite Bergblicke.

Im Innenraum stehen zahlreiche Stoff- und Möbelvarianten zur Wahl: von Tweed-artigen Bezugsstoffen bis zu verschiedenen Möbelfronten, etwa in glatter Fläche, mit Rahmenoptik oder in einer Rattan-Anmutung. Die komplette Dämmung mit thermischer und akustischer Isolierung sowie doppelverglaste Acrylfenster mit Verdunkelung und Mückenschutz bringen Vorteile im Hochsommer wie im Winter. Die Beleuchtung erfolgt über dimmbare, warmweiße LED-Streifen und Spots, gesteuert per Touchpanel oder Smartphone – inklusive voreingestellter Lichtszenen für Arbeit, Entspannung oder Abendstimmung.

Hightech-Elektroanlage für echtes Offgrid-Vanlife

Der spannendste Bereich des Beyond 2 ist die elektrische Anlage, denn hier wird deutlich, dass der Ausbau auf längere, autarke Reisen ausgelegt ist. Im Standardaufbau kommt ein Victron-System mit einer Lithium-Batteriebank von rund 400 Amperestunden bei 12 Volt, einem 3000-Voltampere-Wechselrichter, einem starken DC-DC-Ladegerät sowie etwa 520 Watt Solarpower auf dem Dach zum Einsatz. Dazu kommen Cerbo GX, GX-Touch-Display und Fernzugriff, mit denen sich alle Stromflüsse überschauen und per App steuern lassen. Für digitale Nomaden interessant: Ein 5G-WLAN-System ist vorgesehen, optional lässt sich sogar eine kompakte Starlink-Satellitenanlage aufs Dach setzen, um Internet auch dort zu haben, wo der Mobilfunk längst aufgegeben hat.
Wer Klimaanlage im Stand möchte, kann ein erweitertes 24-Volt-System ordern. Hier wächst die Batteriekapazität, der Wechselrichter wird kräftiger, ein zweiter Hochleistungs-Lichtmaschinenstrang und ein anderes Lademanagement kommen hinzu. Im Vanlife-Alltag heißt das: Längere Standzeiten ohne Landstrom mit funktionierendem Induktionskochfeld, Laptops, Lichtern und gegebenenfalls Klimaanlage – ein Szenario, das bisher eher Expeditionsmobile abdecken.
Küche, Bad und Heizsystem für Ganzjahresnutzung

Die Küche des Beyond 2 orientiert sich stark an einer kompakten Stadtwohnung: Arbeitsplatten aus Massivholz wie Eiche oder Nussbaum oder aus einem Mineralwerkstoff, ein schwarzes Spülbecken mit passender Armatur, ein rund 90 Liter großer Kühlschrank mit Gefrierfach und ein versteckt integriertes Doppel-Induktionskochfeld. Für viele Vanlifer ist die Entscheidung gegen Gas im Fahrzeug ein Pluspunkt: weniger Prüfaufwand, kein Flaschentausch und eine klare Fokussierung auf den ohnehin starken Stromhaushalt.

Im Bad fallen die maßgefertigten Wandpaneele und der Edelstahlduschboden ins Auge. Ein Thermostatmischer sorgt für konstante Wassertemperatur – wichtig, wenn draußen der See noch zu kalt zum Schwimmen ist, man aber trotzdem heiß duschen möchte. Ein weiteres Detail ist die versteckte, ausziehbare Trenntoilette mit Kompost-System, ergänzt durch Nischen, Ablagen, Haken und ein herausnehmbares Kleiderrohr zum Trocknen von Neoprenanzügen oder Outdoorbekleidung. In Kombination mit einem Alde-4000D-Heizsystem, das sowohl mit Diesel als auch elektrisch arbeitet, entsteht ein Setup, das auch längere Wintertouren erlaubt. Frischwasser- und Abwassertanks sind unterflur montiert, der Frischwassertank ist beheizt, und Filter- sowie UV-System bereiten das Wasser auf.
Außenauftritt, Sicherheit und der Haken mit der Verfügbarkeit
Außen trägt der Beyond 2 eine Fiamma-Markise, zusätzliche Arbeits- und Umfeldbeleuchtung und auf Wunsch einen schwarzen Aluminium-Dachträger mit zusätzlichen Solarmodulen. Für Offroad-orientierte Reisende gibt es All-Terrain-Reifen auf 17-Zoll-Felgen, Unterfahrschutz für Differenzial und Motor sowie verschiedene Heckträgersysteme für Boxen, Fahrräder und Reserverad. Die Fahrwerksoptionen mit Zusatzluftfederung bis hin zur vollautomatischen Niveauregulierung zielen auf Nutzer, die häufig mit wechselnder Beladung oder auf unebenen Plätzen unterwegs sind.
Beim Thema Sicherheit setzt der Ausbau auf Tracker mit Wegfahrsperre, Alarme und erweiterbare Videoüberwachung außen. Innen sind Rauch- und Kohlenmonoxidmelder sowie klassisches Lösch-Equipment vorgesehen. Ergänzend werden ausführliche Unterlagen zu Elektrik, Wasseranlage, Winterbetrieb und Wartung mitgeliefert, dazu ein 3D-Modell des konkreten Fahrzeugs zur Planungsphase und optionale Service- und Einlagerungspakete. Diese Detailtiefe spricht eher erfahrene Vanlifer an, die ihren Camper über Jahre nutzen und weiterentwickeln möchten.
Kein einfacher Weg nach Deutschland – und was der Luxus kostet
Der Beyond 2 wird auf einem Mercedes-Benz Sprinter aufgebaut, ist aber in erster Linie für den britischen Markt konzipiert und lässt sich mit einem dort üblichen Führerschein bewegen. Für Interessierte in Deutschland bedeutet das: Die Beschaffung ist möglich, aber mit Aufwand verbunden. Zulassung, eventuelle Anpassungen und die Abwicklung über Grenzen hinweg können den Prozess deutlich komplizierter machen, als es bei hiesigen Herstellern der Fall wäre. Wer sich dennoch auf diesen Weg macht, erhält jedoch ein Fahrzeug, das sich klar von vielen Serienausbauten absetzt – technisch, handwerklich und in der individuellen Gestaltung.
Preislich bewegt sich der Beyond 2 im oberen Segment. Auf Basis eines gebrauchten Mercedes-Sprinters liegt der Einstieg bei etwa 92.500 britischen Pfund, was aktuell grob rund 108.000 Euro entspricht. Mit einem neuen heckgetriebenen Sprinter steigt der Preis auf etwa 133.000 britische Pfund, also rund 155.000 Euro. Die Variante mit Allradantrieb liegt bei etwa 139.000 britischen Pfund, was ungefähr 162.000 Euro entspricht. Damit positioniert sich der Beyond 2 klar als Premium-Campervan für ambitionierte Vanlifer, die ein langfristiges, hoch individualisierbares Zuhause auf vier Rädern suchen – und bereit sind, dafür sowohl beim Kauf als auch beim Import nach Deutschland einen erheblichen Aufwand in Kauf zu nehmen.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Für wen lohnt sich der Beyond 2 – und wo liegt der Unterschied zu „normalen“ Sprinter-Ausbauern?
Der Beyond 2 lohnt sich vor allem für Menschen, die ihren Van als echtes Zuhause und Arbeitsraum nutzen: lange Reisen, viel Standzeit, wechselnde Temperaturen und hohe Ansprüche an Technik und Verarbeitung. Der Unterschied zu vielen Standard-Ausbauern liegt weniger in einem einzelnen Feature, sondern in der konsequenten Gesamtausrichtung: modulare Optionen, hochwertige Materialien, starke Isolierung, viel Licht- und Komfortsteuerung sowie eine Elektroanlage, die nicht nur „für ein Wochenende“ gedacht ist. Wer einfach günstig losfahren will, ist hier falsch; wer langfristig autark leben möchte, findet ein stimmiges Gesamtpaket.
2) Wie alltagstauglich ist das Offgrid-Konzept wirklich – reicht Strom, Wasser und Internet für längere Standzeiten?
Die Offgrid-Idee ist im Beyond 2 ungewöhnlich realistisch umgesetzt, weil mehrere Systeme zusammenpassen: große Lithium-Batterie (im Standard schon sehr kräftig), Solarmodule, DC-DC-Laden während der Fahrt und ein zentral überwachbares Victron-Setup. Dadurch können typische Dauerverbraucher wie Laptop, Licht, Kühlschrank und Induktionskochen deutlich länger ohne Landstrom laufen als in klassischen Campervans. Für digitale Nomaden ist wichtig, dass 5G-WLAN vorgesehen ist und optional Satelliteninternet möglich wird, was abgelegene Stellplätze erleichtert. Trotzdem bleibt Planung nötig: Klima im Stand und viel Kochen erhöhen den Bedarf spürbar.
3) Was sind die größten Stolpersteine beim Kauf (Preis, Import, Zulassung) – und wie kann man das Risiko senken?
Die größten Stolpersteine sind weniger die Technik als die Rahmenbedingungen: hoher Einstiegspreis, viele Optionen (die schnell Zusatzkosten bedeuten) und der Aufwand rund um Import und Zulassung, weil das Fahrzeug primär für den britischen Markt gedacht ist. Risiko senkst du, indem du vorab klar definierst, wofür du den Van nutzt (Wintertouren, Homeoffice, Offroad, lange Standzeiten) und daraus eine sinnvolle Ausstattung ableitest, statt „alles“ anzukreuzen. Zudem solltest du den Ablauf für Transport, Anpassungen, Versicherung und Zulassung früh klären und genügend Zeitpuffer einplanen. So wird aus dem Traumcamper kein bürokratischer Dauerstress.
















