Laika baut den Kreos ab dem Modelljahr 2027 ausschließlich auf dem Mercedes Sprinter. Der H 5109 MB eröffnet diese Linie. Der Wechsel optimiert das Ganzjahreskonzept des Integrierten der oberen Mittelklasse.
Der Kreos H 5109 MB in der Übersicht

Sprinter statt Ducato: Was der Wechsel bedeutet
Laika stellt die gesamte Baureihe um. Der Kreos fährt nur noch auf Mercedes-Benz-Chassis. Die Premiere fand auf dem Caravan Salon 2026 statt. Die Pressemitteilung nennt sie einmal Weltpremiere, einmal internationale Premiere. Der Vorgänger fuhr auf dem Fiat Ducato. Hier im vanlifemag.de beschreiben wir ihn mit Heavy-Chassis, 180 PS und AL-KO-Tiefrahmen. Der neue Kreos nutzt den Sprinter 417 mit 170 PS, 9G-Tronic-Automatik und ebenfalls AL-KO-Tiefrahmen-Chassis.
Am deutlichsten verändert sich das Fahrerhaus. Das MBUX-System (Mercedes Benz User Experience) mit Apple CarPlay, Android Auto und separater Rückfahrkamera löst das Ducato-Cockpit ab. Voll-LED-Scheinwerfer und eine elektrische Frontverdunkelung gehören zur Serie. Die Front zeichnete laut Laika das Studio GFG Style. Bei der Klimatisierung kommt in Serie die Klimaautomatik Thermotronic zum Einsatz, im Chassis-Pro-Paket Comfortmatic.

Ganzjahres-Wohnmobil: Doppelboden, Dämmung, Alde-Heizung
Laika bündelt das Winterkonzept unter dem Namen TrueClimate Architecture. Dahinter stehen vier Bausteine. Die selbsttragende Aluminiumkarosserie misst 4,4 Zentimeter Wandstärke und enthält XPS-Dämmung. Ein durchgehender, beheizter Doppelboden von 25 Zentimetern Höhe nimmt Leitungen und Technik auf. Die Alde-Warmwasserheizung läuft mit Gas oder Strom, umlaufende Konvektoren verteilen die Wärme. Ein Wärmetauscher koppelt die Heizung an den Motor.

Auch die Wassertechnik liegt im Warmen. Frisch- und Abwassertank fassen 170 und 146 Liter, sitzen isoliert im Fahrzeuginneren und werden beheizt. Ein elektrisches Ablassventil gehört zur Serie, ebenso die beheizte Heckgarage. Tanks und Technik liegen tief und mittig. Das soll laut Laika die Gewichtsverteilung verbessern. Der Doppelboden kostet zwar Raumhöhe. Bei 2,96 Meter Außenhöhe bleibt dennoch eine Innenstehhöhe von 2,05 Meter zeigt sch jedoch, dass das Tiefrahmen-Chassis hier guten Dienst leistet. Das Fahrzeug kann also die Drei-Meter-Marke bei komfortabler Stehhöhe unterschreiten, und der Boden bleibt vom Fahrerhaus bis zum Schlafzimmer auf einer Ebene.
Wichtige Bausteine gibt es wie überall gegen Aufpreis. Das ICE-Paket mit autonomer Wasserzusatzheizung und beheiztem Lenkrad schlägt mit 1.171 Euro zu Buche. Serie ist nur die Klimaautomatik im Fahrerhaus. Die Wohnraum-Klimaanlage Truma Saphir Comfort im Doppelboden kostet rund 3.500 Euro extra.
Grundriss: Zonen und Maße auf 8,08 Metern
Auf 8,08 Meter Länge, 2,32 Meter Breite und 2,96 Meter Höhe sitzen und schlafen bis zu vier Personen an Bord. Die Aufteilung ist klassisch: Fahren und Wohnen vorn, Küche und Bad in der Mitte, Schlafen und Garage hinten. Dazu gibt es zahlreiche Dachstauschränke.

Die Aufbautür fährt eine breite elektrische Stufe aus, die wegen des Doppelbodens trotz Tiefrahmen-Chassis unumgänglich ist. Vorn stehen zwei drehbare Fahrerhaussitze. Davor öffnet sich die Sitzgruppe aus L-förmigem Sofa, Seitenbank und Tisch auf einer Hubsäule. Eine Face-to-Face-Sitzgruppe wird also mit einer klassischen Dinette kombiniert. Das schafft Platz für bis zu sechs Personen.

Über der Sitzgruppe fährt ein elektrisches Hubbett aus der Decke. Die Küche schließt an die Sitzbank an. Der Küchenblock ist kompakt, die Arbeitsfläche vergrößert sich durch eine plane Abdeckung der Spüle. Gegenüber steht ein Hochschrank mit 153-Liter-Kühlschrank, Gefrierfach und einem Backofen.



Das Raumbad nimmt die gesamte Fahrzeugbreite ein. Eine separate Dusche mit Regenbrause und zweiter Handbrause trennt sich vom Waschbereich. Auf dem Messefoto trifft ein Waschtisch aus hellem Mineralwerkstoff auf dunkelblaue Wände, Nussbaumfront und eine schwarze Armatur. Ungewöhnlich: Laika verbaut im Kreos H 5109 MB einen Apothekerauszug mit Metallfächern nicht in der Küche, sondern im Bad.

Im Heck liegen zwei Einzelbetten mit je 1,95 × 0,80 Meter. Eine Schiebetür trennt den Raum ab, zwei Fenster und eine Panorama-Dachhaube geben Licht. Darunter sitzt die Heckgarage mit Weinkeller. Deshalb liegen die Matratzen höher als der Wohnraumboden, ein beleuchtetes Podest vermittelt zwischen den Betten. Laika verspricht Stufenlosigkeit bis zum Schlafzimmer, nicht darin.

Serie und Aufpreis: Was das Messemodell kostet
Beim Preis bleibt der Wechsel auf den Sprinter neutral. Der Grundpreis liegt bei 169.990 Euro. Er deckt die Serienliste: Sprinter mit Automatik, Klimaautomatik, MBUX, Doppelboden, Alde-Heizung, beide Tanks, LaikaControl, Froli-Tellerfedersystem, Garage mit Weinkeller, Nussbaummöbel und zehn Jahre Dichtheitsgarantie (bei jährlicher Kontrolle).
Das hier gezeigte Messemodell kostet 184.425 Euro. Die Differenz entsteht aus dem Chassis-Pro-Paket (839 Euro), dem ICE-Paket (1.171 Euro), dem Safety-Paket (2.159 Euro), der Saphir-Klimaanlage (3.455 Euro), dem Grand-Prix-Außendesign (2.645 Euro), 17-Zoll-Rädern (1.448 Euro), dem 92-Liter-Tank (480 Euro) und der Außendusche (297 Euro). Die Sonderausstattung summiert sich auf 12.494 Euro. Hinzu kommen 1.941 Euro für TÜV, Transport und Kfz-Brief.
Das Safety-Paket bündelt Distronic Plus, Verkehrszeichenerkennung, Active Sideguard Assist, Moving-Off-Information-System und Active Brake Assist. Die Zuladung bleibt knapp. Bei 4.500 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse und etwa 3.841 Kilogramm in fahrbereitem Zustand bleiben rund 650 Kilogramm für Gepäck, Zubehör und Mitreisende.

Ausblick: Ein Konzept für die Zukunft
Der Kreos H 5109 MB wechselt die Basis und behält die Struktur: Tiefrahmen, Doppelboden, Alde-Heizung. Ein Kältetest des Sprinter-Modells, Heizleistung und gewogene Zuladung stehen noch aus. Aber es dürfte wenig Zweifel geben, dass das Konzept trägt. Laika orientiert sich an der Kundschaft, die mit einen hochpreisigen, luxuriöses, vollintegrierten Reisemobil kalkulieren.
















