Seitenansicht des MAN HX60 Overland Expeditionsfahrzeugs mit orangefarbener Fahrerkabine und grauem Wohnaufbau, ausgestattet für Fernreisen und Offroad-Einsätze.
Das MAN HX60 Overland Expeditionsfahrzeug: Robuster Expeditions-Lkw mit wohnlichem Aufbau und auffälligem Design. (Foto: motorcraftadventuredevelopments.com)

MAN HX60: Extrem robuster Overlander für echte Expeditionen

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Es gibt Reisefahrzeuge, die komfortabel sind. Und es gibt Reisefahrzeuge, die gebaut wurden, um Grenzen zu verschieben. Der MAN HX60 Overland Expedition Vehicle gehört klar zur zweiten Kategorie. Basierend auf einem militärisch bewährten Lkw-Fahrgestell und kombiniert mit einem modernen Expeditionsaufbau, zielt dieses Fahrzeug auf alle, die Vanlife nicht nur auf Stellplätzen, sondern in wirklich entlegenen Regionen leben wollen. Verkauft wird es aktuell in Großbritannien – für Interessierte aus Deutschland bedeutet das: Der Traum ist erreichbar, aber mit spürbarem organisatorischem Aufwand verbunden.

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Basis: Militär-Lkw als Fundament fürs Fernreisemobil

Draufsicht auf den Grundriss des Wohnaufbaus im MAN HX60 Overland Expeditionsfahrzeug mit Schlaf-, Bad- und Küchenbereich.
Rendering des Innenraum-Grundrisses der Expeditionseinrichtung im MAN HX60 Overlander, inklusive Schlafbereich, Bad und Küche. (Foto: motorcraftadventuredevelopments.com)

Das Herz des Fahrzeugs ist ein MAN HX60 Fahrgestell aus dem Jahr 2010 mit rund 50.000 Kilometern Laufleistung – für ein robustes Lkw-Chassis eher Einfahrkilometer. Der Allrad-Lkw ist für Zuverlässigkeit und Offroad-Fähigkeit bekannt, ursprünglich für harte militärische Einsätze konstruiert. Hier dient er als Träger für einen Expeditionsaufbau und hebt sich damit deutlich von klassischen Kastenwagen oder Teilintegrierten ab. Die Kombination aus 12-Gang-Automatikgetriebe und schweren 395/85 R20 Split-Rim-Rädern zeigt, dass dieser Lkw eher an Schotterpisten, Sand und Matsch denkt als an Großstadtverkehr.

Die 4-Punkt-torsionsfreie Lagerung des Aufbaus ist ein zentrales Merkmal für alle, die abseits der Straße unterwegs sein wollen. Während sich der robuste Leiterrahmen im Gelände verwindet, bleibt der Wohnaufbau weitgehend spannungsfrei. Das reduziert langfristig Schäden und sorgt dafür, dass Türen und Fenster auch nach tausenden Kilometern Wellblechpisten noch sauber schließen. Mit einem 280-Liter-Dieseltank sind realistische Reichweiten für lange Etappen fernab der Zivilisation möglich.

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Wohnaufbau: Kompakte Expeditionskabine mit 2+2 Schlafplätzen

Innenraum des MAN HX60 Overland Truck mit Küche, Induktionskochfeld, Schränken und Sitzgruppe.
Moderne und helle Expeditionskabine mit Küche, Sitzgruppe und viel Stauraum im MAN HX60. (Foto: motorcraftadventuredevelopments.com)

Der Wohnaufbau misst etwa 5,5 Meter in der Länge, 2,5 Meter in der Breite und 2,2 Meter in der Höhe. Damit bewegt sich das Fahrzeug in einer Größenordnung, die deutlich über klassischen Vans liegt, aber für einen Expeditions-Truck noch gut beherrschbar ist. Die Wände bestehen aus 60 Millimeter starken Isolations-Verbundpaneelen – ein wichtiger Punkt, wenn Vanlife nicht nur im Sommer, sondern auch in kälteren Regionen stattfinden soll.

Der Einstieg erfolgt über eine seitliche Tür mit Fenster, ergänzt durch mehrere hochwertige Fenster in unterschiedlichen Varianten: drei seitliche Fenster, ein festes Panoramafenster sowie ein mattiertes Fenster im Badbereich. Ein Safari-Dachluke/Skylight bringt zusätzlich Tageslicht ins Innere und schafft in Kombination mit den Fenstern eine angenehme Helligkeit.

Innenansicht des MAN HX60 Overland Expedition Vehicle mit Küchenzeile, Esstisch, hellen Holzoberflächen und weißen Wänden
Moderne Küchenzeile und Wohnbereich im Expeditionsfahrzeug MAN HX60 (Foto: motorcraftadventuredevelopments.com)

Das Layout ist für 2+2 Schlafplätze ausgelegt – ideal für ein Paar mit gelegentlichen Mitreisenden oder eine kleine Familie, die nicht auf extreme Touren verzichten will. Innen dominieren eine weiße Birkenoberfläche in Hochglanz und Bambus-Arbeitsflächen und -Akzente. Diese Materialkombination verleiht dem robusten Truck etwas Wohnlichkeit und schafft einen Kontrast zur martialischen Außenoptik in Orange, Grau und schwarzen Akzenten.

Blick in den modernen und hellen Schlafbereich des MAN HX60 Overland Expedition Vehicle mit Oberlicht, Stauraum und Lüfter.
Schlafbereich mit Oberlicht und Stauraum im MAN HX60 Expeditionsfahrzeug (Foto: motorcraftadventuredevelopments.com)

Autarkie: Große Wassertanks, starke Elektrik und Wärmekomfort

Modern gestalteter Innenraum einer Expeditionskabine mit großem Panoramafenster, Dachluke und hellen Holzoberflächen
Hochwertiger und heller Wohnbereich mit Panoramafenster und Dachluke im MAN HX60 Fernreisemobil (Foto: motorcraftadventuredevelopments.com)

Für ernsthaftes Leben im Truck ist die Versorgung entscheidend. Hier punktet der MAN HX60 mit einem 400-Liter-Frischwassertank, ergänzt durch einen Grauwassertank mit über 50 Litern Volumen sowie ein zweistufiges Wasserfiltersystem. Wer abseits klassischer Campingplätze unterwegs ist, profitiert von dieser Reserve und kann länger autonom stehen als mit den typischen 100–150 Litern gängiger Campervans.

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Das Heizkonzept setzt auf ein dieselbetriebenes Webasto-Warmwassersystem, ergänzt durch eine elektrische Fußbodenheizung mit 150 Watt. Damit wird der Ausbau von unten her temperiert – ein Pluspunkt für Winterreisen oder Touren in Hochgebirgsregionen. Ergänzt wird das Ganze durch eine Dachklimaanlage (Webasto CoolTrail 24), die im Sommer für Abkühlung sorgt. Für Luftzirkulation im Alltag sind zwei 12-Volt-Lüfter installiert.

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Modernes Bad mit Trockentrenntoilette, Waschbecken und Dachfenster im MAN HX60 Expeditionsfahrzeug.
Blick in das moderne Bad mit Trockentrenntoilette, Waschbecken und Dachfenster im MAN HX60 Overland Expedition Vehicle. (Foto: motorcraftadventuredevelopments.com)

Die Toilette ist als Separett-Trockentrenntoilette ausgeführt, kombiniert mit einem vollwertigen Nassbad inklusive Regenduschkopf. Dieser Ansatz passt zum Autarkie-Anspruch: weniger Abhängigkeit von Entsorgungsstationen und trotzdem ein hoher Komfortstandard im Alltag.

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Stromversorgung: Victron-System und 1 kW Solar als Herzstück

Die elektrische Anlage ist ein Kernstück dieses Fahrzeugs. Verbaut ist ein vollständiges Victron-Energiesystem mit einem 5 kVA MultiPlus 2 Wechselrichter/Ladegerät. Dazu kommen zwei 24-Volt-LiFePO4-Batterien mit je 200 Ah – zusammen also ein solider Energiespeicher für lange Standzeiten ohne externe Stromquelle. Drei MPPT-Solarladeregler versorgen die Batterien über ein Dachsolarsetup mit insgesamt 1 kW Leistung. Für Vanlife bedeutet das: Kochen, Arbeiten und Wohnen mit weniger Einschränkungen, auch wenn mehrere Tage kein Landstrom zur Verfügung steht.

Im Innenraum sind 230-Volt-Universalsteckdosen und USB-Ladepunkte verteilt, sodass sich Laptop, Kameraausrüstung oder Drohnen-Akkus laden lassen. Vorbereitet ist das Fahrzeug zudem für eine Dachinstallation von Starlink – ein Hinweis darauf, dass hier an digitale Nomaden gedacht wurde, die auch in abgelegenen Regionen zuverlässiges Internet nutzen wollen. Ein Landstromeingang ist ebenfalls vorhanden, etwa für Aufenthalte auf europäischen Camping- oder Stellplätzen.

Kochen, Stauraum und das Highlight an Bord

Die Küche setzt auf elektrische Geräte: ein zweiflammiges AEG-Induktionskochfeld, ein großer 24-Volt-Isotherm-Kühlschrank mit Gefrierfach (Modell CR320) sowie eine Ninja Airfryer 10-in-1 als Backofenersatz. Dieser Verzicht auf Gas passt zu einem modernen, elektrisch dominierten Bordkonzept und macht das System in vielen Ländern einfacher handhabbar. Für die Dunstabfuhr sorgt eine integrierte Dunstabzugshaube.

Außen fallen die durchgehenden Seitenstauboxen am Fahrgestell ins Auge, die viel Stauraum für Ausrüstung, Bergewerkzeug und sperrige Gegenstände bieten. Auf dem Dach sitzt ein individuell gefertigtes System aus Dachreling, Dachkorb und Gepäckträger, ergänzt durch vier LED-Zusatzscheinwerfer. Besonders spannend ist dieser Dachbereich: Er vereint Solarpanels, optionales Internet, zusätzliche Transportkapazitäten und Licht – eine Art Multifunktionsplattform, die das Fahrzeug zum rollenden Basislager macht.

Eine kleine Besonderheit ist die Kombination aus Alcantara-Sitzen mit farblich abgestimmten Nähten in der dreisitzigen Fahrerkabine und dem eher technisch-nüchternen Rest des Fahrerhauses. Dieser Mix aus Nutzfahrzeugtechnik und wohnlicher Anmutung zieht sich durch das ganze Konzept.

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Farbe, Markt und Preis – was bedeutet das für Deutschland?

Optisch fällt der Truck auf: orange Fahrerkabine, grauer Wohnaufbau und schwarze RAPTOR-Akzente. Diese Farbwahl unterstreicht den Expeditionscharakter und setzt ein Statement, das weit entfernt ist von klassischen Weiß-auf-Weiß-Reisemobilen.

Aktuell wird das Fahrzeug in Großbritannien angeboten und ist als rechtsgelenkter Lkw ausgeführt. Für Interessierte in Deutschland bedeutet das nicht nur einen Kauf im Ausland, sondern auch den Umgang mit Rechtslenkung und entsprechender Zulassungsthematik. Der Erwerb eines solchen Fahrzeugs ist daher komplexer als der Kauf eines Standard-Campingbusses beim Händler um die Ecke und erfordert mehr Planung, Zeit und Erfahrung mit Importen.

Der MAN HX60 Overland Expedition Vehicle wird zu einem Preis von 260.000 Britischen Pfund angeboten, was etwa 300.000 Euro entspricht.

Bilder: Hersteller

FAQ

1) Für wen ist der MAN HX60 wirklich sinnvoll – und für wen eher nicht?

Der HX60 ist vor allem für Menschen gebaut, die lange autark stehen, schlechte Pisten fahren und auch in abgelegenen Regionen unabhängig bleiben wollen. Die Kombination aus militärischem Allrad-Lkw, torsionsfreier 4-Punkt-Lagerung und großem Diesel- und Wasservorrat zielt auf echte Expeditionen statt Wochenendtrips. Weniger geeignet ist er für alle, die primär in Städten unterwegs sind, häufig Parkhäuser nutzen oder einen unkomplizierten Camping-Alltag suchen: Größe, Gewicht, Wendekreis und die Lkw-Basis machen ihn im urbanen Umfeld anstrengender als ein Van.

2) Wie autark ist das Fahrzeug im Alltag (Strom, Wasser, Heizen) wirklich?

Die Autarkie ist eine der größten Stärken: 400 Liter Frischwasser plus Filtersystem erlauben lange Standzeiten, ohne ständig nach Versorgung suchen zu müssen. Beim Strom spricht das Victron-System mit 5 kVA Wechselrichter, zwei 24V/200Ah-LiFePO4-Akkus und 1 kW Solar für ein Setup, das Arbeiten, Laden, Licht und viele Haushaltsgeräte abdeckt. Auch das Heiz-/Kühlkonzept ist auf Ganzjahresnutzung ausgelegt: Diesel-Warmwasserheizung, elektrische Fußbodenheizung und eine Dachklimaanlage decken Kälte wie Hitze ab.

3) Was sind die größten Hürden beim Kauf aus Großbritannien für Interessierte aus Deutschland?

Die wichtigsten Stolpersteine sind weniger technisch als organisatorisch: Das Fahrzeug wird in Großbritannien angeboten und ist rechtsgelenkt. Damit kommen Fragen zur Zulassung, zur praktischen Alltagstauglichkeit (Überholen, Mautstationen, Parken) und zur Versicherung auf. Hinzu können Import- und Abwicklungsaufwand, mögliche Umbauten für deutsche Anforderungen sowie die Logistik der Übergabe kommen. Wer sich dafür entscheidet, sollte Zeit für Dokumente, Abnahmen und Planung einrechnen – und idealerweise vorab klären, welche Anpassungen wirklich nötig sind und welche nur „nice to have“ wären.

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