Der Markt für ausgebauten Kastenwagen ist voll von schicken Showcars, doch nur wenige Fahrzeuge sind so konsequent auf autarkes Reisen ausgelegt wie „The Yoho“. Basis ist ein Mercedes Sprinter 2500 mit langem Radstand (170 Zoll, rund 4,32 Meter) aus dem Jahr 2024, Allradantrieb und 2,0‑Liter‑Vierzylinder‑Biturbo-Diesel mit 9‑Gang-Automatik. Schon auf dem Papier ist klar: Dieses Fahrzeug zielt nicht auf Wochenend-Ausflügler, sondern auf Menschen, die ihren Alltag für längere Zeit in den Van verlagern wollen – und dabei auch abseits befestigter Straßen unterwegs sind.
Robustes Basisfahrzeug und Offroad-Paket

Der grün folierte Sprinter (Avery Dennison Wrap) fällt sofort ins Auge, doch wichtiger als die Farbe ist die Kombination aus Allradantrieb und Fahrwerksumbau. Ein Vancompass 6.3 Kit, Rally Struts und Opti Rates heben das Fahrwerk auf ein deutlich reisetauglicheres Niveau, vor allem auf schlechten Pisten. Dazu kommen 17‑Zoll‑Black‑Rhino-Felgen mit K03‑Reifen in der Dimension 275/70 R17 – grob umgerechnet etwa 83 Zentimeter Gesamtdurchmesser. Im Vanlife-Alltag bedeutet das: mehr Bodenfreiheit, bessere Traktion im Gelände und mehr Reserven auf Waschbrettpisten oder Schotterstraßen.
Der Allradantrieb hilft nicht nur im Schnee in den Alpen, sondern auch auf schlammigen Parkplätzen an der Atlantikküste oder bei Anfahrten zu abgelegenen Trailheads. Wer länger unterwegs ist, weiß: Die schönste Stellplatz-App bringt nichts, wenn der Weg dorthin am losen Untergrund scheitert. „The Yoho“ ist genau für diese Situationen vorbereiteter als viele Serien-Camper.
Außen: Trägersysteme, Dachträger und echte Fernreise-Ausstattung

Das Exterieur ist klar auf Funktion getrimmt. Der Stoked Adventure Outfitters Yukon RoofRack trägt nicht nur Solar, Lüfter und Klimaanlage, sondern bietet Platz für zusätzliche Ausrüstung. Dazu kommen Nerf Bars und eine Stoked-Ladder, die den Zugang nach oben erleichtern und die Karosserie seitlich schützen – praktisch in engen Naturpisten oder auf Fähren.

Hinten setzt der Ausbau auf Komponenten von Owl Vans: eine Leiter mit Reserveradträger sowie ein B2 Carrier mit Medium Box. Damit lässt sich sperriges oder schmutzanfälliges Material – von nassen Neoprenanzügen bis zur Recovery-Ausrüstung – außen verstauen. Ergänzt wird das Heck durch einen Owl Vans Pismo Bumper mit integrierter Warren-Winde. Diese Kombination ist im Vanlife-Kontext interessant, weil sie das Sicherheitsgefühl beim Soloreisen in abgelegenen Regionen erhöht: Wer schon einmal auf einem matschigen Forstweg feststeckte, weiß, wie wertvoll eine Winde sein kann.

Licht, Markise und Sicherheit auf Reisen

Bei der Beleuchtung hat „The Yoho“ kaum Wünsche offen. Eine 50‑Zoll‑Nightrider-Lightbar auf dem Dach sorgt für weites Ausleuchten dunkler Pisten – ein Thema, das vor allem in Skandinavien oder im Winter relevant wird, wenn die Tage kurz sind. Zwei zusätzliche, drehbare Flood/Awning-Lights lassen sich gezielt als Arbeitslicht oder zur Ausleuchtung des Bereichs vor der Fiamma-Markise 45S nutzen. So entsteht abends ein nutzbarer Outdoorbereich, selbst wenn der nächstgelegene Campingplatz weit entfernt ist.
Für Sicherheit ist ebenfalls gesorgt: Ein Thunderbolt Lock System erschwert unbefugten Zugriff, während ein 4‑Kamera-Sicherheitssystem das Umfeld im Blick behält. Gerade wer häufiger frei steht oder auch mal Supermärkte in größeren Städten anfährt, profitiert von dieser Rundumsicht. CRL- und AMA-Fenster bringen Tageslicht ins Innere, ohne das Fahrzeug zu sehr nach „Kastenwagen mit Aussparungen“ aussehen zu lassen – ein Vorteil auch in puncto Diskretion beim Stealth-Campen.
Innenraum: Wohnlichkeit trifft Funktionalität

Im Innenraum zeigt sich, dass der Ausbau nicht nur auf robuste Technik setzt, sondern auch auf ein wohnliches Ambiente. Weiße Shiplap-Wände und eine „Slap Style“-Decke in Weiß schaffen einen hellen, skandinavisch anmutenden Look. Epoxidharz-Arbeitsplatten, Lonseal-Bodenbelag und maßgefertigte Einbaumöbel aus eigener Fertigung bringen Stabilität und eine gewisse Yachtanmutung in den Kastenwagen.
Die Sitzposition im Wohnbereich profitiert von einem Limitless Vans Custom Swivel, der es erlaubt, den Sitz in den Wohnraum zu integrieren. Das Bett basiert auf einem CNC-gefrästen Bettpanel von Overland Interiors – ein Detail, das in der Praxis für hohe Stabilität und knarzfreie Nächte sorgt. Breitflächige BroadArrow-Components-Fenster schaffen zusätzlich Licht und Sichtbezug zur Umgebung.
Heizung, Bad und Alltagstauglichkeit

Eines der wichtigsten Themen für Ganzjahres-Vanlife ist der Innenraumkomfort. Hier setzt „The Yoho“ auf ein Rixens MCS7 Hydronic Heating System inklusive Fußbodenheizung. Ein hydronisches System erwärmt das Fahrzeug nicht nur gleichmäßig, sondern ermöglicht auch effiziente Nutzung der Abwärme. Für lange Winteraufenthalte oder nasse Tage in den Bergen ist die Kombination aus Luft- und Fußbodenwärme Gold wert: Feuchte Kleidung trocknet schneller, Kondenswasser reduziert sich, und der Van bleibt auch bei Dauerregen behaglich.
Bei der Wasseranlage kommen 22‑Gallonen-Radkastentanks zum Einsatz, entsprechend rund 83 Litern. Das ist eine praxisgerechte Größe für zwei Personen, die mehrere Tage autark duschen und kochen möchten. Die Anlage ist mit Wasserfilter und separatem Trinkwasserhahn ausgestattet – ein wichtiges Detail, wenn nicht immer glasklares Leitungswasser verfügbar ist. Im Badbereich finden sich eine Laveo Dry Flush Toilette, eine kundenspezifische Edelstahl-Duschwanne und eine Nautilus-Duschtür. Das zusammengenommen ergibt ein Badezimmer, das auch bei täglicher Nutzung gut beherrschbar bleibt, ohne ständig Chemietoiletten leeren zu müssen.
Küche, Stauraum und Komfortdetails
In der Küche setzt der Ausbau auf eine Kombination aus Mikrowelle und Induktionskochfeld. Das passt zur starken elektrischen Infrastruktur (dazu gleich mehr) und ermöglicht es, komplett auf Gas zu verzichten – ein Punkt, der sowohl Sicherheits- als auch Platzvorteile im Stauraum bringt. Die maßgefertigten Schränke nutzen den Innenraum des Sprinters effizient aus und bieten genug Platz für lange Reisen, ohne den Wohnbereich zu erdrücken.
Rolef-Insektenschutz an Türen und Öffnungen sorgt dafür, dass auch in Mücken-Hotspots wie Skandinavien, der Bretagne oder an Seen in Süddeutschland bei offener Tür geschlafen werden kann. Ein Maxxair Fan Deluxe (Modell 7500K) hält die Luft im Fahrzeug in Bewegung, während zwei Nomadic Cooling 12‑Volt-Klimageräte für aktive Kühlung sorgen können – ein seltenes, aber willkommenes Feature für heiße Sommer in Südeuropa oder längere Aufenthalte im Süden.
Elektrik: Autarkie-Level nahe Offgrid-Haus
Die elektrische Anlage ist zweifellos das Herzstück von „The Yoho“ und auch das faszinierendste Feature. Drei Victron-Batterien mit je 330 Ah bei 12 Volt ergeben zusammen 11,88 kWh nutzbare Kapazität. Zum Vergleich: Viele Serien-Camper liegen eher im Bereich von 2 bis 4 kWh. Diese Energiemenge erlaubt einen Alltag mit Induktion, Klimaanlage, Elektronik und Beleuchtung, ohne permanent über den nächsten Landstromanschluss nachdenken zu müssen.
Die Energieflüsse werden über einen Victron Multiplus-II 12/3000/70‑95 120V Inverter/Charger, Smart Battery Protect, Smart BMS, einen Lynx Distributor und weitere Victron-Komponenten gesteuert. Ein Cerbo GX mit GX Touch 70 Display übernimmt das Monitoring der gesamten Anlage. Damit lässt sich der Energiehaushalt sehr präzise verfolgen – ein echter Vorteil, wenn man mehrere Tage autark steht und trotzdem Laptop, Kamera-Akkus und Kühlung versorgen möchte.
Ladeoptionen, Solar und Starlink-Vorbereitung
Für die Energiezufuhr stehen gleich mehrere Wege zur Verfügung. Auf dem Dach liefern 400 Watt Solarleistung konstant Nachschub, sobald die Sonne scheint – genug, um bei guter Einstrahlung den Grundverbrauch abzudecken. Noch eindrucksvoller ist jedoch das Ladepaket über den Motor: Ein Dual-Alternator-Kit im Sprinter mit zusätzlichem 12‑Volt‑270‑Ampere-Generator und Wakespeed-Regelung kann bis zu 330 A Ladestrom liefern. In der Praxis bedeutet das, dass schon eine vergleichsweise kurze Fahrt von ein bis zwei Stunden ausreicht, um die Batteriebank massiv zu füllen.
Ein Orion XS 50A DC-DC-Charger und ein SISO-40 Solar-Isolationsschalter ergänzen das System, hinzu kommen Landstrom („Shore Power“), ein AC-Panel von Blue Sea mit Hauptschalter sowie ein separates DC-Panel. Die elektrische Anlage sitzt in einem temperaturkontrollierten Fach, was der Langlebigkeit der Komponenten zugutekommt – gerade bei extremen Temperaturen ein nicht zu unterschätzender Punkt.
Kommunikation, Audio und Alltag auf Tour
Für viele moderne Vanlifer ist zuverlässiges Internet beinahe so wichtig wie Wasser und Strom. „The Yoho“ trägt dieser Realität mit einem TrioMount 12‑Volt-Starlink-Conversion-Kit der dritten Generation Rechnung. Die Vorbereitung auf Starlink erlaubt es, den Van als rollendes Büro zu nutzen – ob auf einem Pass in den Alpen oder an einer einsamen Küste. In Kombination mit der starken Stromversorgung entsteht so ein mobiles Setup, das auch längere Remote-Work-Phasen zulässt.
Ein Audison-4‑Speaker-Surround-Sound-System liefert den Soundtrack zur Reise, während dimmbare Lichtzonen eine anpassbare Atmosphäre im Wohnraum schaffen – von „Arbeitsmodus“ bis „Leselicht vor dem Schlafengehen“. Remote-zugängliche Elektrik erleichtert die Kontrolle und teilweise auch Steuerung bestimmter Funktionen aus der Ferne, was im Alltag überraschend oft praktisch ist.
Fazit und Fokus-Keyphrase
„The Yoho“ ist kein minimalistischer Budget-Van, sondern ein hochgerüstetes Fernreise-Fahrzeug auf Mercedes-Sprinter-Basis, das vor allem Vielreisende und digitale Nomadinnen und Nomaden anspricht. Der konsequente Offroad-Fokus, die starke elektrische Anlage mit 11,88 kWh Batteriekapazität und die Wintertauglichkeit durch hydronische Heizung und Fußbodenwärme machen ihn zu einem ernsthaften Werkzeug für alle, die Vanlife nicht nur als Urlaub, sondern als Lebensweise betrachten.
Der Preis für „The Yoho“ wird je nach Ausstattung und Marktsituation individuell kalkuliert und liegt im Segment hochwertiger, professioneller Sprinter-Ausbauten mit Vollausstattung.
Bilder: Hersteller











