Der Tuolumne von Field Van macht nicht viel Aufhebens um sich. Genau das ist sein Punkt. Er steht auf Ford Transit mit Hochdach und Allradantrieb und zählt als Meadow M1 zu jener Van-Klasse, die zwischen klassischem Reisemobil und handlichem Campervan ihren Platz sucht. Das Ziel ist klar: Ausstattung auf kleinem Fuß, dazu ein Format, das noch in eine normale Parklücke passen soll. Für Vanlife-Reisende, die nicht bei jedem Kaffee, jeder Türöffnung und jedem Abendstopp erst nach großem Stellraum suchen wollen, ist das ziemlich stimmig.
Ein Meadow M1 auf Ford-Transit-Basis

Grundlage des Tuolumne ist ein Ford Transit AWD. In der Beschreibung ist von 146 Zoll Radstand die Rede, also rund 3,71 Meter; in der Produktspezifikation stehen 148 Zoll, das sind etwa 3,76 Meter. Die kleine Abweichung ändert am Konzept nichts. Der Ausbau setzt auf einen hoch bauenden Transit mit Allradantrieb. Genau so soll diese Plattform im Alltag funktionieren: nicht als Raumwunder, sondern mit Reichweite, brauchbarer Alltagstauglichkeit und etwas mehr Gelassenheit, wenn der Asphalt nicht ganz sauber bleibt.
Offiziell läuft der Tuolumne als Field Van Modell Meadow M1. Sechs Sitzplätze sind angegeben, geschlafen wird zu zweit. Damit zielt der Van klar auf Paare oder Reisende, die tagsüber gern Mitfahrer dabeihaben, nachts aber einen sauberen, klaren Grundriss wollen.
Wohnraum, der sich nicht nach Kompromiss anfühlt

Im Heck sitzt das zentrale Möbel dieses Ausbaus: ein großes Klappsofa. Es bietet Platz für bis zu vier Personen und wird zum Schlafen zum Queensize-Bett. Genau deshalb funktioniert der Tuolumne so gut. Das Sofa übernimmt mehrere Aufgaben. Tagsüber Lounge, Essplatz oder Rückzugsort, nachts Liegefläche. In einem Van dieser Klasse zählt jedes Bauteil doppelt, wenn es mehr als nur eine Funktion erfüllt.
Das Sofa als Herzstück des Campers
Dieses Sofa prägt den ganzen Charakter des Fahrzeugs. Ein Campervan kann technisch stark ausgerüstet sein und trotzdem kühl wirken, wenn der Wohnbereich nicht trägt. Hier ist das anders. Mit wenigen Handgriffen wechselt der Raum vom Sitzbereich zum Schlafplatz, vom Fahrmodus zur kleinen Wohnung auf Rädern. Für Vanlife heißt das: weniger Umbau, mehr Routine. Wer an einem See, am Waldrand oder auf einem einfachen Stellplatz ankommt, braucht keinen großen Aufbau. Türen auf, Sitze drehen, Sofa nutzen. Der Raum ist sofort da.
Küche an der Schiebetür, Natur direkt daneben

Die Küche sitzt auf der Beifahrerseite. Dort gibt es eine Galley mit Spüle und Herd sowie eine Arbeitsfläche, an der man bei geöffneten Seitentüren stehen und Essen vorbereiten kann. Nüchtern betrachtet ist das unspektakulär. Im Camperalltag ist es ein klarer Vorteil. Kochen wird nicht in eine enge Ecke gedrängt, sondern näher an draußen gerückt. Genau diese Schnittstelle zwischen Innenraum und Landschaft macht viele kompakte Reisemobile so brauchbar.
Zur Ausstattung zählen unter anderem eine Spüle, ein Induktions-Einzelkochfeld, ein Isotherm Freeline 115 Elegance Kühlschrank sowie eine Mikrowelle. Die Arbeitsplatte ist als Butcher-Block-Counter in Ahorn ausgeführt. Das bringt etwas Wärme in den Innenraum und passt zu einem Ausbau, der funktional bleibt, ohne steril zu wirken.
Bad, Dusche und ein überraschend kompletter Ausbau

Auf der Fahrerseite sitzt ein Bad- und Duschabteil. Außen daran findet sich ein großer Spiegel. Genannt werden außerdem eine Bifold-Tür mit Spiegeln im Badbereich sowie eine Porta Potti Curve. Für einen Campervan dieser Größe ist das ein wichtiger Punkt. Der Tuolumne setzt nicht nur auf Schlafen und Kochen, sondern bringt eine sanitäre Lösung mit, die autarkes Reisen deutlich angenehmer macht.
Die drehbaren Vordersitze verstärken das offene Raumgefühl im Grundriss. Sobald sie geschwenkt sind, trennt das Cockpit den Wohnbereich nicht mehr starr ab. Der Van wirkt dadurch weniger wie ein Transporter mit Einbauten, eher wie ein kleiner, zusammenhängender Wohnraum. Das zahlt sich besonders auf längeren Touren aus, wenn Regen, frühe Dunkelheit oder ein windiger Abend den Aufenthalt nach innen schieben.
Autarkie mit Lithium, Solar und kräftigem Wechselrichter

Technisch ist der Tuolumne ordentlich aufgestellt. Drei Lithium-Batterien vom Typ Expion360 mit jeweils 120 Ah ergeben zusammen 360 Ah Kapazität. Dazu kommen ein Xantrex-Wechselrichter mit 3000 Watt, ein Redarc DC-to-DC-Ladegerät sowie Solar-Controller und Verkabelung. Auf dem Dach arbeiten zwei Zamp-Solarpaneele mit jeweils 90 Watt, also zusammen 180 Watt. Ein Solar Plug ist ebenfalls aufgeführt.
Für Vanlife ist genau diese Kombination wichtig. Kühlung, Licht, Laden von Geräten, Induktionskochen oder kleine Verbraucher hängen nicht an jedem Campingplatz. Ergänzt wird das Paket durch eine ProAir 12V-Dachklimaanlage, einen MaxxAir #4500 Dachlüfter vorn und eine Timberline 5B Gas-Heizung von Elwell. Damit ist der Ausbau für verschiedene Wetterlagen gerüstet – vom heißen Standtag bis zum kühlen Morgen.
Außen robust, innen ungewöhnlich stimmig

Auch außen zeigt der Tuolumne klare Reiseabsichten. Eine Fiamma F45S Markise mit 10 Fuß Länge, also rund 3,05 Metern, schafft Schatten am Fahrzeug. Am Heck sitzt ein Aluminess-Reifenhalter für die Fahrertür des Transit mit mittlerem oder hohem Dach. Dazu kommen ein Quigley Q-Lift mit originalem Stabilisator sowie Goodyear Wrangler Duratrac Reifen in der Größe LT245/75R/16. Die Heckscheiben sind als Full Glass ausgeführt, dazu gibt es ein Full Glass Slider Fenster.
Materialien mit eigenem Ton
Innen setzt Field Van auf Deep Blue Sea für untere und obere Schränke sowie Kanten, auf Loncoin Moonstone als Bodenbelag und auf Byrne Silver Grey für Dachhimmel, Fensterverkleidungen, Türpaneele, Galley Shelf und weitere Bereiche. Der Rücksitz ist mit Sunbrella Cast Silver bezogen. Edelstahlverschlüsse, Arctic Coverings in Range Custom und der Ahorn-Butcher-Block runden den Stil ab. Das wirkt weniger wie ein nüchterner Zweckausbau, eher wie ein bewusst gestalteter Tiny-Home-Innenraum.
Für Deutschland spannend, aber wohl nicht ganz einfach

Der Tuolumne ist klar im Umfeld von Field Van verortet und wirkt damit vor allem wie ein US-amerikanischer Ausbau. Eine reguläre Verfügbarkeit in Deutschland wird nicht genannt. Für Leserinnen und Leser hierzulande heißt das: So ein Fahrzeug dürfte nicht einfach beim nächsten Händler stehen. Wer sich für genau diesen Grundriss interessiert, muss vermutlich mit einer schwierigeren Beschaffung rechnen.
Trotzdem bleibt der Tuolumne ein interessanter Blick über den Tellerrand. Er zeigt, wie viel Wohnqualität in einen hoch bauenden Transit passt, wenn Sofa, Küche, Bad und Technik sauber zusammenspielen. Sein stärkster Punkt ist nicht ein einzelnes Detail, sondern die Mischung: sechs Sitzplätze, Schlafplatz für zwei, Allradantrieb, kompakter Anspruch und ein Innenraum, der unterwegs tatsächlich bewohnbar wirken soll. Ein Preis wird nicht genannt.
Bilder: Hersteller
FAQ
Für wen eignet sich der Tuolumne am besten?
Der Tuolumne passt vor allem zu Paaren oder Alleinreisenden, die kompakt unterwegs sein möchten, aber nicht auf einen vollwertigen Ausbau verzichten wollen. Durch die sechs Sitzplätze kann er zwar auch im Alltag oder für Ausflüge mit mehreren Personen interessant sein, doch der eigentliche Wohn- und Schlafkomfort ist klar auf zwei Reisende ausgelegt. Wer häufig lange Touren macht, spontan übernachtet und dabei Wert auf ein Bad, eine gute Küche und autarke Technik legt, dürfte mit diesem Konzept mehr anfangen können als mit einem einfachen Weekender. Für große Familien ist der Grundriss dagegen eher nicht gedacht.
Was macht den Grundriss dieses Campers besonders?
Besonders ist vor allem, wie ausgewogen der Innenraum wirkt. Das große Klappsofa im Heck funktioniert tagsüber als Aufenthaltsbereich und nachts als Bett, ohne dass der Van seinen klaren Aufbau verliert. Dazu kommt die Küche direkt an der Schiebetür, wodurch Kochen offener und luftiger wirkt als in vielen kompakten Campervans. Das Bad ergänzt den Ausbau um einen Komfortpunkt, der auf Reisen viel ausmachen kann. Entscheidend ist aber das Zusammenspiel aller Bereiche: Der Tuolumne wirkt nicht wie ein Fahrzeug voller Einzelmodule, sondern wie ein kleiner Wohnraum, der im Alltag schnell und unkompliziert nutzbar bleibt.
Ist der Tuolumne eher ein Reisemobil oder ein alltagstauglicher Campervan?
Genau zwischen diesen beiden Welten liegt sein Reiz. Der Tuolumne bietet mit Bett, Küche, Bad, Lithium-Stromsystem, Solar und Klimatisierung eine Ausstattung, die man eher von einem kleinen Reisemobil erwarten würde. Gleichzeitig bleibt er auf Ford-Transit-Basis deutlich näher am klassischen Campervan als ein großes Wohnmobil. Das dürfte ihn im Alltag handlicher machen, etwa beim Parken, auf schmaleren Straßen oder bei spontanen Stopps. Wer ein Fahrzeug sucht, das nicht nur auf dem Campingplatz funktioniert, sondern auch auf längeren Roadtrips flexibel bleibt, findet hier ein Konzept, das Komfort und Beweglichkeit ziemlich überzeugend miteinander verbindet.















