5,45 Meter lang, 2,27 Meter breit, 2,04 Meter hoch. Der Westfalia Kipling bleibt damit noch handlich genug für Alltag, Stadtverkehr und enge Küstenstraßen. Zugleich liefert er deutlich mehr Reisekomfort als ein reiner Transporter mit Matratze. Genau da sitzt sein Punkt: ein ausgebauter Van, der nicht nur schlafen lässt, sondern unterwegs ein kleines Zuhause gibt.
Westfalia beschreibt den Kipling als neuen Van mit einer für die Marke bislang ungewohnten Konfiguration. Gedacht ist er für Menschen, die Unabhängigkeit wollen, aber auf Komfort, Stauraum und saubere Details nicht verzichten möchten.
Kompakter Ford Transit Custom mit vier Plätzen

Basis ist der Ford Transit Custom II. Unter der Haube arbeitet ein 2,0-Liter-TDCi mit 136 PS, optional gibt es eine Variante mit 170 PS. Serienmäßig schaltet ein manuelles 6-Gang-Getriebe, als Option ist eine 8-Gang-Automatik vorgesehen. Für einen Campervan dieser Größe ist das eine vernünftige Kombination: genug Reserve für längere Etappen, aber weiterhin ein Format, das nicht nach schwerem Reisemobil wirkt.
Vier eingetragene Sitzplätze machen den Westfalia Kipling familientauglich oder interessant für Paare, die gern mit Freunden unterwegs sind. Der Kraftstofftank fasst 55 Liter. Die Gesamthöhe von 2,04 Metern zählt im Alltag, weil viele Campervans nicht an der Länge scheitern, sondern an Parkhäusern, Schranken und engen Zufahrten.
Das faszinierende Detail: Querbett und Soute XXL

Das stärkste Konzept sitzt im Heck. Der Westfalia Kipling hat ein permanentes, herausnehmbares und modulares Querbett. Das ist mehr als nur eine Schlafgelegenheit. Es öffnet den Zugang zu einer Soute XXL, also einem besonders großen Stauraum für Freizeit- und Abenteuergepäck. Wer mit Paddleboard, Ski, Campingmöbeln oder sperriger Ausrüstung reist, kennt das Problem klassischer Campervans. Irgendwo steht immer etwas im Weg.
Mehr Stauraum ohne riesiges Fahrzeug

Genau hier setzt der Kipling an. Die große Heckgarage verbindet den Nutzen eines kompakten Nutzfahrzeugs mit dem Komfort eines Freizeitmobils. Optional gibt es die Soute XXL mit Riffelblech. Das passt zu einem Van, der nicht nur für Wochenendtrips auf glattem Stellplatzboden gedacht ist, sondern auch für Touren, bei denen nasse Schuhe, Sportgerät und robuste Ausrüstung mitfahren.
Das Querbett wird mit 190 x 130 Zentimetern genannt, in den technischen Daten außerdem mit 188 x 65 oder 188 x 130 Zentimetern. Die Botschaft ist klar: Der Schlafbereich ist variabel gedacht.
Vier Schlafplätze auf nur 5,45 Metern

Zum Querbett kommt ein Aufstelldach mit Doppelbett. Dort stehen 192 x 128 Zentimeter zur Verfügung. Damit kommt der Van auf vier Schlafplätze, ohne in die Länge eines großen Kastenwagens zu wachsen. Für Familien ist das ein klarer Vorteil, für Paare bedeutet es Flexibilität: oben schlafen, unten Stauraum nutzen, oder bei schlechtem Wetter die Liegeflächen anders organisieren.
Im geöffneten Zustand bringt das Aufstelldach den Kipling auf 3,10 Meter Höhe. Die Zeltbahn bietet eine 240-Grad-Panoramasicht mit Moskitonetz. Ein Detail, das im Alltag zählt: morgens Luft im Dach, abends Blick Richtung Horizont, nachts das Gefühl, nicht völlig von der Landschaft abgeschnitten zu sein.
Doppelte Schiebetüren für mehr Alltagstauglichkeit

Dazu kommen doppelte seitliche Schiebetüren. Das erleichtert den Zugang auf engen Stellplätzen, am Straßenrand oder beim schnellen Zwischenstopp. Dachschienen können für Ski, Paddle oder Kajak genutzt werden; die maximale Last liegt bei 25 Kilogramm.
Küche, Wasser und Wärme für längere Touren

Im Innenraum setzt der Westfalia Kipling auf eine ausgestattete Küche mit Arbeitsfläche, zweiflammigem Gaskocher und vielen Staufächern. Der Kühlschrank fasst 51 Liter, der Frischwassertank 50 Liter und der Abwassertank ebenfalls 50 Liter. Für einen kompakten Campervan sind das brauchbare Werte, besonders wenn nicht jeden Abend ein Campingplatz angesteuert werden soll.

Zum Küchensystem gehören zwei Gasflaschen mit 1 x 2,7 Kilogramm und 1 x 0,4 Kilogramm, damit die Nutzung der Kochstellen nicht so schnell unterbrochen wird. In den technischen Angaben wird die Gasflaschenkapazität mit 2,75 Kilogramm geführt. Warmwasser liefert ein Truma-Gassystem, während ein Webasto-Dieselheizsystem mit 2.000 Watt für Wärme sorgt.


Innenraum mit Lounge-Gefühl statt reiner Zweckkabine
Der Westfalia Kipling will nicht nur ein Transporter mit Möbeln sein. Der Wohnbereich umfasst einen Salon, integrierte LED-Beleuchtung mit variabler Lichtintensität und eine hochwertige Polsterung. Die Vordersitze sind drehbar, beheizbar und mit Lordosenverstellung ausgestattet. Dazu kommt eine automatische Klimaanlage. Gerade auf längeren Reisen zählt diese Mischung: tagsüber fahren, abends sitzen, nachts schlafen, ohne dauernd umbauen zu müssen.
Auch bei den Oberflächen setzt Westfalia auf sorgfältige Verarbeitung und hochwertige Materialien. Bei den Polstern stehen Tissu bi-matière Missouri und Hampton zur Auswahl. Für die Karosserie werden Blanc glacier, Gris Moondust, Gris magnetic, Bleu azur und Rouge artisan genannt, wobei die Metallic-Lackierungen als Option geführt werden.
Ausstattung mit Blick auf Sicherheit
Der Ford Transit Custom bringt zahlreiche Fahrassistenzsysteme mit, die Reisen sicherer machen sollen. Das passt zu einem Van, der nicht nur am Ziel funktionieren muss, sondern auch auf langen Autobahnetappen, Landstraßen und Alpenrouten Vertrauen geben soll.
Ein Westfalia mit viel Geschichte im Rücken
Der Name Westfalia hat im Campingbereich Gewicht. Die Geschichte reicht bis zu frühen Fahrzeugumbauten auf Volkswagen-Basis im Jahr 1951 zurück, später folgten Modelle wie Camping Box, James Cook, Sven Hedin, Club Joker, Nugget, California-Serie und Marco Polo. Der Kipling steht nun als Teil einer jüngeren Modellgeneration auf Ford-Transit-Custom-Basis da.
Seine Rolle ist klar: ein kompakter Premium-Campervan mit vier Plätzen, großem Stauraum, echter Küche, variablen Betten und einer Höhe, die noch nicht nach schwerem Reisemobil aussieht. Er dürfte vor allem jene ansprechen, die viel Ausrüstung mitnehmen, aber kein langes Fahrzeug fahren möchten.
Der Westfalia Kipling startet bei 66.800 Euro.
Bilder: Hersteller
FAQ
Für wen eignet sich der Westfalia Kipling besonders?
Der Westfalia Kipling passt vor allem zu Reisenden, die einen kompakten Campervan suchen, beim Komfort aber keine großen Abstriche machen wollen. Interessant ist er für Paare, kleine Familien und aktive Menschen, die oft Sport- oder Campingausrüstung dabeihaben. Gerade die Kombination aus vier Schlafplätzen, Alltagstauglichkeit und großem Stauraum macht ihn vielseitig. Wer ein sehr großes Reisemobil zu unhandlich findet, bekommt hier eine ausgewogene Lösung. Der Kipling ist damit ideal für Wochenendtrips, Roadtrips durch Europa und spontane Kurzreisen, bei denen Flexibilität, Wohngefühl und ein noch stadttaugliches Fahrzeugformat entscheidend sind.
Was macht den Stauraum im Westfalia Kipling so besonders?
Der Stauraum gehört zu den stärksten Argumenten dieses Modells. Auffällig ist die Soute XXL im Heck, die in Verbindung mit dem modularen Querbett deutlich mehr Möglichkeiten schafft als viele klassische Campervans. So lässt sich sperrige Ausrüstung wie Ski, Paddleboards, Klappmöbel oder Reisegepäck deutlich praktischer unterbringen. Das ist vor allem für Menschen wichtig, die nicht nur von Campingplatz zu Campingplatz fahren, sondern aktiv unterwegs sind. Der Kipling verbindet damit Wohnkomfort und Nutzwert auf sinnvolle Weise. Statt ständig umzuräumen, bleibt der Innenraum besser organisiert, was auf längeren Touren den Alltag im Van spürbar angenehmer macht.
Ist der Westfalia Kipling eher ein Freizeitmobil oder auch alltagstauglich?
Der Kipling versucht genau diese beiden Welten miteinander zu verbinden. Einerseits bietet er typische Camper-Qualitäten wie Küche, Schlafplätze, Frisch- und Abwassertanks sowie Heizung und Aufstelldach. Andererseits bleibt er mit seiner Länge von 5,45 Metern und einer Höhe von 2,04 Metern deutlich handlicher als viele größere Reisemobile. Das macht ihn auch im Alltag interessant, etwa für Einkäufe, Stadtfahrten oder Ausflüge ohne lange Reiseplanung. Natürlich bleibt er ein Campervan und kein Kleinwagen, doch seine Abmessungen wirken praxistauglich. Gerade darin liegt seine Stärke: reisen, übernachten und spontan losfahren, ohne ein übergroßes Fahrzeug im Alltag bewegen zu müssen.














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