Es gibt Camper, die vor allem über Effizienz kommen. Und es gibt Fahrzeuge, die unterwegs spürbar mehr Aufenthaltsraum schaffen. Der Bunnylounge 2.0 gehört klar in die zweite Gruppe. Der Familiencamper auf Basis des Mercedes-Benz Sprinter zeigt, wie sich Größe, Nutzwert und gemeinsames Reisen unter einem Dach zusammenbringen lassen. Basis ist ein Mercedes-Benz Sprinter 419 mit permanentem Allradantrieb, Baujahr 2023, in der gezeigten Konfiguration mit Länge 3 und Höhe 2. Dazu kommen satte sieben Meter Fahrzeuglänge – kein Format für maximale Kompaktheit, sondern für echtes Raumgefühl.
Genau da setzt dieser Ausbau an. Der Bunnylounge 2.0 richtet sich an Leute, die unterwegs nicht nur Erlebnisse sammeln, sondern auch den Schlafplatz teilen wollen. Statt engem Grundriss setzt das Fahrzeug auf ein Raumkonzept, das Großzügigkeit und Funktion in Balance halten soll. Der Wohnbereich ist bewusst vom Cockpit getrennt. Das schafft Bewegungsfreiheit und gibt dem Innenraum einen hellen, offenen Eindruck.
Ein Grundriss, der Gemeinschaft wirklich ernst nimmt

Im Zentrum steht die u-förmige Sitzgruppe im Heck. Mehr als nur Lounge. Sie ist der soziale Mittelpunkt des Fahrzeugs. Bis zu sechs Personen können hier sitzen – im Camper-Segment ein bemerkenswerter Wert. Für Familien oder Reisende, die gern Besuch bekommen, ist das ein klarer Vorteil. Vanlife läuft hier nicht auf Rückzug ins Minimalistische hinaus, sondern auf gemeinsame Zeit in einem kompakten, aber klug genutzten Raum.

Interessant ist die Wandlungsfähigkeit dieses Bereichs. Aus der u-förmigen Sitzgruppe wird ein Bett mit 1750 x 2000 mm Liegefläche. Das trifft den Charakter des Bunnylounge 2.0 ziemlich genau: tagsüber Treffpunkt, abends Schlafplatz. Unter den Sitzflächen steckt außerdem viel Stauraum, dazu ist dort die gesamte Technik untergebracht. Das hält den Innenraum ruhig und aufgeräumt. Ein zusätzlicher Einzelsitz im Wohnbereich sowie ein modularer Möbelbaustein für einen weiteren Sitzplatz zeigen, wie stark der Ausbau auf Flexibilität ausgelegt ist.
Die Lounge als faszinierendes Herzstück

Der markanteste Zug dieses Fahrzeugs sitzt genau hier im Heck. Viele Camper definieren sich über Bettmaße, Badgröße oder Zutaten fürs Gelände. Der Bunnylounge 2.0 erzählt die Sache anders – über die Lounge. Sie macht aus dem Ausbau einen Familiencamper im eigentlichen Sinn. Hier wird nicht nur geschlafen oder gegessen, hier wird das Fahrzeug zum Aufenthaltsort. Die Möblierung und die gewählten Oberflächen sollen dafür ein eigenständiges Raumgefühl erzeugen. Unterstützt wird das durch runde Oberschränke, die optisch mit der Decke verschmelzen.
Für Vanlife mit mehreren Personen ist das ein schlüssiger Ansatz. Gemeinsames Reisen scheitert oft nicht am Fahren, sondern am Aufenthalt im Fahrzeug bei Regen, kühlen Abenden oder langen Standzeiten. Genau dann trennt sich brauchbarer Grundriss von netter Idee. Der Lounge-Bereich im Heck ist deshalb kein Beiwerk, sondern der Kern des Konzepts.
Küche zwischen Landstrom und Autarkie

Auch die Küche ist klar auf unterschiedliche Reisesituationen ausgelegt. Verbaut ist eine L-Form-Küche mit Hybridkochfeld. Konkret: eine Induktionskochstelle und zwei Gaskochfelder. Am Landstrom läuft die Induktion, im autarken Betrieb übernehmen die zwei Gasflammen. Für längere Reisen ist das praxisnah, weil es im Alltag Spielraum schafft, ohne sich an nur eine Energiequelle zu binden.

Dazu passt der 70-Liter-Kompressor-Kühlschrank Dometic R10.4 70 mit Doppelscharnier an der Tür sowie eine zusätzliche Kompressor-Kühlschublade Dometic CD 30 mit 30 Litern Volumen. Macht zusammen 100 Liter Kühlraum. Gerade im Familiencamper ist das keine Nebensache: Wer mehrere Personen versorgt, merkt solche Reserven bei Lebensmitteln und Getränken schnell.


Technik, die den Reisealltag spürbar erleichtert

Die Technik folgt hier klar dem Nutzwert. Eine Truma 6 DE Dieselluftstandheizung mit 10-Liter-Warmwasserboiler übernimmt Heizung und Warmwasser. Dazu kommt eine Fußbodenheizung im Gangbereich – gerade in der kühleren Jahreszeit ein Detail, das funktional spürbar angenehmer machen kann. Der 100-Liter-Frischwassertank versorgt Bad, Küche und Heckdusche. Auch das macht den Bunnylounge 2.0 für längere Etappen interessant.
Im Bad setzt der Ausbau auf ein Duschbad mit Trockentrenntoilette und Edelstahl-Duschwanne. Dazu kommen eine Simarine Kontrolleinheit für den Überblick sowie ein Multimedia-System mit WLAN und TV. Außen unterstützt eine Solaranlage mit 320 Watt die Energieversorgung. Für das Klima an Bord sind eine große Dachklimaanlage von Dometic mit Fenster und 2200 Watt Leistung sowie ein Maxx Fan Dachlüfter verbaut. Im Reisealltag heißt das: mehr Reserve bei Hitze, mehr Komfort bei längeren Standzeiten und mehr Kontrolle über das Bordleben.
Markanter Auftritt auf Sprinter-Basis
Auch außen zeigt der Camper klaren Charakter. In den Kühlergrill integrierte Lazer Light Elite 750 Scheinwerfer setzen einen robusten Akzent, dazu kommt die Raptor Lackierung aller Kunststoffteile. Der 18-Zoll-Radsatz mit Delta Klassik Schwarz Matt und LOADER AT Reifen passt zum Auftritt des Fahrzeugs und ergänzt den permanenten Allradantrieb des Sprinter stimmig. Das wirkt nicht aufgesetzt, sondern konsequent für einen Reisecamper mit Präsenz.
Unterm Strich ist der Bunnylounge 2.0 kein klassischer Kastenwagen für Puristen, sondern ein eigenständiger Familiencamper mit speziellem Layout und klarem Fokus auf Gemeinschaft. Seine Stärke hängt nicht an einem einzelnen Zahlenwert, sondern daran, wie Wohnlichkeit, Variabilität und Technik zusammenarbeiten. Für Familien und für alle, die Reisen als gemeinsame Zeit sehen, ist dieses Konzept klar interessant.
FAQ
Für wen eignet sich der Bunnylounge 2.0 besonders?
Der Bunnylounge 2.0 passt vor allem zu Familien oder Reisenden, die unterwegs nicht nur mobil sein, sondern auch gemeinsam ordentlich wohnen wollen. Sein größter Vorteil ist das großzügige Lounge-Konzept im Heck, das mehreren Personen Platz gibt und den Camper zum sozialen Raum macht. Wer oft mit Kindern reist, bei schlechtem Wetter viel Zeit im Fahrzeug verbringt oder Freunde empfängt, profitiert von diesem Grundriss besonders. Für Paare mit sehr reduziertem Anspruch kann das Fahrzeug schon fast zu groß wirken. Für gemeinschaftlich orientierte Reisende liegt genau darin aber der entscheidende Pluspunkt.
Was macht den Grundriss dieses Campers so besonders?
Besonders ist die klare Ausrichtung auf Gemeinschaft statt auf reine Flächeneffizienz. Viele Camper priorisieren ein festes Bett oder möglichst viel Stauraum, der Bunnylounge 2.0 stellt die u-förmige Hecklounge bewusst ins Zentrum. Dadurch entsteht eher das Gefühl eines kleinen Aufenthaltsraums als das eines klassischen Kastenwagens. Gleichzeitig bleibt der Ausbau funktional, weil sich die Sitzgruppe in eine große Liegefläche verwandeln lässt und wichtige Technik platzsparend integriert ist. Genau diese Mischung aus Aufenthaltsqualität, Flexibilität und Alltagstauglichkeit macht das Konzept ungewöhnlich und für Familien sehr attraktiv.
Wie alltagstauglich ist der Bunnylounge 2.0 auf längeren Reisen?
Auf längeren Reisen wirkt der Bunnylounge 2.0 durchdacht, weil viele Ausstattungsdetails klar auf Komfort und Selbstständigkeit zielen. Die Kombination aus Hybridkochfeld, großem Kühlvolumen, Heizsystem mit Warmwasser, Solaranlage und Frischwassertank stützt einen flexiblen Reisealltag deutlich. Auch das Bad, die Klimatisierung und zusätzliche Stauraumlösungen sprechen dafür, dass der Camper nicht nur für Wochenendtrips gedacht ist. Klar ist aber auch: Sieben Meter Fahrzeuglänge verlangen beim Parken und Rangieren ihren Tribut. Wer das akzeptiert, bekommt im Gegenzug ein Reisefahrzeug, das Wohnlichkeit und Funktion auf langen Etappen überzeugend zusammenbringt.
Bilder: Hersteller















