Clesana X1 auf der Baustelle
Auch im Baustellenbereich sind viele Arbeiter die Woche über unterwegs und brauchen auf der Baustelle eine zuverlässige Toilette. Genau hier kommt die C1 von Clesana zuverlässig zum Einsatz.

Clesana auf der Baustelle: Wie Vp TPA Mobile Straßen seine Monteure mit Toilette und Dusche versorgt

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Mitten auf dem Feld soll ein Windrad errichtet oder ein Strommast erneuert werden – doch eine befestigte Zufahrt gibt es dort oft nicht. Damit Schwerlasttransporter, Kräne und andere schwere Fahrzeuge auch auf anspruchsvollem Untergrund sicher ans Ziel gelangen, verlegt die Vp GmbH mit ihrer Division TPA Mobile Straßen temporäre Fahrwege aus Aluminium- und Stahlplatten. Eine besondere Herausforderung war dabei die zuverlässige Bereitstellung sanitärer Einrichtungen direkt am Einsatzort. Heute fährt die Lösung einfach mit – eine eigens entwickelte Sanitärkabine, in deren Zentrum eine Verschweiß-Toilette des Schweizer Herstellers Clesana sitzt. vanlifemag.de hat mit den Verantwortlichen über dieses ungewöhnliche Projekt gesprochen.

Wer hinter dem Sanitärprojekt steht

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Thomas Thumalla
Thomas Thumalla

Für vanlifemag.de führte Chefredakteur Martin Zink das Gespräch – er kennt die Schweizer Firma Clesana seit Jahren aus dem Campingsegment; deren Toiletten hat er als Beta-Tester begleitet. Rede und Antwort standen zwei Fachleute von Vp: Mona Reisdorffer, die dort die Unternehmenskommunikation leitet, und Thomas Thumulla, Leiter für technische Entwicklung und Strategie. Thumulla verantwortet die Konfiguration der gesamten Fahrzeugflotte. „Ich schaue, was wir verbessern können, um unseren Mitarbeitern ordentliche Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen“, sagt er. Genau aus diesem Anspruch heraus ist die mobile Nasszelle entstanden.

Mobile Straßen für die Energiewende

Das Geschäft von TPA Mobile Straßen klingt simpel, ist aber aufwendig. Wo dauerhaft keine feste Zufahrt gebaut werden soll – etwa zu einem Windrad mitten im Acker –, verlegt das Team temporäre Wege aus Metallplatten. „Wir kommen mit unseren Lkw mit Heckladekran, legen die Platten vom Rand aus rückwärts hin und schaffen so eine temporäre Straße“, beschreibt Thumulla den Ablauf. Meter für Meter, Kilometer für Kilometer arbeiten sich die Monteure voran. Nach der Montage werden die Wege wieder abgebaut, die Fläche bleibt landwirtschaftlich nutzbar. Vorwiegend ist Vp in Deutschland aktiv, teils europaweit. Rund 130 Menschen arbeiten im Unternehmen und knapp 30 bis 40 übernachten unterwegs im Fahrerhaus ihres LKW.

Das Problem: keine Toilette auf dem Acker

Fest eingebaute Clesana
Festeingebaute Clesana C1.

„Unsere Kollegen sind bundesweit unterwegs und übernachten im Lkw. Die Bereitstellung sanitärer Einrichtungen auf ständig wechselnden Einsatzorten stellt dabei eine besondere organisatorische Herausforderung dar“, schildert Thumulla die Ausgangslage. „Als Arbeitgeber sind wir nach der Arbeitsstättenverordnung verpflichtet, unseren Beschäftigten entsprechende Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Gerade auf abgelegenen Baustellen ist das jedoch oft mit erheblichem Aufwand verbunden.“, wie Thumulla betont. Die Lösung musste deshalb dauerhaft mitfahren – und genau das war der Ausgangspunkt für die Entwicklung einer eigenen mobilen Sanitärlösung.

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Die Nasszelle hinter dem Fahrerhaus

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Entstanden ist eine kompakte Kabine, die direkt hinter dem Fahrerhaus auf dem Rahmen sitzt – baulich getrennt von der Ladefläche, damit nichts reißt oder in Mitleidenschaft gezogen wird. Sie besteht aus Kunststoffpaneelen, ist rund 2,50 Meter breit und ebenso hoch; die Kollegen können darin bequem stehen, erzählt Thumulla. Ein Bereich beherbergt die Technik mit Pumpen und Wasservorrat, auf der Fahrerseite liegen Toilette, Dusche und Waschbecken. „Stellen Sie sich ungefähr ein Bad in einem großen Wohnmobil vor“, sagt er. Rund 100 Liter Frischwasser werden mitgeführt. Das Dusch- und Waschwasser gelangt über eine Förderanlage in einen Schwarzwasserbehälter und wird später fachgerecht entsorgt – nichts davon endet in der Umwelt.

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Warum die Wahl auf Clesana fiel

Bei der Toilettentechnik standen Chemietoilette, Trockentrenntoilette und Verschweiß-Toilette zur Wahl. Den Ausschlag zur konkreten Auswahl gab die Hygiene. Clesana, ein seit 2009 produzierender Hersteller aus dem schweizerischen Grabs, verschweißt jede Hinterlassenschaft per Thermo-Druck-Verfahren luftdicht in einer Hochbarriere-Folie – ein Prinzip, das ursprünglich aus der Medizintechnik stammt und ohne Wasser und Chemie auskommt. Für Vp war entscheidend, dass die Fahrzeuge wechselnde Nutzer haben, etwa bei Urlaub oder Krankheit. „Der größte Vorteil war der hygienische Punkt: Jeder entsorgt für sich selbst, was er hinterlässt“, sagt Thumulla. Bei einer Chemietoilette bleibe dagegen unklar, wer die Reinigung übernimmt. Hinzu kommt die Entsorgung: „Mit dem Lkw kann ich neunzig Prozent der Entsorgungsstationen gar nicht erreichen.“

Was die Clesana-Technik besonders macht

Clesana ist ein Schweizer Unternehmen mit Sitz in Grabs im Kanton St. Gallen und entwickelt seit 2009 mobile Sanitärlösungen. Clesana kommt ohne Wasser und ohne Sanitärzusätze aus. Ein frischer Folien-Liner reicht laut Hersteller für rund 40 Toilettengänge, das zum Verschweißen genutzte Teflon-Band für etwa 2.000 Zyklen. Für den schweren Dauereinsatz auf der Baustelle ist genau diese Autarkie entscheidend – und sie unterscheidet das System klar von gängigen Kassetten- oder Trenntoiletten.

16 Kabinen im Einsatz – weitere geplant

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Aktuell sind sechzehn dieser Sanitärkabinen im Einsatz, eine weitere zweistellige Anzahl soll im Laufe des Jahres dazukommen. Das erste Fahrzeug wurde im August 2025 ausgeliefert, danach kam monatlich ein bis zwei hinzu, bis die Flotte Anfang 2026 komplett war. Entwickelt wurde das Konzept über rund anderthalb Jahre, gemeinsam mit Geschäftsführung und General Manager. Gebaut wurde die Kabine von einem spezialisierten Fahrzeug- und Kabinenhersteller, der mit dem Vp Lastenheft, Anschlüsse und Aufbau bis ins Detail abstimmte. „Das Projekt lag nicht im Regal – für uns war das Neuland“, erinnert sich Thumulla. Im Kern aber sei es „nicht anders als ein Campingfahrzeug, das wir ausstatten – nur in anderen Dimensionen“. Die wasserlose Trockentoilette habe die Umsetzung dabei spürbar erleichtert.

Verbrauchsmaterial, Wartung und Verschleiß

Im Alltag führen die Fahrzeuge einen Linerschlauch als Verbrauchsmaterial mit. Dieser besteht aus einer mehrlagigen Hochbarriere-Folie, aus der die einzelnen Beutel erst beim Verschweißvorgang entstehen. Eine Folienrolle reicht laut Hersteller für rund 40 Toilettengänge. Nach jedem Toilettengang wird der Inhalt hygienisch und geruchsdicht verschweißt, sodass die Toilette jederzeit sauber und einsatzbereit bleibt. Volle Beutel kommen geruchsdicht versiegelt in den Hausmüll – gesammelt im Lkw und an geeigneter Stelle entsorgt, ausdrücklich nicht in der Natur. Probleme im harten Dauereinsatz seien bislang keine bekannt, sagt Thumulla. Ein Thema bleibt der Verschleiß: Das zum Verschweißen genutzte Teflonband ist ein Verschleißteil und muss nach einer gewissen Zeit getauscht werden. Hier setzt Vp auf vorbeugenden Austausch – denn die Akzeptanz, da sind sich alle einig, steht und fällt mit der Zuverlässigkeit.

Wertschätzung für Mitarbeitende

Für Vp ist die Investition vor allem ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber den Monteuren und zugleich ein Pluspunkt im Wettbewerb um Fachkräfte. „Wir möchten unseren Kolleginnen und Kollegen auch unter den besonderen Bedingungen unserer Baustellen ein möglichst komfortables Arbeitsumfeld bieten“, betont Thumulla. Die Resonanz sei entsprechend positiv. Mona Reisdorffer berichtet von großer Begeisterung unter Lkw-Fahrern in den sozialen Medien. „Spannend war, welche Resonanz das Thema erfahren hat und wie viel Zuspruch die Idee erhielt. Besonders häufig wurde der Wunsch geäußert, dass es solche Lösungen deutlich öfter geben sollte“, sagt sie.

Staunen beim Blick in die Kabine

Auch vor Ort sorgt die Kabine für offene Münder. Nehmen die Fahrer ihre Lkw mit nach Hause, öffnen Freunde und Bekannte neugierig die Tür – und entdecken eine solide ausgebaute Nasszelle mit eigener Toilette und Dusche. „Da ist erst der Mund auf, dann staunt man: Was ist heute eigentlich alles möglich?“, erzählt Thumulla. Klar ist dabei: Mit einer pragmatischen Lösung für ein zutiefst menschliches Grundbedürfnis zeigt Vp, dass durchdachte mobile Sanitärtechnik längst nicht mehr nur ins Wohnmobil gehört – sondern auch auf die Baustelle.

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