Die Notfalltasche für Un terwegs – schnappen und raus
schnappen und raus

DIE TASCHE FÜR DEN NOTFALL UNTERWEGS

Der Backup-Bag, den man schnell greifen kann und der die wichtigsten Dinge enthält

Werbung

Ist man im Campervan unterwegs, denkt man nicht daran, dass etwas passieren kann. Eine Tasche für den Notfall ist daher eine sinvolle Sache.

Werbung
Güma

Die Tasche für den Notfall unterwegs

Ist man auf Reisen, will man die schönen Dinge des Lebens erleben. Dennoch kann es auch anders kommen, und dann geht plötzlich alles ganz schnell. Es riecht verschmort, und auf der Haube bildet sich eine riesengroße Lackblase. Erschrocken hält man an, und in Bruchteilen von Sekunden schlagen Flammen aus dem Motorraum. Das Fahrerhaus füllt sich mit dichtem, beißendem Qualm. Kommt man jetzt schnell genug aus dem Auto, ist man dem Sensenmann gerade nochmal von der Schippe gesprungen. Und während man völlig hilflos zusehen muss, wie das Auto zum Raub der Flammen wird, bohrt sich ein zutiefst schmerzender Gedanke tiefer und tiefer ins Hirn: Es ist alles weg – alles!

Ein Horrorszenario, das man nicht braucht

Zugegeben, ein echtes Horrorszenario, das wir hier skizzieren. Aber wir machen das ganz bewusst. Dennn es ist nicht die einzig denkbare Möglichkeit, bei der man von jetzt auf gleich alles verlieren kann und plötzlich nur mit den Dingen dasteht, die man bei sich trägt. Wäre es da nicht ein beruhigender Gedanke, wenn man eine Tasche dabei hätte? Eine Tasche, in der die wichtigsten Dinge verstaut sind, die einem jetzt helfen können? Geld, ein Handy, etwas zu trinken, zu essen? Eine Tasche für den Notfall, die man jederzeit vom Fahrersitz aus greifen und mitnehmen kann – ohne groß nachzudenken?

Werbung
Werbung

Der Backup-Bag

Der Grundgedanke ist nicht neu. Die Szene der Prepper und Survival-Fans kennt schon länger sogenannte Get-Home-Bags oder EDC-Rucksäcke, deren Inhalt für derartige Notfälle gedacht ist. Und auch der bekannte 4×4-Autor und Offroad-Spezialist Andrew St. Pierre White hat sich schon mit diesem Thema beschäftigt. Er hat eine solche Tasche, die er Grab-Bag nennt, bei seinen Touren dabei. Natürlich braucht man so eine Tasche im Auto nicht wirklich, wenn man ein Camping-Wochenende am nahe gelegenen See verbringt. Auch auf einer Tour, bei der klar ist, dass man immer in einer Gruppe von mehreren Fahrzeugen unterwegs sein wird, muss man sie nicht zwingend dabeihaben. Irgendwer wird im Notfall ein funktionierendes Handy dabeihaben, und von irgendwem wird man sich Geld für Hotel oder Heimreise leihen können. Ist man aber allein oder zu zweit unterwegs, nur mit einem Fahrzeug, steigt der Wert einer solchen Tasche für den Notfall ins Unbezahlbare.

Schnappen und raus aus dem Auto

Der Inhalt der Notfalltasche für Unterwegs
Der Inhalt der Tasche hängt von den jeweiligen Notwendigkeiten ab.

Was man alles in diese Tasche packt, hängt nicht nur von der Tour, sondern auch von den persönlichen Notwendigkeiten ab. So wird jeder individuell zusammengestellte Backup-Bag etwas anders aussehen. Für alle jedoch gilt: Die Tasche muss vom Fahrersitz aus schnell zu greifen sein. Sie darf sich nicht mit irgendwelchen Riemen irgendwo am Sitz, dem Schalthebel oder anderweitig verfangen. Und sie muss alles das beinhalten, was einem hilft, innerhalb von 48 Stunden Hilfe zu holen oder zum nächsten bewohnten Ort zu kommen. In der folgenden Liste haben ich zusammengestellt, wie der Inhalt einer solchen Tasche aussehen könnte. Dabei haben wir zunächst zusammengetragen was rein soll. Anschließend haben wir die Tasche ausgesucht, die zu den oben aufgeführten Anforderungen am besten passt. Nicht zu klein, nicht zu groß und auf diesen einen Zweck zugeschnitten: Schnappen und raus aus dem Auto.

Die Liste

RelevanzArtikelBemerkungen
TASCHE
sehr hoch Tasche ohne Bänder oder Gurte wählen, um beim Aussteigen nicht hängenzubleibenz. B. Camp Cover Multi Purpose mit vier klettbaren Innentaschen zum Sortieren der Ausrüstung
INHALT
sehr hoch Geldausreichender Betrag – auch als stille Reserve nutzbar
sehr hoch Kreditkarteauf Akzeptanz der Karte achten
sehr hoch Telefon (abgespeicherte Nummern) Smartphone mit Offline-Navigaton alle unnützen Funktionen ausschalten, um Akku zu sparen
sehr hoch USB-Stick mit Dokumentenauf lesbare Dateiformate achten (Mac/PC) – zusätzlich Hardcopy
sehr hoch Taschenlampe oder Kopflampeeine Batterie verkehrt herum einlegen um Entladung zu verhindern
sehr hoch Vebandmaterialkleines Minimalset zusammenstellen
sehr hoch Wasserz. B. 0,5-Liter-PET-Flaschen – Vorrat an Reisegegend anpassen
sehr hoch Multitool mit Messerauf Qualtität achten
sehr hoch Trinkflasche, Kanister oder Wassersackz. B. Softbottle von Cascadesigns
hoch Wasserentkeimung z. B. Mikropur
hoch Wasserfilter z. B. BeFree Wasserfilter
hoch Karte der Gegend als Orientierungshilfe
hoch Kompass als Orientierungshilfe
hochkleines Fernglas oder Monokular klappbare Variante wählen
hoch Spiegel z. B. aus poliertem Metall zum Signale geben
hoch Kabelbinder kleine Auswahl zusammenstellen
hoch Duct-Tape 1 – 2 Meter um Feuerzeug wickeln
hoch oranges Band z. B. zum Markieren eines Weges für Rettungskräfte
hoch Reflektoren s. o. auch bei Nacht sichtbar
hoch Seil auf hohe Reißfestigkeit achten
hoch persönliche Medikamente, Schmerzmittel etc. auf Haltbarkeit achten
hoch Handschuhe, Kappe oder Mütze gegen Kälte, Sonne und zum Arbeiten – Kappe oder Mütze in Signalfarbe
hochFeuerzeug darauf achten, dass kein Gas entweichen kann (Druck auf Auslöser)
hochMinikocher z. B. Pocket Rocket von MSRGear oder kleiner Klapp-Hobokocher
hochTopf bei Pocket-Rocket-Kocher dabei Gaskartusche passt beim Pocket-Rocket-Kocher in den Topf
hochBecher bei Pocket-Rocket-Kocher dabei
hochFertiggericht möglichst geringes Packmaß
hochBrühwürfel wasserdicht verpacken
hochTeebeutel wasserdicht verpacken
hochZucker wasserdicht verpacken
hochDose mit Thunfisch oder Sardinen auf Haltbarkeit achten
hochMüsliriegel wasserdicht verpacken
hochGöffel oder Campingbesteck schon für wenige Euro zu haben
hochwasserdichte Zipbeutel zum wasserdicht Verpacken, Wasser gewinnen etc.
hochPlane (orange), Regenponcho oder Biwacksack z. B. Hilleberg-Bivanorak Rettungsdecke aus altem KFZ-Verbandskasten
hochBuch z. B. Überlebenshandbuch (Volker Lapp) – gegen Langeweile und für hilfreiche Tipps
hochStift oder Bleistift Bleistift schreibt überall
hochZettel (wasserdichter Block) um Nachrichten zu hinterlassen
hoch(Papier-)Taschentücher wasserdicht verpacken
mittelPowerbank, Ersatzbatterien oder Solarpad zum Nachladen des Handys
mittelKlappsäge oder Bandsäge ggf. auch am Multitool
mittelNotfallhammer und Gurtschneider außen an der Tasche anbringen – Hilfe beim Rauskommen aus dem Auto
mittelFeuerstab nur sinnvoll, wenn man damit umgehen kann
mittelKerze auch als Anzündhilfe zum Feuermachen geeignet
mittelErsatzbrille/Sonnenbrillein stabilem Etui
mittelSeife oder Handreiniger ohne Wasser für die persönliche Hygiene
mittelZahnbürste und Zahnpasta für die persönliche Hygiene
mittelNadel, Faden, Sicherheitsnadel nimmt nicht viel Platz weg
nach BedarfLeuchtrakete oder Rauchmarkierung Bestimmungen beachten
nach BedarfTampons auch als Anzündhilfe zum Feuermachen geeignet
Man kann kaum glauben, dass all die Dinge in die Tasche passen. Aber es geht, denn das Meiste lässt sich klein zusammenlegen.

Noch mehr wertvolle Tipps …

… rund um das Thema Ausrüstung findet ihr in userer Rubrik DIY und Ausrüstung.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner