Ein Land Rover als Minicamper in den USA
Ein Land Rover Defender ist in den USA ein ungewöhnliches Fahrzeug.

Ein Land Rover als Minicamper in den USA

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Einen Land Rover Defender zum geländegängigen Minicamper umzubauen ist nichts Besonderes mehr. Einen Land Rover Defender als Minicamper in den USA zu fahren dagegen schon. Wir erzählen wie es dazu kam.

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Güma

Der Land Rover Defender als Minicamper – schon fast Standard oder?

Ein Defender mit Seilwinde, Klappdach und Camperausbau ist in der Landy-Szene mittlerweile nahezu als Standard abzutun. Darüber zu berichten könnte man daher fast schon als langweilig bezeichnen. Doch dann gibt es immer wieder diese besonderen Fahrzeuge, die den Unterschied ausmachen. Der 110er von Peter Böhringer ist so ein Fahrzeug. Das Besondere zeigt sich jedoch nicht jedem und verbirgt sich unter der Motorhaube. Da sitzt nämlich nicht mehr der Originalmotor des 110 Tdi 200 sondern ein Cummins-Turbodiesel mit der Bezeichnung R2,8.

Ein Land Rover als Minicamper in den USA
Unter der Haube werkelt kein Land-Rover-Motor mehr, sondern ein Cummins-Diesel.

Oder anders: Da arbeitet zwar immer noch ein Vierzylinder, aber der verfügt über 2,8 Liter Hubraum statt über knapp 2,5. Damit stemmt die Maschine bei der Zündung des Gemischs und passender Drehzahl 161 PS und 420 Newtonmeter auf die Kolben und in die Kurbelwelle. Also knapp 55 PS und sagenhafte 165 Newtonmeter mehr.

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Der neue Motor im Land Rover Defender macht den Unterschied

„Ein Unterschied wie Tag und Nacht“, sagt Peter, der in New Mexico lebt. Und das ist der zweite Punkt, der seinen Landy zu etwas Besonderem macht. Denn die USA ist Jeep-Land. Entsprechend schwer war es dort überhaupt einen Land Rover zu finden und noch viel schwerer war es, eine Werkstatt zu finden, die sich mit dem Exoten aus Britannien überhaupt auskennt und dann auch noch den Motorumbau vornehmem kann.

Ein Land Rover als Minicamper in den USA, gekauft in England
Den Landy hat Peter in England gekauft und nach Amerika verschifft.

Das Problem einen Landy zu finden hat Peter ganz pragmatisch gelöst: Er hat ihn in England gekauft. Allerdings musste das Fahrzeug dazu über 25 Jahre auf dem Buckel haben, denn dann gilt er in den USA als Oldtimer und darf eingeführt werden. Gekauft hat er seinen Defender bei Arkonic, die den Wagen mit Baujahr 1993 komplett überholt haben. Nachdem der Brite dann 2019 endlich über den großen Teich in die USA verschifft war, ist Peter damit rund 18.000 Kilometer unterwegs gewesen. „Er war sehr laut, der Auspuff spuckte sehr dunkle und rußige Wolken aus, und ich hatte stets eine sehr große Öllache in der Garage“, sagt Peter lachend.

2020 sollte alles ändern

„2020 hatte ich dann die Gelegenheit einen Defender mit besagtem Cummins-Motor zu fahren“, führt er weiter aus, „Danach war klar, dass ich den Landy modifizieren muss.“ Doch wo? Nach einer Empfehlung von Arkonic setzte Peter sich mit Tim Scully von Scully Offroad in Kalifornien in Verbindung und machte sich anschließend auf die Reise von rund 1.000 Meilen. Dafür brauchte er volle 24 Stunden. Die Rückfahrt mit dem neuen Motor war dann fünf bis sechs Stunden kürzer.

Ein Land Rover als Minicamper in den USA – Innenausbau
Künftig soll der Defender-Minicamper Peter auf seinen Fotoreisen begleiten.

Der Defender soll Peters Jeep ersetzen, den er selbst umgebaut hatte und mit dem er zu Fotoreisen in den amerikanischen Südwesten aufgebrochen ist. Da der Wagen dafür auch als Camper dienen soll, hat er ihn 2022 nach Deutschland verschiffen lassen.

Die Umbauten zum Minicamper erfolgten in Deutschland bei Ex-Tec

Dort rollte er in die Werkstatt von Ex-Tec, die ihn zum Reisefahrzeug ausgebaut haben. Neben einem Hubdach mit Dachträger und fest montiertem Solarmodul erhielt der Landy unter anderem einen Innenausbau mit Küchenboard an der Hecktür, eine Wasserversorgung, ein Doppelbatteriesystem, eine Webasto-Standheizung, eine Seitenmarkise, ein Heckzelt und hinten links eine Klappe statt der Fenster. Außerdem wanderten ein Schnorchel, LED-Hauptscheinwerfer und ein außen montierter Überrollkäfig an den Land Rover.

Defender-Minicamper-Innenausbau
Innen geht es jetzt ziemlich gemütlich zu. So kann es sich unterwegs leben lassen.

Im Innenraum sorgt eine 35-Liter-Kühlbox von Engel für kalte Getränke. Ein portabler Kocher sichert am Morgen den Kaffee und am Abend warme Mahlzeiten. Arkonic-Seilwindenstoßstange, Fahrwerk und Reifen sowie die Arkonic-Vordersitze waren bereits montiert. Das Farbkonzept hat Ex-Tec daher aufgenommen und konsequent weitergeführt und in die Inneneinrichtung übernommen. Der Stoff für die Polster stammt aus den USA. Für die Möbeloberflächen kommt Zebrano-Furnier zum Einsatz, das aus einer FSC-zertifizierten Quelle stammt.

Back in the USA

Mittlerweile ist der Defender wieder in den USA und Peter überglücklich. Nun will er seinen Aktionsradius vergrößern und hat in den USA Ziele wie die Baja California, Louisiana oder Neufundland im Auge. Und weil nach dem erfüllten Traum vor dem erfüllten Traum ist, denkt er auch über Reisen ins südliche Afrika, nach Südamerika oder Zentralasien nach. Eigentlich kein Problem, denn mit dem Verschiffen seines Defenders kennt er sich ja mittlerweile bestens aus.

Bilder: Ex-Tex

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