Ein Ausbau, der das Reisemobil nicht auf einen festen Ablauf festnagelt, trifft im Vanlife einen Nerv. Genau dort setzt VAN-Jorn an: Das Interieur ist nicht als fertige Schablone gedacht, sondern als System, das sich nach Nutzung, Reiseart und Gewohnheiten zusammenstellen lässt. Die Produktseite sagt es ohne Umweg: „Puzzle dein eigenes Interieur zusammen“. Dahinter steckt ein Ansatz, der organische Formen aus der Natur mit einem flexibel nutzbaren Innenraum verbindet.
Ein Innenraum, der mit dem Leben unterwegs mitzieht

VAN-Jorn baut maßgeschneiderte Wohnmobile mit einem Grundriss nach Kundenwunsch. Das ist im Vanlife mehr als ein nettes Detail, denn kaum zwei Reisen sehen gleich aus. Mal steht ein langes Wochenende mit Fahrrädern an, mal eine Tour mit Kindern, mal ein Aufenthalt auf einem Campingplatz mit viel Außenleben. Genau diese Unterschiede soll das modulare System abfangen. Möbel können platziert, verschoben oder später erweitert werden, weil acht Aluminiumschienen in Wänden und Decke die Basis bilden.
Spannend ist dabei: Gemeint sind nicht nur einzelne Möbelstücke. Die Seite zeigt Basics, Module und Zubehör als Bausteine eines kompletten Reisemobils. So entsteht ein Ausbau, der nicht allein beim Kauf entschieden wird, sondern auch nach dem ersten Einsatz noch Spielraum lässt.
Die Schiene als Schlüssel zum flexiblen Camper

Das stärkste Detail ist das Schienensystem. Im Camperalltag entscheidet oft ein halber Meter darüber, ob ein Innenraum großzügig oder eng wirkt. Muss ein oberer Schrank an anderer Stelle sitzen, ist ein Halter für Kleidung näher am Bett sinnvoller oder soll der Tisch besser zum Sitzplatz passen, wird Flexibilität sehr handfest. VAN-Jorn beschreibt genau diese Möglichkeit: Möbel lassen sich über das modulare System platzieren, verschieben oder später erweitern.
Vom leeren Bus zum nutzbaren Wohnraum
Die Basisarbeit beginnt mit einer vollständigen Dämmung rundum. Dazu kommen ein hölzerner Unterboden, sauber fertiggestellte Wände, Decke und Kabine sowie ein Bodenbelag nach Wahl, entweder PVC oder Marmoleum. Für die Energieversorgung ist ein Lithium-Elektrosystem mit 150 Amperestunden vorgesehen, geeignet für 12 Volt und 220 Volt. Auch die Wohnmobilabnahme und die Lieferkosten gehören zu den festen Basisarbeiten.
Fahrzeugbasis: vom Boxer bis zum Sprinter

Als Ausgangspunkt kann VAN-Jorn mit einem neuen Peugeot Boxer starten. Die bestellten Transporter sind mit großem Display, verstärkter Federung für den Aufbau und guten Fahrerassistenzsystemen ausgestattet. Wer elektrisch unterwegs sein möchte, findet auch den Peugeot e-Boxer in den Angaben. Dabei ist die Drehzahl begrenzt; der dazu genannte Betrag liegt bei etwa 700 Euro.
Neben dem Peugeot Boxer nennt VAN-Jorn auch Fiat Ducato, Citroën Jumper, Opel Movano und Toyota ProAce Max als geeignete Basisfahrzeuge. Ausgebaut werden können diese in Länge 2 bis 4 und Höhe 2 oder 3. Auch der Mercedes Sprinter ist möglich, mit geeigneten Höhen in Größe 1 mit Hubdach oder 2 sowie Längen in Größe 2 oder 3. Außerdem können Kundinnen und Kunden einen gebrauchten Bus wählen oder den eigenen Bus ausbauen lassen.
Schlafen, Sitzen, Kochen: Module für echte Reiseroutinen

Bei den Wohnmodulen zeigt sich, wie breit das System gedacht ist. Für den Schlafbereich gibt es ein Längsbett aus zwei Einzelbetten mit jeweils 70 x 200 Zentimetern. Mit Zwischenmatratzen wird daraus ein großes Bett mit 180 x 200 Zentimetern. Das Querbett ist als einziehbares Bett für die Breite des Busses ausgelegt und misst 1,95 Meter in der Länge sowie 1,40 Meter in der Breite.
Für kompakte Grundrisse ist die ausziehbare Bank interessant: Aus einem Einzelsitz wird durch ein klappbares Teil eine Chaiselongue. Die 1-Personen-Bank bringt Stauraum unter der Sitzfläche mit; die Schublade kann für Gepäck oder eine tragbare Toilette genutzt werden. Wer mit mehreren Personen fährt, findet ein zweisitziges Sofa mit Gurten, das während der Fahrt zugelassen ist und vier Personen bequem und sicher reisen lassen soll.
Küche und Bad bleiben im Vanlife die Königsdisziplin


Das Küchenangebot reicht vom Küchenmodul mit versiegelter Corian-Oberfläche, großer Schublade und Schrank mit zwei Regalböden bis zu Varianten mit Gas, Induktion oder Wasser. Das Küchenmodul Gas besitzt ein Glas-Kochfeld mit zwei Brennern. Die Induktionslösung verlangt mehr Technik: Die Standard-Batteriekapazität reicht dafür nicht aus, deshalb umfasst der Umbau 300-Ah-Lithiumbatterien und einen leistungsstarken Wechselrichter in einer größeren Elektrobox um den Radkasten.
Ein Bad, das verschwindet
Das Badezimmermodul ist ein besonderer Baustein für alle, die auch unterwegs mehr Autarkie möchten. Es umfasst Dusche und Toilette im Reisemobil und ist ausziehbar. Eingefahren beansprucht es nicht mehr Platz als ein Schrank. Gerade in kleinen Grundrissen ist das ein starkes Konzept: Sanitäre Unabhängigkeit ist vorhanden, ohne dauerhaft den Mittelpunkt des Wohnraums zu besetzen.
Zubehör für Kälte, Komfort und freie Stellplätze
Die Zubehörliste zeigt, wie unterschiedlich Camper genutzt werden. Für kühle Reiseziele gibt es eine kompakte Dieselheizung mit Warmluftauslass im Innenraum und Bedienpanel auf dem Armaturenbrett. Wer noch mehr Heizleistung braucht, kann eine extra schwere Dieselheizung mit 4000 Watt und zwei Auslässen wählen. Eine extradicke Bodenisolierung richtet sich ebenfalls an Reisen in kältere Gebiete, reduziert aber die Stehhöhe um etwa 25 Millimeter.
Für autarkere Tage sind Sonnenkollektoren vorgesehen: ein komplettes Set mit zwei Solarmodulen mit jeweils 120 Watt Peak und Victron-Laderegler. Ein Elektrokessel erhitzt 6 Liter Wasser mit 12 Volt und kann für Außendusche oder Badezimmer genutzt werden, ohne Landstrom zu benötigen. Ergänzend gibt es eine Außendusche mit 90 Litern Wasserkapazität; warmes Wasser ist in Kombination mit dem Boiler möglich.
Stauraum, Fahrräder und kleine Details entscheiden unterwegs
Für den Reisealltag zählen auch unscheinbare Lösungen. Ein Bodentresor bietet elektronische Sicherung und wird am Boden befestigt. Eine Wandplatte mit 60 x 60 Zentimetern kann mit Haken und Ablagen bestückt werden. Eine ausziehbare Wäscheleine wird in die Schienen gehängt und zur gegenüberliegenden Seite gespannt.
Auch für Fahrräder gibt es mehrere Ansätze: einen Träger an der rechten Hecktür für zwei Räder bis 30 Kilogramm sowie den Busbiker, der unter dem Buschassis montiert wird, bis 80 Kilogramm trägt, für E-Bikes geeignet ist und auf bis zu drei Fahrräder erweitert werden kann.
Was der modulare Ansatz im Campingalltag bedeutet
Der Reiz der VAN-Jorn Module liegt nicht darin, möglichst viele Teile in einen Bus zu packen. Spannender ist die Möglichkeit, den Ausbau stärker an echte Gewohnheiten zu binden. Wer draußen kocht, kann eine Outdoor-Küche nutzen, bei der das Kochfeld herausnehmbar ist und außen über die 230-Volt-Steckdose des Vans angeschlossen wird. Wer mehr Wohnraum braucht, kann ein Pop-up-Dach mit Bett für zwei Personen wählen. Wer häufig im Sommer steht, bekommt mit Fliegengittertür, Elektroventilator oder Markise zusätzliche Alltagstauglichkeit.
Das System wirkt dadurch weniger wie ein fertiger Möbelkatalog und mehr wie ein Baukasten für wechselnde Reisephasen. Genau das passt zu Vanlife: Ein guter Camper muss nicht alles können, aber er sollte das Richtige zur richtigen Zeit gut können.
Preise und Einstieg in den VAN-Jorn Ausbau
„Dein einzigartiger VAN“ startet bei VAN-Jorn ab 84.000 Euro. Eine Version mit einem jungen gebrauchten Bus startet ab 63.000 Euro. Der neue Peugeot Boxer als Fahrzeugbasis wird mit 52.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer und bpm angegeben. Die festen Basisarbeiten kosten 11.860 Euro. Alle Module haben eigene Preise, sodass die Gesamtkosten des Reisemobils von den gewählten Optionen abhängen.
Bilder: Hersteller
FAQ
1. Für wen eignet sich das modulare Konzept von VAN-Jorn am meisten?
Das modulare Konzept eignet sich besonders für Menschen, deren Reiseverhalten sich immer wieder verändert. Wer mal allein unterwegs ist, mal zu zweit reist oder für bestimmte Touren Fahrräder, zusätzliche Schlafplätze oder mehr Stauraum braucht, profitiert von dieser Flexibilität. Statt einen Ausbau für viele Jahre unverändert festzulegen, lässt sich der Van stärker an echte Lebensphasen anpassen. Genau das ist ein großer Vorteil gegenüber klassischen, festen Grundrissen. Auch für Einsteiger ist das interessant, weil nicht von Anfang an jede Entscheidung endgültig getroffen werden muss und der Ausbau später weiterentwickelt werden kann.
2. Was ist der größte praktische Vorteil des Schienensystems im Alltag?
Der größte Vorteil des Schienensystems ist, dass Platz im Van nicht nur vorhanden ist, sondern aktiv neu organisiert werden kann. Gerade in kleinen Fahrzeugen entscheidet die Anordnung von Möbeln über Komfort, Bewegungsfreiheit und Stauraum. Wenn sich Schränke, Halter oder andere Module verschieben oder ergänzen lassen, kann der Innenraum deutlich besser auf den jeweiligen Einsatzzweck reagieren. Das ist im Alltag wertvoll, weil ein Van nicht immer gleich genutzt wird. Für Wochenendtrips, längere Urlaubsreisen oder sportliche Abenteuer entstehen so unterschiedliche Raumlösungen, ohne dass ein komplett neuer Ausbau nötig ist.
3. Worauf sollten Interessierte vor dem Kauf besonders achten?
Vor dem Kauf sollten Interessierte vor allem ehrlich prüfen, wie sie ihren Camper wirklich nutzen wollen. Wichtig sind Fragen nach Schlafplätzen, Kochgewohnheiten, Energiebedarf, Stauraum und dem Wunsch nach Bad oder Außendusche. Besonders bei Technik wie Induktion, Solaranlage oder Heizung zeigt sich schnell, dass Komfort und Autarkie direkte Auswirkungen auf Preis, Gewicht und elektrische Ausstattung haben. Sinnvoll ist deshalb, nicht nur den Grundpreis anzuschauen, sondern die Gesamtkonfiguration. Wer seine Prioritäten klar kennt, kann mit dem modularen System gezielt planen und vermeidet teure Entscheidungen, die im Reisealltag am Ende kaum genutzt werden.















