Wer einen Van ausbaut, kennt das Problem: Feste Schubladenkästen passen selten genau zu dem, was später darin landet, und jede Änderung bedeutet Sägen, Schrauben und neue Löcher im Boden. Mit dem Drawer system zeigt jiipower auf der SEMA Motorshow 2026 in Las Vegas einen anderen Ansatz. Das Stauraumsystem aus China ist modular aufgebaut, lässt sich stapeln und soll ohne Werkzeug zu montieren sein.
Ein Baukasten, der mit der Reise wächst

Das Drawer system ist kein fertiger Schrank, sondern ein Baukasten. Die Boxen lassen sich übereinander stapeln und so in der Höhe erweitern, die Fächer im Inneren sind in der Größe verstellbar, und auch die Länge des Systems lässt sich anpassen. Der Hersteller wirbt mit flexiblen Kombinationsmöglichkeiten und individuell konfigurierbaren Einschüben. Für Selbstausbauer ist das der eigentlich interessante Punkt: Ein System, das mitwächst, kann man für die Wochenendtour mit wenigen Modulen bestücken und später für die lange Reise erweitern, ohne den Ausbau neu zu planen.
Gestapelte Boxen sind über Verschlüsse miteinander verbunden, für die Befestigung setzt jiipower auf einen Bajonettmechanismus. Das Prinzip kennt man von Kameraobjektiven: einsetzen, drehen, eingerastet. Im Fahrzeug hat das den Vorteil, dass sich Module schnell herausnehmen lassen, etwa wenn der Laderaum für sperrige Fracht frei sein muss.
Automatische Verriegelung soll die Ladung im Fahrbetrieb halten

Gerade im Camper zählt, was bei einer Vollbremsung passiert. Der Hersteller verspricht eine automatische Verriegelung, damit Schubladen unterwegs nicht aufgleiten, sowie einen selbsteinziehenden Mechanismus. Seitliche Haltegurte sollen die Ladung zusätzlich sichern, gespannte Seilzüge gehören laut jiipower zur Konstruktion. Außerdem wirbt der Hersteller mit hoher Tragfähigkeit. Wie viel ein ausgezogenes Modul tatsächlich trägt und ob die Verriegelung auf Schotterpisten zuverlässig hält, müsste ein Praxistest zeigen. Für schwere Lasten wie Wasserkanister oder Werkzeug ist genau das die entscheidende Frage.
Spannend für alle, die nichts fest verschrauben wollen

Spannend fanden wir das System, weil es ein typisches Ausbau-Dilemma angeht: Stauraum soll sicher sein, aber nicht endgültig. Werkzeuglose Montage, stapelbare Module und verstellbare Fächer sprechen vor allem Besitzer kleinerer Vans an, außerdem alle, die im Mietfahrzeug oder Leasing-Van nichts verschrauben dürfen, und wer sein Fahrzeug unter der Woche auch als Transporter nutzt. Wer dagegen einen festen Ausbau mit maximaler Raumausnutzung sucht, ist mit maßgeschneiderten Möbeln weiter besser bedient. Ob sich das Drawer system lohnt, entscheidet am Ende die Verriegelung: Hält sie voll beladene Schubladen auch nach Monaten auf Wellblechpisten sicher geschlossen, wäre es eine flexible Alternative zum Möbelbau.
Quelle: eigene Recherche vor Ort, SEMA Motorshow 2026 Las Vegas, jiipower


















