Blick über grüne Wiesen und die Berge der Apuseni entlang der Transapuseana
Die Transapuseana führt durch die ruhige Berglandschaft der Apuseni. (Bild: Isabel Wotruba)

Transapuseana mit dem Wohnmobil: Geheimtipp in den Apuseni

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Wer bei rumänischen Panoramastraßen zuerst an Transfăgărășan und Transalpina denkt, ist damit vermutlich nicht allein. Beide sind bekannt, gut besucht und im Sommer entsprechend voll. Die Transapuseana ist dagegen noch deutlich ruhiger.
Wir sind die Strecke inzwischen dreimal gefahren: im August 2025 sowie im Mai und Juli 2026. Einmal mit einem Van, zweimal mit unserem Pickup und jedes Mal von Aiud in Richtung Abrud. Viel Verkehr hatten wir bei keiner unserer Fahrten.
Die Transapuseana ist keine Hochgebirgsstraße mit engen Spitzkehren oder anspruchsvollen Passagen. Sie ist eher eine entspannte Panoramastraße durch die Apuseni, vorbei an kleinen Dörfern, verstreuten Höfen und traditionellen Häusern. Gerade das macht für uns ihren Reiz aus.

Wo verläuft die Transapuseana?

Die Transapuseana ist die DJ107I im Kreis Alba. Sie beginnt in Aiud und führt über Râmeț, Ponor, Mogoș und Bucium bis zur DN74 bei Cerbu, östlich von Abrud. Insgesamt ist die Straße knapp 79 Kilometer lang und führt durch die Trascău- und Metaliferi-Berge. Dabei erreicht sie Höhen von mehr als 1.100 Metern.
Für eine Rundreise durch die Apuseni lässt sie sich gut mit Abrud, Roșia Montană oder Câmpeni verbinden.

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Frisch modernisiert

Die Strecke selbst ist nicht neu, ihr heutiger Zustand dagegen schon. Die DJ107I wurde über mehrere Jahre grundlegend modernisiert. Neben der Fahrbahn wurden unter anderem Brücken, Stützkonstruktionen, Entwässerung und Schutzplanken erneuert oder neu gebaut. Die beiden Bauabschnitte wurden im April beziehungsweise Dezember 2024 abgenommen, im Juli 2025 galt das Gesamtprojekt offiziell als abgeschlossen.
Unsere erste Fahrt im August 2025 fand damit nur wenige Wochen nach Abschluss der Arbeiten statt.
Bei allen drei Fahrten zwischen August 2025 und Juli 2026 war der Asphalt auf der gesamten Strecke in sehr gutem Zustand. Das ist natürlich nur eine Momentaufnahme und Straßenzustände können sich ändern. Für unsere Fahrten war die Transapuseana jedenfalls angenehm unkompliziert.

Ist die Transapuseana mit dem Wohnmobil schwierig?

Aus unserer Sicht: nein.
Die Straße ist stellenweise schmal und bei Gegenverkehr muss man gelegentlich etwas aufpassen. Enge Spitzkehren oder schwierige Passagen sind uns bei unseren drei Fahrten allerdings nicht begegnet.
Wir sind die Strecke einmal mit einem Van und zweimal mit unserem Pickup gefahren. Mit beiden Fahrzeugen war sie problemlos fahrbar.
Mit einem großen Wohnmobil sollte man trotzdem damit rechnen, dass Begegnungsverkehr an manchen Stellen etwas Geduld verlangt. Bei dem geringen Verkehrsaufkommen, das wir erlebt haben, war das allerdings kein Thema.
Vor allem fehlt das, was auf der Transfăgărășan gern für erhöhten Puls sorgt: enge Serpentinen mit Reisebus im Gegenverkehr.
Das darf gern so bleiben.

Roter Pickup an einem Aussichtspunkt entlang der Transapuseana in den Apuseni
Wir sind die Transapuseana zweimal mit unserem Pickup gefahren. (Bild: Isabel Wotruba)

Wenig Verkehr und viel Landschaft

Was uns an der Transapuseana besonders gefällt, ist die Ruhe.
Bei unseren drei Fahrten war jeweils wenig Verkehr unterwegs. Natürlich können wir daraus nicht ableiten, dass die Straße immer so leer ist. Im Vergleich zu unseren Fahrten über Transfăgărășan und Transalpina war der Unterschied aber deutlich.
Die Transapuseana führt durch kleine Ortschaften, vorbei an verstreuten Höfen, Weiden und alten Wirtschaftsgebäuden. Gerade diese Mischung macht die Strecke für uns interessant.
Besonders aufgefallen sind uns die traditionellen Häuser und Scheunen mit ihren steilen Strohdächern. Dass diese Bauweise für die Region tatsächlich eine besondere Bedeutung hat, zeigt das Projekt „Alba Vernaculară“. 2025 wurden entlang eines rund 44 Kilometer langen Abschnitts der Transapuseana in Râmeț, Ponor und Mogoș 34 traditionelle Bauten mit Strohdächern dokumentiert. Viele der untersuchten Scheunen stammen aus dem späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert.
Für uns sind diese kleinen Dörfer fast interessanter als der nächste ausgeschilderte Aussichtspunkt.

Wildblumen vor der Berglandschaft der Apuseni an der Transapuseana
Im Sommer säumen Wiesen und Wildblumen die Strecke durch die Apuseni. (Bild: Isabel Wotruba)

Anhalten lohnt sich

Entlang der Strecke gibt es immer wieder Möglichkeiten, kurz anzuhalten. Wir haben außerdem mehrere Plätze gesehen, an denen man mit dem Camper auch gut über Nacht stehen kann.
Ganz ohne Infrastruktur ist die Transapuseana ebenfalls nicht. Unterwegs gibt es einzelne kleine Restaurants und Cafés.
Einen unserer liebsten Stopps haben wir ziemlich weit oben gefunden: ein kleines Café. Viel Auswahl gibt es dort nicht, auch keine Speisen. Dafür sitzt man auf einer hübschen Außenterrasse mit Blick auf die Berge. Getränk auf den Tisch, Berge vor die Nase und erstmal sitzen bleiben. Mehr brauchten wir ehrlich gesagt auch nicht.

Blick von der Terrasse eines kleinen Cafés an der Transapuseana auf die Berge der Apuseni
Unser Lieblingsstopp unterwegs: ein kleines Café mit Terrasse und Blick in die Berge. (Bild: Isabel Wotruba)

Was kann man entlang der Transapuseana anschauen?

Man könnte aus der Strecke problemlos eine Liste mit Sehenswürdigkeiten machen. Muss man aber nicht.
Für uns liegt der Reiz der Transapuseana gerade darin, dass man nicht ständig von einem Programmpunkt zum nächsten fährt.
Wer mehr Zeit mitbringt, kann die Fahrt trotzdem gut mit einigen Zielen in der Region verbinden. Dazu gehören die Cheile Râmețului, das Kloster Râmeț, die Felsformationen Detunata Goală und Detunata Flocoasă sowie die Narzissenwiesen von Negrileasa.
Die Detunata Goală bei Bucium ist eine geschützte geologische Formation mit markanten vulkanischen Gesteinssäulen. Im Frühjahr sind außerdem die Narzissenwiesen bei Negrileasa interessant; das Schutzgebiet liegt auf etwa 1.150 bis 1.250 Metern Höhe.
Für uns braucht die Transapuseana solche Abstecher aber nicht zwingend. Die Fahrt selbst ist schon Grund genug, sich Zeit für die Strecke zu nehmen.

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Wie viel Zeit sollte man einplanen?

Knapp 80 Kilometer klingen zunächst nach einer Strecke, die man schnell abhaken könnte. Würde ich nicht machen.
Nicht weil die Straße schwierig wäre, sondern weil man sonst ziemlich viel von dem verpasst, was sie ausmacht. Unterwegs gibt es immer wieder schöne Ausblicke, kleine Dörfer und Möglichkeiten zum Anhalten.
Wer die Transapuseana nur als Verbindung von A nach B nutzt, kann sie natürlich zügig fahren. Wer wegen der Strecke selbst kommt, kann etwas mehr Zeit einplanen. Mit längeren Stopps oder einem Abstecher kann daraus problemlos ein halber Tag werden.

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Wann ist die beste Zeit für die Transapuseana?

Unsere bisherigen Fahrten fanden im Mai, Juli und August statt. Alle drei Male war die Strecke problemlos befahrbar und angenehm ruhig.
Anders als die Transfăgărășan hat die Transapuseana keine reguläre saisonale Hochgebirgssperre und gilt grundsätzlich als ganzjährig geöffnet. Bei Schnee und Eis können die Bedingungen auf über 1.100 Metern natürlich trotzdem ganz anders aussehen.
Wir persönlich würden für eine Panoramafahrt wieder die wärmeren Monate wählen. Gerade im Frühjahr und Frühsommer sind die Apuseni sehr grün, aber auch unsere Fahrten im Juli und August waren entspannt.

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Transapuseana oder Transalpina de Apuseni?

Bei der Recherche stolpert man schnell über verschiedene Namen.
Die DJ107I wurde lange auch „Transalpina de Apuseni“ beziehungsweise „Transalpina Apusenilor“ genannt. Heute wird die Strecke offiziell unter dem Namen Transapuseana vermarktet.
Wer sie auf Karten oder in älteren Reiseberichten sucht, sollte deshalb im Zweifel nach der Straßennummer DJ107I schauen. Damit landet man auf jeden Fall auf der richtigen Strecke.

Unser Fazit zur Transapuseana mit dem Wohnmobil

Die Transapuseana braucht für uns keinen Vergleich mit Transfăgărășan oder Transalpina.
Wir mögen sie gerade, weil sie ruhiger ist. Keine engen Serpentinen, wenig Verkehr, guter Asphalt und unterwegs immer wieder kleine Dörfer, alte Höfe und weite Ausblicke über die Apuseni.
Wer möglichst viele Spitzkehren und Höhenmeter sammeln möchte, findet in Rumänien andere Straßen. Wer dagegen entspannt durch die Berge fahren, zwischendurch einen Kaffee trinken und sich einfach Zeit für die Strecke nehmen möchte, sollte sich die Transapuseana ansehen.
Für uns ist sie noch immer ein echter Geheimtipp. Wie lange das so bleibt, wird man sehen.

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