Wer beim Stichwort Vanlife zuerst an ausgebauten Kastenwagen denkt, liegt beim Morelo LOFT völlig daneben. Dieser Liner spielt in einer anderen Liga: mit Längen ab rund 7,8 Metern, Höhen ab gut 3,3 Metern und zulässigen Gesamtgewichten ab 5,6 Tonnen betritt hier ein Reisemobil die Bühne, das eher an einen kompakten Reisebus erinnert als an ein klassisches Wohnmobil. Für alle, die den Schritt vom einfachen Camper zum vollwertigen, mobilen Zuhause planen, ist der LOFT eine Option – vorausgesetzt, Führerschein, Budget und Stellplatzsituation passen.
Größe, Gewicht und Grundrisse: Liner für viele Lebensentwürfe

Der Morelo LOFT deckt ein breites Spektrum ab. Die Basisvariante startet bei etwa 7,8 Metern Länge, 3,32 Metern Höhe und 2,35 Metern Breite bei einem zulässigen Gesamtgewicht ab 5,6 Tonnen. Darüber hinaus reicht das LOFT-Angebot – je nach Ausführung – bis zu 8,69 Metern Länge (2,40 Meter Breite) und 6,5 Tonnen zGG (IVECO Daily) sowie als LOFT Alkoven bis 9,39 Meter Länge und 7,49 Tonnen zGG; der LOFT Liner auf IVECO Eurocargo ermöglicht zGG bis 10.000 kg. Für Vanlife heißt das: Dieses Fahrzeug eignet sich weniger für spontane Abkürzungen übers Feld, mehr für Langzeitreisen und ein Leben auf Achse.
Auffällig ist die Vielfalt an Grundrissen. Je nach Variante stehen zahlreiche Layouts zur Verfügung – insgesamt 14 über LOFT, LOFT Liner und LOFT Alkoven. Vom LOFT Liner 78 F über 81 FB bis hin zu 91 G sowie die Alkoven-Modelle wie LOFT Alkoven 88 F oder 92 LS: Hier kann auf persönliche Wohnbedürfnisse und Reisegewohnheiten zugeschnitten werden – ob viel Stauraum für Sportgeräte, großzügige Sitzgruppe für schlechtes Wetter oder Fokus auf Schlafzimmerkomfort.
Auftritt wie ein Reisebus: Design mit Alltagsnutzen

Die Außenwirkung des LOFT ist markant. Vom Omnibus inspirierte Außenspiegel im mattschwarzen Carbon-Look, eine gebogene Windschutzscheibe und LED-Scheinwerfer im automotiven Stil verleihen dem Fahrzeug ein busartiges Gesicht und bringen praktische Vorteile. Die curved Windschutzscheibe verbessert Aerodynamik und Sichtfeld – ein Faktor, wenn mit einem über drei Meter hohen Reisemobil lange Etappen geplant sind.
Am Heck zieht sich eine durchgehende LED-Heckleuchte über die gesamte Breite, was bei Dunkelheit für gute Erkennbarkeit sorgt. Eine optional integrierte Markise verschwindet unauffällig in die Außenlinie, reduziert Windgeräusche während der Fahrt und bietet mit LED-Beleuchtung einen Außenwohnraum – nützlich, wenn der Stellplatz zum „Terrassenbetrieb“ einlädt.
Technik im Hintergrund: Fahrerassistenz und stabile Basis

Gerade wer den LOFT als mobiles Zuhause nutzen möchte, wird die technischen Grundlagen zu schätzen wissen. Ein feuerverzinkter Leiterrahmen bildet die stabile Basis, ergänzt durch einen Premium-Unterboden aus GFK, der vor Feuchtigkeit und Korrosion schützt. Der Dachaufbau ist so gestaltet, dass Regenwasser gezielt abgeführt wird, um Wasserstreifen an den Seitenwänden zu vermeiden.
Beim Fahren sorgen großflächige Omnibus-Außenspiegel und eine Scheibenwischanlage, die die komplette Scheibenfläche reinigt, für Übersicht. Ein Sicherheitsassistenz-System unterstützt den Fahrer und soll das Unfallrisiko senken. Optional stehen Rückfahrkamera, MirrorCam mit Nah- und Fernbereichskameras sowie ein 360-Grad-Birdview-System zur Verfügung. Für Vanlife bedeutet das: Auch auf engen Stellplätzen lässt sich ein Fahrzeug dieser Dimension kontrolliert bewegen – vorausgesetzt, man kennt seine Grenzen.
Fokus-Feature: Morelo Connect als Schaltzentrale des mobilen Lebens

Eine der Funktionen des LOFT ist das System Morelo Connect. Ein zentrales Touchdisplay über der Tür bündelt die wichtigsten Informationen und Funktionen: Systeme überwachen, Licht steuern, Klima checken – die Wohntechnik wird zur kontrollierbaren Einheit.
Darüber hinaus lässt sich die Steuerung in das Navigationssystem im Cockpit integrieren. Wer also nach einem langen Fahrtag auf dem Stellplatz eintrifft, kann aus dem Fahrersitz heraus bereits Einstellungen übernehmen. Die App-Steuerung erlaubt es, Licht zu dimmen, Fernseher auszufahren oder andere Funktionen per Smartphone zu bedienen. Das entfaltet seinen Nutzen, wenn der LOFT zum dauerhaften Lebensmittelpunkt wird, und hilft, Alltagsabläufe zu organisieren.
Wohnraum, Küche und Bad: Komfort auf Wohnungsniveau

Innen setzt der LOFT den wohnlichen Ansatz fort. Die Sitzgruppe bietet ergonomisch geformte Polster mit hohem Sitzkomfort, beleuchtete Oberschränke sorgen für Stauraum und Atmosphäre. Ein ausziehbarer, einbeiniger Tisch mit Mittelsäule schafft Beinfreiheit und eine großzügige Tischfläche – ein Detail, das auf langen Reisen zur Wohnqualität beiträgt.
Die Küche orientiert sich eher an einer kompakten Wohnung als an einem klassischen Camper: Ein Haushaltskühlschrank mit 172 Litern Volumen und 15 Litern Gefrierfach, Soft-Close-Tür und beleuchtete Oberschränke bieten Reserven für längere autarke Phasen. Ein zweiflammiger Luxus-Gasherd mit Glasabdeckung und Automatikzündung deckt die meisten Kochsituationen ab. Optional lässt sich eine Nespresso-Kapselmaschine integriert unterbringen.
Schlafzimmer und Bad: Erholung für lange Etappen
Das Schlafzimmer des LOFT ist auf Erholung angelegt. Ein großzügiges Queens-Bett, indirekte Beleuchtung und ein Kleiderschrank mit LED-Licht schaffen einen Rückzugsort. Verdunklungsrollos und Moskitonetze sorgen für Abdunkelung und Insektenschutz – hilfreich auf sommerlichen Stellplätzen oder in südlicheren Regionen.
Das Badezimmer wirkt wie aus einem kleinen Apartment: Eine große Echtglas-Duschkabine mit Beleuchtung, ein Waschtisch mit nahtlos eingeformtem Becken, Push-Open-Ventil und Haushaltsabfluss sowie großzügige, pflegeleichte Ablageflächen erleichtern den Alltag. Kombiniert mit großen Frisch- und Abwassertanks – je nach Basis bis etwa 360 Liter Frischwasser, etwa 250 Liter Abwasser und 250 Liter Fäkaltank – erlaubt der LOFT längere Aufenthalte abseits klassischer Campingplätze.
Basisfahrzeuge und Motorisierung: Von Daily bis Eurocargo
Beim LOFT kommen verschiedene Basisfahrzeuge zum Einsatz. Auf IVECO Daily-Basis startet der LOFT bei rund 7,99 bis 8,69 Metern Länge und etwa 2,40 Metern Breite. Der 3,0-Liter-Turbodiesel leistet 129 Kilowatt (175 PS), kombiniert mit Heckantrieb und 6-Gang-Schaltgetriebe. Die technisch zulässige Gesamtmasse liegt beim LOFT auf Daily 65 C 18 bei 6,5 Tonnen; beim LOFT Alkoven auf Daily 70 C 18 bei 7,49 Tonnen. Ein 90-Liter-Dieseltank und – je nach Ausführung – etwa 300 bis 360 Liter Frischwasser bilden die Grundlage für ausgedehnte Etappen.
Die Alkoven-Variante auf IVECO Daily 70 C 18 bietet mit höherem Doppelboden von 46 Zentimetern und größerem Tankvolumen mehr Stauraum und Reichweite. Wer eine robustere Basis sucht, findet im IVECO Eurocargo 75 E 21 oder 100 E 22 Alternativen mit 4,5- beziehungsweise 6,7-Liter-Turbodiesel, 152 beziehungsweise 162 Kilowatt Leistung und automatisiertem 8-Gang-Getriebe. Hier sind zulässige Gesamtmassen bis etwa 10 Tonnen möglich.
Fahrkomfort, Sonderausstattung und Preisrahmen
Für den Fahrkomfort stehen Optionen bereit: Von einer breiteren Vorderachse mit versetzten Rädern für stabilere Kurvenlage über Luftfederungen bis hin zur VB-Airsuspension „ActiveAir“, die das Feder- und Dämpfungsverhalten in Echtzeit anpasst. Ein optionaler Telma-Retarder übernimmt bis zu 90 Prozent der Bremsvorgänge – ein Plus in bergigen Regionen oder mit Anhänger. Eine Hubstützenanlage sorgt im Stand für Stabilität.
Beim Morelo LOFT bewegen sich die Einstiegspreise je nach Basisfahrzeug im oberen Segment. Auf IVECO Daily 65 C 18 startet der LOFT bei etwa 219.900 Euro, die Alkoven-Variante auf IVECO Daily 70 C 18 bei etwa 207.900 Euro. Der Eurocargo 75 E 21 liegt bei rund 269.900 Euro, der Eurocargo 100 E 22 bei etwa 318.900 Euro. Für Vanlife bedeutet das: Der LOFT ist eine bewusste Entscheidung für ein rollendes Zuhause mit Wohnungscharakter – für alle, die das Unterwegssein zur Lebensform machen wollen.
Bilder: Hersteller















