
Der Mountain Goat baut auf einem Mercedes Sprinter 170 aus dem Jahr 2024 mit Allradantrieb auf – also auf einer Plattform, die im Segment der großen Adventure-Vans etabliert ist. Diese Version geht weiter als ein klassischer Kastenwagen-Ausbau: Es entsteht ein Langstrecken-Reisemobil für ganzjährige Nutzung, das Alpenpässe, skandinavische Winterstraßen und staubige Wüstenpisten meistert. Der Name Mountain Goat passt gut: Der Ausbau betont Funktion, Robustheit und Autarkie, ohne in übertriebenen Luxus abzugleiten.
Die Kombination aus Allrad-Sprinter, aufgerüstetem Fahrwerk und umfangreicher Technik richtet sich an Vanlife-Profile, bei denen längere Offgrid-Phasen, Schlechtwetterperioden und unwegsame Zufahrten zur Normalität gehören. Der Innenraum bleibt wohnlich und organisiert, statt nur wie ein Expeditionsfahrzeug auszusehen. Der Mountain Goat eignet sich als vollwertiges Reisemobil für zwei Personen, die viel Zeit unterwegs verbringen wollen – nicht nur auf Campingplätzen, sondern auch abseits davon.
Innenausbau: Vier-Jahreszeiten-Konzept und durchdachte Küche

Basis des Innenausbaus ist eine Vier-Jahreszeiten-Isolierung mit Havelock-Wolle. Für Vanlife bedeutet das: besseres Raumklima bei Kälte, weniger Hitzestau im Sommer und ein angenehmeres Geräuschniveau auf langen Etappen. Ergänzt wird das durch isolierende Fensterabdeckungen für Fahrerhaus und Seitenscheiben sowie Vier-Jahreszeiten-Insekten- und Wetterschutzscreens an Heck- und Schiebetür. Wer bei Wind, Regen oder Mücken im Fahrzeug lebt, schätzt diesen Detailgrad.
Die Möbel sind aus Fenix-Material gefertigt und mit Soft-Close-Beschlägen und Blum-Auszügen versehen. Das wirkt modern und minimiert Klappern auf schlechten Straßen. Eine Lagun-Tischhalterung mit Walnussplatte schafft eine variable Arbeits- und Essfläche, die sich an den Alltag anpasst. Die Küche ist alltagstauglich: Ein einflammiges Induktionskochfeld, ein schwarzes Spülbecken mit Armatur, ein Vitifrigo-Kühlschrank mit 133 Litern Volumen, ein ausziehbarer Kaffeestation-Schrank mit Stromanschluss für eine Breville-Maschine und eine klappbare Arbeitsplattenverlängerung bilden ein Setup für regelmäßige Nutzung.
Kulinarische Praxis und Stauraum im Mountain Goat

Das Ordnungssystem der Küche ist konsequent: Ein Benchmark-Premium-Besteckeinsatz nimmt Besteck, ein Yeti-Set, Le-Creuset-Topf und -Pfanne sowie Corelle-Teller und -Schalen in Schaumeinsätzen auf. Darüber sitzt ein auf Auszügen montiertes Benchmark-Messerset. Im Vanlife-Alltag bedeutet das: kein Klirren, kein Suchen, jedes Teil hat seinen Platz, auch nach ruppigen Schotterpisten. Dazu kommt eine GE-Mikrowelle mit geringem Strombedarf für schnelles Aufwärmen, wenn der Tag lang oder das Wetter ungemütlich ist.
Neben der Küche gibt es eine Einstiegsbank auf der Fahrerseite mit Innenstauraum und schwarzer Kunstlederpolsterung, abgestimmt auf die Vordersitze. Sie dient als Sitzgelegenheit, Schuhbank oder Stauraum für schnelle Zugriffe. Über der Fahrerkabine befindet sich ein durchgehendes Staufach im Dachhimmel, ideal für sperrige, leichte Ausrüstung. Ergänzend nutzt der Ausbau Hecktüren mit Storage-Bags und ein Schienensystem unter dem Bett und am Systemgehäuse im Garagenbereich, mit Gurten, Haken und Schlaufen. Ein ausziehbares Tray auf Vollauszügen erleichtert das Be- und Entladen schwererer Gegenstände.
Schlafbereich und Sitzplätze: Komfort für lange Touren

Der Schlafbereich ist als Plattformbett quer im Heck auf Flarespace-Erweiterungen ausgeführt. Die Flares vergrößern die Breite, sodass eine komfortable Liegefläche entsteht. Der 11,4 cm starke Memory-Foam-Matratzenaufbau liegt auf einem Froli-Schlafsystem für Belüftung und Komfort – ein Vorteil bei längeren Aufenthalten. Eine Bunk-Leiter ermöglicht bequemen Zugang.
Für zusätzliche Sitz- und Schlafmöglichkeiten setzt der Mountain Goat auf eine Scopema Neptune 3P-Sitzbank mit 60 cm Breite, die sich zum Bett umbauen lässt. Das eignet sich für gelegentliche Mitreisende oder Familienphasen. Das Gesamtbild im Innenraum rundet ein durchgehender Chilewich-Mattensatz von Inhabit Design Works ab, der vom Fahrerhaus bis in die Garage reicht und Reinigung erleichtert.
Nasszelle, Toilette und Außendusche im Alltag
Für Vanlife ohne Campingplatzpflicht gibt es eine Innen-Dusche. Eine Phantom-Tür und ein Holzboden integrieren den Bereich unauffällig ins Wohnkonzept. Eine Thetford 5654-Kassettentoilette mit Spülung ist eigenständig, was Offgrid-Phasen angenehmer macht.
Der Heckbereich bietet eine Warm-/Kalt-Außendusche. Ob Surfausrüstung, Mountainbike-Schlamm oder Hunde nach Wanderungen – die Möglichkeit, draußen zu duschen oder abzuspülen, ist für viele Vanlife-Nutzer essenziell. In Kombination mit dem Frischwasservorrat eignet sich das für längere Reisen in weniger erschlossenen Gegenden.
Wassersystem und Autarkie: Edelstahl statt Plastik
Bei der Wasserversorgung setzt der Mountain Goat auf einen 132-Liter-Edelstahl-Frischwassertank. Edelstahl ist langlebig und hygienisch im Vergleich zu Kunststoff. Ergänzt wird das durch einen Guzzle-H2O-Stream-Wasserfilter für bessere Wasserqualität. Ein Grauwassertank mit Votronic-Tankmonitor und elektrischem Ablassventil ermöglicht übersichtlichen Wasserstand und kontrolliertes Ablassen.
Die Warmwasserversorgung übernimmt ein Isotemp-Boiler, gespeist von einer Espar-Hydronic-Dieselheizung, die auch die Warmluftversorgung stemmt. Ein Hochgebirgskit sorgt für Zuverlässigkeit in höheren Lagen. Dieses System zielt auf Winterbedingungen und macht den Van geeignet für Skandinavien-Touren oder Hochalpen-Aufenthalte, ohne nur auf Gasflaschen angewiesen zu sein.
Energieversorgung und Klimatisierung im Mountain Goat
Die Stromversorgung ist auf hohe Autarkie ausgelegt. Herzstück ist ein Lithionics-Lithiumsystem mit 640 Ah Kapazität, kombiniert mit einem Xantrex-Wechselrichter/Ladegerät mit 3.000 Watt. Dazu kommen ein 280-Ampere-Lichtmaschinen-Upgrade und ein 30-Ampere-Landstromanschluss. Das erlaubt Betrieb von Induktion, Mikrowelle, Kaffeemaschine und Klimaanlage.
Für Kühlung sorgt eine Nomadic Cooling X3 12-Volt-Klimaanlage, ergänzt um einen Maxxair-Deluxe-Dachlüfter. In Kombination mit der Isolierung bleibt der Innenraum in heißen Regionen erträglich. Ein ECU-Leistungs-Tuning und ein Pedal-Box-Gaspedal-Tuning sorgen für direkteres Fahrverhalten bei Beladung und Offroad.
Fahrwerk, Räder und Offroad-Zubehör im Detail
Der Sprinter hat ein Van-Compass-Fahrwerk der Stufe 6.3 und Unterfahrschutz für Motor und Getriebe. Kombiniert mit Owl-Talon-Felgen, Apex-Schnellablassventilen und BFGoodrich KO2-Reifen in 275/70 R17 ergibt sich ein Setup für Offroad-Vanlife. Die Reifen bieten mehr Bodenfreiheit und Traktion abseits befestigter Wege.
Zur Offroad-Ausstattung gehören eine ARB-Twin-Luftkompressoranlage, ein CA-Tuned-Frontbumper mit Warn-EVO-Winde, Epic-Haken und -Seilfenster, sowie ein CA-Tuned-Heckbumper mit Baja-Designs-Licht. Warn-Epic-Bergeschäkel und eine ROAM-Adventure-Box für MaxxTrax-Bergeboards bereiten auf Selbstbergung vor.
Licht, Dachträger und Außenauftritt
Die Lichtanlage geht über Serienniveau hinaus: Ein Roambuilt-Safari-3.0-SLB-Dachträger trägt eine 50-Zoll-KC-Lightbar und Diode-Dynamics-Arbeitsleuchten. Seriennebelscheinwerfer wurden durch Baja-Squadron-Leuchten ersetzt. Zusammen mit einem Piaa-Signalhorn bietet das Sichtbarkeit und Ausleuchtung.
Eine Girard-Markise schafft Schatten oder Regenschutz. Elektrische AMP-Power-Steps erleichtern den Einstieg. XBull-Kotflügelverbreiterungen, ein Terrawagen-Hauben-Spoiler, schwarze Haubenfolierung und Line-X-Beschichtung schützen und verleihen einen robusten Look. Eine Owl-Vans-Explorer-Leiter mit Reserveradträger sowie ein Sherpa-Trägersystem mit Box, Gear Cage und DMOS-Delta-Schaufel erweitern Transportmöglichkeiten.
Netz, Konnektivität und ein besonderes Detail
Für Vanlife 2024 ist Konnektivität zentral. Der Mountain Goat hat ein Starlink-Surface-Mount-FHP-Kit für Breitband-Internet unterwegs, wo Mobilfunk fehlt. In Kombination mit dem Energiesystem eignet sich das für Remote-Work.
Ein besonderes Detail ist die Küchenausstattung: Induktion, großer Kühlschrank, ausziehbare Kaffeestation, Mikrowelle und angepasster Stauraum richten sich an Reisende, die ihren Alltag in den Van verlagern. Alles ist so verstaut, dass nichts klappert und schnell greifbar ist, auch bei Offroad-Passagen. Das unterscheidet einen ambitionierten Ausbau von einer Wochenendlösung.
Einordnung des Mountain Goat im Vanlife-Segment
Der Mountain Goat positioniert sich im oberen Segment der ausgebauten Allrad-Langversionen auf Sprinter-Basis. Er ist kein Einsteigerfahrzeug, sondern für langes Leben, Reisen und Arbeiten im Van. Die Isolierung, Heizung, Elektrik, Offroad-Ausstattung und Internetlösung zielen auf anspruchsvolle Routen ab.
Wer das sucht, bekommt ein mobiles Zuhause, unabhängig von Campingplätzen. Es bietet mehr Komfort und Robustheit als ein simpler Kastenwagen-Ausbau. Ein konkreter Preis wird von Benchmark Vehicles nicht genannt, die Ausstattung deutet aber auf einen hochpreisigen Bereich hin.
Bilder: Hersteller















