Der Trend zu kompakten Vans, die sich im Alltag fahren lassen und trotzdem Wohnkomfort bieten, wächst. Ein Beispiel ist ein ausgebauter Ram ProMaster, der in Nordamerika bei Selbstausbauer:innen und kleinen Manufakturen beliebt ist. Dieser Umbau zeigt, wie viel Wohngefühl in einem Transporter stecken kann – und wo die Grenzen für den deutschen Markt liegen.
Vom Fiat Ducato zum US-Van für Vanlife-Fans

Der Ram ProMaster basiert auf der dritten Generation des Fiat Ducato, ist aber als eigenständiges Modell in Nordamerika unterwegs. Er wurde 2013 vorgestellt und ist seitdem erhältlich. Der Van kommt mit verschiedenen Radständen und Längen, was ihn für Camper-Ausbauten interessant macht: vom kompakten Stadtvan bis zum geräumigen „Rolling Home“.
Serienmäßig hat er einen 3,6-Liter-Benzinmotor, alternativ einen 3,0-Liter-Diesel. Besonders ist der Frontantrieb, der in dieser Klasse selten ist. Das bringt Vorteile wie guten Grip bei Nässe, einen niedrigen Ladeboden und mehr nutzbaren Innenraum, da kein Kardan-Tunnel im Weg ist.
Wohnbereich wie ein kleines Studio-Appartement

Im Ausbau wird der Raumvorteil genutzt, um einen Wohnbereich zu schaffen, der eher an ein Studio-Appartement erinnert als an einen klassischen Kastenwagen. Vollflächige Verkleidung, ein durchgehender Boden und Shiplap-Wände mit Zierleisten erzeugen eine wohnliche Atmosphäre. Große Hängeschränke aus Rotzeder bieten Stauraum und einen warmen Look.

Ein Schwenktisch kombiniert mit drehbaren Vordersitzen macht die Kabine zum Teil des Wohnraums – praktisch für Essen oder Arbeiten. Es gibt Schubladen in der Küche, Kleiderhaken und Staufächer für den Alltag. Eine maßgefertigte Matratze sorgt für guten Schlaf.
Küche mit großem Kühlvolumen und durchdachtem Layout

Die Küche ist zentral im Ausbau. Sie hat einen großen Kühlschrank und eine separate Kühltruhe, ideal für Offgrid-Touren. Das Modul ist als Galley aufgebaut, mit Rotzeder-Fronten und einer robusten Arbeitsplatte.
Zur Ausstattung gehören Mikrowelle, Spüle mit Filter und ein Gasherd. Ein Warmwasserboiler und ein Propantank versorgen Warmwasser und Herd. Praktisch ist der ausklappbare Außentisch mit Spüle am Heck, für Outdoor-Aufgaben wie Gemüse schneiden oder Geschirr spülen.
Badlösung mit Komposttoilette und Außendusche
Statt eines großen Bads gibt es eine minimalistische Lösung: Eine Komposttoilette unter der Sitzbank, belüftet und platzsparend. Die Außendusche wird aus einem 106-Liter-Frischwassertank gespeist und ist vom Heck zugänglich.
Das passt zu Reisen mit viel Zeit draußen, wie am Strand oder im Wald. Auf Stellplätzen mit Sanitäranlagen gewinnt man so Innenraum.
Stromversorgung: 800 Watt Solar und Lithium-Power

Das Stromsystem ist umfangreich: Über 600 Amperestunden Lithium-Batterien, 400 Watt festes Solar auf dem Dach und ein weiteres 400-Watt-Modul, das ausklappbar ist. Das erlaubt autarkes Stehen.
Dimmbares LED-Licht, Steckdosen und USB-Anschlüsse versorgen Geräte. Ein Wandfernseher und Signalverstärker machen längere Aufenthalte angenehm.
Klima, Heizung und frische Luft für alle Jahreszeiten
Für ganzjährigen Einsatz gibt es Klimaanlage für den Sommer und eine Benzinheizung für den Winter, gespeist aus dem Tank.
Ein Dachlüfter und Fenster mit Insektenschutz sorgen für Belüftung. Moskitonetze an Türen erlauben offene Türen in der Dämmerung. So ist der Camper für verschiedene Klimazonen geeignet.
Outdoor-Features und Verfügbarkeit in Deutschland
Außen gibt es eine Markise für Schatten, einen Fahrradträger für E-Bikes, Benzinkanister für lange Strecken und einen ausfahrenden Tritt für leichten Einstieg.
Der Ram ProMaster ist primär für Nordamerika gedacht. Import nach Deutschland ist aufwendig wegen Normen und Zulassung. Viele Ideen lassen sich aber auf Fiat Ducato, Peugeot Boxer oder Citroën Jumper übertragen.
Bilder: Hersteller















