Die Transvâlcan gehört zu den deutlich unbekannteren Bergstraßen Rumäniens. Während sich auf Transfăgărășan und Transalpina in der Hauptsaison Autos, Motorräder und Reisebusse gegenseitig auf die Reifen schauen, war es auf der Transvâlcan bei unserer Fahrt Mitte September ausgesprochen ruhig.
Wir sind die komplette Strecke von Vulcan im Norden bis Schela im Süden mit einem Nissan Navara Pickup gefahren. Dabei zeigte sich ziemlich schnell: Eigentlich fährt man auf der Transvâlcan zwei völlig verschiedene Straßen.
Von Vulcan bis zum Pasul Vâlcan ist die Strecke asphaltiert. Hinter dem Pass ändert sich das schlagartig. Dort geht es auf grobem Schotter, losen Steinen, durch ausgewaschene Rinnen und über Waldwege weiter.
Wer mit einem normalen Wohnmobil unterwegs ist, sollte diesen Unterschied kennen, bevor er einfach der Straße weiter folgt.
Wo liegt die Transvâlcan?
Die Transvâlcan ist Teil der DJ 664 und verbindet Vulcan im Kreis Hunedoara mit Schela im Kreis Gorj. Sie führt über das Vâlcan-Gebirge und verbindet damit Transsilvanien mit Oltenien.
Die Strecke ist rund 28 Kilometer lang. Ihr höchster Punkt liegt am Pasul Vâlcan auf 1.621 Metern.
Die Straße wird auch Drumul lui Mihai Viteazul, also Straße des Michael des Tapferen, genannt. Nach Angaben der Stadt Vulcan nutzte Mihai Viteazul den historischen Übergang im Jahr 1600.
Von Vulcan bis zum Pasul Vâlcan: schmal, aber asphaltiert
Von Vulcan aus geht es auf den ersten rund elf Kilometern asphaltiert hinauf zum Pass. Die Straße ist stellenweise schmal und kurvig, bei unserer Fahrt aber problemlos zu fahren. Vor allem war sie leer.
Auf der gesamten Transvâlcan begegneten uns gerade einmal sechs Autos und eine Handvoll Cross-Motorräder. Das war Mitte September. Natürlich kann es an Wochenenden oder im Sommer voller werden, mit dem Verkehr auf den bekannten rumänischen Panoramastraßen hatte unsere Fahrt aber wenig gemeinsam.
Mit normalen Pkw und kleineren Campern ist der asphaltierte Abschnitt gut machbar. Bei sehr großen oder schweren Wohnmobilen würde ich trotzdem etwas genauer hinschauen. Die Straße ist schmal, teilweise steil und nicht überall gibt es direkt eine gute Möglichkeit zum Ausweichen. Dass wir kaum Gegenverkehr hatten, machte die Fahrt natürlich deutlich entspannter.
Pasul Vâlcan: offene Hochfläche und weiter Blick
Oben verändert sich die Landschaft deutlich. Der Wald tritt zurück, die Flächen werden offener und der Blick reicht weit über die umliegenden Berge.
Am Pass und entlang der Strecke gibt es verschiedene Möglichkeiten zum Anhalten und Abstellen. Manche sind eher kleine Buchten, andere deutlich größer und auch für Wohnmobile geeignet. Entlang der Strecke gibt es einige Plätze, die sich auch für eine Übernachtung anbieten. Versorgung sollte man oben allerdings nicht erwarten. Am Pass selbst und auf dem südlichen Streckenabschnitt haben wir keine Infrastruktur vorgefunden.
Dafür war der Handyempfang erstaunlich gut.

Das Denkmal am Pasul Vâlcan
Am Pass befindet sich ein Gedenkensemble für die Kämpfe des Ersten Weltkriegs.
1916 wurde in diesem Gebiet schwer gekämpft. Heute erinnert das Memorialul Eroilor din Primul Război Mondial an die gefallenen Soldaten. Zum Ensemble gehören unter anderem Büsten, eine Kreuzigungsdarstellung sowie historische beziehungsweise wiederhergerichtete Schützengräben.
Wir haben dort kurz angehalten. Gerade weil die Straße heute so ruhig wirkt, ist es interessant zu wissen, dass dieser Übergang über die Berge schon lange vor Wohnmobilen, Pickups und Navigationsapps eine wichtige Verbindung war.

Hinter dem Pass ist Schluss mit Asphalt
Wer vom Pasul Vâlcan Richtung Süden weiterfährt, sollte wissen, was kommt.
Der Asphalt endet. Und damit meine ich nicht jene Sorte Schotterstraße, auf der man kurz langsamer fährt und anschließend stolz erzählt, man sei jetzt offroad unterwegs gewesen.
Der südliche Abschnitt war bei unserer Fahrt eine Mischung aus grobem Schotter, losen Steinen, ausgewaschenen Rinnen und Waldwegen. Stellenweise haben wir im Navara den Allrad zugeschaltet.
Mit einem normalen Wohnmobil würde ich dort nicht weiterfahren.
Dafür braucht es aus meiner Sicht ein wirklich offroadtaugliches Fahrzeug mit ausreichend Bodenfreiheit. Allrad ist je nach Zustand der Strecke ebenfalls sinnvoll.
Wie gut der Weg befahrbar ist, kann sich nach starkem Regen natürlich verändern. Unsere Beschreibung bezieht sich auf Mitte September 2026.

Für welche Fahrzeuge ist die Transvâlcan geeignet?
Das hängt davon ab, wie weit man fahren möchte.
Bis zum Pasul Vâlcan:
Der asphaltierte Abschnitt ist mit Pkw und kleineren Campern gut machbar. Bei großen oder schweren Wohnmobilen würde ich wegen der schmalen und teilweise steilen Straße genauer hinschauen.
Vom Pass Richtung Schela:
Hier braucht es ein offroadtaugliches Fahrzeug mit ausreichend Bodenfreiheit. Mit einem normalen Wohnmobil oder Camper würde ich diesen Abschnitt nicht fahren.
Dass eine Navigationsapp die Transvâlcan als durchgehende Straße anzeigt, sagt über ihre tatsächliche Befahrbarkeit ziemlich wenig aus.
Wie lange braucht man für die Transvâlcan?
Die ersten rund elf Kilometer von Vulcan bis zum Pasul Vâlcan sind asphaltiert und entsprechend gut zu fahren.
Vom Pass bis nach Schela bleiben noch etwa 17 Kilometer. Für diesen unbefestigten Abschnitt haben wir knapp eine Stunde gebraucht. Grober Schotter und ausgewaschene Rinnen bremsen das Tempo deutlich.
Wie lange man für die komplette Strecke braucht, hängt deshalb vor allem davon ab, wie schnell man auf diesem zweiten Abschnitt vorankommt und wie oft man unterwegs anhält.
Landschaft zwischen Hochfläche und Wald
Die Transvâlcan wirkt landschaftlich deutlich ruhiger als die bekannteren Panoramastraßen Rumäniens. Oben gibt es offene Hochflächen und weite Bergblicke, weiter unten führt die Strecke wieder durch Wald. Viel touristischen Betrieb haben wir unterwegs nicht gesehen.
Keine Souvenirstände, keine Busgruppen, kein großer Trubel.
Zumindest Mitte September war die Straße so ruhig, dass der Begriff Geheimtipp ausnahmsweise tatsächlich ganz gut passt.
Kann man an der Transvâlcan übernachten?
Entlang der Strecke gibt es verschiedene Stellmöglichkeiten. Wir haben kleine Buchten, größere Flächen und parkplatzähnliche Stellen gesehen. Einige davon eignen sich auch gut für eine Übernachtung. Am Pass selbst und auf dem südlichen Streckenabschnitt haben wir keine Versorgung vorgefunden. Wasser, Essen und alles andere sollte man deshalb besser vorher dabei haben.
Unterhalb des Passes auf der Nordseite liegt das Freizeit- und Skigebiet Pasul Vâlcan mit Gondelbahn. Direkt oben am Pass merkt man davon allerdings wenig.

Wintersperre auf der Transvâlcan
Im Winter werden Abschnitte der DJ 664 am Pasul Vâlcan für den Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Feste Öffnungs- und Schließzeiten gibt es dabei nicht. Schnee und Straßenzustand entscheiden mit darüber, wann die Strecke befahrbar ist.
Wer früh oder spät im Jahr unterwegs ist, sollte deshalb vorher prüfen, ob die Transvâlcan tatsächlich offen ist.
Für den südlichen Offroadabschnitt gilt das umso mehr. Nach Regen, Schnee oder Unwettern kann sich der Zustand der Strecke deutlich verschlechtern.
Ist die Transvâlcan ein Geheimtipp?
Für uns: ja. Auf keiner der anderen rumänischen Panoramastraßen, die wir bisher gefahren sind, war Mitte September so wenig Verkehr. Sechs Autos und eine Handvoll Cross-Motorräder auf der gesamten Strecke sind jedenfalls ziemlich überschaubar. Dazu kommt, dass die Transvâlcan deutlich weniger bekannt ist als Transfăgărășan oder Transalpina. Wer Ruhe sucht und keine Lust auf Reisebusse, Souvenirstände und viel Betrieb hat, findet hier eine ganz andere Art von Bergstraße.
Zumindest bei unserer Fahrt Mitte September hat der Begriff Geheimtipp tatsächlich gepasst.
Unser Fazit zur Transvâlcan
Die Transvâlcan war für uns die ruhigste der vier rumänischen Bergstraßen, die wir gefahren sind.
Schon der asphaltierte Abschnitt bis zum Pass lohnt sich, wenn man eine schöne Bergstraße ohne viel Verkehr fahren möchte. Oben gibt es weite Ausblicke, Stellmöglichkeiten und das Denkmal zum Ersten Weltkrieg.
Für uns wurde es hinter dem Pass allerdings erst richtig interessant. Mit dem Navara hat der unbefestigte Abschnitt Spaß gemacht – mit einem normalen Wohnmobil würde ich dort trotzdem nicht weiterfahren.
Diese Mischung aus ruhiger Panoramastraße und echtem Offroadabschnitt macht die Transvâlcan für uns besonders. Und zumindest Mitte September war sie tatsächlich noch so leer, wie man es sich bei einem Geheimtipp eigentlich vorstellt.
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