Clesana X1 Verschweißtoilette offen stehend in einer Sandwüste, ideal für autarkes Camping
Die mobile Clesana X1 Campingtoilette autark in einer Sandwüste platziert

Wenn die Piste schüttelt und nichts schiefgehen darf -Clesana X1 Offroad

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Am Ende war es nur eine kleine grün-schwarze Box. Kein großer Umbau, kein festes Bad, keine Sanitärzelle mit Tür und Spiegel. Und doch hing an diesem kompakten Gerät für Daniel Brink und Claudia Kilian-Brink auf ihrer Tunesienreise mehr als nur Bequemlichkeit. Es ging um Ruhe. Um Unabhängigkeit. Und um die Frage, was passiert, wenn man irgendwo zwischen Polizeistation, Sperrgebiet und Sanddüne plötzlich muss. Die beiden sind übrigens die Köpfe hinter Dontfollow4x4.

Daniel und Claudia reisen seit 2001 gemeinsam. Erst mit Rucksack, später mit gemieteten Campern, dann immer stärker in Richtung Offroad. Daniel ist selbstständiger Friseurmeister aus Thüringen, ein neugieriger, handfester Typ, der sich für Technik begeistern kann, solange sie draußen wirklich etwas löst. Claudia arbeitet in der Finanzverwaltung.

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Ein Plan gerät ins Rutschen

Clesana X1 Trenntoilette vor Sonne in der Wüste aufgestellt
Die Clesana X1 Trenntoilette autark in den Dünen – Hygiene und Komfort abseits der Infrastruktur.

„Das Leben ist zu kurz, um bis 67 Finanzbeamtin zu sein“, sagt sie. Es ist einer dieser Sätze, bei denen man sofort versteht, warum die beiden lieber über Pisten, Menschen und ferne Länder reden als über Routinen. Eigentlich sollte ihr alter Unimog mit auf die Reise. Ein besonderes Fahrzeug, mit Hubkabine, viel Geschichte, aber begrenztem Sanitärkomfort. Dann änderte sich der Plan. Der Unimog war verkauft, die Wüstentour stand dennoch fest: Tunesien, mehrere Fahrzeuge, Filmteam, Partner, Route Richtung Kasserine, Douz, verlorener See und Tembaine. Also musste in wenigen Wochen ein Ersatz her. Ein Ford Ranger, Baujahr 2019, Fünfzylinder-Diesel. Er bekam eine Decamp-Kabine aufgesetzt und wurde bei Taubenreuther wüstentauglich gemacht. Fahrwerk, Reifen, Unterfahrschutz, Schnorchel, Windenstoßstange – alles, was helfen sollte, wenn Sand aus Abenteuer plötzlich Arbeit macht.

Auf den letzten Drücker

Pickup-Offroadfahrzeug mit Campingaufbau fährt durch die Wüste, Spuren im Sand sichtbar.
Ein ausgerüsteter Pickup auf sandigen Offroad-Strecken – Symbol für autarkes Reisen in abgelegene Regionen und Fortbewegungsmittel der beiden.

Die Clesana X1 kam zwei oder drei Tage vor der Abfahrt. Kein gemütlicher Testlauf, kein langer Einbau, keine eingespielte Routine. Draußen im Carport legten Daniel und Claudia den Folienliner ein, mit Hilfe eines Videos und unter dem Druck, dass am 26. Dezember der Weg Richtung Genua beginnen sollte. In der engen Kabine suchten sie einen Platz an der Seite. „Wir haben sie festgezurrt, damit während der wilden Fahrt nichts passiert“, erzählt Claudia. Genau dieser Moment sagt viel über den sicheren Einsatz der X1 im Offroadumfeld. Im Gelände ist eine mobile Toilette zunächst nicht Komfortausstattung, sondern Ladung. Sie muss so stehen, dass sie bei Bremsmanövern, Schrägfahrten und Wellblechpisten nicht zum Geschoss wird.

Fixieren, sichern, prüfen

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Clesana X1 Trenntoilette im Stauraum eines Campers, umgeben von Reiseausrüstung.
Die Clesana X1 ist eine mobile Toilette, die sich platzsparend in den Stauraum eines Vans oder Expeditionsmobils integrieren lässt.

Die X1 wiegt rund 11,3 Kilogramm. Das klingt tragbar, ist aber schwer genug, um im Fahrzeug ernst genommen zu werden. Für einen Wochenendausflug mag ein sicherer Standplatz genügen. Wer mit Kabine, Pick-up oder Expeditionsfahrzeug in die Wüste fährt, sollte anders denken: fixieren, sichern, prüfen. Denn die Toilette wird erst dann zum verlässlichen Begleiter, wenn sie nicht bei jeder Bodenwelle ihren eigenen Weg sucht. In Tunesien zeigte sich schnell, warum Daniel auf eine eigene Lösung bestand. „Ich kann draußen schlafen, ich kann mich unter einen Baum legen, das ist mir egal. Aber ich brauche ein Klo“, sagt er.

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Wenn Freiheit plötzlich praktisch wird

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Clesana X1 Campingtoilette offen in einer Wüstenlandschaft, bereit zur Nutzung.
Die Clesana X1 Toilettenlösung autark im Einsatz abseits klassischer Stellplätze.

Das klingt drastisch, ist aber ehrlich. Offroadreisen romantisieren gern das Draußensein. Beim Toilettenthema endet diese Romantik schnell. Besonders dann, wenn man nicht allein irgendwo in der Weite steht, sondern im Ort, an Kontrollpunkten oder in Gebieten, in denen Bewegung eingeschränkt ist. Claudia erinnert sich an eine Nacht im Sperrgebiet, vor einer Polizeistation, mitten im Ort. In den Unimogs gab es teils Toilettenlösungen, in der begleitenden G-Klasse nicht. „Hätten wir da keine Clesana gehabt, wäre gar keine Ausweichmöglichkeit da gewesen“, sagt sie. Genau hier wird aus Technik plötzlich psychologische Sicherheit. Nicht suchen müssen. Nicht hoffen müssen. Nicht überlegen, ob man irgendwo hingehen kann, darf oder will. Daniel bringt es später auf den Punkt: „Es nimmt dir den Stress. Wenn du weißt, du musst auf Toilette und es ist nichts greifbar, ist das ein unglaublicher Stress.“

Technik gegen den falschen Moment

Technisch arbeitet die X1 anders als eine klassische Kassettentoilette. Sie sammelt nichts in einem Tank, der später entleert und gespült werden muss. Stattdessen verschweißt sie Hinterlassenschaften in Beuteln aus Hochbarriere-Folie. Die Stromversorgung kann über verschiedene Möglichkeiten erfolgen; in der Praxis nutzten Daniel und Claudia ausschließlich die mobile Akkuversion mit Einhell-Akkus. In drei Wochen mussten sie nach eigener Aussage nur einmal nachladen. Das passt zum geringen Energiebedarf des Systems: Ein Verschweißvorgang benötigt nur wenig Strom, die hohe Leistung wird nur sehr kurz abgerufen. Für autarke Reisen ist trotzdem klar: ein geladener Reserveakku gehört dazu. Unterspannung ist kein Abenteuer, sondern eine vermeidbare Fehlerquelle.

Mann mit Daumen hoch neben geöffneter mobiler Clesana X1 Campingtoilette in wüstenartiger Umgebung.
Die Clesana X1 Toilettenlösung im Outdooreinsatz – autark, kompakt und flexibel.

Disziplin in der kleinen Kabine

Auch die Bedienung verlangt etwas Disziplin. Die X1 fährt über einen Teleskopmechanismus auf Sitzhöhe aus. Sie muss vollständig ausgezogen und eingerastet sein, bevor sie richtig arbeitet. Genau daran hakte es bei Daniel und Claudia am Anfang. In der niedrigen Deka-Kabine war nach oben wenig Platz. Die Toilette wurde nicht sauber hochgezogen, rastete nicht vollständig ein und zeigte Fehler. „Da mussten wir erst lernen, dass man sie wirklich richtig einrasten lassen muss“, erzählt Claudia. Danach sei es problemlos gelaufen. Aus diesem kleinen Anfangsfehler lässt sich eine wichtige Regel ableiten: Im Gelände versagt Technik oft nicht spektakulär, sondern durch Hektik, Enge und Routinefehler.

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Kleine Fehler, große Wirkung

Geländewagen mit Aufbau fährt autark durch die Wüste, weit entfernt von Zivilisation.
Pick-up mit Wohnkabine fährt durch sandige Wüstenlandschaft, Symbol für autarkes Reisen fernab von Infrastruktur.

Zur sicheren Nutzung gehört auch, die Toilette nicht zu überfordern. Die maximale Belastung liegt bei 150 Kilogramm, aber sie ist kein Tritt, kein Hocker und keine Leiter zum Dachträger. Papier darf nicht in die Schweißzone geraten, die Schublade sollte nicht überfüllt werden, und bei flüssigem Inhalt hilft der Super-Absorber, Feuchtigkeit zu binden. Das klingt nach Kleinkram, ist aber genau der Unterschied zwischen einem sauber verschweißten Beutel und einem Ärgernis im schlechtesten Moment. Beim Geruch hatten Daniel und Claudia die größte Überraschung. Die gefüllten Beutel wurden zeitweise zusätzlich gesammelt und außen an der Kabine transportiert.

Wenn ein Tabuthema normal wird

„Der Hochbarriere-Liner funktioniert wirklich“, sagt Daniel. Claudia beschreibt, dass dadurch auch in der Gruppe die Hemmungen verschwanden. Kein Geruch, kein sichtbarer Inhalt, keine Berührungsangst. Irgendwann sprach niemand mehr vom Toilettengang. In der Runde hieß es nur noch: „Ich gehe schweißen.“ Selbst einer der Begleiter nahm die X1 mit in die Düne. Eine absurde Szene vielleicht, aber auch eine, die zeigt, wie schnell ein ungeliebtes Thema normal wird, wenn es sauber gelöst ist.

Trotzdem bleibt die X1 kein Freibrief. Die verschweißten Beutel müssen entsorgt werden. In Deutschland gehört das in der Regel in den Restmüll, unterwegs gelten lokale Regeln und die vorhandene Infrastruktur.

Die Grenze liegt nicht im Gerät

Tunesien zeigte den beiden auch die Grenzen solcher Systeme. Mülltonnen gab es, doch was danach passierte, war oft unklar. „Wir haben unseren Müll brav gesammelt und entsorgt“, sagt Claudia. Gleichzeitig sahen sie, wie viel Abfall an Straßenrändern, neben Tonnen und auf wilden Flächen lag. Eine Verschweißtoilette löst das Hygieneproblem im Fahrzeug. Sie löst nicht automatisch das Entsorgungsproblem eines Landes. Heute ist der Ranger verkauft, der nächste Reiseabschnitt steht in einem Steyr-Expeditionsmobil bevor. Die X1 aber bleibt. Sie steht in der Staubox, für kurze Wochenenden, spontane Einsätze und Situationen, in denen man nicht das ganze Fahrzeugbad nutzen möchte.

Ein Stück Kontrolle unterwegs

Daniel beschreibt sie mit vier Worten: „Klein, leicht, portabel, hygienisch.“ Ganz so leicht ist sie auf der Waage nicht. Aber im Kopf offenbar schon. Vielleicht ist genau das ihr eigentlicher Wert im Offroadalltag. Die Clesana X1 macht Reisen nicht heldenhafter, nicht wilder und nicht romantischer. Sie macht sie an einer entscheidenden Stelle nüchterner. Sicher fixiert, korrekt eingerastet, mit genug Strom, sauber verschweißten Beuteln und verantwortlicher Entsorgung wird aus einer mobilen Toilette ein Stück Kontrolle in einer Umgebung, in der ohnehin genug unkontrollierbar bleibt. Und manchmal reicht genau das, damit eine Nacht vor einer Polizeistation oder ein Morgen in der Düne nicht zum Problem wird.

Bilder: Dontfollow4x4

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