Yakima auf der SEMA 2025: US-Primus startet Europa-Offensive

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Mitten im Trubel der SEMA Show 2025 in Las Vegas – einem Mekka für Tuning, Offroad und Camping-Enthusiasten – zieht ein Stand besonders die Blicke der Vanlife-Community auf sich. Hier präsentiert Yakima, eine US-Kultmarke für Fahrzeuggepäckträger und Outdoor-Zubehör, ihre neuesten Produkte und Pläne. Produktmanager Chris Horton sowie Eric Rosinger und Marie von Yakima führen durch die Neuheiten, die speziell auf Vanlife-Fans und Overlander ausgerichtet sind. Von innovativen Dachzelten über freistehende Markisen bis zu modularen Stauraumsystemen zeigt Yakima, wie man Fahrzeug und Campingplatz clever verbindet. Die Reportage gibt einen Einblick in Yakimas Neuheiten von der SEMA 2025, ordnet die technischen Lösungen sachlich ein und beleuchtet ihre Bedeutung für die Vanlife- und Offroad-Community in Europa.

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Yakima – US-Traditionsmarke mit Blick auf Europa

Yakima ist in Nordamerika seit Jahrzehnten ein fester Begriff, doch in Europa noch relativ neu. Gegründet 1979 in Yakima (Washington), hat sich die Marke vom kleinen Gepäckträger-Spezialisten zu einem der Top-Anbieter für Outdoor-Transportlösungen entwickelt. In den USA sieht man Yakima-Produkte an unzähligen Fahrzeugen – „in Moab hatte gefühlt jeder zweite Jeep etwas von Yakima montiert“, erklärt einer unserer vanlifemag.de-Redakteure beim Besuch. Hauptkonkurrent ist Branchenprimus Thule aus Schweden; je nach Produktkategorie liefert sich Yakima mit Thule ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 1. Bekannt wurde Yakima durch Fahrradträger, Dachgepäckträger und Cargo-Boxen. Doch mittlerweile bedient die Marke auch das boomende Overlanding- und Vanlife-Segment mit Camping-Equipment. „Unsere neuen Produkte wurden für die Woman und Man entwickelt, die mit normalem Auto und Dachzelt campen wollen“ erklärt Eric Rosinger augenzwinkernd – nicht jeder fährt in Europa einen Pickup wie in den USA. Entsprechend bereitet Yakima den Markteintritt in Europa sorgfältig vor. Einige US-Erfolgsprodukte werden zunächst angepasst, während parallel Neuentwicklungen speziell für Europa entstehen. Die Herausforderung: Hierzulande trifft Yakima auf etablierte Offroad-Marken wie ARB und Alu-Cab sowie auf einen Preiskampf im Campingmarkt. Insbesondere beim Trendthema Dachzelt buhlen zahlreiche günstigere Importe um Käufer, oft chinesische Produkte unter immer neuen Markennamen. Yakima will dem mit Qualität, cleveren Features und seiner 40-jährigen Markentradition begegnen.

EXO-Heckträgersystem: Modularer Stauraum am Fahrzeugheck

Yakima auf der SEMA 2025
Chris Horton zeigt und das neue Gepäcksystem, welches auch bestens für Europa geeignet wäre. Es muss aber noch technisch angepasst werden.

Als Erstes führt Produktmanager Chris Horton das EXO-Heckträgersystem vor – eine Art Schweizer Taschenmesser am Anhängerkupplungs-Haken. Dieses modulare Trägersystem nutzt die in den USA weit verbreitete 2-Zoll-Vierkantaufnahme am Fahrzeugheck. Daran lassen sich zwei Ebenen an Plattformen oder Boxen anbringen, um sperrige Ausrüstung außen zu transportieren – vom Mountainbike über Kühlboxen bis zur Campküche. Mehr Stauraum draußen bedeutet mehr Wohnraum drinnen: Gerade Vanlife-Reisende mit kompakten Vans oder SUVs profitieren davon, Gepäck nach draußen verlagern zu können. Zudem hat die Heckmontage aerodynamische Vorteile – an Elektroautos reduziert es z.B. den Reichweitenverlust gegenüber Dachgepäck. In den USA ist das EXO-System seit fünf Jahren auf dem Markt und gilt dort als Gamechanger. Für Europa steht der Launch noch aus. „Gibt’s das schon in Deutschland?“ – Noch nicht offiziell, antwortet Horton, denn wir müssen erst Beleuchtung und Nummernschildhalter integrieren, damit es den EU-Vorschriften entspricht. Tatsächlich erfordert die Nutzung am EU-Anhängerkupplungs-Haken (meist Kugelkopf statt US-Vierkant) einige Anpassungen. Doch Yakima beobachtet einen Trend: Neue europäische Pick-ups wie VW Amarok und Ford Ranger kommen zunehmend mit dem 2-Zoll-Hitch auf den Markt. Damit öffnet sich die Tür für Systeme wie EXO. Inzwischen bietet Yakima in Europa bereits spezielle Kupplungsträger für Fahrräder an – ein erster Schritt. Das EXO-Heckträgersystem selbst soll laut Yakima in Zukunft ebenfalls hier erhältlich sein. Mit bis zu ca. 160 kg Traglast am Heck (auf zwei Ebenen verteilt) ist es eine robuste Lösung, um z.B. Campingboxen außen zu befestigen. Und dank Schwenkmechanismus bleibt der Zugang zum Kofferraum erhalten. Die Besucher auf der SEMA sind beeindruckt von den „Millionen Möglichkeiten“ des Systems, ob für Offroad-Zubehör oder einfach um feuchte Ausrüstung außerhalb des Fahrzeugs zu verstauen. Für Vanlifer bedeutet EXO vor allem eins: enorme Flexibilität beim Packen und mehr Platz im fahrenden Zuhause.

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Hartschalen-Dachzelt SkyPeak HD: Ein Dachträger, in dem man schlafen kann

Neues Dachzelt
Das neue Dachzelt ist geräumig und bietet, so der erste Eindruck, eine sehr gute Detailqualität.

Weiter geht es hoch hinaus – im wahrsten Sinne: Yakima enthüllt auf der SEMA sein erstes Hartschalen-Dachzelt, das SkyPeak HD. Dieses Dachzelt wurde als robustes „Dachgepäckträger zum Drin-Schlafen“ entwickelt, wie Yakima-Mann Chris Horton betont. Tatsächlich erfüllt das SkyPeak höchste Ansprüche an Stabilität und Funktionalität: Die harte Oberschale besteht aus Aluminium-Wabenmaterial statt einfachem ABS-Kunststoff, was Langlebigkeit und geringes Gewicht vereint. Auf der Ober- und Unterseite des Zelts verlaufen integrierte T-Nut-Schienen. Hier lassen sich zusätzliche Lasten bis zu 136 kg montieren – etwa Fahrräder, Kajaks oder Solarpaneele. Ein kräftiges Scherenscharniersystem mit Gasdruckdämpfern sorgt dafür, dass selbst beladenes Equipment beim Aufklappen mit nach oben schwenkt. So können Vanlife-Abenteurer ihre Sportausrüstung auch dann montiert lassen, wenn das Zelt aufgebaut ist – ein einzigartiges Feature. Das SkyPeak HD öffnet sich als Keilzelt mit einem zusätzlichen Ausstellsegment, wodurch im Inneren eine komfortable Stehhöhe von gut 1,70 m erreicht wird. Drei Eingänge (jeweils mit Leiteraufnahme) ermöglichen den Zugang von allen Seiten. Innen offenbart sich Yakimas Liebe zum Detail: Dimmbares LED-Licht in Weiß und Amber, duale Kabelführungen für Strom oder eine Heizung, Netztaschen und ein 6 cm dicker Memoryfoam-Matratzenschlafboden gehören zur Serienausstattung. Zudem setzt Yakima auf Blackout-Gewebe – das Zeltmaterial dunkelt ab, sodass weder frühe Sonne noch spät heimkommende Campnachbarn den Schlaf stören. Für Familien und Gruppen bietet das SkyPeak üppigen Platz: Es ist breiter und länger als viele Konkurrenzmodelle und sofort „out of the box“ einsatzbereit mit allem Zubehör. Die Leiter verdient besondere Erwähnung: Yakima hat sie mit extrabreiten, ergonomisch geformten Sprossen ausgestattet, die auch barfuß bequem zu begehen sind – eine spürbare Verbesserung gegenüber den schmalen Leitern mancher Mitbewerber.

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Breite Leiter Dachzelt
Diese Leiter ist super: breiter Tritt und damit auch für Füße ohne Schuhe geeignet.

Diese „barfußfreundliche“ Leiter wird sogar bei Yakimas günstigeren Dachzelt-Modellen verbaut, nicht nur beim Premiummodell. Überhaupt brachte Yakima 2025 drei Dachzelte der neuesten Generation heraus: Neben dem Flaggschiff SkyPeak HD (Hartschale) sind das die Softshell-Modelle SkyRise HD und SkyRise SL, die etwas leichter und preisgünstiger sind. Alle drei teilen sich jedoch die Yakima-DNA – robuste Konstruktion, schneller Aufbau und durchdachtes Zubehör. Preislich bewegt sich das SkyPeak HD im oberen Mittelfeld des US-Markts (ca. 3.000–4.000 US-Dollar). Angesichts der Vollausstattung und hochwertigen Fertigung – Yakima entwickelt die Zelte gemeinsam mit erfahrenen Herstellern nach eigenen Spezifikationen – sieht Yakima darin ein faires Angebot. In Deutschland trifft das SkyPeak allerdings auf harte Konkurrenz: Der Dachzelt-Boom hat zu einem unübersichtlichen Markt geführt, in dem viele Händler technisch ähnliche Klappzelte aus Fernost unter neuen Labels und mit hippen Designs anbieten. Marken wie z.B. Vickywood punkten mit trendigen Farben und günstigen Preisen, wenn auch oft mit einfacherer Qualität. Yakima setzt hier bewusst einen Kontrast: Innovatives Befestigungssystem, Zertifizierungen nach strengen US-Standards (das Zelt entspricht im Prinzip einer belastbaren Dachträgerplattform) und kontinuierliche Weiterentwicklung sollen das SkyPeak aus der Masse hervorheben. So gesehen ist es mehr als ein Schlafplatz – ein echtes Profi-Dachträgersystem, auf dem man auch schlafen kann.

OverNOut-Markisen: 180°- und 270°-Schattenspender für jedes Abenteuer bei Yakima auf der SEMA 2025

Neue Markise von Yakima
Die Markise überzeugt mit toller Stabilität und gutem Gewicht.

Kein Vanlife-Camp ist komplett ohne eine Markise für Schatten und Regenschutz. Yakima hat dieses Jahr seine Markisen-Produktlinie überarbeitet und auf der SEMA gleich zwei neue Größen im Gepäck: die OverNOut 180 und die OverNOut 270 XL. Die Zahlen stehen für den Abdeckwinkel – 180° seitlicher Bereich beim einen Modell und beeindruckende 270° Rundumschutz beim großen XL. Beide Markisen sind freistehend konstruiert, das heißt sie können in windstillen oder leichten Bedingungen ohne zusätzliche Stützen ausgefahren werden. Dickwandige Schwenkarme aus Aluminium sorgen für Stabilität. Für stärkeren Wind, Regen oder Schneelast gehören Teleskopstützen und Abspannleinen jedoch zum Lieferumfang, um jederzeit auf Nummer sicher zu gehen. In der Praxis zeigte sich: Der Aufbau ist mit etwas Übung von einer Person in wenigen Minuten zu bewältigen – eine wichtige Eigenschaft, denn niemand möchte nach langer Fahrt eine umständliche Montage. Yakima-Produktmanager Horton demonstriert stolz die durchdachten Details der OverNOut-Serie: So verfügen die Markisen über sogenannte Peakhöcker am Gelenk, kleine Ausbuchtungen, die ein Durchhängen des Stoffs verhindern und für zuverlässigen Regenablauf sorgen. „In unserer Heimat Oregon haben wir viel Regen – da wollten wir eine Markise, die auch ohne überall Spannleinen auszukommen“, erklärt er. Optional lässt sich die OverNOut mit einem Wand-Set erweitern: Ein Winkel-Wandkit ermöglicht es, Seitenwände anzubringen und so einen geschützten Vorraum am Fahrzeug zu schaffen – ideal bei Wind oder für mehr Privatsphäre. Auf einen festen Boden (Groundsheet) verzichtet Yakima bewusst; ein universales separat erhältliches Unterzelt kann bei Bedarf genutzt werden, ohne alle Nutzer in einen teuren Komplettsatz zu zwingen. Die OverNOut-Markisen bestehen aus strapazierfähigem 420D-Poly-Baumwollgewebe mit PU-Beschichtung und bieten je nach Modell rund 8,4 m² (180) bis 12,3 m² (270 XL) überdachte Fläche. Trotz solider Materialstärke lässt sich das Ganze kompakt in einer PVC-freien Schutzhülle verpacken. In den letzten anderthalb Jahren hat sich die 270°-Markise laut Yakima zu einem der Lieblingsprodukte auf Messen und Treffen entwickelt – ob pralle Wüstensonne oder plötzlicher Regenschauer, das Yakima-Team und interessierte Besucher sammelten sich auf Veranstaltungen immer wieder dankbar unter dem ausladenden Dach. Für Vanlife-Enthusiasten bedeutet die OverNOut-Serie vor allem unkomplizierten Komfort: Schnell ein schattiges Plätzchen zaubern, ohne aufwändige Aufbauprozedur – sei es beim Strandstopp, auf dem Festival oder auf dem Übernachtungsplatz in den Bergen.

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MOD-System: Ordnung im Camper dank modularem Innenraum-Schubladensystem

Gepäcksystem von Yakima
Das Gepäcksystem lässt sich bohrfrei befestigen. Es bietet dann jede Menge organisierten Raum und Ordnung.

Ein weiteres Highlight, das Yakima in Las Vegas präsentiert, richtet sich an alle, die Stauraum im Fahrzeug clever organisieren wollen – vom Geländewagen bis zum Campervan. Das Yakima MOD-System ist ein neues modulares Schubladensystem für den Kofferraum bzw. Ladefläche. Im Gegensatz zu herkömmlichen Fahrzeugeinbauten erfordert MOD keine dauerhafte Installation oder Bohrungen. Es besteht aus einer Basisplattform (HomeBase) und darauf stapelbaren Schubladenmodulen, die sicher miteinander verriegelt werden. Die gesamte Einheit kann jedoch mit wenigen Handgriffen wieder aus dem Fahrzeug entnommen werden, wenn man den Platz anderweitig benötigt. „Das Besondere ist, dass unser System nicht am Fahrzeug verschraubt wird – man kann es jederzeit rausnehmen, zum Beispiel nach der Reise“, erklärt Eric Rosinger. Flexibilität steht im Vordergrund: Heute auf Offroad-Tour mit Werkzeug, Ersatzteilen und Campingausrüstung in den Schubladen; morgen die Module herausheben, um den Van für den Umzug oder den Baumarkt-Einkauf freizumachen. Jede Schublade ist mit bis zu ca. 45 kg beladbar, auf der Oberseite der Plattform sind etwa 110 kg Traglast möglich – genug, um weiteres Gepäck darüber zu stapeln. Yakima demonstriert am Messestand, wie im offenen Jeep Wrangler das MOD-System eine abschließbare Aufbewahrung bietet – ein wichtiger Punkt, da offene Fahrzeuge sonst wenig Diebstahlschutz bieten. Durch Nachrüst-Schlösser (SKS-Schließzylinder, Yakima-Standard) lassen sich die Schubladen verriegeln.

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Staufäher im System integriert
Im System wurden von Yakima Staumöglichkeiten, ein Ordnungssystem, integriert.

Die Redakteure von vanlifemag.de vor Ort sehen Parallelen zu klassischen Drawer Systems wie z.B. der australischen Marke Decked, doch Yakimas MOD punktet mit einem Vorteil: Es ist nicht wetterfest, weil es das gar nicht sein muss. Die Module sind für den Innenraum gedacht, wodurch kostspielige Dichtungen entfallen und das System leichter und preiswerter angeboten werden kann. In der Praxis dürften MOD-Schubladen nicht nur Overlander ansprechen. Yakima betont die vielseitigen Nutzungsszenarien: Ob Familienurlaub (jedes Kind bekommt eine eigene Schublade für Spielzeug und Kleidung), Hobby-Handwerker mit viel Werkzeug oder der Sportler mit Helm, Kletterausrüstung und Co. – alles lässt sich ordentlich verstauen, bleibt aber schnell entnehmbar. Zudem erfüllt das System interne Crashtests und Normen, um die Ladung auch bei huckeligen Pisten sicher an Ort und Stelle zu halten. Für den europäischen Markt wurde MOD erst 2025 eingeführt („gerade frisch gestartet“ laut Yakima). Das Interesse auf der SEMA ist groß – schließlich lieben Vanlife-Fans Ordnung und Modularität. Mit Yakimas Lösung könnten sich manche individuellen Möbelbauten in Campervans erübrigen. Statt fest verbauter Schwerlastauszüge bietet das MOD-System einen plug-and-play-Ansatz, der zur Not auch im nächsten Fahrzeug weiterverwendet werden kann. Gerade in Europa, wo Camper nicht immer riesige Pick-ups sind, sondern oft kompaktere SUVs oder Vans, kommt diese Multifunktionalität an. Rosinger fasst zusammen: „Das MOD-System ist nicht auf Hardcore-Offroader beschränkt, sondern für jedes Abenteuer im Alltag geeignet – vom Wochenend-Camper bis zur Familienkutsche.“

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relleumdesign

Schwerlast-Trägersysteme: Robustheit aus den USA für Overlander

EvoRack von Yakima
Das EvoRack bietet jede Menge Stabilität und beste Möglichkeiten, viel Zubehör sicher zu verstauen.

Neben den Neuheiten für Campervans und SUVs zeigt Yakima auch seine bewährten Heavy-Duty-Trägersysteme für Pick-up-Trucks – ein Bereich, in dem die Marke in den USA ebenfalls Pionierarbeit geleistet hat. Auf der SEMA steht ein mächtiger Dodge RAM mit Yakimas „OverHaul HD“-Lastenträger, der über der Ladefläche montiert ist. Dieses höhenverstellbare Gerüst aus dicken Aluminiumprofilen dient als Basis für Dachzelt, Surfbrett & Co. und verkraftet beeindruckende 227 kg Zuladung. „Das ist verrückt – 500 Pfund auf einem Truckrack!“ kommentiert ein Besucher ungläubig. Yakima schmunzelt: Solche Kapazitäten seien in Australien und den USA gefragt, wo Enthusiasten ihre Fahrzeuge bis unters Dach mit Ausrüstung beladen und selbst wellblechpistenfesten Trägersystemen alles abverlangen. Europa tickt zwar etwas anders – hier sind Pick-ups weniger verbreitet –, doch auch hier gibt es eine wachsende Offroad-Community, die auf robuste Lösungen setzt. Yakima verkauft das OverHaul-System bereits in Europa; gerade Besitzer von US-Trucks oder umgerüsteten Expeditionsfahrzeugen greifen darauf zurück. Pünktlich zur SEMA legt Yakima sogar eine Special Edition dieses Trägers auf: Bisher musste man Querträger, Tower-Füße und Zubehör wie seitliche Molle-Panele einzeln erwerben, nun gibt es ein Komplettset mit allem Drum und Dran. Damit will Yakima den Einstieg erleichtern – schließlich soll der Kunde nicht lange Teilelisten studieren müssen, sondern gleich loslegen können.

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Gute Qualität
Auf dem Stand von Yakima auf der SEMA 2025 konnte man sehen, wie die Amerikaner Qualität verstehen.

Das OverHaul-System ist zudem T-Nuten-kompatibel, sodass sich gängiges Zubehör (von Sandblech-Haltern bis Lichtleisten) problemlos montieren lässt. Apropos Licht: Yakima stattet beispielsweise sein Dachzelt und auch andere Produkte mit durchdachten Elektrifizierungsmöglichkeiten aus – vom bereits erwähnten LED-Licht im Zeltinneren bis zu kabeldurchführungsfähigen Halterungen. Hier zeigt sich Yakimas Aussie-Einfluss, wie Chris Horton erzählt: „Viele unserer Entwickler und Ideen kommen aus Australien – dort verlangen Offroader geradezu nach verrückten Lösungen.“ Die Robustheit und Tragkraft der Yakima-Träger spiegeln dieses Erbe wider. Für europäische Vanlifer mag ein Pickup-Trägersystem weniger relevant sein; dennoch demonstriert Yakima damit seine Kompetenz auch im Heavy-Duty-Bereich. Und wer weiß – manche Weltreisenden starten ihre Tour in Europa, aber mit einem amerikanischen Truck-Camper. Spätestens dann wird klar, warum Yakima in der Overland-Szene daheim ist.

Herausforderungen und Ausblick auf dem europäischen Markt

Yakimas SEMA-Auftritt macht deutlich: Die Marke hat große Pläne, auch jenseits Nordamerikas Fuß zu fassen. Die vorgestellten Produkte zeigen Potenzial für Europa, müssen sich aber an regionale Gegebenheiten anpassen. Rechtliche Hürden wie die Beleuchtungspflicht für Heckträger oder die TÜV-Zulassung von Dachlast-Systemen sind zu meistern – Yakima arbeitet bereits daran. Auch die unterschiedlichen Fahrzeuggrößen und Konzepte in Europa stellen die Produktstrategie vor Herausforderungen: In den USA dominieren große Trucks und SUVs, während in Europa viele Camper auf Basis von Kombis, Vans oder Geländewagen unterwegs sind. Eric Rosinger kennt den Unterschied: „In Deutschland ist echtes Offroad-Fahren oft gar nicht erlaubt, viele träumen aber davon und reisen zum Abenteuerfahren etwa nach Skandinavien“. Das heißt, die Produkte müssen sowohl alltagstauglich auf der Autobahn sein als auch für den gelegentlichen Einsatz abseits befestigter Straßen taugen. Konkurrenzdruck ist ein weiteres Thema – besonders durch günstigere Anbieter aus Fernost. Yakima hält dagegen, indem es Qualität und durchdachte Funktionen ins Feld führt. So betont das Team, dass man keine Standardprodukte einfach umlabelt, sondern eigene Entwicklungen vorantreibt und eng mit Produktionspartnern zusammenarbeitet. Die Fertigung der Komponenten erfolgt teils in Yakimas eigenen Werken in China und Taiwan, teils in den USA – entscheidend ist laut Yakima die Kontrolle über Qualität und Material. Ein Beispiel ist das neue Befestigungssystem der Dachzelte: Vier solide, abschließbare Klemmen, die direkt in einer Schiene greifen, anstatt acht lose U-Bügel – ein Plus an Bedienkomfort und Sicherheit. Solche Details mögen auf den ersten Blick unscheinbar sein, doch in der Summe liefern sie echte Mehrwerte für anspruchsvolle Vanlife-Fans. Yakima signalisiert jedenfalls Entschlossenheit, sich langfristig in Europa zu etablieren. Eine Vertriebsstruktur wird bereits aufgebaut (ein polnischer Distributor namens Taurus wurde erwähnt) und die Produktpalette Schritt für Schritt erweitert. Für die Vanlife- und Offroad-Community bedeutet das vor allem: mehr Auswahl an hochwertigem Equipment und frischer Wind im Wettbewerb. Wenn Yakima seine Versprechen hält, dürfen sich Camper in Europa bald über durchdachte Lösungen freuen, die das Leben on the road komfortabler und sicherer machen.

Fazit: Yakimas neue Ideen begeistern Vanlife-Enthusiasten

Die journalistische Tour über die SEMA 2025 hat gezeigt: Yakima präsentiert sich als Marke im Aufbruch – mit Wurzeln in der Vergangenheit und neuen Ideen für die Zukunft. In der Reportage wurde deutlich, wie vielfältig das Spektrum der Neuheiten ist: Vom EXO-Heckträgersystem, das kreativen Stauraum schafft, über das luxuriöse Hartschalen-Dachzelt SkyPeak HD mit seinen cleveren Details, die robusten OverNOut-Markisen für alle Wetterlagen bis hin zum MOD-Schubladensystem für Ordnung im Fahrzeug – Yakima deckt nahezu alle Bedürfnisse der Vanlife- und Offroad-Szene ab. Die Produkte wurden sachlich unter die Lupe genommen und im Kontext der europäischen Anwendung bewertet. Natürlich stehen sie in Konkurrenz zu anderen Anbietern, doch Yakima kann auf Jahrzehnte an Erfahrung und einen guten Ruf bauen. Besonders spannend ist der Transfer der Outdoor-Mentalität aus den USA: Was dort in Wüsten, Wäldern und Highways erprobt wurde, könnte hierzulande neue Möglichkeiten eröffnen. Die Vanlife-Community in Europa wächst und wird zugleich anspruchsvoller – Aspekte wie Langlebigkeit, einfache Handhabung und Mehrfachnutzen (Stichwort „Rack you can sleep in“) gewinnen an Bedeutung. Yakimas gezeigte Produkte treffen genau diesen Nerv. Gleichzeitig verschweigt die Reportage nicht die Herausforderungen: gesetzliche Anforderungen, andere Fahrzeugkulturen und ein preisgetriebener Markt. Doch Yakima scheint gewillt zu lernen und sich anzupassen. Unterm Strich lässt die SEMA-Neuvorstellung hoffen, dass bald noch mehr Abenteuerlust made by Yakima auf europäischen Straßen und Pisten zu sehen sein wird. Für erfahrene Vanlife-Fans bedeutet das: neue Ausrüstungsideen, die das mobile Leben ein Stück besser machen – und eine weitere inspirierende Marke, die die Community bereichert.

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