Seitliche Ansicht des 2026 GXV Hilt Expeditionsfahrzeugs auf einem RAM 5500 Chassis mit Offroad-Bereifung und großem Aufbau.
Der Storyteller GXV Hilt auf RAM 5500 Basis ist mit Offroad- und Wohnkomfort für lange Expeditionen ausgestattet. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

2026 GXV Hilt: Extrem-Expeditionsmobil für lange Offgrid-Trips

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Der 2026 GXV Hilt ist kein klassischer Campervan, sondern ein kompromissloses Expeditionsfahrzeug, das sich an Reisende richtet, die monatelang abseits befestigter Straßen unterwegs sein wollen. Gebaut wird das Fahrzeug auf Basis eines RAM 5500 mit 6,7‑Liter Cummins Turbo-Diesel, also eines robusten US-Lastwagens, der in dieser Form offiziell nicht für den deutschen Markt vorgesehen ist. Schon dieser Umstand macht deutlich: Der GXV Hilt spielt in einer Liga, die in Europa nur selten anzutreffen ist – technisch wie logistisch. Für vanlife-erfahrene Reisende ist er vor allem als Referenz spannend, was heute im Heavy-Duty-Offgrid-Segment möglich ist.

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RAM 5500, 6,7‑Liter-Diesel und 800 lb-ft Drehmoment im Vanlife-Kontext

GXV Hilt Expeditionsfahrzeug RAM 5500 beim Offroad-Camping in verschiedenen Szenarien
Der 2026 GXV Hilt auf Basis eines RAM 5500 im Offroad-Einsatz mit Expeditionsausstattung (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Herzstück des 2026 GXV Hilt ist der RAM 5500 mit einem 6,7‑Liter Cummins Turbo-Diesel. Das Drehmoment liegt bei 800 Fuß-Pfund, also rund 1.085 Nm, gekoppelt an ein 8‑Gang-Schwerlast-Getriebe. Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von etwa 8.845 kg handelt es sich eher um ein Lkw-basiertes Fernreisemobil als um einen klassischen Kastenwagen. Die Kombination aus großem Diesel, schwerem Chassis und serienmäßiger Motorblockheizung eignet sich für Reisen in kalten Regionen. Für Vanlife bedeutet das: Wer wochenlang in hohen Anden, im skandinavischen Winter oder auf langen Schotterpisten unterwegs ist, bekommt hier eine Basis, die solche Belastungen aushält.

Bemerkenswert ist das 74‑Gallonen-Tankvolumen, also knapp 280 Liter Diesel. Diese Reichweite reduziert den Druck, ständig nach Zapfsäulen zu suchen – ein wichtiger Faktor für Expeditionen in dünn besiedelte Regionen. Unterstützt wird das Ganze von einem Auto-Idle-Up-System mit Spannungsüberwachung, das die Motordrehzahl bei Bedarf automatisch anhebt, um die Bordspannung stabil zu halten. Im Alltag eines Vanlifers, der viel über Wechselrichter und Batterien arbeitet, ist das ein praktisches Feature: Der Antrieb wird aktiv in das Energiemanagement einbezogen.

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No Torsion Subframe und LiquidSpring: Fahrwerk als Schlüsseltechnik

Frontansicht des 2026 GXV Hilt Expeditionsfahrzeugs auf RAM 5500 Basis mit markanter Offroad-Ausstattung.
Der kompromisslose GXV Hilt auf Basis des RAM 5500: Expeditionsfahrzeug für monatelange Offgrid-Abenteuer abseits befestigter Straßen. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Die vielleicht faszinierendste Komponente des GXV Hilt ist die Kombination aus proprietärem No Torsion Subframe und LiquidSpring Smart Suspension mit Tru-Earth-Leveling. Der Aufbau ist über einen eigenen, verwindungsarmen Unterbau mit dem Chassis verbunden, damit sich Kabine und Rahmen unabhängig bewegen können. Gerade wer schon einmal mit einem starr verschraubten Kastenwagen eine Offroad-Piste gefahren ist, kennt das Knarzen im Ausbau und die Spannungen in Möbeln und Fugen. Die Konstruktion des Hilt hält diese Kräfte von der Wohnkabine fern.

Die LiquidSpring-Federung arbeitet elektronisch gesteuert und passt sich laut Datenblatt bis zu 1.000 Mal pro Sekunde an. Auf Wellblechpisten, Felsstufen oder tiefen Schlaglöchern reagiert das Fahrwerk permanent, reduziert Nick- und Wankbewegungen und nivelliert den Wagen am Stand. Tru-Earth-Leveling übernimmt das automatische Ausrichten des Fahrzeugs beim Campen – ein Komfortfaktor, der im Alltag oft unterschätzt wird. Kein mühsames Unterlegen von Keilen, kein Schaukeln beim Bewegen in der Kabine, sondern ein waagerechter Wohnraum auf Knopfdruck. Bei einem Fahrzeug dieser Größe ist das ein Plus an Wohnqualität.

Offroad-Ausrüstung: 41-Zoll-Räder, Frontwinde und Luftversorgung

GXV Hilt Expeditionsfahrzeug auf RAM 5500 Fahrgestell fährt dynamisch durch eine Wüstenlandschaft.
Der GXV Hilt auf Basis des RAM 5500 beim Offroad-Einsatz in felsiger Landschaft. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Das Offroad-Paket des 2026 GXV Hilt ist auf ernsthafte Einsätze ausgelegt. 41‑Zoll-Expeditionsräder aus geschmiedetem Aluminium, was etwa 104 cm Durchmesser entspricht, verschaffen Bodenfreiheit und Traktion weit jenseits üblicher Allrad-Vans. Dazu kommt eine 20.000‑lb‑Seilwinde, also etwa 9.070 kg Zugkraft, integriert im robusten Frontstoßfänger. Solche Dimensionen sprechen dafür, dass das Fahrzeug nicht nur sich selbst, sondern auch andere schwere Expeditionsmobile aus kniffligen Situationen ziehen kann.

Doppelte ARB-Luftkompressoren mit einem Gallonen-Tank (rund 3,8 Liter) sind im Vanlife-Kontext besonders spannend: Nach langen Passagen im Sand oder auf steinigen Pisten lässt sich der Reifendruck absenken und später wieder anpassen, ohne auf Infrastruktur angewiesen zu sein. Zusammen mit dem hoch belastbaren, mit Sprühbeschichtung geschützten Untergrund und dem vollwertigen Reserverad samt elektrischem Absenksystem entsteht ein Gesamtpaket, das auf echte Offroad-Langstrecke ausgelegt ist. Für klassische Stellplatzfahrten in Mitteleuropa wäre das überdimensioniert, für abgelegene Pisten dagegen passend.

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Licht, Stauraum und Außenkomfort für lange Reisen

Innenansicht des GXV Hilt Expeditionsmobils mit Steuerpanel und Lederbank im Vordergrund.
Bedienfeld und Sitzbereich im Wohnraum des GXV Hilt mit moderner Steuerungstechnik. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Ein 360‑Grad-Lichtpaket mit fünf 8‑Zoll-Frontscheinwerfern und acht 10‑Zoll-Perimeterleuchten adressiert ein uraltes Problem von Fernreisenden: Nachtfahrten auf unbeleuchteten Pisten. Das weite Rundumlicht erleichtert das Erkennen von Hindernissen beim Rangieren und Campaufbau. Für den Alltag ist das eher Exoten-Ausstattung, doch wer weitab befestigter Straßen unterwegs ist, wird diesen Sicherheitsgewinn zu schätzen wissen.

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Die Außenlagerung ist mit nVader-Heckträgern, drei abschließbaren Staufächern und einer durchgehenden, ebenfalls abschließbaren Staubox mit rund 0,68 m³ Volumen ausgelegt. Das reicht für Bergeausrüstung, Recovery-Gear, Außenküche oder Sportequipment. Die 13 × 8 Fuß große Markise (etwa 4,0 × 2,4 m) mit dimmbaren LEDs schafft einen wettergeschützten Außenraum, der bei langen Offgrid-Aufenthalten zum erweiterten Wohnzimmer wird. Hier zeigt sich, dass der GXV Hilt nicht nur als Technikmonster konzipiert ist, sondern den Aufenthaltskomfort im Freien mitdenkt.

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Wohnkabine: Verbundbauweise, Stehhöhe und Stauraum

Innenansicht des Wohnbereichs im GXV Hilt Expeditionsfahrzeug mit Sitzecke, Fenstern und Küche
Moderne Sitzgruppe und Küche im Innenraum des GXV Hilt für Offgrid-Langzeitreisen (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Die Wohnkabine des 2026 GXV Hilt setzt auf ein vakuuminfundiertes Verbundsystem mit Kohlefaser- und Kevlar-Verstärkung sowie 5 cm geschlossenzelliger Schaumisolierung. Diese Kombination erhöht Stabilität und reduziert Kältebrücken, gleichzeitig sorgt sie für akustische Dämmung. Wer schon einmal bei Sturm in einer Blechkiste geschlafen hat, kann sich vorstellen, welchen Unterschied eine solche Bauweise macht. Die Stehhöhe von etwa 2,01 m ist ausreichend auch für großgewachsene Reisende.

Der Stauraum im Innenraum ist klar definiert: Oberschränke mit rund 0,35 m³ und ein Kleiderschrank mit etwa 0,19 m³ Nutzvolumen bieten Platz für Bekleidung und Ausrüstung auf Langzeitreisen. Die Hydronic-Heizanlage mit 10.000 BTU, rund 2,9 kW, verteilt ihre Wärme über zwei Luftwärmetauscher. In Kombination mit effizienter Klimaanlage und zwei Dachlüftern ergibt sich ein Klimakonzept, das von Wüstenhitze bis Winterkälte viel abdeckt – ein entscheidender Faktor für Vanlife jenseits der komfortablen Zwischensaison.

Küche, Bad und Schlafbereich: Zwei Personen, aber maximal autark

Innenansicht des GXV Hilt Expeditionsfahrzeugs mit großzügiger Küchenzeile, Sitzgruppe und Stauraum.
Moderne Wohnkabine des GXV Hilt mit Küche und Sitzgruppe, optimiert für Langzeitreisen und Offgrid-Abenteuer. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Der 2026 GXV Hilt ist auf zwei Schlafplätze mit RV-Queen-Betten ausgelegt und verfügt über vier Gurtplätze. Für Paare mit gelegentlichen Mitfahrern ist das eine praxisnahe Konfiguration. Die Küche ist mit Edelstahl-Kombigerät aus Heißluftofen, Mikrowelle und Airfryer, einem 1.800‑Watt-Induktionskochfeld mit zwei Platten und einem 6,9‑Kubikfuß-Kühlschrank (etwa 195 Liter) ausgestattet. Das große Spülbecken mit Abdeckung und ein integriertes Wasseraufbereitungssystem unterstreichen den Fokus auf lange Autarkie.

Das Bad bietet eine Stehhöhe von rund 1,96 m und eine eigene Waschbeckenlösung. Eine spülbare Kassettentoilette mit 4,75 Gallonen, rund 18 Litern, bleibt eher kompakt, erleichtert jedoch das Entsorgen an unterschiedlichen Orten, was auf Weltreisen praktischer ist. Entscheidender sind die großen Tanks für Frisch- und Abwasser: 120 Gallonen Frischwasser (knapp 454 Liter) und 40 Gallonen Grauwasser (etwa 151 Liter) machen den Hilt zu einem echten Offgrid-Appartement auf Rädern. Für Vanlife bedeutet das: Mehrere Wochen fernab offizieller Infrastruktur sind realistisch, insbesondere mit sparsamer Nutzung.

Energieversorgung: 16,8 kWh Batterie, Solar und Inverter-Power

Für die elektrische Autarkie setzt der 2026 GXV Hilt auf ein Lithium-Ion-System mit 16,8 kWh Kapazität, basierend auf dem M‑Power‑System. Dazu kommen zwei 3.000‑Watt-Inverter und eine Solaranlage mit 1.320 Watt Nennleistung. Für den Alltag in einem autarken Expeditionsmobil sind das Größenordnungen, die nicht nur Licht und Lüftung, sondern auch Induktion, Heizungskomponenten und IT-Ausstattung abdecken. Die Vorbereitung für integriertes Satelliteninternet via Starlink rundet diesen Ansatz ab: Auch im hintersten Tal ist stabile Verbindung theoretisch möglich – ein Aspekt, der gerade für digitale Nomaden interessant ist.

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Im europäischen Kontext ist diese Energiemenge auffällig: Während viele Kastenwagen mit 200–300 Ah Lithium bei 12 V beginnen, bewegt sich der Hilt in einer höheren Liga. Die Kombination aus starkem Batteriepaket und großem Solarfeld nimmt Druck aus der Frage, ob man heutige Wohnstandards auch weitab der Zivilisation aufrechterhalten kann.

Verfügbarkeit, Zulassung und Preis: Herausforderung für Deutschland

Der 2026 GXV Hilt wird auf einem RAM 5500-Chassis aufgebaut, das primär für den US-Markt vorgesehen ist. In Deutschland ist dieses Fahrgestell nicht regulär erhältlich und auch im Hinblick auf Zulassung, Service und Ersatzteile eine Herausforderung. Wer ein solches Fahrzeug hierzulande nutzen möchte, müsste sich auf aufwendige Einzelabnahmen, Importformalitäten und einen sehr schmalen Servicekorridor einstellen. Es ist daher realistisch zu sagen, dass der Erwerb und Betrieb eines GXV Hilt in Deutschland schwierig und mit erheblichem Aufwand verbunden wäre.

Auch preislich zeigt sich, dass der 2026 GXV Hilt in einer eigenen Liga spielt. Der Basispreis liegt bei 499.722 US‑Dollar, was – je nach Wechselkurs und ohne Einfuhrabgaben – im hohen sechsstelligem Eurobereich landen würde. Damit positioniert sich der GXV Hilt klar als Expeditionsfahrzeug für eine sehr kleine Zielgruppe, dient aber gleichzeitig als faszinierender Blick in die Zukunft dessen, was im Vanlife- und Offgrid-Bereich technisch möglich ist.

Bilder: Hersteller

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