Dänemark am Strand
Wir waren in einem umgebauten Ford Ranger unterwegs und schliefen oft im Zelt. Eine tolle Erfahrung.

ALLRAD-VANLIFE IN DÄNEMARK

Wir fuhren eine Tour am Strand und besuchten Bunker in Dänemark

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In Dänemark liegen viele ehemalige Wehrmachtsbunker am Strand. Innerhalb weniger Stunden von Deutschland aus zu erreichen, passt es gut, dass die Dänen das Autofahren am Strand erlauben. Hier erlebt man einzigartiges Allrad-Vanlife in Dänemark.

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Güma
Allrad-Vanlife in Dänemark
Die Zufahrt nach Römö führt über eine lange Dammstraße. Wir waren fast allein.

Wer eine Wochend-Vanlifetour sucht, wird in Dänemark fündig. Wenige hundert Kilometer von Deutschland entfernt, liegen die nördlichen Strandabschnitte Dänemarks. Dort errichteten die verabscheuenswürdigen Nazis ab 1942 eine riesige Bunkeranlage die das dritte Reich vor Angriffen der Alliierten schützen sollte. Als Teil des mehr als 2800 Kilometer langen Atlantikwalls sollte das Anlanden der alliierten Streitkräfte verhindert werden. Zum Glück gelang es die Nazibauten einzunehmen. Noch heute liegen einige dieser Anlagen an und auf den Stränden der dänischen Küste. Zum Teil durch tausende Zwangsarbeiter errichtet, sind die Bunkeranlagen keine reinen Sightseeing-Ziele. Sie sind ebenso Ort einer schrecklichen Vergangenheit und sollten demnach gerade mit Kindern nicht unreflektiert besucht werden. Dennoch sind die spannend anzuschauen.

Allrad-Vanlife in Dänemark – versunken im Sand

Sie liegen an vielen Orten Dänemark versunken im Sand und werden häufig bereits vom salzigen Meerwasser umspült. Manche Bunker sind recht einfach erreichbar, andere nur unter Einsatz des Allradantriebs und aller verfügbaren Sperren. Gerade bei schlechtem Wetter werden die Strände anspruchsvoll. Schließlich erlaubt der dänische Staat das Fahren an vielen Strandabschnitten, was die Bunkertour zu einer Offroadtour werden lässt, die man wirklich nur mit einem Allrad-Campervan machen sollte. Dann erlebt man ein wahnsinnig schönes Allrad-Vanlife in Dänemark

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Allrad-Vanlife in Dänemark
Direkt am Strand liegen die Bunker. Wir fuhren direkt an. Nur dank Allrad klappt das sicher.

In Römö beginnt es

Wer in Dänemark am Strand fahren will, kommt an Römö nicht vorbei, denn die Wattenmeerinsel ist berühmt für ihren breiten und befahrbaren Strand. Hinter einer unscheinbaren Düne eröffnet sich ein unendlich breit wirkender Strandabschnitt, der stark bevölkert wird. Kite-Surfer und andere Windbegeisterte tummeln sich hier und rasen mit atemberaubender Geschwindigkeit über den festen Sand. Vanlifefeeling will nicht so richtig aufkommen, auch weil das Befahren der Dünen streng verboten ist und auf den breiten Flächen viele Menschen unterwegs sind. Wer sich aber auf den legalen Wegen durch die Dünen schlägt, findet einsame Orte direkt am Meer oder etwas abgesetzt hinter den Dünen auch auf Römö. Wir blieben eine Nacht auf einem der zahlreichen Campingplätze und schliefen in einer so typischen Holzhütte. In der Saison kostet diese Art der Übernachtung knapp 60 Euro für zwei bis vier Personen. Das Schlafen am Strand im Auto oder Zelt ist verboten und kostet heftige Strafzahlungen. Trotzdem sieht man immer wieder überzeugte Strandschläfer – so wie uns.

Allrad-Vanlife in Dänemark
Von oben sieht man die Größe der Bunkeranlagen noch besser. Die Nazi-Altlasten bleiben wohl noch lange erhalten.

Weiter nach Blavand

In knapp anderthalb Stunden ist Blavand zu erreichen. Als Teil der Kommune Varde ist Blavand ein beliebtes Ferienziel. Am Strand finden sich Bunker, die durch den Künstler Bill Woodrow zu Maulesel-Skulpturen umgebaut wurden. Diese liegen direkt am Strand und werden von badenden Feriengästen belagert. Dieser Teil der möglichen Reiseroute ist nicht mit dem Offroader am Strand zu erreichen. Allerdings kann die sogenannte Tripitz-Stellung per Fahrzeug erreicht werden. Bestehend aus mehreren einzelnen, zum Teil riesigen Bunkern, sollte diese Stellung im zweiten Weltkrieg bis nach Esberg Kanonenfeuer richtigen können. Fertiggestellt wurde die Stellung nie, doch eine Sprengung fand ebensowenig statt. Spannend werden diese Bunker, weil sie in einem eigentlichen Militärgebiet liegen. Dort wird es durchaus offroadig, da die Wege augenscheinlich durch Kettenfahrzeuge ausgefahren wurden und den Fahrer herausfordern. Auf diesen Wegen gelangt man auch auf freigegebene Strandabschnitte. Sand wechselt sich mit Kies und Geröll ab. Wer stehen bleibt, riskiert das festfahren. Das Spiel mit dem Gas wird ganz besonders wichtig und gefühlvolles Gasgeben zur Herausforderung. Man fühlt sich auf den langen Strandabschnitten richtig einsam. Kein anderes Gefährt kommt entgegen, keine Spaziergänger oder Urlauber sind anzutreffen.

Kunst am Strand
An mehreren Orten wurden die BUnker mittlerweile von Künstlern genutzt, um verschiedene Projekte zu realisieren.

Leuchtturm und Allrad-Vanlife in Dänemark

So richtig spektakulär wird es aber in Lokken. Der ehemalige Leuchtturm Rubjerg Knuden versinkt seit vielen Jahren im Sand und wird durch mehrere Dünen eingeschlossen. Schon kurz nach seiner geplanten Inbetriebnahme mussten die Erbauer einsehen, dass die Naturgewalten stärker als der Mensch sind. Immer wieder schloss der Sand das Bauwerk ein und musste aufwendig entfernt werden. Heute steht nur noch der Leuchtturm selbst. Andere Versorgungsgebäude sind zerstört. Gerade zum Sonnenuntergang bietet sich ein grandioser Anblick. Eigentlich ist der Leuchtturm nicht mit dem Offroader erreichbar. Wir trafen aber den Eigentümer der umliegenden Ländereien und erhielten die Erlaubnis seine Privatwege zu befahren. Am legal zu befahrenden Strand von Lokken liegt eine ganze Bunkerbatterie. Um sie zu erreichen muss der Offroader zum Teil durch mehr oder weniger seichtes Meerwasser gesteuert werden. Gerade bei schlechtem Wetter nicht ganz einfach. Die Mühe wird aber belohnt, denn die Bunkeranlage ist beeindruckend. Einige Bauwerke wurden von Künstlern bearbeitet. Graffito und aufwendige Installationen lassen alles teilweise unwirklich erscheinen.

Leuchtturm Dänemark
Wir hatten die Erlaubnis direkt an den Leuchtturm heranzufahren. Er wurde mittlerweile vor einem Absturz in die Dünen gerettet und deutlich weiter nach hinten versetzt.

Einzigartige Möglichkeiten in Dänemark

Dänemark besitzt alles, was das Vanlifeherz höher schlagen lässt: einmalige Sehenswürdigkeiten, kombiniert mit der Möglichkeit, legal am Strand unterwegs zu sein. Am Strand zu fahren ist an einigen Abschnitten leicht, an anderen ermöglicht der Allradantrieb des Campervans das Vorankommen.

Tipps für Allrad-Vanlife in Dänemark

Die gesetzliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf dänischen Autobahnen beträgt 130 km/h. Die Promillegrenze beträgt 0,5 Promille. Eine Überschreitung dieser Grenzen hat ebenso wie falsches Parken hohe Strafen zur Folge. Die Einreise ist mit Personalausweis oder Reisepass möglich, auch vorläufige Reisepässe werden akzeptiert. Aktuell kommt es zu vereinzelten, stichprobenartigen Einreisekontrollen an der dänischen Grenze. Die medizinische Versorgung ist ähnlich gut wie in Deutschland.

Schlafen am Strand
Es ist eigentlich nicht erlaubt. Aber oft sieht man Zelte in den Dünen und die Besucher verbringen die Nacht dort.

Wir empfehlen Reisen außerhalb der deutschen und dänischen Ferienzeiten. Gerade im Sommer ist Dänemark ein beliebtes Reiseziel und daher stark frequentiert. Unterkünfte finden sich auf Internetplattformen wie booking.de oder hrs.de das gesamte Jahr über. Sehr empfehlenswert sind die bekannten Holzhütten auf Campingplätzen. Obwohl viele Strandschläfer gesehen werden, raten wir aufgrund der empfindlichen Strafen davon ab.

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