VW Transporter als Camper

Der Transporter als individuelles Reisefahrzeug

VW Transporter als Camper
Lutz und Andreas bauten den VW zu einem vollwertigen Camper um. Ein spannender Aufbau mit vielen Arbeitsstunden.
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Reisefahrzeuge sind teuer. Deswegen bauen sich Andreas und Lutz eigene. In diesem Fall einen VW Transporter als Camper. In Zukunft wird es davon weitere geben. Wir waren exklusiv mit dem ersten Exterus 4×4 unterwegs.

Auf Basis des VW Bullis, egal ob Pritsche oder Kastenaufbau, sind viele tolle Umbauten bekannt. Gerade in der Reiseszene sind die begrenzten aber vorhandenen Geländeeigenschaften nutzvoll für Reisemobile. Damit fährt man zwar nicht durch das schlimmste denkbare Gelände, wohl aber am Strand in Dänemark bis an die berühmten Bunker heran. Ein Grund, warum Lutz Madry und Andreas Kaiser einen knapp drei Jahre alten T6 Pritsche aus der Slowakai zum Camper umbauten. Einsatzzweck: Langstreckenreisen in kalten Gebieten, zu zweit. Andreas reist neben seiner Frau auch mit zwei Hunden, wofür der Platz ebenfalls reichen muss.

VW Transporter als Camper
Auch abseits befestigter Wege kommt der Transporter durch. Das hat seine Grenzen, aber die sind deutlich weiter gesteckt als herkömmliche Vanlifer.

VW Transporter als Camper als perfekte Basis

Er ist seit Jahrzehnten in Reisefahrzeugen auf der Welt unterwegs. Tunesien kennt er wie seine Westentasche und Länder die heute nicht mehr bereist werden können, befuhr er früher regemäßig. Mal im Toyota HZJ, im T4 Syncro und zuletzt im Sprinter 4×4. Und jetzt eben mit einem VW Transporter als Camper. Der Mercedes steht noch heute in seiner Garage und wird für Fahrten in warme Gebiete eingesetzt. Oder dorthin, wo es ruppiger zugeht. Denn der T6 kann zwar ein bisschen, aber eben nicht wirklich viel im Gelände. Einen Vorteil hat er aber trotzdem: die Möglichkeit einen Kasten auf seiner Pritsche mitzunehmen. Genau diesen Kasten bauen Lutz und Andreas selber.

Gute Stabilität aber ausreichend Lüftung
Wer gut gedämmt unterwegs ist weiß, dass es auch mal zu warm werden kann. Daher sind am Transporter einige Echt-Glas-Fenster eingebaut.

Jahrelange Erfahrung fließt mit ein

Nach jahrelanger Erfahrung beim Reisen, nutzen beide ein Produkt von Paneeltec als Material für die Kabine. Insgesamt ist die Sandwichplatte 25 Millimeter dick. 1,6 Millimeter davon bilden die glasfaserverstärkte Außenhaut, 0,8 Millimeter ist die Innenwand dick. Dazwischen wurde Epoxy verarbeitet. Eingeklebt in einen Aluminiumrahmen, der aus drei Millimeter dicken Aluminiumständern besteht, besitzt diese Bauweise viele Vorteile. Einerseits sorgt sie für eine gute Isolierung, was für die Reisen in kalte Gebiete ganz oben im Lastenheft stand. Andererseits ist die gesamte Konstruktion gleichfalls sehr robust. Der Rahmen wurde durch die beiden Erbauern selbst geschweißt und gebogen. Dadurch werden wenige Arbeiten an Fremdfirmen abgegeben, wodurch der Preis günstig gehalten wird.

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Lutz Madry und Andreas
Die beiden Erbauer arbeiten Hand in hand bei der Entwicklug und Umsetzung der Fahrzeuge.

Ausreichend Komfort im VW Transporter als Camper

Im Innenraum geht es puristisch zu – was nicht für die Qualität zutrifft. Die Prinzipien des Möbelbaus übernahm Andreas aus dem Bootsbau, denn hier sammelte er über Jahre Erfahrungen und sagt, dass diese Möbel auch für den Offroadeinsatz geeignet seien. Alle Möbel wurden aus dreifachverleimter Eiche und Sperrholz mit Eichenfurnier 1mm gebaut. Sie sind wasserfest verleimt, was die Möbel im Rahmenbauweise wohl ziemlich unkaputtbar macht. Wichtig für den Bau war die Höhentauglichkeit, also Kältetauglichkeit. Kaiser sagt, dass er den Innenraum ohne Schnickschnack und einfach gestaltet hat. Seinem Credo folgend, wurde nur minimale Elektronik und Elektrik eingerüstet. Was nicht vorhanden ist, kann nicht kaputtgehen. Die einzelnen Bauteile von Zulieferern stammen von bekannten Marken. Webasto liefert die Heizung und das Kochfeld. Das sorgt für erwartbare Qualität. 100 Liter nimmt der T6 als Frischwasser mit.

Sehr gemütlich im Fahrzeug
Im Innenraum geht es extrem aufgeräumt und super gemütlich zu. Ein kleiner Ofen spendet Wärme und eine tolle Zeit.

Einiges an Wasser mit dabei

Der Abwasserkanister fasst 20 Liter. Auf eine elektrische Pumpe verzichten Kasiser und Madry. Stattdessen kommt eine Fußpumpe zum Einsatz. Eine Besonderheit stellt der als Ladung eingerüstete Offen dar. Er ist in Sekunden herausnehmbar, heizt das Fahrzeug aber im Stand ganz natürlich und gemütlich. Der Jotul 601 hat eine Leistung von 4 kW und ist aus massivem Eisen gefertigt. Die Dachdurchführung ist isoliert und der Schornstein einklapp- bzw. abnehmbar. Dadurch ist die gesamte Heizkonstruktion kein Problem für den TÜV, da sie nur im Stand eingesetzt werden kann. Als besondere Herausforderung stellte sich das Gewicht heraus. 3,5 Tonnen durften nicht überschritten werden, um die Fahrzeugzulassung nicht anfassen zu müssen. Nach langem Verfeinern und verbesserten Bauschritten, gelang das schlussendlich.

Möbel aus dem Bootsbau
Die Möbel sind in einer Art des Bootsmöbelbaus ausgeführt. Dadurch sind sie extrem stabil aber auch sehr leicht.

Ausreichend viel Motorkraft

Die Basis des Fahrzeuges setzt auf einen 150 PS Dieselmotor mit 1999 Kubikzentimeter Hubraum. Dadurch sind gute Fahrleistungen möglich, ohne große Reserven zu haben. Der Allrad wurde nicht modifiziert. Nach den ersten Reisen soll eine Differentialsperre hinten eingebaut werden. Als Fahrwerk wird ein Mad-Luftfahrwerk eingesetzt. Andreas Kaiser und Lutz Madry sagen, dass sie knapp 1000 Arbeitsstunden in den Aufbau investierten. Dabei wurde Wert daraufgelegt, dass der gesamte Aufbau weiter als Ladung gilt, wodurch die TÜV-Abnahme im Grunde gar nicht nötig ist. So lange man die Zulassungsart nicht zum Wohnmobil ändern lassen will, ist also nichts notwendig. Uns gefällt der Exterus 4×4 gut. Sein Konzept setzt auf Einfachheit, ohne auf Komfort und durchdachte Details zu verzichten. Alles wirkt sehr hochwertig und wird auf einer ersten Reise einer Prüfung unterzogen. Wir sind auf weitere Projekte gespannt.

VW Transporter als Camper
Im Transporter ist aufgrund der Größe ziemlich viel Platz. Das gefällt sehr auf längeren Reisen.
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