Benimar schickt für das Modelljahr 2027 den Tessoro 443 ins Rennen der teilintegrierten Reisemobile. Das Fahrzeug tritt in der hart umkämpften Sieben-Meter-Klasse an. Das aktuelle Ford-Transit-Chassis wird dafür mit der markanten Ausstattungslinie Stormline kombiniert. Der Grundriss verspricht (und hält) bis zu fünf Schlaf- und Sitzplätze auf kompakter Grundfläche.

Der Benimar Tessoro 443 im Überblick

Zentrum der Raumarchitektur: Das höhenverstellbare Querbett im Heck
Häufig werden feste Einzelbetten im Heck als Maß der Dinge in der Interieur-Ausstattung gedacht. Benimar bricht mit dieser Konvention. Im Tessoro 443 findet sich eine alte, neue Alternative: ein festes Querbett im Heck bildet das zentrale Element des Grundriss-Konzepts. Doch so fest ist es gar nicht. Es lässt sich nämlich auf- und absenken. Damit spielt es schon die ersten Vorteile dieser Bettvariante aus. Steht das Fahrzeug, ermöglicht es viel Raum über dem Liegebereich und einen niedrigen Einstieg! Wenn es hochfährt, bietet die Garage Platz für mindestens zwei Fahrräder.



Die mechanische Konstruktion wird mit einer Kurbel bedient, wie man sie von einer Garten- oder Wohnmobilmarkise kennt. Simpel, nützlich und effektiv. Wer nachts die Fahrräder in der Garage haben muss, hat immer noch eine ausreichende Schlafkoje. Der Einstieg über die Treppe ist immer noch möglich. Wenn das nicht ausreicht, kommt eine zusätzliche Leiter ins Spiel. Weitere Vorteile ergeben sich aus der Tatsache, dass ein Querbett weniger Grundfläche beansprucht.


Sitzgruppe: Flexibel mit Platz für fünf
Die vordere L-Sitzgruppe integriert die drehbaren Fahrerhaussitze und bietet, gepaart mit einer gegenüberliegenden Seitensitzbank Platz für bis zu fünf Personen. Zum Setup gehört ein klappbarer und verschiebbarer Mitteltisch auf einem Teleskopfuß, der höhenverstellbar ist. Der Tisch ist frei drehbar. Über der Sitzgruppe schwebt ein elektrisches Hubbett, das zwei weitere, vollwertige Schlafplätze bereithält. Die Sitzbank neben der Aufbautür verfügt über eine ungewöhnliche Konstruktion. Sie lässt sich nicht nur zum fünften (optionalen) Fahrsitz umbauen, sondern auch verkleinern. Hierfür wird die Wand an der Stirnseite einfach in den Kasten daneben geschoben.




Die L-Küche punktet mit einem 140-Liter-Kompressor-Kühlschrank mit integrierte Schublade für bis zu neun Flaschen. Der Kühlschrank wird flankiert von einem eleganten Apotheker-Auszug auf der rechten und einem großen Schrank für Bügelkleidung und einem großen Staufach auf der linken Seite. Die großzügige Anordnung der Stauräume belastet aber die Größe der Arbeitsfläche. Etwas Abhilfe verschafft ein Brett, das an der rechten Seite eingehängt werden kann.

Ford Transit und Edition Stormline: Weg von der Weißware
Unter dem hagelresistenten GFK-Aufbau arbeitet das Chassis des Ford Transit. Das Frontantriebs-Layout sichert einen tiefen Schwerpunkt und ermöglicht einen niedrigen Boden, sodass der Einstieg auch ohne zusätzliche Trittstufe möglich ist. Ein 12-Zoll-Touchscreen mit dem Ford-Sync-System dominiert das moderne Cockpit. Flankiert wird dieses System von zeitgemäßen, GSR II-konformen Assistenzsystemen. Zum optischen Konzept gehört dabei der Trail-Kühlergrill im Raptor-Look.

Die Edition Stormline schärft den visuellen und emotionalen Auftritt des Tessoro 443. Sie bietet unaufwändig eine Alternative zur üblichen Weißware. Die Fahrerkabine hüllt sich dabei in dunkles Metallic-Grau. Auffällige und großflächige Beklebungen ziehen sich dynamisch über das gesamte Wohnmobil und verbinden das stromlinienförmige Fahrerhaus optisch fließend mit dem Aufbau.
Schwarze 16-Zoll-Leichtmetallfelgen unterstreichen die sportliche Ästhetik. Technisch ändert die Stormline-Optik nichts an der Fahrzeuggeometrie oder Aerodynamik. Doch die Beklebung wertet das Reisemobil emotional auf, kaschiert die Übergänge zwischen Basis und Kabine und positioniert den Teilintegrierten als progressives Lifestyle-Fahrzeug.

Pakete: Aufwertung durch Delivery, Winter und Northautokapp
Das Delivery-Pack liefert die grundlegende Touring-Ausstattung. Es umfasst eine integrierte Rückfahrkamera, ein 165-Watt-Solarpanel, die LED-Außenleuchte über der Aufbautür sowie passgenaue Verdunklungsplissees im Fahrerhaus. In der Praxis ist dieses Paket obligatorisch, da ein Verzicht den Nutzwert des Fahrzeugs einschränkt. Benimar rüstet beim Winter-Pack isolierte und beheizte Abwassertanks, isolierte Trittstufen, passgenaue Isoliermatten für das Fahrerhaus und eine deutlich stärkere 5.500-Watt-Heizung nach. Ergänzend bietet Benimar das Pack Plus, welches das innere Ambiente durch Isofix-Systeme an den Dinettensitzen und aufgewertete Polsterungen abrundet.

Das Northautokapp-Pack bündelt das Delivery- und Winter-Pack und rüstet das Fahrzeug technisch grundlegend auf. Der Ford Transit leistet dann potente 165 PS statt der serienmäßigen 130 PS und schaltet entspannt über ein Automatikgetriebe. Hinzu kommen leuchtstarke Frontscheinwerfer und das prominente Northautokapp-Branding an den Außenwänden.
Maß und Mittel: Was kostet der Benimar Tessoro 443?
Der Grundpreis des Tessoro 443 startet je nach europäischem Markt, lokaler Steuersituation und Überführungskosten bei rund 66.990 Euro. Benimar strukturiert die Sonderausstattung in modular aufgebaute Pakete, die einen Preis ab 75.000 Euro realistisch machen. Mit einer Länge von 6,99 Meter, einer Breite von 2,32 Meter und einer Gesamthöhe von 2,89 Meter bewahrt das Reisemobil eine gewisse urbane Rest-Beweglichkeit, die aber in kleinen und historischen Städten Umsicht fordert. Die Innenstehhöhe von 2,10 Metern bietet ein bemerkenswert luftiges Raumgefühl.
Die werkseitige Autarkie beschränkt sich auf das Notwendige. Wer auf den Camping- oder Stellplatz will, hat alles an Bord. Unser Testfahrzeug mit 200 Watt Solarpanel und Ladebooster sorgte während unserer Reise in die Vendée auch bei langem Laptop-Betrieb mit etwas Organisation für Freisteh-Phasen von bis zu fünf Tagen.
Der Tessoro 443 rollt serienmäßig mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen. Die Masse in fahrbereitem Zustand rangiert je nach gewählter Paket-Ausstattung ab Werk bei rund 3,0 Tonnen. Wer den Grundrisses voll ausschöpfen will, kommt bei Reisen mit vier oder fünf Personen an einer Auflastung auf 4,1 Tonnen kaum vorbei, was aber nicht außergewöhnlich ist.
Transparenz: Benimar hat die Recherchen für diesen Artikel durch Bereitstellung eines Tessoro 443 unterstützt. Auf den Inhalt wurde kein Einfluss genommen.















