„Willkommen“ heißt die Devise für Camper in der Vendée. Die westfranzösische Atlantikküste wartet dabei mit einer einmaligen Landschaft, kulinarischen Highlights und zahllosen Angeboten für Outdoor-Freunde und Kultur-Interessierte auf. Wer kein Französisch spricht, braucht keine Angst vor Sprachbarrieren zu haben. Online-Informationen gibt es auf Deutsch, mit Englisch kommt man immer durch, manche Anbieter sprechen unsere Sprache und es gibt sogar eine deutsche Community.
Camping in der Vendée in der Übersicht
Faulenzen à la Bonneur? Hier warten lange Sandstrände

In der Vendée kann man wirklich alles machen – sogar nichts. Wem der Sinn nach nichts steht, als tagelang am Sandstrand zu liegen, sich zu sonnen, zu baden und zu entspannen, wird hier bestens bedient. Speziell die nördliche Strandregion zwischen La-Barre-de-Monts und Saint-Hilaire-de-Riez ist hierfür besonders geeignet. Denn im Vergleich mit anderen Küstenregionen gibt es hier keine Strömungen, die beim Baden für Gefahr sorgen. Und Kleinkriege um Handtücher und Liegeplätze kennt hier auch niemand. Der Strand ist so lang und weitläufig, dass wirklich Platz für alle ist. Aber auch für andere nachhaltige, kulinarische oder kulturelle Interessen bietet die Vendée zahllose Möglichkeiten.

Die Fakten der klimatischen Messungen sprechen für sich: rund 2300 Sonnenstunden gibt es hier jedes Jahr. Das hat dem westfranzösischen Küstenstreifen den Titel Côte de Lumière – Küste des Lichts – eingebracht. Damit liegt man etwa gleichauf mit Perpignan an der französisch-spanischen Mittelmeerküste, aber wesentlich höher als südwestfranzösischen Küstenregionen um Biarritz am Atlantik. Zum Vergleich: Deutschlands wärmste Stadt Freiburg im Breisgau glänzt mit „nur“ etwa 1800 Sonnenstunden im Jahr.

Selbst wenn bei Hitzewellen wie im Jahr 2026 im Vergleich zum Mittelmeer nicht zwingend niedrigere Temperaturen aufkamen, so ist es in der Vendée meistens dennoch milder. Die Atlantikwinde wie die Norois bringen Abkühlung und brechen vor allem die Dauer von Hitzeglocken. In diesem Zusammenhang muss man auch betonen, dass die Vendée auch in den Nebensaisons ein hervorragendes Reiseziel ist. Zwischen Mitte September und Mitte Oktober gibt es hier immer noch sommerliche Temperaturen.
Camping an der Vendée-Küste – auch ohne Ausrüstung möglich
Die Frage nach ausreichend Campingplätzen stellt sich in der Vendée nicht wirklich. Alleine am Küstenabschnitt zwischen La-Barre-de-Monts und Saint-Gilles-Croix-de-Vie, zu dem auch Notre-Dame-de-Monts, Saint-Jean-de-Monts und Saint-Hilaire-de-Riez gehören, befinden sich je nach offizieller Zählweise 125 bis 130 Campingplätze – auf etwa 30 km Küstenabschnitt.

Viele Campingplätze – manche ausschließlich – sind mit Mobil-Heimen angelegt sind. Wer also das Flair eines westfranzösischen Campingplatzes in einer Cottage genießen will, kann auch ohne Wohnmobil, Caravan oder (Dach-)Zelt anreisen. Auch ein eigenes Fahrzeug ist nicht zwingend nötig. Zwischen einfachem Parkplatz und Fünf-Sterne-Camping ist alles möglich. Es macht hier freilich keinen Sinn, alle Campingplätze zu listen. Auf unserer Tour haben wir einige Campingplätze kennengelernt, die wir hier kurz vorstellen:
Camping Le Grand Corseau, La-Barre-de-Monts

Der Campingplatz Le Grand Corseau in La-Barre-de-Monts liegt nahe der Brücke auf die Insel Noirmoutier. Er begeistert durch seine Lage und seinen Pinienwald, der in großzügige Parzellen aufgeteilt ist. Neben sanitären Anlagen und Wasser/Strom-Versorgung gibt es ein eigenes Schwimmbecken auf dem Campingplatz. Der Atlantik-Strand ist fußläufig erreichbar. In Fromentine direkt neben der Brücke spielt sich täglich ein skurriles Schauspiel ab, wenn das Meer während Ebbe zwei deutsche Küstenboote aus dem Zweiten Weltkrieg freigibt.

Camping Le Grand Corseau, Route de la Grande Côté, 85550 La Barre-de-Monts, Google Maps Anreise
Camping Domaine des Salins, Saint-Hilaire-de-Riez

Die Domaine des Salins ist ein familienfreundlicher 4-Sterne-Platz, der alle Infrastruktur für einen angenehmen Aufenthalt bietet. Er liegt am Rand eines Pinienwaldes. Zum Strand sind es fußläufig etwa 15 Minuten. Auf dem Gelände gibt es aber auch eine Badeanlage mit Schwimmbecken und Hallenbad. Der moderne Sanitärbereich wird ergänzt durch eine Snackbar, WLAN, Spielplatz, Trampolin und Hüpfburg.
Domaine des Salins, Les Becs, 43 Chemin du Quart du Matelot, 85270 Saint-Hilaire-de-Riez, Google Maps Anreise
Camping Les Amiaux, Saint-Jean-de-Monts

Les Amieux bietet für alle Camper-Vorzüge einen geeigneten Platz. Ob Wohnmobil, Zelt oder Cottage, hier finden alle etwas Geeignetes. Seit 2026 gibt es auch spezielle Unterkünfte für Fahrrad-Reisende. Ein Service-Hütte wird mit Wohn- und Schlafhütten kombiniert. Dazu gehört auch eine Repair-Station. Die Sanitäranlagen stehen selbstverständlich allen offen. Zur Infrastruktur des Vier-Sterne-Areals gehören auch eine Wasserlandschaft, ein Restaurant mit Bar sowie ein Lebensmittelgeschäft und ein Waschsalon.
Camping Les Amiaux, 223 Rue de Notre-Dame, 85160 Saint-Jean-de-Monts, Google-Maps-Anreise
Camping Resort La Forêt, Saint-Jean-de-Monts
Das Resort La Forêt ist eine exklusive Anlage, die als umweltfreundliches und verkehrsberuhigtes Öko-Resort betrieben wird. Dementsprechend gibt es hier ausschließlich Mobil-Heime, die teils als kleine Holz-Villen „Bois Marin“ gebaut sind. Zur Exklusivität gehören auch die außergewöhnlich ruhige Lage und die zehnminütige Geh-Nähe zum weitläufigen Strand.

Camping Resort La Forêt, 190 Chemin de la Rive, 85160 Saint-Jean-de-Monts, Google Maps Anreise
Wohnmobil, Vanlife und Freistehen in der Vendée
Ganz Frankreich und auch die Vendée sind sehr wohnmobilfreundlich. Es gibt viele Stellplätze und Aire de Service, die sogar gebührenfrei sind. Die Frischwasserversorgung und Tank.-Entsorgung ist dabei meistens kostenlos. Solche Plätze bieten oft auch Entsorgungsbehälter für Altglas und Verpackungsabfälle. Wer den kompletten Service eines Stellplatzes nutzen will – also auch mit Strom, Restmüllentsorgung und Ortsinfos – geht am besten auf kostenpflichtige Stellplätze. Sie haben insbesondere in Küstennähe die beste Lage und kosten meistens zwischen zehn und 15 Euro pro Nacht einschließlich Taxe. Die Abwicklung der Kosten und der Schranken erfolgt meistens über das Netzwerk von Camping Car Park. Nach der Anmeldung wird über die dazugehörige App die Schranke bedient und abgerechnet.

Komplett freistehen ist an vielen Orten möglich. teilweise sogar in den Naturschutz-Reservaten. Es ist zwar nicht erlaubt, wird aber toleriert. Wo genau toleriert wird, merkt man am ehesten daran, dass dort einige Wohnmobile stehen. Wer vor Ort ist, wird mit den gängigen Apps und/oder einem guten Riecher diese Plätze finden. Wichtig ist jedoch, sich an die vorgegebenen Regeln und Konventionen zu halten, um diese einmaligen Möglichkeiten nicht zu gefährden.
Unterwegs mit Bus und Zug rund um Saint-Gilles-Croix-de-Vie
Wer mit Wohnmobil oder Caravan und Fahrrädern die Vendée besucht, bleibt grundsätzlich mobil. Der Bahnhof in Nantes ist die zentrale Anreisestation in die Region. Von dort gibt es einen Direktzug nach Saint-Gilles-Croix-de-Vie. Die Parkplatzsuche kann mit eigenem Vehikel aber in den engen Orten nervenaufreibend sein. Auch sind die Wege sehr weitläufig, so dass das Fahrrad nicht immer das geeignetste Fahrzeug ist, obwohl die Vendée auch eine ausgewiesene Fahrradregion ist. Hier hilft das Busnetzwerk der Aléop. Entlang der Küste fährt während der Saison zusätzlich der Pendelbus La Latterie. Er fährt in niedriger Taktung nach Saint-Gilles-Croix-de-Vie und andere Orte.

Links und Tipps
- Auskünfte zu Campingplätzen in den Office de Tourisme in Saint-Jean-de-Monts und Saint-Gilles-Croix-de-Vie
- Informationen zum ÖPNV gibt es auf der Website zum La Litterale: Aléop Ligne 568.
- Restaurant-Tipps, wo wir selbst gegessen haben: Kulinarische Vendée
- Weitere Touren auf vanlifemag.de
Fotos: soweit nicht anders gekennzeichnet: © Stefan Blanz















