Der Far Out Canopy Truck Camper positioniert sich in einer Nische, die im deutschsprachigen Vanlife-Kosmos bisher kaum beachtet wird: eine leichte, absetzbare Truck-Kabine, die Offroad-Tauglichkeit mit einem unerwartet hohen Maß an Komfort verbindet. Statt klassischer Kastenwagen setzt dieses Konzept auf einen Pick-up als Basisfahrzeug und verwandelt dessen Ladefläche in einen kompakten, robusten Lebensraum für bis zu vier Personen. Gedacht ist er für alle, die gern abseits befestigter Straßen unterwegs sind, aber weder auf ein Minimum an Wohnkomfort noch auf Stauraum für Sportgerät verzichten wollen.
Rugged Offgrid trifft Alltagstauglichkeit im Vanlife

Die Grundidee des Far Out Canopy ist schlicht: ein alltagstauglicher Pick-up wird mit einer leichten, voll verschließbaren Kabine aus Aluminium kombiniert. Die Konstruktion ist komplett aus schwarz pulverbeschichtetem Aluminium gefertigt, witterungsbeständig, korrosionsresistent und darauf ausgelegt, auch auf rauem Terrain nicht zu versagen. Für Vanlife-Fans, die in Fjorde, Wüstenpisten oder Alpenpässe aufbrechen, bedeutet das: weniger Sorge um Rost, Steinschlag oder Äste, die sich an der Karosserie entlangschrammen.
Mit einem Gewicht von etwa 250 bis 360 Kilogramm – je nach Modell – bleibt der Far Out Canopy vergleichsweise leicht. Das verbessert Fahrdynamik und Verbrauch im Vergleich zu vielen klassischen Wohnkabinen und schont die Zuladungsreserven des Basisfahrzeugs. Die Konstruktion passt auf Ladeflächen von rund 1,5 bis 2,4 Metern Länge und deckt damit gängige Pick-up-Größen ab. Wer also bereits einen geeigneten Truck besitzt oder damit liebäugelt, findet hier eine modularere Alternative zum voll ausgebauten Campervan.
Der schnelle Umbau vom Alltags-Pick-up zum Familiencamp

Die vielleicht faszinierendste Eigenschaft des Far Out Canopy Truck Campers ist die extrem kurze Auf- und Abbauzeit. Der Hersteller gibt an, dass sich das Fahrzeug in weniger als drei Minuten von einem reinen Transporter in einen vollwertigen Wohn- und Schlafraum für die ganze Familie verwandeln lässt. Möglich machen das absenkende Betten auf selbsttätig absenkenden Streben. Statt umständlichem Umräumen und Polsterpuzzle entsteht mit wenigen Handgriffen ein klar definierter Schlafbereich mit zwei Betten.
Gerade auf Roadtrips mit häufigem Platzwechsel – etwa bei Skandinavien-Rundreisen, Overlanding durch Osteuropa oder Wochenendtouren zwischen Homeoffice und Mikroabenteuer – ist diese Geschwindigkeit ein spürbarer Vorteil. Nach einem langen Fahrtag muss nicht mehr als nötig geschraubt, gesteckt und geräumt werden. Auch der Packdown am Morgen funktioniert entsprechend schnell, sodass spontanes Weiterziehen kein logistischer Kraftakt wird.
Stauraum für Dirtbikes, Boards und Abenteuergerät

Ein klassisches Problem vieler Campervans: Entweder man hat ausreichend Wohnraum oder genug Platz für „Toys“ – beides zusammen ist selten. Der Far Out Canopy Truck Camper versucht genau diese Lücke zu schließen. In der Hecksektion lassen sich laut Datenblatt zwei Dirtbikes oder ähnlich voluminöse Ausrüstung verstauen. Wer lieber mit Mountainbikes, Surfbrettern, Kites oder Campingkisten unterwegs ist, profitiert von einem geschlossenen, abschließbaren Stauraum, der gleichzeitig robust genug ist, um dreckiges oder nasses Equipment aufzunehmen.
Die Seiten- und Heckklappen sind abschließbar, sodass wertvolle Ausrüstung während Stadtstopps oder beim Einkaufen gesichert bleibt. Im Vanlife-Alltag ist diese Trennung von Wohn- und Schmutzbereich deutlich entspannter als provisorische Lösungen im Laderaum klassischer Transporter. Die Regenrinnen an allen Öffnungen reduzieren zudem das Risiko, dass beim Beladen Wasser ins Innere tropft – ein Detail, das sich besonders auf längeren Regentouren bezahlt macht.
Material, Dachlast und Schutz gegen Wind und Wetter

Die Allwetter-Aluminiumkonstruktion mit Pulverbeschichtung ist auf harte Einsatzbedingungen ausgelegt. UV-Beständigkeit und Wasserdichtigkeit sind zentrale Eckpunkte, wenn ein Fahrzeug wirklich über Jahre hinweg in Sonne, Regen und Schnee bestehen soll. Für Vanlife-Fahrende, die ihre Fahrzeuge nicht nur saisonal nutzen, sondern viel draußen stehen lassen, ist das ein relevanter Haltbarkeitsfaktor.
Die Dachkonstruktion ist bis zu einer Last von rund 270 Kilogramm ausgelegt. Damit ist genügend Reserve für Dachzelt-Setups, zusätzliche Stauboxen, Sportgeräte oder ein massives Solarsystem vorhanden. Wer mit Kajaks, Surfboards oder Skibox unterwegs ist, hat damit eine solide Basis, ohne ständig an strukturelle Grenzen zu stoßen. Der Canopy selbst bleibt trotz dieser Reserven leicht genug, um den Pick-up nicht in einen trägen Koloss zu verwandeln.
Innenkomfort: Schlafen, Licht und Privatsphäre

Auch wenn der Fokus klar auf Robustheit und Transporttauglichkeit liegt, wurde der Innenraum nicht vergessen. Der Far Out Canopy Truck Camper ist für bis zu vier Schlafplätze ausgelegt, verteilt auf zwei Betten. Matratzen und Bezüge sind im Lieferumfang vorgesehen, was den Einstieg erleichtert, ohne dass sofort in eigene Schlafsysteme investiert werden muss.
Bugnetze und Sichtschutzvorhänge sorgen dafür, dass auch in mückenreichen Regionen oder auf vollen Stellplätzen ein gewisses Maß an Ruhe und Intimität bleibt. In den Abendstunden übernimmt eine dimmbare LED-Innenbeleuchtung den Part der gemütlichen Lichtquelle. Damit lässt sich die Stimmung leicht anpassen – von funktional hell beim Packen bis angenehm gedimmt, wenn der Tag am Lagerfeuer endet. Gerade für Familien oder Paare, die Wert auf einen klar gegliederten Schlafbereich legen, ist dieses Zusammenspiel aus Betten, Licht und Privatsphäre ein Pluspunkt.
Energieversorgung und Offgrid-Einsatz
Für autarke Phasen abseits klassischer Campingplätze steht ein Solarmodul mit rund 100 Watt Leistung zur Verfügung, das gemeinsam mit einer Batterie mit etwa 512 Wattstunden Kapazität einen soliden Grundstock für Basisverbraucher bildet. Das ist kein Luxuspaket für stromhungrige Klimaanlagen, aber ausreichend für Licht, kleinere Geräte und das Laden von Elektronik – ideal für typisches Vanlife mit Laptops, Kameras und Smartphones. Wer längere Offgrid-Phasen plant, wird in der Praxis mit Verbrauchsdisziplin und gegebenenfalls zusätzlicher Energieerzeugung arbeiten, hat aber mit der Grundausstattung einen funktionierenden Startpunkt.
Durch die Möglichkeit, den Canopy relativ einfach vom Fahrzeug zu entfernen, bleibt der Pick-up flexibel einsetzbar. Im Alltag kann er weiterhin als Transportfahrzeug dienen, während der Camper bei Bedarf aufgesetzt wird. Diese Trennung von Fahrzeug und Wohnmodul macht das Konzept besonders interessant für alle, die nicht ausschließlich „Vollzeit-Vanlifer“ sind, sondern ihr Fahrzeug beruflich wie privat nutzen möchten.
Individualisierung und Einordnung im Vanlife-Kosmos
Rogue als Anbieter des Far Out Canopy Truck Campers versteht das System weniger als fertiges Massenprodukt und mehr als Basis für individuelle Ausbauwünsche. Neben Verkauf, Service und Einbau werden umfangreiche Modifikationen angeboten – von L-Tracks für flexible Verzurrsysteme über zusätzliche Staulösungen bis hin zu Dachträgern, Duschsetups, Offroad-Bumpern, Zusatzscheinwerfern im Baja-Stil oder grobstolligen All-Terrain-Reifen. Damit lässt sich die Einheit vom minimalistischen Adventure-Setup bis zum vollgetunten Overlanding-Truck skalieren.
Im Vergleich zu klassischen Kastenwagen-Ausbauten oder integrierten Reisemobilen positioniert sich der Far Out Canopy Truck Camper klar auf der Seite derjenigen, die bewusst auf kompakte Wohnfläche setzen, dafür aber maximale Outdoororientierung und Zuladungsfähigkeit wollen. Das Konzept spricht damit vor allem Menschen an, die sich weniger im Camper aufhalten und mehr vor der Tür leben – also das ursprüngliche Verständnis von Vanlife, nur eben auf einer Pick-up-Basis mit hoher Offroad-Toleranz.
Bestellung, Standort und Einstiegspreis
Der Far Out Canopy Truck Camper wird über Rogue Vans in Südkalifornien vertrieben. Das Unternehmen ist offizieller US-Distributor der Far Out Campers und bündelt Verkauf, Service, Installation sowie individuelle Innen- und Außenumbauten an einem Standort in Carlsbad, Kalifornien. Für europäische Interessenten bedeutet das derzeit noch eine gewisse logistische Hürde, insbesondere was Import, Zulassung und Anpassungen an lokale Regularien betrifft.
Wer sich trotz dieser Hürden für das Konzept interessiert, sollte neben Transport- und Zollkosten auch mögliche Umbauten für die heimische Zulassung einkalkulieren. Der Startpreis selbst ist dabei klar definiert: Der Far Out Canopy Truck Camper beginnt bei rund 19.250 US-Dollar und markiert damit den Einstieg in eine sehr spezielle Kategorie von Offroad-tauglichen, leichten Truck-Camper-Systemen, die Vanlife und Adventure-Sport konsequent zusammen denken.
Bilder: Hersteller










