KASSANDRA VON GOTMEHOOK.ED IN HOLLAND

Über das Angeln als Vanlifer in den Niederlanden

Kassandra von Gotmehook.ed in Holland
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Über Kassandra und ihren erfolgreichen Instagram-Kanal haben wir auf Vanlifemag.de schon berichtet. Heute erzählt uns die sympathische Betreiberin von Gotmehook.ed etwas über das Angeln in den Niederlanden.

Kassandra von Gotmehook.ed in Holland

In den Niederlanden als Karpfenangler seine Ruhe zu haben, ist oftmals ein Ding der Unmöglichkeit. Ich befische hier gern Gewässer, die zwar jeder sieht, die aber irgendwie keinem auffallen. So kam ich zu einem kleinen See, der eine Psychiatrische Einrichtung in schönerem Glanz erstrahlen lassen sollte. Ich mischte ein paar Partikel zum Anfüttern zusammen und verteilte sie an meinem auserwählten Angelspot. Natürlich immer im Hinblick, dass ich dort aus meinem Bus fischen kann. Ein paar Hände Boilies, spezielle Köder für Karpfen dazu und fertig war das Karpfen-Buffet.

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Kassandra von Gotmehook.ed nach dem Bad im Meer
Bis die Angel ausgeworfen wird, kann man ja auch mal an den Strand und sich von den Wellen durchschütteln lassen.

Während ich den Fischen Zeit gab auf meinen Futterplatz zu stoßen, fuhr ich an den nahegelegenen Strand, um mich von der ein oder anderen Welle „niedermachen“ zu lassen. Komplett zerstört und mit Salzwasser in Nase und Ohren suchte ich am späten Nachmittag wieder meine Stelle an der Psychiatrie auf. Ich setzte auf die Neugier der Fische und setzte eine Rute mit einem Single Hookbait, einem etwas anderem Köder als die Boilies, und eine zweite mit einem rosa Popi, einem schwimmenden Hakenköder.

Kassandra von Gotmehook.ed und ihre Outdoor-Küche
Spaghetti mit Fertig-Nudelsauce – nach einem Tag auf dem Wasser echt lecker.

Während ich auf den ersten Biss wartete, machte ich mir noch etwas zu Essen in meiner Outdoor-Küche. Höchst professionell versteht sich. Es gab vorzügliche Spaghetti mit Fertig-Nudelsoße. Aber glaubt mir: Nach einem Tag auf dem Wasser schmeckt einfach alles göttlich.

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Kassandra von Gotmehook.ed auf ihrem VW T4 Bulli
Damals war der Aufstieg aufs Dach noch eine echte Kletterpartie. Mittlerweile hat der Bus einen Dachträger und eine Leiter.

Die letzten Sonnenstrahlen genoss ich mit einem Glas Wein vom Dach meines Karlchens aus. Irgendwann war dann Schlafenszeit. Die Liege im Bus wartet immer auf mich und ruck zuck hatte ich mich in meinen Schlafsack gekuschelt.

In Holland angelst du nicht allein

Pünktlich um 7 Uhr klingelte der Wecker – oder besser gesagt: lief die erste Rute ab. Der rosa Popie ist auch einfach ein Eye-Catcher für Karpfen. Also raus aus dem Schlafsack und dem Bus und erstmal über die Töpfe und Teller auf den Radweg gestolpert. Noch kurz ein High-Five mit dem vorbeifahrenden Fahrradfahrer. Der grinste nur. Weiter zur Rute. Ich konnte es kaum glauben – was für ein schöner langer Spiegler (Anm. d. Red.: Spiegelkarpfen). Richtig dunkel! So ein unglaublich schöner Fisch. Dann ergab sich eine recht seltsame Situation. Für das Foto legte ich meine Flatmat auf den Radweg. Ich wollte ein richtiges holländisches Streetfishing-Foto. Und auf einmal hatte Ich lauter Zuschauer um mich, die die Situation unglaublich feierten und mich zum Fisch beglückwünschten.

Kassandra von Gotmehook.ed mit dem in Holland gefangenen Karpfen
Die junge Frau und der Karpfen sorgen auf dem Radweg schnell für interessierte Zuschauer.

Ein Passant wollte unbedingt mit mir und dem Fisch ein Foto machen. Anschließend setzen wir den Karpfen schnell zurück. Alles absolut unproblematisch und eine Situation, die ich niemals vergessen werde. Statt mich mit Steinen zu bewerfen und zu beschimpfen, feierten diese Leute meinen Fang mindestens genauso sehr wie ich und freuten sich über den Fisch. Beim Zurücksetzen bekam ich Hilfe und wurde nicht schief angeschaut.

Anschließend begannen die typischen Angler-Fachgespräche und ich bekam den ein oder anderen Tipp für meinen Bus. Irgendwann löste sich die Gruppe auf und ich war wieder allein.

Jede Menge Fisch gefangen

Ich fing in der nächsten Zeit noch ein paar Spiegler, Schuppis, Brachsen und Giebe. Immer wieder gesellten sich Leute zu mir und waren interessiert an meinem Tun. Auch der Kontrolleur schaute früher oder später vorbei. Er half mir beim Keschern und war ganz interessiert an meinem Lebensstil. Irgendwann fiel ihm wieder ein, dass er doch eigentlich nur schnell meinen VISPAS sehen wollte und die Nachtangelerlaubnis. Er erzählte, dass in der Umgebung der ein oder andere Wildkarpfen umgesetzt wurde. Ich zeigte ihm das Bild von meinem ersten Fisch und er meinte, es wäre einer davon gewesen.

Kassandra von Gotmehook.ed mit einen kapitalen Hecht
Kassandra kennt in Holland mittlerweile jede Menge Stellen, an denen sich gut angeln lässt.

In Holland zu fischen ist ein wahrer Traum. Nicht nur vom Gewässer her. Die Menschen, die Umgebung und die Möglichkeiten. Ich lernte hier viele Menschen kennen und habe mittlerweile immer Plätze für eine warme Dusche oder einen gemütlichen Abend und gute Unterhaltungen.

Text: Kassandra von Gotmehook.ed, Michael Scheler

Fotos: Kassandra von Gotmehook.ed

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