Van abseits jeden Stellplatzes. Bachlauf direkt vor der Schiebetür. Der Explorer Pro soll aus diesem Wasser trinkbares Wasser machen. Katadyn kombiniert keramische Mikrofiltration, Aktivkohle und Virenentfernung in einem Gerät. Das System hat beim European Outdoor Award 2026 Bronze in der Kategorie Camping & Travel erhalten. Die Jury hob die Anpassung an unterschiedliche Wasserqualitäten, die mehrstufige Filterung und die Möglichkeit der Trockenlagerung hervor.
Genau das trifft den Alltag. Mal reicht Geschmacksverbesserung, mal braucht es den vollen Schutz. Der Explorer Pro lässt die Stufen einzeln zuschalten oder wegnehmen. Wer nur aus klaren Quellen zapft, spart Kraft und Zeit. In unsicheren Gebieten wird alles aktiviert.
Modularer Aufbau
Das System vereint drei Technologien: keramische Mikrofiltration, Aktivkohle und Virenfilter. Bei voller Bestückung entfernt es Bakterien, Mikroplastik, Protozoen und Viren. Die Aktivkohle verbessert den Geschmack und reduziert Gerüche. Für Van- und Camper-Reisende löst das den klassischen Zielkonflikt. Nicht jede Quelle verlangt denselben Aufwand. Einzelne Stufen können je nach Wasserqualität und Einsatzszenario ein- oder ausgeschaltet werden. Genau diese Anpassungsfähigkeit hat die Jury besonders hervorgehoben.
Virenschutz

Die meisten Outdoor-Filter enden bei Bakterien und Protozoen. Der Explorer Pro erweitert den Schutz bei voller Bestückung um Viren. Für längere Touren, grenzüberschreitende Reisen oder abgelegene Etappen relevant. Je unsicherer die Quelle, desto mehr zählt dieser Schritt.
Trockenlagerung
Der größte praktische Gewinn ist nicht die Filterleistung selbst, sondern die Möglichkeit zur Trockenlagerung. Viele Systeme müssen nass bleiben und entwickeln schnell Schimmel oder Gerüche, besonders wenn sie wochenlang im Van liegen. Der Explorer Pro kann trocken verstaut werden. Das reduziert Pflegeaufwand, Schimmelrisiko und die Unsicherheit vor dem nächsten Einsatz. Für Vanlife-Nutzer oft wichtiger als ein weiterer Laborwert.

Bei längeren Touren
Wer mehrere Wochen unterwegs ist, kennt das: Alles muss robust sein, aber ohne großen Wartungsaufwand funktionieren. Ein Filter, der sich sauber und trocken lagern lässt, spart nach der Tour Zeit und Nerven. Der Explorer Pro ist hier ungewöhnlich konsequent durchdacht.
Für harten Einsatz gebaut
Katadyn hat den Explorer Pro 2026 auf den Markt gebracht. Die Pumpe läuft leichtgängig und erlaubt das Befüllen von Weithalsflaschen und Kanistern – genau das, was im Van üblich ist. Der Pumpstößel ist aus Stahl und für raue Behandlung sowie häufige Nutzung ausgelegt. Bei 630 Gramm bleibt das Gerät noch tragbar genug für kurze Fußmärsche abseits des Fahrzeugs. Alle Filterstufen sind leicht zu reinigen und zu warten. Das entscheidet oft, ob ein Filter wirklich jahrelang genutzt wird oder nur im Fach liegt.
Der Explorer ohne Pro
Parallel bringt Katadyn den Explorer auf den Markt. Er basiert auf demselben Grundfilter, richtet sich aber an Nutzer, die keinen Virenschutz benötigen. Die keramische Mikrofiltration entfernt Bakterien, Protozoen, Chemikalien, Zysten, Mikroplastik und Sedimente. Das Aktivkohleelement gegen Geschmack und Gerüche ist optional zuschaltbar. Für die meisten klassischen Camping- und Vanlife-Touren in Regionen mit kalkulierbarer Wasserqualität völlig ausreichend. Ein optionales Upgrade-Kit erlaubt später das Nachrüsten des Virenfilters.
Die Auszeichnung
Die Jury hat nicht einfach einen weiteren Filter prämiert, sondern ein System, das mehrere Schutzstufen flexibel bündelt und echte Praxisprobleme – besonders bei der Lagerung – löst. Wasserfilter werden dadurch vom Spezialgerät mehr zum anpassbaren Werkzeug.
Katadyn wurde 1928 in der Schweiz gegründet und entwickelt seit fast hundert Jahren Ausrüstung für anspruchsvolle Einsatzbedingungen bei Wasseraufbereitung, Ernährung und Kochen. Beide Modelle sind bereits im Handel. Die UVP für den Explorer Pro liegt bei 500 Euro.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Für wen lohnt sich die modulare Bauweise des Explorer Pro – und wann ist sie eher „zu viel“?
Die modulare Bauweise lohnt sich, wenn du sehr unterschiedliche Quellen nutzt – mal klares Quellwasser, mal Kanister, mal stark belastetes Oberflächenwasser. Dann schaltest du die Stufen gezielt zu und sparst Kraft und Zeit. Wer fast ausschließlich auf Campingplätzen mit kontrollierter Wasserversorgung steht, braucht diese Flexibilität selten. Hier reicht meist ein einfacheres und leichteres System.
2) Wie wichtig ist Virenschutz bei Wasserfiltern wirklich, wenn viele Filter ohnehin Bakterien und Protozoen entfernen?
Viren sind deutlich kleiner und passieren viele klassische Filter. Ob du den zusätzlichen Schutz brauchst, hängt von Region, Reiseroute und Risikobewertung ab. Grenzüberschreitende Touren, abgelegene Etappen oder Quellen mit unklarer hygienischer Qualität sprechen dafür. In Gebieten mit verlässlicher Infrastruktur und kalkulierbarem Risiko ist er meist verzichtbar.
3) Was bringt Trockenlagerung im Alltag – und worauf sollte man trotzdem bei Pflege und Wartung achten?
Trockenlagerung vereinfacht den Alltag massiv. Kein feuchter Filter im Fahrzeug, deutlich geringeres Schimmel- und Geruchsrisiko, sofort einsatzbereit. Dennoch ersetzt sie keine Wartung. Sedimentreiches Wasser verlangt regelmäßiges Spülen der Elemente, sonst sinkt der Durchfluss. Vor längeren Touren immer den Zustand der Stufen prüfen und Verschleißteile rechtzeitig tauschen.















