Low-Budget Minicamper mit Allrad

Low-Budget Minicamper mit Allrad

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Kleines Budget fürs Fahrzeug, großes Budget für Reisen, das ist das Motto von Sascha und Sabine. Wir haben uns ihren Low-Budget Minicamper mit Allrad näher angesehen.

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Güma

Wenig Geld fürs Fahrzeug, viel Geld für Reisen

Zugegeben, die Idee, weniger fürs Fahrzeug auszugeben und dafür mehr Geld für die Reisen übrig zu haben, hat was. Wer jetzt denkt, dass er damit auf Komfort verzichten oder im Urlaub nur an der alten Kiste rumschrauben müsse, weil ständig irgendwas kaputtgeht, irrt – zumindest bei Sascha und Sabine. Sascha ist ausgebildeter Kfz-Mechaniker, war bei der Bundeswehr in der Instandsetzung tätig und bei verschiedenen Auslands-Einsätzen für Reparaturen und Wartung der Geländefahrzeuge verantwortlich. Wenn es um Geländewagentechnik geht, macht ihm also so schnell keiner was vor.

Low-Budget Minicamper mit Allrad
Wenig Geld für den Minicamper, viel Geld fürs Reisen – eine gute Idee!

Ein alter Nissan Terrano als Basis für einen Low-Budget Minicamper

So stellt sich sein 16 Jahre alter Nissan Terrano II nicht nur als top gewartetes sondern auch sinnvoll modifiziertes Fahrzeug heraus. Mehr Bodenfreiheit hat schon der Vorbesitzer durch rund 80 Millimeter längere Dämpfer und Federn an der Hinterachse realisiert. Vorne entfällt die Höherlegung durch längere Federn beim Terrano, sie wird durch Verdrehen der Drehstabfedern erreicht. Da der Zahn der Zeit leider auch an einem Fahrwerk nagt, hat Sascha den Tausch der Komponenten gleich genutzt um nochmal 20 Millimeter Luft dazu zu packen.

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Low-Budget Minicamper mit Allrad – Fahrwerk und grobe Geländereifen
Sascha hat dem Terrano ein paar Gelände-Upgrades verpasst.

An den Achsenden befinden sich vier MT-Gummis von BF-Goodrich der Größe 31×10,5 R15 auf 7×15-Zoll-Alufelgen mit Einpresstiefe null. Falls Sascha sich mit dem groben Geländeprofil doch mal festfahren sollte, zieht eine Alpha 9.5 Quick von Superwinch den Karren wieder aus dem Dreck. Außerdem helfen ein paar Uniko6in1-Faltrampen von Relleumdesign, die auch gleich zum Ausgleich am Standplatz genutzt werden können. Eingebaut ist die Winde in einer AFN-Windenstoßstange, die ebenfalls schon der Vorbesitzer montiert hat. Ein Eigenbau-Unterfahrschutz sorgt dafür, dass Motor und Getriebe ohne Beschädigungen bleiben, ein Schnorchel für mehr Wattiefe. Hinzu kommen eine LED-Lightbar, LED-Leuchten am Heck und ein Eigenbau-Dachträger. Außerdem ist noch ein Anhängerkupplung-Wechselsystem montiert.

Uniko6in1-Faltrampe von Relleumdesign
Die Uniko6in1-Faltrampen von Relleumdesign dienen als Sandboards und zum Ausgleich am Standplatz.

Ausreichend Motorleistung, gute Ausgangsbasis

Mehr muss nicht, mehr braucht nicht. Der Dreiliter-Vierzylinder-Reihendiesel leistet gute 150 PS und rund 300 Newtonmeter Drehmoment. In Kombination mit dem Zuschalt-Allrad mit Untersetzung kommt er damit mit den rund 2,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht des Terrano auch klaglos im Gelände klar.

Low-Budget Minicamper mit Allrad - Dachzelt
Der Terrano ist eine güstige Basis für einen Minicamper mit Allradantrieb.

Eine gute Basis also für ein günstiges Allrad-Reisemobil. Klar, dem Terrano fehlt das bullige seines großen Bruders Patrol und auch mit dem Charme reicht es nicht ganz so weit wie beispielsweise beim Defender. Auch das Platzangebot ist kleiner, was sich allerdings schnell relativiert, da man schlicht nicht soviel Werkzeug und Ersatzteile auf die Reise mitnehmen muss, wie beim kantigen Briten.

Der Innenausbau des Low-Budget Minicamper mit Allrad

Womit wir beim Innenausbau wären. Im Heck befindet sich eine einfache Holzkonstruktion, die ausrangierte Gemüsekisten als Schubladen aufnimmt. Ein ausziehbarer Zwischenboden dient gleichzeitig als Tisch für kurze Pausen. Oben auf dem Holzkasten können Euroboxen, die draußen auch gleich als Unterbau für den Kocher dienen, verzurrt werden. Außerdem finden hier Camping-Tisch und -Stühle ihren Platz. Damit hinten niemand hineinschauen kann, hat Sascha alle hinteren Fenster durch Bleche ersetzt, auf denen er außen Airlineschienen für das Anbringen zusätzlicher Ausrüstung montiert hat.

Ein Hundegitter, an dem etwas Technik und Ausrüstung befestigt ist, trennt das Ladeabteil nach vorne ab. Da, wo früher eine Rückbank war, sitzen nun eine zweite Batterie plus B2B-Ladergerät, eine 40-Liter-Engel-Kühlbox sowie zwei 20-Liter-Wasserkanister. Die Vordersitze sind mit robusten Sitzbezügen überzogen. Ein Funkgerät und eine Halterung für eine Tablet zur Navigation ergänzen die Standard-Anzeigen, eine Webasto-Standheizung sorgt für Wärme, auch wenn der Motor nicht läuft.

Geschlafen wird auf dem Dach

Geschlafen wird auf dem Dach in einem Dachzelt von Nakatanenga. Das Dachzelt, das leider nicht mehr erhältlich ist, ist mit einem Preis von rund 3.000 Euro das wohl teuerste Stück der Reise-Ausrüstung, aber zum einen scheint es fast so als wären Farbe der Zeltbahn und des Fahrzeugs füreinander bestimmt und zum anderen darf ein bisschen Luxus dann eben doch sein. Und den bietet das Dachzelt, das sich schnell aufstellen lässt und durch die Hartschale unterwegs durch das Fehlen mühsam abgespannter und trotzdem flatternder Abdeckungen aus LKW-Plane glänzt. Die feste Schale schützt außerdem den Zeltstoff vor tiefhängenden Ästen oder seitlich in den Weg ragenden Dornenranken besser als die Lösung mit der Plane. Außerdem muss man sich um das „Wohin damit“ während das Zelt aufgebaut ist keine Gedanken machen: Die aufgeklappte Hartschale bildet einfach die hintere Wand des Dachzelts.

Low-Budget Minicamper mit Allrad - Dachzelt
Geschlafen wird im 1. Stock.

Komfortabler Minicamper zum kleinen Preis

Mit dem Terrano und seiner Low-Budget-Ausstattung lässt es sich komfortabel reisen ohne auf etwas verzichten zu müssen. In den Euroboxen und Gemüsekisten verstauen die beiden alles, was man braucht. Dank des Holzkasten-Einbaus ist trotzdem alles schnell im Zugriff. Bei Kühlbox und Dachzelt setzen Sabine und Sascha dagegen auf Qualität. Und so haben die beiden mit dem Nissan schon viele kleinere und größere Touren unternommen. Das Ziel war schließlich mehr Geld für Reisen zu haben – oder für ein zweites, größeres Reisefahrzeug. Denn sie nennen auch noch einen MAN G90 mit Zeppelin-Shelter ihr Eigen. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Fotos: Michael Scheler, Sabine Schröpfer

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