Der US-Ausbau „Jerry“ von Outpost Vans basiert auf einem Mercedes Sprinter 170 High Roof des Baujahrs 2022 und zielt auf längere Vanlife-Trips und autarkes Stehen ab. Das Fahrzeug ist vor allem auf dem amerikanischen Markt verfügbar, was den direkten Kauf in Deutschland erschwert. Für alle, die sich inspirieren lassen oder selbst einen Ausbau planen, lohnt ein genauer Blick auf das Konzept – viele Details sind konsequent auf den Alltag im Camper ausgelegt.
Basisfahrzeug und Außenausbau: Sprinter 170 für lange Touren

Der Sprinter 170 High Roof entspricht der langen Version mit Hochdach und bietet reichlich Raum für einen vollwertigen Ausbau. Außen zeigt „Jerry“, dass er für ernsthaftes Vanlife konzipiert ist. Auf dem Dach sitzt eine 200-Watt-Solaranlage, die zusammen mit dem Bordstromsystem eine Basis für autarkes Stehen fernab von Campingplätzen bildet.

Für schlechte Sichtverhältnisse oder Offroad-Pisten ist der Van mit einem umfangreichen Lichtpaket bestückt: Eine 40-Zoll-LED-Lightbar von Baja Designs an der Front sowie ein bumpermontierter Lichtbalken mit vier Amber Squadron Sport Leuchten sorgen für ein breites Lichtfeld. Zusätzlich sind auf der Beifahrerseite zwei Rigid-Zusatzscheinwerfer montiert. Das erleichtert das Rangieren im Dunkeln auf Stellplätzen oder Schotterpisten.
Robuste Line-X-Beschichtung auf Frontstoßfänger, Grill, Seitenleisten und unteren Karosseriebereichen schützt vor Steinschlag und Kratzern. Ein flaches Dachträgersystem (FVC low profile roof rack) schafft Transportmöglichkeiten – vom Surfbrett bis zur zusätzlichen Box – ohne die Fahrzeughöhe stark zu erhöhen. Ein seitlicher Aluminess-Aufstieg erleichtert den Zugang zum Dach.
Markise, Klima und Fenster: Komfort für Sommer und Winter

Für den Aufenthalt draußen ist eine F80S-Markise montiert, die Schatten spendet oder als Vordach dient. Dazu kommen zwei MaxxAir 7500K Dachlüfter, die Frischluft hinein- und verbrauchte Luft herausziehen – wichtig, um Feuchtigkeit zu reduzieren und im Sommer für Luftaustausch zu sorgen.
Ein Merkmal ist die Nomadic Cooling Co. 3000 12-Volt-Klimaanlage, die vollelektrisch arbeitet. Dadurch kann der Innenraum auch ohne Landstrom gekühlt werden, sofern das Bordstromsystem Reserven bietet. In Kombination mit einem T-Vent-Seitenfenster auf der Fahrerseite entsteht ein gut belüfteter Innenraum.
Für ganzjährige Nutzung kommt eine 12-Volt-Dieselheizung von Espar mit Hochland-Kit zum Einsatz. Sie läuft mit Diesel aus dem Fahrzeugtank und eignet sich für winterliche Touren. Schalldämmung in zwei Lagen plus Thinsulate-Isolierung verbessern das Geräuschniveau und die Temperaturstabilität.
Wohnraum mit durchdachtem Stauraum und flexiblem Arbeiten

Im Wohnraum fällt der strukturierte Ausbau auf. Über den Sitzen sitzt ein Oberschrank-Regal, das den Raum für Stauraum nutzt – praktisch für Jacken oder Campingzubehör. Die Wände, Türen und Decke sind mit gepolsterten Paneelen verkleidet, was den Innenraum wohnlicher macht und zur Dämmung beiträgt.

Der Boden besteht aus einem marinetauglichen Unterboden mit erweitertem Tritt und schwarzem Coin-Gummiboden – robust und leicht zu reinigen. Für Licht sorgen schwarze Einbau-Spots, die den Innenraum gleichmäßig ausleuchten.
Die Möbel stammen überwiegend von RB Components: Ein 24-Zoll-Galley-Modul, Wand- und Oberschränke sowie Verstärkungen für den Bettrahmen. Die Bank mit integriertem Kühlschrankfach und Klappdeckel kombiniert Sitzplatz mit Stauraum. Eine Lagun-Tischhalterung mit Bambusplatte ermöglicht es, den Tisch flexibel zu schwenken oder zu entfernen, um den Raum anzupassen.
Küche und Bad: Vollwertige Dusche und Outdoor-Optionen

Der Küchenbereich verwendet robuste und warme Materialien. Die Arbeitsfläche aus Bambus hat eine klappbare Verlängerung für zusätzlichen Platz. Ein Edelstahl-Spülbecken mit Armatur deckt den Wasserbedarf ab.

Für Mahlzeiten steht eine integrierte Mikrowelle bereit, sinnvoll bei Landstrom oder starkem Batteriesystem. Im Sanitärbereich gibt es eine vollwertige Duschkabine mit Vorhang und Bambus-Matte. Für längere Reisen ohne Campingplätze ist das ein Komfortgewinn.

Zusätzlich gibt es einen klappbaren Außentisch an der Karosserie für Kochen oder Arbeiten draußen. Eine Außendusche im Heck eignet sich zum Abspülen von Sand oder Ausrüstung.
Schlafbereich und Garage: Langer Bettaufbau mit viel Stauraum

Im Heck ist ein 6-Fuß-Bettsystem (rund 1,83 Meter) von RB Components verbaut, mit einem dreiteiligen, 15 Zentimeter starken Matratzenaufbau. Der Bettrahmen ist verstärkt. Durch die Aufteilung lässt sich der Bereich flexibel nutzen.

Unter dem Bett liegen Schränke für Elektrik- und Wassersysteme. In der Heckgarage sitzt ein Schwerlastauszug mit 500-Pfund-Tragkraft (etwa 227 Kilogramm) für Bikes oder Ausrüstung. Unterbettbeleuchtung sorgt für Übersicht.
Die Wasserversorgung übernimmt eine 12-Volt-Pumpe mit einem 4-Gallonen-Isotemp-Boiler (rund 15 Liter). Er versorgt Innen- und Außendusche mit warmem Wasser, passend für mehrtägige Touren.
Elektrik und Autarkie: Starkes Batteriesystem als Herzstück

Das Energiesystem umfasst zwei 330-Ah-Batterien von Victron (660 Amperestunden bei 12 Volt). Mit 200 Watt Solar und einer zweiten 280-Ampere-Lichtmaschine lädt es während der Fahrt nach.
Dieses Setup ermöglicht längere Standzeiten und Betrieb von Verbrauchern wie Klimaanlage oder Mikrowelle ohne Landstrom. In Deutschland wäre ein ähnliches System nachrüstbar, erfordert aber Planung.
Verfügbarkeit in Deutschland und Einordnung für Vanlife-Fans

„Jerry“ ist ein US-Ausbau, und der Import nach Deutschland ist aufwendig. Für viele dient er als Inspirationsquelle, besonders bei Energieversorgung, Isolation und Duschen.
Wer Ähnliches in Europa umsetzt, kann Elemente übernehmen: Große Batterien, Zweitgenerator, 12-Volt-Klimaanlage, Thinsulate-Isolierung, Duschkabine und Schwerlastauszug. Der Sprinter 170 entspricht dem langen Radstand mit Hochdach hierzulande.
Preisangaben liegen nicht vor; ein solcher Ausbau liegt im gehobenen Bereich.
Bilder: Hersteller















