Grafik zur App
Interview mit Benjamin von CampPilot.

Vom DHL-Transporter zur Reise-App: Wie Ben mit CampPilot das Camping-Erlebnis neu denkt

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Stellplatz gefunden, aber den besten Wasserfall der Region verpasst? Ben kennt dieses Gefühl. Aus purem Frust über die eigene Reiseplanung hat er CampPilot entwickelt – eine App, die mehr will als nur einen Parkplatz für die Nacht. Es ist 2017, als sich Bens Leben zum ersten Mal verschiebt. Nicht dramatisch, nicht laut – sondern auf vier Rädern. In Berlin arbeitet er viel, lebt schnell, sieht wenig Grün. Gleichzeitig pendelt er regelmäßig zu seiner Softwarefirma nach Polen. Irgendwann kauft er sich einen ausgebauten DHL-Transporter. Was als Ausgleich zum Großstadtleben beginnt, wird schnell zur Routine: Fast jedes Wochenende fährt er raus – nach Brandenburg, an die Ostsee, nach Polen. „Camping kannte ich noch aus meiner Kindheit mit meinen Eltern“, erzählt Ben. „Ich wusste, wie gut es der Seele tut, draußen zu sein.“ Was er damals noch nicht weiß: Aus dem Wochenendausflügler wird ein Gründer.

Wenn Recherche zur Belastung wird

Denn so befreiend das Losfahren ist – die Vorbereitung nervt. Wer wirklich schöne, naturnahe Plätze finden will, springt zwischen Apps, Karten und Foren hin und her. Am Ende weiß man trotzdem nicht genau, was einen vor Ort erwartet. Ben entwickelt daraufhin seine erste App: StayFree, mit Fokus auf besonders schöne Naturplätze und einem Clean-Up-Feature, das die Community motivieren soll, Orte sauberer zu hinterlassen, als man sie vorgefunden hat. Doch der eigentliche Wendepunkt kommt später. Seit vier Jahren lebt Ben mit seiner Frau mehrere Monate im Jahr im Camper. Reisen ist für die beiden kein Urlaub mehr – es ist Alltag. Und genau da zeigt sich ein Problem, das jeder Vanlifer kennt: die ewige Frage nach dem „Was machen wir morgen?“

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„Oft hat meine Frau die komplette Planung übernommen – Stellplatz suchen, Aktivitäten recherchieren, Sehenswürdigkeiten finden“, sagt Ben. „Das kostet nicht nur Zeit. Man hat ständig das Gefühl, etwas zu verpassen.“ Dieses Gefühl, irgendwo zu stehen und erst hinterher zu erfahren, dass zehn Kilometer weiter ein spektakulärer Aussichtspunkt lag – das kennt wohl jeder, der länger unterwegs ist. „So sollte Reisen nicht sein. Reisen sollte Freiheit bedeuten – nicht Recherche-Stress.“

Eine App, die weiterdenkt

Aus diesem Frust heraus entsteht CampPilot. Die Idee: nicht einfach noch eine Stellplatz-Datenbank, sondern eine App, die Stellplatzsuche, Tripplanung und das Entdecken von Sehenswürdigkeiten in einer einzigen Lösung vereint. Das klingt erst einmal nach einem Versprechen, das viele geben. Was CampPilot von der Masse abheben soll, ist der Perspektivwechsel. Während die meisten Camping-Apps bei der Frage „Wo schläfst du?“ aufhören, setzt CampPilot eine Ebene darüber an: Was erlebst du? Aktivitäten rund um den Standort, Must-See-Orte in der Umgebung, Tagesplanung auf Knopfdruck. „Du öffnest die App und bekommst nicht nur einen Parkplatz, sondern eine Idee für deinen perfekten Tag“, beschreibt Ben den Ansatz. Selbst wer keine dreiwöchige Route plant, soll morgens die App öffnen und in wenigen Minuten wissen, was der Tag bringen kann.

Entstanden auf echten Reisen

Die ersten Konzepte für CampPilot skizziert Ben nicht im Büro, sondern genau dort, wo die App später funktionieren soll: unterwegs, im Camper. Er schreibt auf, was ihn stört, was fehlt und wie sich eine perfekte Reise-App anfühlen müsste. Dass aus den Notizen relativ schnell ein funktionierendes Produkt wird, verdankt er seiner beruflichen Vergangenheit. Über seine ehemalige Softwarefirma in Polen kennt er talentierte Entwickler und kann ein kleines, schlagkräftiges Team aufbauen. „CampPilot ist nicht in einer Garage entstanden – sondern auf echten Reisen, mit echtem Bedarf“, sagt Ben. Das merkt man der App an: Viele Details wirken wie Lösungen für Probleme, die nur jemand kennt, der selbst wochen- und monatelang im Camper lebt.

Komplexer als gedacht

Trotzdem ist der Weg alles andere als einfach. Die größte Herausforderung liegt nicht in der Technik, sondern im Konzept. Stellplatzsuche, Inspiration und Reiseplanung intelligent miteinander zu verbinden – das erfordert mehr als eine hübsche Oberfläche. Es braucht ein Verständnis dafür, wie Menschen tatsächlich reisen. „Zweifel gehören dazu“, gibt Ben zu. „Aber ich wusste aus eigener Erfahrung: Wenn ich dieses Problem habe, haben es tausende andere auch.“ Diese Überzeugung treibt ihn durch die schwierigen Phasen der Entwicklung, in denen vieles gleichzeitig fertig werden soll und der Fokus droht, verloren zu gehen. Rückblickend würde er manches anders machen. „Ich würde noch früher und noch intensiver mit der Community testen“, sagt er. „Am Anfang möchte man alles gleichzeitig perfekt machen. Heute weiß ich: Fokus schlägt Perfektion.“

Die Community als Kompass

Überhaupt spielt die Community eine zentrale Rolle in der Entwicklung von CampPilot. Viele Funktionen sind nicht am Reißbrett entstanden, sondern aus Gesprächen, Umfragen und direktem Austausch mit Nutzern. Die Kombination aus Stellplatzsuche und Erlebnisplanung – letztlich das Herzstück der App – ist genau aus diesem Feedback gewachsen. „Wir bauen die App nicht für uns – sondern für die Community“, betont Ben. „CampPilot ist kein fertiges Produkt, sondern ein lebendiges Projekt.“ Das zeigt sich auch in der Roadmap: Künftig soll die App den Nutzer immer besser kennenlernen. Wer lieber wandert als Museen besucht, wer Ruhe sucht statt Action, wer Natur bevorzugt statt Städte – all das soll in die Empfehlungen einfließen. Weniger Auswahl, dafür die richtige.

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Morgens aufwachen, Route fertig

Wenn man Ben fragt, welches Feature er selbst am meisten nutzt, kommt die Antwort ohne Zögern: die schnelle, komplette Reiseplanung für die nächste Etappe. „Ich liebe es, morgens aufzuwachen, die App zu öffnen und innerhalb weniger Minuten eine perfekte Route inklusive Highlights zu haben. Das spart Zeit – und macht den Kopf frei fürs Wesentliche.“ Und was das Wesentliche ist, das hat Ben für sich klar definiert: nicht suchen, sondern erleben. Nicht planen, sondern ankommen.

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Ein Rat, der sitzt

Wer selbst eine Idee für die Vanlife-Szene hat, bekommt von Ben einen einzigen Satz mit auf den Weg: „Baue nichts, was du nicht selbst wirklich brauchst.“ Die besten Produkte entstehen nicht aus Marktanalysen, sondern aus echten Problemen. Wer selbst im Camper lebt, weiß, worauf es ankommt – und genau das ist der Vorsprung, den keine Konkurrenzanalyse der Welt ersetzen kann. CampPilot ist letztlich genau das: die App eines Campers, der sich geärgert hat. Und der beschlossen hat, dass es besser gehen muss. Die App kann man hier herunterladen.

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