Wäscheleine mit frisch gewaschener Kleidung vor unserem Wohnmobil auf einem Campingplatz
Foto: Isabel Wotruba

Wäsche waschen unterwegs: So klappt es auf Reisen im Wohnmobil

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Zu Hause wandert die Wäsche in die Maschine und ein paar Stunden später zurück in den Schrank. Unterwegs ist das etwas aufwendiger. Wo gibt es einen Waschsalon? Hat der Campingplatz eine Maschine? Gibt es auch einen Trockner – und was machen wir eigentlich mit drei Wochen Schmutzwäsche, wenn es seit Tagen regnet? Nach rund zweieinhalb Jahren Langzeitreise haben wir so ziemlich jede Variante ausprobiert: Waschsalons, Campingplatzmaschinen, Wäschereien und Handwäsche. Dabei haben wir schnell gelernt, dass ein Waschtag unterwegs selten nur aus einem Waschgang besteht.

Ein Waschtag ist selten nur ein Waschgang

Unsere Schmutzwäsche sammelten wir in einem festen Wäschesack. Ungefähr alle drei bis vier Wochen wurde daraus dann ein richtiger Waschtag. Am liebsten suchten wir dafür einen Self-Service-Waschsalon. Dort konnten wir mehrere Maschinen gleichzeitig laufen lassen, Programm und Temperatur selbst wählen und die Wäsche anschließend direkt in den Trockner stecken. Nach mehreren Wochen kam bei drei Personen einfach ordentlich Wäsche zusammen.
Campingplatzmaschinen waren ebenfalls praktisch, wenn wir ohnehin dort standen. Häufig handelte es sich aber um normale Haushaltsmaschinen. Für unsere gesammelte Wäsche brauchten wir dann mehrere Durchgänge, während womöglich schon die nächsten Camper warteten. Im Waschsalon waren wir deshalb oft schneller fertig. Wobei „schnell“ relativ ist: Ein halber Tag zwischen Waschmaschinen, Trocknern und Wäschekörben war trotzdem problemlos drin.
Wäsche abzugeben war für uns eher die zweite Wahl. Manchmal hätten wir sie erst mehrere Tage später zurückbekommen, und oft hatten wir wenig Einfluss darauf, wie heiß gewaschen oder getrocknet wurde. Gerade bei Funktionskleidung, T-Shirts und empfindlicheren Sachen war mir lieber, selbst zu entscheiden, was womit in die Maschine kam.

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Self-Service-Waschsalons waren für uns die praktischste Lösung: mehrere Maschinen gleichzeitig, große Trommeln und meist ein Trockner direkt daneben. (Bild: Isabel Wotruba)

Waschsalon, Campingplatz oder Wäscheservice?

MöglichkeitGut geeignet, wenn …VorteileNachteile
Self-Service-Waschsalonsich viel Wäsche angesammelt hatoft große Maschinen; mehrere Maschinen gleichzeitig; Trockner; Programm und Temperatur selbst wählbarBezahlsysteme und Bedienung unterscheiden sich; ein kompletter Waschtag kostet trotzdem Zeit
Waschmaschine auf dem Campingplatzman ohnehin dort steht und nur ein oder zwei Ladungen hatkein zusätzlicher Weg; Wäsche kann nebenbei laufenhäufig nur Haushaltsmaschinen; wenige Geräte; Wartezeiten möglich; nicht überall ganzjährig verfügbar
Wäscheservice / Wäschereiman länger an einem Ort bleibt und die Wäsche nicht selbst erledigen möchtebequem; man muss nicht an der Maschine wartenRückgabe teilweise erst nach mehreren Tagen; wenig Einfluss auf Temperatur, Sortierung und Trocknung
Handwäschenur einzelne Kleidungsstücke dringend sauber werden müssenfast überall möglich; gut für kleine Mengenbei Handtüchern, Bettwäsche und größeren Mengen mühsam; braucht viel Wasser; das Trocknen bleibt trotzdem ein Thema

Manchmal braucht es etwas Glück

Wie unkompliziert ein Waschtag wurde, hing nicht nur vom Land ab, sondern auch von Region und Jahreszeit. Im Januar wollten wir in Dubrovnik eigentlich einen Regentag zum Waschen nutzen. Viele Wäschereien und Campingplätze waren jedoch saisonbedingt geschlossen – und bei Dauerregen hätten wir die Wäsche ohnehin kaum trocken bekommen. Erst nach der Weiterfahrt nach Montenegro fanden wir wieder eine geöffnete Wäscherei.

In Griechenland fuhr Rico mit unserem Klapprad und einem Rucksack voller Wäsche in den nächsten Ort. Aus dem kurzen Versorgungsgang wurde ein mehrstündiger Ausflug: Der Waschsalonbetreiber Yannis, der überraschend gut Deutsch sprach, half ihm beim Kauf einer SIM-Karte, fuhr mit ihm in die nächste größere Stadt und zeigte ihm nebenbei noch weitere Geschäfte. Wäschewaschen kann unterwegs erstaunlich gesellig werden.

In Rumänien erlebten wir eine andere Variante. Eine Wäscherei hätte unsere Sachen erst in der folgenden Woche zurückgeben können – unter anderem, weil gerade kein Wasser vorhanden war. In einer anderen Stadt sollten wir vier Stunden später wiederkommen und hoffen, dass bis dahin wieder Wasser aus der Leitung kam. Als es schließlich soweit war, warf Betreiber Bruno unsere Wäsche freundlicherweise sofort in die Maschine. Bei unserer Rückkehr warteten bereits zahlreiche andere Menschen auf dieselbe Gelegenheit.

Besonders gern erinnere ich mich an einen kleinen Campingplatz in Berat in Albanien. Dort konnte ich gleich drei Waschmaschinen samt Trockner nutzen. Zusammen mit dem Stellplatz und einem Liter selbst gemachtem Olivenöl zahlten wir 28 Euro. Waschtage sind nur einer von vielen kleinen Kostenpunkten unterwegs – mehr dazu findest du in unserem Artikel über Vanlife mit kleinem Budget. Während die Maschinen auf dem albanischen Campingplatz liefen, bekam ich von der älteren Dame des Platzes gleich noch einen kleinen Albanischkurs: Guten Morgen, Danke und ein paar weitere Wörter, die wir mit viel Gestikulieren und noch mehr Lachen übten. Zum Abschied drückte sie uns schließlich noch zwei Espresso und einige Mandarinen in die Hand. Aus einem simplen Waschtag wurde so ganz nebenbei eine Begegnung, an die ich mich bis heute gern erinnere.

Erst das Trocknen planen, dann waschen

Das Waschen selbst war unterwegs oft gar nicht das größte Problem. Viel entscheidender war die Frage, wohin anschließend mit mehreren Maschinenladungen nasser Kleidung. Bei gutem Wetter spannten wir Wäscheleinen rund um Charly – allerdings nur auf Campingplätzen oder wenn wir wirklich weit draußen in der Natur standen und damit niemanden störten. Auf Park- oder Stellplätzen wollten wir weder unnötig viel Raum beanspruchen noch unsere Wäsche quer über den Platz verteilen. Wie wir generell mit dem Freistehen unterwegs umgegangen sind und welche Erfahrungen wir dabei in Europa gemacht haben, haben wir in unserem Artikel zum Wildcampen in Europa ausführlicher beschrieben. Für einzelne von Hand gewaschene Sachen oder eine kleinere Maschinenladung funktionierten die Leinen gut. Nach einem kompletten Waschtag mit der Wäsche von drei Personen war allerdings schnell Schluss mit Leinenplatz. Deshalb nutzten wir in Waschsalons fast immer auch die Trockner. Und an Regentagen wuschen wir größere Mengen grundsätzlich nur dort, wo wir sie anschließend auch trocknen konnten. Sonst tauscht man einen Sack Schmutzwäsche lediglich gegen einen Haufen klammer Wäsche – und hat damit nicht unbedingt etwas gewonnen.
Im Winter wurde selbst das Trocknen der normalen Alltagskleidung zur Geduldsprobe. Nach einem Tag im Schnee kamen nasse Schuhe, Hosen, Jacken und Handschuhe zurück in den Charly und mussten irgendwo hin. Eine wirklich elegante Lösung dafür hatten wir nie. Winterlandschaften sehen märchenhaft aus – mehrere klamme Kleidungsstücke im Wohnmobil deutlich weniger.
In Marokko und der Westsahara war wiederum schon das Waschen schwieriger, weil wir nur selten Waschmaschinen fanden. Auf Campingplätzen wuschen wir deshalb zwischendurch von Hand. Für T-Shirts, Unterwäsche oder einzelne Kleidungsstücke war das machbar. Bei Handtüchern, Bettwäsche oder größeren Mengen hörte meine Begeisterung für Handwäsche allerdings ziemlich schnell auf.

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Wäsche trocknet auf einer Leine neben unserem Wohnmobil auf einem Campingplatz
Waschen war oft der einfache Teil – bei mehreren Maschinenladungen wurde eher das Trocknen zur Herausforderung. (Bild: Isabel Wotruba)

Was sich beim Wäschewaschen im Wohnmobil bewährt hat

  • Nicht bis zum letzten sauberen T-Shirt warten. Waschsalons können geschlossen, voll oder schlicht nicht vorhanden sein – gerade außerhalb der Saison.
  • Vorher schauen, ob es auch einen Trockner gibt. Bei Regen oder mehreren Maschinenladungen war das für uns oft wichtiger als die Waschmaschine selbst.
  • Bei der Bezahlung flexibel bleiben. Münzen, Bargeld, und Karte dabeizuhaben, hat uns mehr als einmal geholfen. Waschsalons haben erstaunlich unterschiedliche Bezahlsysteme, manchmal sogar appgesteuert.
  • Prüfen, ob Waschmittel enthalten ist. Manche Maschinen dosieren automatisch, bei anderen muss man eigenes Waschmittel mitbringen.
  • Temperatur und Programm lieber selbst kontrollieren. Gerade bei Funktionskleidung oder empfindlicheren Sachen wollten wir wissen, was mit unserer Wäsche passiert.
  • Wäsche nur dann abgeben, wenn Zeit und Vertrauen passen. Wenn alles zusammen heiß gewaschen und getrocknet wird oder die Rückgabe erst Tage später möglich ist, war das für uns meist keine gute Lösung.

Fazit: Mit der Zeit wird aus Waschtag einfach Routine

Wäschewaschen unterwegs war für uns nie kompliziert, aber eben auch selten etwas, das sich ganz nebenbei erledigte. Manchmal passte ein Waschsalon perfekt auf die Strecke, manchmal mussten wir länger suchen, improvisieren oder unsere Pläne ändern.
Mit der Zeit wussten wir ziemlich genau, was für uns funktionierte: größere Mengen möglichst im Waschsalon, Handwäsche nur für Kleinigkeiten und bei schlechtem Wetter am besten nur dort waschen, wo auch ein Trockner vorhanden war.
Und trotzdem blieben manche Waschtage überraschend in Erinnerung. Nicht wegen besonders sauberer T-Shirts, sondern wegen der Menschen und kleinen Geschichten drumherum – einem spontanen Ausflug in Griechenland, einer Wäscherei ohne Wasser in Rumänien oder einem kleinen Albanischkurs, während nebenan die Maschinen liefen.
Am Ende war Wäschewaschen einfach ein ganz normaler Teil unseres Reisealltags. Man musste nur ein bisschen mehr dafür planen.

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