Welches Untergestell für die Matratze im Wohnmobil?

Welches Untergestell für die Matratze im Wohnmobil?
Zuletzt aktualisiert:
Werbung

Vor zwei Tagen haben wir uns mit dem Thema Matratze im Wohnmobil beschäftigt. Heute gehen wir der Frage nach, welches Untergestell dafür geeignet ist.

Warum auch im Wohnmobil ein Untergestell für die Matratze wichtig ist

Klar könnte man die Matratze im Wohnmobil oder Campervan einfach auf ein Brett legen. Doch wir wissen es: Ein Untergestell im Bett ist wichtig. Das hängt nicht nur mit dem besseren Liegekomfort zusammen, sondern auch mit der Belüftung der Matratze. Denn wir schwitzen auch nachts. Die Menge variiert irgendwo zwischen einem halben und rund zwei Litern. Zwar landet davon nicht alles in der Matratze, aber auf drei oder vier Wochen Urlaub im Wohnmobil gerechnet kommt da eine Menge Flüssigkeit zusammen, die sich in unserer Schlafunterlage sammelt.

Bett im Wohnmobil
Auch im Wohnmobil sollte die Unterkonsruktion der Matratze afür sorgen, dass die Feuchtigkeit ablüften kann.

Zu etwa 99 Prozent besteht Schweiß aus Wasser. Den Rest bilden Salze, Fette, Milchsäure, Ammoniak und Harnstoff. Kann dieses Gemisch während der Nacht und tagsüber nicht abtrocknen, bilden sich nicht nur unangenehme, muffige Gerüche, sondern auf Dauer auch Schimmel. Und spätestens hier kann es zu Gesundheitsproblemen kommen. Wie zu Hause muss also ein Unterbau her, der dafür sorgt, dass die Matratze vernünftig ablüften kann. Während unter dem heimischen Bett in der Regel der klassische Lattenrost zum Einsatz kommt, gibt es gerade im Wohnmobilbereich noch andere Lösungen. Je nachdem, ob das Bett fest eingebaut, komplett angehoben, der Unterbau zusammengeschoben werden soll oder man eine andere Lösung für das Bett wählt, sind sie jedoch mal mehr und mal weniger für die favorisierte Lösung geeignet. Wir betrachten die wichtigsten Untergestelle für die Matratze im Wohnmobil.

Lattenrost

Zum einen wäre da der Lattenrost mit festem, stabilem Rahmen. Diese Lösung eignet sich besonders, wenn das komplette Bett mit einer Seil- oder Hubkonstruktion an die Kabinendecke gehoben werden soll.

Werbung
relleumdesign
Lattenrost im Wohnmobil
Ein Lattenrost mit stabilem Rahmen eignet sich vor allem, wenn das Bett tagsüber an die Decke gefahren werden soll.

Eine andere Variante ist ein lose aufgelegter Rost. Hat man einen festen, stabilen Unterbau oder einen Alkoven, kann man einen handelsüblichen Lattenrost verwenden, sofern die Maße passen. In der Länge kann man meist problemlos kürzen, in der Breite wird es eher schwierig. Die Luft unter der Matratze sollte in jedem Fall problemlos zirkulieren können. Eventuell bringt man dazu in einer seitlichen Blende (sofern vorhanden) eine Reihe größerer Löcher an.

Bettunterkonstruktion im Wohnmoblil
Billig-Lösung: Einzeln aufgeschraubte Kuststoffrohre aus dem Elektrobedarf. Leicht aber mäßig im Komfort.

Einzeln aufgeschraubte Latten

Einzeln aufgeschraubte Latten. Diese Möglichkeit bietet sich an, wenn die Bettkonstruktion zum Beispiel aus einem stabilen Kasten besteht, auf dessen Ränder man die Latten aufschrauben kann. Achtung: Ab einer gewissen Breite benötig man auch eine mittige Stütze. Außerdem lässt sich auf diese Weise sehr gut ein Doppelstockbett bauen. Fahren zum Beispiel Kinder mit, lassen sich so zwei Schlafplätze auf der Grundfläche eines Platzes realisieren.

Rahmen mit Gurtbändern

Rahmen mit Gurtbändern. Spannt man breite Gurtbänder über einen breiten Rahmen, kann man so auch die unterschiedlichen Liegezonen definieren. Je nach Belastung können die Bänder stärker oder weniger stark gespannt werden. Das bietet auch eine gute Lösung, wenn zwei unterschiedlich schwere Menschen zusammen auf Reisen gehen. So hat jeder von beiden den für ihn passenden Bettunterbau. Da diese Lösung nur bis zu einer gewissen Breite funktioniert, benötigt man für zwei Personen ohnehin zwei Latten- oder besser Gurtroste.

Bettunterkonstruktion aus Gurtbändern
Die einzelnen Gurtbänder können individuell eingestellt werden. So lässt sich auch ein Doppelbett für Paare mit unterschiedlichem Gewicht für jeden komfortabel realisieren.

Clips-System aus Kunststoff

Clips-System aus Kunststoff. Das am meisten verkaufte System dieser Art kommt von der Firma Froli, die man getrost als Marktführer in diesem Segment betrachten kann. Die einzelnen Federelemente aus Kunststoff lassen sich in beliebiger Größe zu einem kompletten „Lattenrost“ zusammenclipsen. Durch unterschiedliche Härtegrade der Elemente und Zusatzelemente können auch hier unterschiedliche Schlafzonen geschaffen werden.

Froli-System für das Wohnmobil.
Das bekannteste Clips-System kommt von Froli. Durch die einzelnen Elemente ist es auch gut für Matratzen mit Sondermaß geeignet.

Mesh-Unterlage

Mesh-Unterlage aus Polyethylen oder Polyester. Diese Unterlage funktioniert in etwa wie eine Wabenkonstruktion. Durch die vielen kleinen Fasern, die die beiden Außenschichten verbinden, ist die Matte, die sich beliebig zuschneiden lässt, ziemlich stabil. Frische Luft kann ungehindert unter die Matratze und feuchte Luft raus. Diese Matten sind in unterschiedlichen Stärken erhältlich.

Mesh-Unterlage für das Bett im Wohnmobil
Mesh Unterlagen sorgen für eine gute Unterlüftungen und sind nur ein bis zwei Zentimeter dick.

Lattenrost in der Matratze

Lattenrost in der Matratze. Einige Hersteller bieten Matratzen für Reisefahrzeuge an, die bereits eine Art Lattenrost in der Matratze integriert haben. Nach außen offene Hohlräume in der Matratze lassen die Luft zirkulieren und eingeschobene Verstärkungen sorgen für Liegekomfort. Ein separater Unterbau ist also nicht mehr nötig. Auch bei diesen Matratzen sind Sonderanfertigungen mit Ausschnitten oder schrägen Ecken möglich.

Flexima-Matratze mit integriertem Lattenrost
Manche Hersteller, wie Flexima, bieten Matratzen mit integriertem Lattenrost an, der gleichzeitig für gute Entlüftung sorgt. Bild: Flexima

Fazit zum Untergestell für die Matratze im Wohnmobil

Für welche Lösung man sich auch entscheidet, sie muss zum Fahrzeug, vor allem aber zu den Menschen passen, die im Wohnmobil übernachten. Sind Unterbau (und Matratze) zu hart oder zu weiche, zu unbequem, schläft es sich schlecht. Und das will im Urlaub niemand. Wohnt man dauerhaft im Reisemobil will man das schon gar nicht. Unser Rat ist daher, unbedingt Probe zu liegen, besser noch eine Nacht auf Gestell und Matratze zu verbringen, sofern das möglich ist.

Hinzu kommt natürlich die Frage, was im Wohnmobil oder im Campervan realisierbar ist. Hier muss man gegebenfalls Abstriche an den Konfort machen. Zu groß sollten sie jedoch nicht sein, denn sonst kann einem das das Übernachten im Reisefahrzeug schnell verleiden.

×