Der Winnebago EKKO ist ein Reisemobil, das sich bewusst zwischen den Kategorien bewegt: so effizient und kompakt wie ein Kastenwagen, dabei mit dem Raumangebot und den Reserven eines ausgewachsenen Teilintegrierten auf Class-C-Basis. Genau dieser Hybrid-Charakter macht den EKKO für Vanlife-Fans interessant, die sich nicht zwischen Alltagstauglichkeit und Langzeit-Reisen entscheiden wollen – und die bereit sind, sich auch abseits der üblichen Campingplätze zu bewegen.
Zwischen Campervan und Class C: Konzept für modernes Vanlife

Der Winnebago EKKO richtet sich an Menschen, die Vanlife als flexible Form des Unterwegs-Seins sehen. Die Basis ist jeweils ein Allrad-Chassis: Entweder als EKKO Transit 22A auf Ford-Transit-Basis oder als EKKO Sprinter 23B auf Mercedes-Sprinter-Basis, beide mit Allradantrieb. In der Praxis bedeutet das: Wo viele klassische Wohnmobile mit Frontantrieb kapitulieren, lässt sich mit dem EKKO eine verschneite Berghütte oder ein abgelegener Stellplatz am Schotterweg entspannter ansteuern.
Während klassische Kastenwagen oft am Stauraum und an der Zuladung scheitern, bringt der EKKO typische Class-C-Qualitäten mit: ein eigenständiger Aufbau mit mehr Innenraum, höherem Stauraumvolumen und insgesamt großzügigerem Wohnkonzept. Für Vanlifer, die länger unterwegs sind oder Sportgeräte mitnehmen, ist das ein echtes Argument – vor allem, weil der Hersteller das Layout klar auf Abenteuerreisen ausgerichtet hat.
Heck-Gear-Garage: Stauraum als Schaltzentrale des Abenteuers

Das spannendste Detail des Winnebago EKKO sitzt ganz hinten: die beheizte Heck-Gear-Garage. Dieser Stauraum orientiert sich eher an einem Expeditionsfahrzeug als an einem klassischen Wohnmobil. Hier lassen sich Bikes, Kajaks und andere große Ausrüstungsteile sicher verstauen. Ein L-Track-Zurrschienensystem ermöglicht flexible Befestigungspunkte – wer schon einmal versucht hat, ein teures Mountainbike in einer normalen Heckgarage notdürftig mit Spanngurten zu sichern, weiß, wie viel Nerven ein durchdachtes System spart.
Dass die Garage beheizt ist, zeigt die Ausrichtung auf Ganzjahresnutzung und ernsthafte Touren. Nasse Ausrüstung kann hier trocknen, empfindliches Outdoor-Equipment friert nicht ein. Für Vanlife im Winter ist genau das ein praktischer Sicherheitsfaktor: Von Gaskartuschen über Trinkwasser bis hin zu Akkus lässt sich viel Material temperiert lagern, statt es in der kalten Außenbox zu riskieren. Wer gerne autark und sportorientiert unterwegs ist, findet im Heck des EKKO mehr als nur Stauraum – es ist die logistische Basis eines mobilen Basecamps.
Offroad und Offgrid: Allrad, Bodenfreiheit und Energiepaket

Der Anspruch des Winnebago EKKO geht über leichte Schotterwege hinaus. Der Allradantrieb der beiden Modelle, ergänzt durch spezielle Performance-Räder und zusätzliche Bodenfreiheit, öffnet Stellplätze, die mit einem herkömmlichen Wohnmobil schlicht gemieden werden müssten. Es geht nicht um Hardcore-Gelände, sondern um die Sicherheit, auch bei matschigen Waldwegen, feuchten Wiesen oder verschneiten Zufahrten handlungsfähig zu bleiben.
Mindestens ebenso wichtig wie die Traktion ist die Offgrid-Fähigkeit. Hier setzt der EKKO auf ein umfangreiches Energiepaket aus Lithium-Ionen-Batterien, einer großzügig dimensionierten Solaranlage und effizienten Verbrauchern an Bord. Für Vanlife bedeutet das längere Standzeiten ohne Landstrom, egal ob auf einem einsamen Pass in den Alpen oder auf einem improvisierten Stellplatz in Skandinavien. Kombiniert wird das Ganze mit einer im Segment führenden Kapazität der Frisch- und Abwassertanks, was die Dauer der autarken Phasen zusätzlich verlängert.
Innenraum: Flexible Schlafzone und cleveres Badkonzept

Im Inneren positioniert sich der Winnebago EKKO als Rückzugsraum nach langen Tagen draußen. Die Schlafzone ist als halbprivater, flexibler Bereich gedacht, der je nach Bedarf als Einzel- oder Doppelbettlösung funktionieren kann. Für Vanlife ist diese Flexibilität mehr als ein Komfortdetail: Sie entscheidet darüber, ob der Innenraum auch tagsüber sinnvoll genutzt werden kann oder ob der Wohnraum dauerhaft vom Bett blockiert wird.
Ein besonderes Detail ist das sogenannte Wet-Dry-Bad mit schwenkbarer Wand. Die Grundidee: Dusche und Toilette teilen sich den Raum, sind aber dank einer clever gelagerten Trennwand je nach Nutzung in getrennte Zonen aufteilbar. Wer mehrere Tage frei steht, profitiert davon gleich doppelt: Duschen, ohne die komplette Nasszelle zu fluten, bedeutet weniger Putzaufwand, schnelleres Trocknen und insgesamt ein angenehmeres Raumklima. Gerade im Winter oder bei feuchter Witterung kann das den Unterschied zwischen muffigem Bad und gut nutzbarem, trockenen Sanitärbereich ausmachen.
Allwettertauglichkeit: Winterfestigkeit und Sommerkino

Für viele Vanlifer ist die Saison längst nicht mehr auf Frühling und Sommer begrenzt. Der Winnebago EKKO trägt diesem Trend Rechnung, indem sämtliche Tanks und Wasserleitungen innerhalb des beheizten Aufbaus verlaufen. Ergänzt wird das durch eine umfangreiche Isolierung und doppelt verglaste Acrylfenster. In der Praxis erleichtert das Wintercamping und Touren in Regionen mit Nachtfrost, ohne sofort in Notmaßnahmen wie Komplettentleerung des Systems verfallen zu müssen.
Gleichzeitig wird der Sommer nicht vernachlässigt. Die optionale, umlaufende Batwing-Markise erweitert den Wohnraum nach draußen. Im Vergleich zu einer klassischen Kassettenmarkise bietet sie mehr Rundum-Wetterschutz und schafft eine Art halb offenes Outdoor-Wohnzimmer. Für Vanlife bedeutet das: Auch bei wechselhaftem Wetter lässt sich draußen kochen, arbeiten oder einfach sitzen, ohne bei jedem kurzen Regenschauer panisch alles nach innen räumen zu müssen.
Modelle Transit 22A und Sprinter 23B im Vanlife-Kontext

Der EKKO Transit 22A kombiniert den kompakten Charakter eines Campervans mit der Kapazität eines Class-C-Aufbaus und Allradantrieb. Für Vanlife-Einsteiger und Reisende, die häufig auch städtische Bereiche ansteuern, ist diese Variante vor allem wegen des effizienteren Umgangs mit Raum und voraussichtlich handlicheren Abmessungen interessant. Das Konzept richtet sich an Menschen, die viel unterwegs sind, aber dennoch nicht auf echte Stauraumlösungen und Offgrid-Fähigkeiten verzichten wollen.
Der EKKO Sprinter 23B setzt dem Transit-Modell eine verstärkte Offroad-Ausrichtung entgegen. Mehr Platz im Wohnbereich, ein weiterentwickelter, multifunktionaler Wohnraum und zusätzlicher Stauraum sprechen gezielt Langzeitreisende und Offroad-orientierte Vanlifer an. Wer längere Offgrid-Phasen plant, mehr Sportgerät transportiert oder häufig in anspruchsvolleres Gelände fährt, wird sich eher in diesem Layout wiederfinden, das die Linie des EKKO konsequent in Richtung Expeditions-Vanlife weiterdenkt.
Fazit zum Winnebago EKKO und Einordnung des Preises

Der Winnebago EKKO definiert für viele Vanlife-Szenarien einen Mittelweg, der bislang nur mit erheblichen Kompromissen erreichbar war. Statt sich zwischen kompaktem Kastenwagen und schwerem Reisemobil entscheiden zu müssen, erhalten Nutzer ein Fahrzeug, das wesentliche Stärken beider Kategorien in einem eigenständigen Konzept kombiniert: Allrad, brauchbare Bodenfreiheit, echte Offgrid-Energieversorgung, große Tanks, eine bis ins Detail durchdachte Heck-Gear-Garage und ein Innenraum, der den Alltag unterwegs spürbar erleichert. Entscheidend ist dabei weniger ein einzelnes technisches Highlight, sondern das Zusammenspiel aus vielen auf Langzeitnutzung und Abenteuer ausgerichteten Lösungen.
Beim Preis positioniert sich der Winnebago EKKO klar im oberen Segment der Vanlife-Fahrzeuge mit Allrad und Offgrid-Fokus. Angesichts des Konzepts, der umfangreichen Ausstattung und der klaren Ausrichtung auf autarke Reisen und Ganzjahresnutzung ist das Fahrzeug als Investition in ein sehr spezifisches Nutzungsprofil zu sehen: für Menschen, die ihr Vanlife nicht um das Fahrzeug herum anpassen wollen, sondern ein Reisemobil suchen, das sich möglichst nahtlos an ihren Abenteuerradius anpasst.
Quelle: Winnebago











