Pickup-Wohnmobil in der Normandie

MIT DEM PICKUP-WOHNMOBIL IN DIE NORMANDIE

In der Vorsaison nach Frankreich

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Die Normandie ist für uns und unser altes Pickup-Wohnmobil das Ziel für die nächsten zwei Wochen. Alles ist gepackt und nur tanken noch angesagt. Das einzige Problem, das es bei der Abfahrt gibt, ist die Frage: „Wie trockenen Fußes ins Auto kommen?“ Es schüttet wie aus Kübeln, und der Nissan steht circa 150 Meter vom Haus weg. Nachdem wir eine Weile unter dem Vordach stehen und darauf hoffen, dass der Regen gleich nachlässt – was er irgendwie heute partout nicht tut – beschließe ich Held zu sein und das Auto zur Tür zu holen. Blöderweise muss ich noch die Fahrräder auf dem Träger verzurren und so habe ich nach fünf Minuten nicht nur nasse Klamotten, sondern auch einen komplett durchweichten rechten Schuh, weil ich nicht darauf geachtet habe, dass sich der Rinnstein zu einem Sturzbach entwickelt hat. Doch trotz meiner „Heldentat“ duscht auch meine Frau beim Einsteigen unfreiwillig ein zweites Mal an diesem Tag.

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Güma

Mit dem Pickup-Wohnmobil in die Normandie

Naja, was ist schon das bisschen Wasser? Wir sind ja nicht aus Zucker und die Zapfsäulen sind überdacht. In strömendem Regen geht es auf die Autobahn nach Köln, weiter den Elzer Berg hinauf immer Richtung Urlaub. Am Elzer Berg haben wir das Glück, dass der LKW einer Spedition wohl eine Sonntagfahrerlaubnis hat und uns in seinen Windschatten nimmt. Den LKW kann man bei all dem Wasser zwar kaum sehen, aber wir schaffen es, nicht unter 60 km/h zu fallen. Irgendwo um Köln rum hört der Regen auf, uns ist nach Kaffee und nach trockenen Klamotten. Zum Glück hat man ja sein Heim und trockene Kleidung dabei. Kaffee kochen ginge zwar auch, aber wir wollen weiter, und die Autobahntanke will ja auch Umsatz machen.

Das Pickup-Wohnmobil im Geschwindigkeitsrausch

Irgendwo hinter der niederländischen Grenze habe ich tatsächlich sagenhafte 110 km/h auf dem Tacho und muss abbremsen, weil ich sonst in die Adria rauschen würde – pardon in einen Adria-Camper. Zugegeben es ging auch leicht bergab und der Windschatten hat wohl ein Übriges getan. Sonst sind wir mit der betagten Kiste eher mit LKW-Geschwindigkeit unterwegs. Irgendwann gegen Abend kommen wir dann aber endlich in Frankreich am Meer an. Wir haben einen Wohnmobilstellplatz angepeilt, der direkt an den Klippen liegt und einen atemberaubenden Blick auf das Wasser liefert. Den genießen wir aber erst am nächsten Morgen. Der Platz ist leicht abschüssig und wir müssen ein wenig mit Keilen ausgleichen, damit wir gerade stehen. Danach ein kurzes Abendessen zubereiten, eine Flasche Wein entkorken und gute Nacht. Ich bin zwar an lange Fahrten gewöhnt aber irgendwie macht es halt doch müde.

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Der neue Morgen in der Normandie präsentiert sich grau

Am Morgen dann grau in grau, aber kein Regen. Geweckt werden wir vom freundlichen Gebühreneintreiber für den Platz, und ich kann wieder die ersten Brocken Französisch sprechen. Noch ist es etwas eingerostet, aber nach zwei bis drei Tagen soll sich das auch wieder gelegt haben. Der Blick von den Klippen ist wirklich klasse. Wann kann man Möven schon von oben beim Fliegen zusehen? Und die deutsch-französische Geschichte dieser Region ist mittlerweile stark bewachsen lässt aber immer noch Grüßen.

Ab in den nächsten Supermarkt

Frankreich – das Land in dem Gott es sich ja bekanntlich gut gehen lässt. So haben es auch wir vor und der erste Supermarkt wird gestürmt, die Vorratsschränke des Pickup-Wohnmobils gefüllt mit allem was lecker ist. Danach geht es weiter in Richtung Quend. Das Wetter bleibt durchwachsen und hier an der See windig. Es ist noch keine Urlaubssaison und die Plätze meist leer. So stehen wir auf einem neu angelegten Platz mitten unter Bäumen, fast wie irgendwo mitten in der Natur. Hier bleiben wir ein paar Tage, erholen uns und basteln ein wenig am Auto herum. Hier was verbessern, da was zurechtsägen, dort was schrauben. Ich habe einiges an Werkzeug dabei und bin gerüstet. Dann zieht es uns weiter. Wir wollen am Meer bleiben und fahren an der Küste entlang.

Keine Durchfahrt für das Pickup-Wohnmobil

Fahrbare Wege abseits der geteerten Straßen sind leider Mangelware und enden oft an einer Art Schranke, die nur Fahrzeuge bis zwei Meter Höhe durchlässt. Zu niedrig also für unser Pickup-Wohnmobil. Überhaupt sind einige Wege für Wohnmobile generell verboten, was sicher dem Andrang im August geschuldet ist. Der August ist der klassische Ferienmonat in Frankreich und da dürfte es hier an der Küste entsprechend voll sein. Wir fahren nach Honfleur, das gegenüber von Le Havre an der Seine Mündung liegt. Am Hafen gibt es einen Wohnmobil Stellplatz, den wir ansteuern – und sofort wieder verlassen. Der Platz ist dermaßen gerammelt voll, dass die Fahrzeuge dicht an dicht stehen. Ich fahre auf den Platz, wir sehen uns an, und ich wende den Nissan und fahre wieder vom Platz runter. Also fahren wir ein Stück weiter und stehen etwas östlich von Honfleur am Meer und können aus einiger Entfernung auf die Seine Mündung und die ein- und auslaufenden Schiffe sehen. Klar, wir sind nicht ganz so nah, aber dafür fühlen wir uns nicht wie die Sardinen in der Dose.

Fast wie in der Werbung

Ein wenig läuft diese Tour mit dem Pickup-Wohnmobil in die Normadie unter dem bekannten Motto eines älteren Werbespots:

  • Gebrauchtes Wohnmobil kaufen: 5.500,– Euro.
  • Sprit nach Frankreich: 150,– Euro.
  • Den Ausblick auf das Meer jederzeit wechseln können: UNBEZAHLBAR

Leider müssen wir unsere Tour wegen eines ernsteren Krankheitsfalles zuhause vorzeitig abbrechen und fahren innerhalb von zwei Tagen über Reims zurück.In Reims übernachten wir auf dem Parkplatz eines Mega-Supermarktes und kaufen am nächsten Morgen noch Champagner, zwei gusseiserne Töpfe, wie man sie nur in Frankreich bekommt, und ein paar andere wichtige Dinge.

Nun ja – au revoir France – wir kommen wieder – wenn auch vielleicht nicht mit dem Pickup-Wohnmobil.

Weitere spannede Reisegeschichten …

… findet ihr in unserer Rubrik Tour, wie zum Beispiel das Abenteuer Panamericana im Campervan.

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