Zu den eher raren Weltneuheiten auf der CMT 2025 gehört der Weinsberg X-Pedition 600 MQ. Er folgt damit dem Trend zu Campingfahrzeugen, die auch jenseits der Straße punkten. Wir haben uns den Offroad-Camper, der jetzt bei der Knaus-Tabbert-Gruppe in Serie hergestellt wird, nun endlich live angesehen. Denn über die Entwicklung des Weinsberg-4×4-Campervans hatten wir schon im Sommer 2024 berichtet: Weinsberg X-Pedition Studie.
Drei Exterieurs beim Weinsberg X-Pedition 600 MQ
Auf der CMT 2025 in Stuttgart gehörte viel Raum in Halle 10 dem Weinsberg X-Pedition 600. Für das interessierte Publikum gab es gleich drei Farbvarianten zu sehen. Eine schwarz-grüne, eine khaki-cremefarbene und eine Black Beauty. In der Basisversion steht der Offroader mit einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen auf den Achsen. Weinsberg bietet aber auch eine Auflastung bis zu 4,1 Tonnen an. Dies wird dann zwingend, wenn man den optionalen Allrad-Antrieb wählt. Er sorgt für ein zusätzliches Gewicht von knapp 200 Kilo.
Alle Weinsberg X-Pedition basieren auf dem 5,93 Meter langen Sprinter mit höher gesetztem Aufbau. Angeschoben wird der Geländecamper von einem Diesel-Aggregat mit 190 PS, dessen Leistung ein Neungang-Automatik-Getriebe auf den Boden bringt. Ebenfalls immer an Bord: die sogenannte Torque-on-Demand-Technologie. Sie verteilt das Drehmoment nach Bedarf unterschiedlich auf die Achsen und erleichtert somit den Ritt durchs Gelände. Die Vorderachse verfügt übrigens ab Werk über eine erhöhte Traglast.
Offroad-Trim von der Stange mit Erweiterungsmöglichkeiten
Knaus Tabbert bewirbt den Weinsberg X-Pedition mit einer serienmäßigen Offroad-Ausstattung. Dennoch gibt es einige Features, die zugebucht werden müssen, wenn man wirklich ins Gelände will. Denn alle Fahrzeuge werden mit erhöhtem Mercedes-Benz-Aufbau, Dachträger, LED-Lightbar über der Windschutzscheibe, zusätzlicher Frontschutz-Stoßstange und einem Heckträger mit integrierter Leiter und Heckträger für ein Reserverad ausgeliefert – aber nicht zwingend mit 4×4-Antrieb. Der muss bei Bedarf – wie weiter oben schon erwähnt – zusätzlich im Bestellformular angekreuzt werden.
Doch auch die Basisausstattung sorgt bereits für das generelle Look&Feel eines Offroaders. Der Heckträger kann zusätzlich noch erweitert werden. Ein Fahrradträger für zwei Räder steht hier ebenso auf dem Bestellzettel wie eine Cargo-Box. Auf Wunsch können auch noch zwei Sandbleche in die Ausrüstung aufgenommen werden. Sie helfen dann, wenn man mit dem Weinsberg X-Pedition irgendwo stecken bleibt. Ohne Allradantrieb wird man sie wohl etwas früher benötigen, mit dann eher etwas später.
Vanlife-Design im Interieur
Alle Varianten des Weinsberg X-Pedition haben den gleichen klassischen Grundriss. Der Querschläfer kompensiert die Höhenverjüngung des Sprinter-Kastens durch “Ohren” auf der Fahrerseite, die für eine Schlaffläche von 194×140 Zentimeter sorgt. Das Interieur ist ein Lifestyle-Raum. Weinsberg hat hier verschiedene Vanlife-Elemente integriert, die an die Selbstausbauer-Szene erinnern. Für die Korrespondenz zwischen innen und außen sorgt nicht zuletzt die beidseitig angeschlagene Kühlschranktür, die sich an der Stirnseite des Küchenblocks befindet.
Der Preis des Weinsberg X-Pedition 600 MQ ist kaum zu schlagen
Beim Geld hört bekanntlich die Freundschaft auf und so ist es spannend, einen Blick auf die Preisgestaltung beim Weinsberg X-Pedition zu wagen. Der Grundpreis mit allen Serienfeatures im Offroad-Trim, aber ohne Alradantrieb, liegt bei knapp 121.400 Euro. Kreuzt man die Option Allrad mit 4,1 Tonnen Gesamtgewicht und allen zur Verfügung stehenden Gelände-Features an, kommt der Weinsberg-4×4-Sprinter auf mindestens 134.000 Euro. Es stehen dann aber immer noch weitere Optionen für den Innenraum auf der Angebotsliste. Ein Blick in die Szene zeigt schnell, dass der X-Pedition den Wettbewerb von 4×4 Campern auf Sprinterbasis nicht scheuen muss.