Rumänienkrimi „Wo die Straße endet“ auf einem Campingtisch, im Hintergrund ein Camper in der Natur
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Wie aus unserer Reise durch Rumänien plötzlich ein Krimi wurde

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Wer lange mit dem Wohnmobil unterwegs ist, sammelt irgendwann Geschichten. Von seltsamen Stellplätzen. Von Grenzbeamten mit Humor (oder auch ganz befreit davon). Von Straßen, die auf der Karte harmloser aussehen als in Wirklichkeit. Von Begegnungen, über die man noch Monate später spricht. Nach zweieinhalb Jahren Reise durch 34 Länder hatte ich davon ziemlich viele.Schon während unserer Reise kam da der immer mal wieder der Gedanke: Eigentlich müsste daraus irgendwann ein Buch werden.
Gemeint war natürlich ein Reisebuch.
Eines über unser Leben unterwegs, über Vanlife jenseits der hübschen Instagrambilder, über Länder, Menschen, Pannen und die vielen kleinen Situationen, die man leider schnell vergisst, wenn man sie nicht aufschreibt.
Geschrieben hatte ich während unserer Reise ohnehin ständig. Auf unserem Blog hielt ich fest, wo wir waren, was wir erlebt hatten und was unterwegs schiefging. Das Buch schien deshalb irgendwann fast die logische Fortsetzung zu sein.
Nur kam es anders. Denn statt unsere Reise chronologisch aufzuschreiben, begann ich irgendwann, mir ein rumänisches Dorf auszudenken.
Dann kamen ein paar Bewohner dazu. Ein paar Geheimnisse. Und schließlich eine Leiche.
Aus dem geplanten Reisebuch wurde „Wo die Straße endet – Ein Rumänienkrimi“. Rückblickend ist das gar nicht so weit von unserer Reise entfernt, wie es zunächst klingt.

Wie Rumänien sich in die Geschichte geschlichen hat

Rumänien war für uns zunächst einfach eines von vielen Ländern auf unserer Reise. Wir kamen mit unserem Expedionsmobil, fuhren weiter, kamen wieder und blieben bei jedem Besuch ein bisschen länger.
Heute leben wir am Rande des Apuseni-Gebirges. Damit verändert sich zwangsläufig auch der Blick auf ein Land.
Wer nur einige Tage durch Rumänien reist, nimmt andere Dinge wahr als jemand, der dort einkauft, Nachbarn bekommt, sich mit Handwerkern herumschlägt und irgendwann aufhört, jeden Pferdewagen am Straßenrand zu fotografieren. Ich sah nun tiefer in die Dörfer, in denen morgens die Kühe durchs Tor auf die Straße liefen. Ich sah die alten Häuser, hinter deren Mauern sich rustikale, ertragreiche Bauerngärten versteckten. Ich sah auch die Menschen, die neugierig schauten, aber trotzdem erst einmal auf Abstand blieben. Es war einfach eine besondere Mischung aus Abgeschiedenheit und Gemeinschaft, die man in vielen ländlichen Regionen Rumäniens findet.
Während ich also noch dachte, ich würde irgendwann unser Reisebuch schreiben, entstand in meinem Kopf langsam ein Dorf. Dann kamen Menschen dazu.
Und irgendwann lag dort eine Leiche.
Damit war die Sache mit dem klassischen Reisebuch fürs Erste erledigt.

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Ein erfundenes Dorf mit ziemlich realen Wurzeln

Der Ort in meinem Roman heißt Gaița Mare. Wer jetzt Google Maps öffnet, wird allerdings enttäuscht, denn das Dorf existiert nicht. Zumindest nicht genau so. Gaița Mare ist erfunden, aber vieles darin ist vom rumänischen Dorfleben inspiriert, das wir während unseres Lebens hier kennengelernt haben. Die Häuser, die Straßen, die Gärten, die Menschen und auch manche kleinen Eigenheiten des Dorflebens haben reale Vorbilder. Kein einzelnes Dorf stand dabei Modell. Vielmehr ist Gaița Mare aus vielen Eindrücken entstanden, die sich über die Zeit zusammengesetzt haben. Es steckt ziemlich viel von dem Rumänien drin, das man erst wahrnimmt, wenn man nicht nur durchfährt.
Die Reise selbst taucht im Roman trotzdem immer wieder auf. Die Familie im Buch war, genau wie wir, lange mit einem Expedionsmobil unterwegs. In Rückblicken erinnert sich die Protagonistin an einzelne Länder, Situationen und Erlebnisse dieser Zeit. Und diese Reisegeschichten sind tatsächlich alle echt. Sie stammen aus unserer eigenen Reise und haben genauso stattgefunden.
Das Dorf und die Reiseerinnerungen haben also unterschiedliche Wurzeln. Gaița Mare entstand aus unseren Eindrücken vom rumänischen Dorfleben. Die Rückblicke stammen direkt aus unseren Jahren unterwegs.
Genau diese Mischung wollte ich beim Schreiben: keinen Reiseführer und auch keine romantisierte Version des rumänischen Dorflebens, sondern einen Krimi, dessen Schauplatz sich glaubwürdig anfühlt.
Rumänien kann wunderschön sein. Es kann aber genauso chaotisch, widersprüchlich, manchmal anstrengend und gelegentlich ziemlich schräg sein.

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Was im Roman wirklich passiert ist

Diese Frage bekomme ich inzwischen erstaunlich oft.
Vielleicht deshalb, weil die Familie im Buch mit einem Wohnmobil nach Rumänien kommt. Und weil einige Dinge verdächtig bekannt klingen.
Die kurze Antwort lautet: Der Kriminalfall ist erfunden.
Die etwas längere Antwort ist komplizierter.
Denn rund um die eigentliche Handlung steckt ziemlich viel von unserem echten Leben im Buch. Das Dorf Gaița Mare ist zwar erfunden, viele Details des Dorflebens sind aber von dem inspiriert, was wir in Rumänien selbst erlebt und beobachtet haben. Einige Szenen entsprechen wirklichen Erlebnissen.
Und dann sind da ja noch die Rückblicke auf die Reise der Familie: Die sind tatsächlich echt.
Wenn im Buch von Erlebnissen unterwegs, bestimmten Ländern oder Situationen während der Reise erzählt wird, stammen diese Geschichten aus unserer eigenen Zeit im Camper und haben genauso stattgefunden.
Der Mord, die Ermittlungen und die damit verbundene Geschichte sind dagegen Fiktion. Und bevor jemand fragt: Nein, wir haben auf unserer Reise keinen Mord aufgeklärt. Das wäre mir vermutlich auch deutlich zu anstrengend gewesen.

Ein Roman schreibt sich anders als ein Reiseblog

Dass ich schon lange vorher geschrieben hatte, half mir natürlich. Ein Roman war trotzdem etwas völlig anderes als ein Blogartikel. Beim Blog weiß ich normalerweise, worüber ich schreiben möchte. Eine Reise, eine Strecke, ein Land oder ein bestimmtes Thema. Irgendwann ist der Text fertig und kann veröffentlicht werden.
Bei einem Roman ist „fertig“ ein dehnbarer Begriff.
Aus einer ersten Idee wurden Figuren. Aus den Figuren entstand ein Dorf. Dann kamen Beziehungen, Geheimnisse und falsche Spuren dazu. Manche Szenen funktionierten sofort. Andere nicht. Figuren entwickelten plötzlich ein Eigenleben und Entscheidungen, die beim Schreiben vollkommen logisch erschienen, sorgten einige Kapitel später dafür, dass ich mir selbst neue Probleme eingebaut hatte.
Am Ende hatte das Manuskript rund 92.000 Wörter.

Worum geht es in „Wo die Straße endet – Ein Rumänienkrimi“?

Im Mittelpunkt steht eine Familie, die nach langer Reise mit dem Wohnmobil in einem kleinen rumänischen Dorf landet. Eigentlich soll es nur ein neuer Abschnitt ihres Lebens werden. Dann wird eine Leiche gefunden.
Und plötzlich geraten Menschen ins Blickfeld, die vorher einfach nur Nachbarn waren.
„Wo die Straße endet“ ist ein Krimi, aber kein Thriller, bei dem auf jeder dritten Seite jemand aus dem Gebüsch springt.
Mich haben eher die Menschen interessiert. Was passiert in einem kleinen Ort, wenn plötzlich etwas geschieht, das nicht in den Alltag passt? Wem glaubt man? Was weiß eigentlich jeder, obwohl niemand darüber spricht? Und wie schnell verändert sich ein vertrauter Mensch, wenn man anfängt, genauer hinzusehen?
Dazu kommt natürlich Rumänien. Nicht als ausgefallene Kulisse, sondern als Teil der Geschichte.

Ein Buch, das ohne unsere Reise nie entstanden wäre

Wenn wir Ende 2022 nicht losgefahren wären, hätte ich diesen Rumänienkrimi nicht geschrieben. Höchst wahrscheinlich hätte ich überhaupt keinen Roman geschrieben. Unsere Reise hat nicht nur dazu geführt, dass wir viele Länder kennengelernt haben. Sie hat auch verändert, welche Geschichten mir auffallen. Oft sind es nämlich gar nicht die großen Sehenswürdigkeiten, sondern die kleinen belanglosen Situationen – ein Gespräch vor einem Laden, ein Haus am Ende einer Straße, ein Dorf, durch das man eigentlich nur hindurchfahren wollte.
Oder ein Land, in das man immer wieder zurückkehrt und in dem man irgendwann bleibt.
Eigentlich wollte ich einmal ein Buch über unsere Reise schreiben, stattdessen ist daraus „Wo die Straße endet – Ein Rumänienkrimi“ geworden. Ganz nach Plan lief das also nicht. Aber rückblickend passt genau das ziemlich gut zu einer Reise, bei der wir irgendwann ohnehin aufgehört hatten, langfristige Pläne zu machen.

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„Wo die Straße endet – Ein Rumänienkrimi“

Autorin: Isabel Wotruba
Umfang: 332 Seiten
ISBN: 978-3-69569-635-2
Preis: 16,99 Euro

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„Wo die Straße endet – Ein Rumänienkrimi“ ist bei Amazon, Thalia, Hugendubel und über den regulären Buchhandel erhältlich. Aktuell als Taschenbuch, demnächst auch als eBook erhältlich.

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