Wohnmobil an der Bucht von Kotor in Montenegro
Mit dem Wohnmobil durch Montenegro – zwischen der Bucht von Kotor und den Bergen beginnt unsere Reise.

Mit dem Wohnmobil durch Montenegro

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Montenegro ist wie gemacht für eine Reise mit dem Wohnmobil. Auf vergleichsweise kurzer Strecke wechseln sich Adriaküste, historische Orte, tiefe Schluchten und eindrucksvolle Berglandschaften ab. Wir waren zweimal mit dem Camper in Montenegro unterwegs. Morgens frühstückten wir noch mit Blick auf die Adria, wenige Stunden später schlängelten wir uns über enge Serpentinenstraßen durch die Berge. Am Abend standen wir schließlich vor der Tara-Schlucht. Gerade diese kurzen Wege zwischen völlig unterschiedlichen Landschaften machen Montenegro für uns so besonders. Gleichzeitig lohnt es sich, für die Fahrt durchs Land genügend Zeit einzuplanen, denn besonders in den Bergen dauert eine Strecke oft länger, als die wenigen Kilometer auf der Karte vermuten lassen. In diesem Artikel findest du unsere Erfahrungen und die wichtigsten Informationen für eine Reise mit dem Wohnmobil durch Montenegro – von Einreise und Straßenverhältnissen über Camping und Freistehen bis zu unseren persönlichen Highlights.

Einreise

Für deutsche Staatsangehörige ist die Einreise nach Montenegro ohne Visum möglich. Mit einem gültigen Personalausweis kannst du dich bis zu 30 Tage im Land aufhalten, mit einem Reisepass bis zu 90 Tage. Die Reisedokumente sollten bei der Einreise noch mindestens drei Monate gültig sein. Für ein in Deutschland zugelassenes Wohnmobil genügt das deutsche Kennzeichen als Nachweis der Kfz-Haftpflichtversicherung. Die Internationale Versicherungskarte (früher Grüne Karte) ist für Montenegro nicht vorgeschrieben. Es kann trotzdem sinnvoll sein, sie mitzunehmen, da sie die Abwicklung bei einem Unfall erleichtern kann. Bei Fahrzeugen, die in einem anderen Land zugelassen sind, solltest du vorher prüfen, welcher Versicherungsnachweis erforderlich ist. Wenn dein Hund mitreist, solltest du die aktuellen Einreisebestimmungen vor der Abfahrt noch einmal kontrollieren. Mikrochip, gültige Tollwutimpfung und Heimtierausweis gehören in jedem Fall zu den wichtigen Reisedokumenten. Unsere beiden Grenzübertritte waren ziemlich unspektakulär: Dokumente zeigen, ein kurzer Blick ins Wohnmobil – und weiter ging es.

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Währung und Bezahlen

Montenegro gehört zwar weder zur Europäischen Union noch zur Eurozone, bezahlt wird trotzdem mit Euro. Das Land hat die Gemeinschaftswährung einseitig eingeführt und nutzt sie bis heute ohne formelles Währungsabkommen mit der EU. Für uns war das unterwegs angenehm unkompliziert: Geld wechseln oder ständig Preise umrechnen fällt damit schon einmal weg. In Supermärkten und vielen Restaurants konnten wir problemlos mit Karte bezahlen. Etwas Bargeld würden wir trotzdem immer dabeihaben. Gerade in kleineren Orten, an Straßenständen oder auf Märkten ist Barzahlung nach wie vor praktisch. Geldautomaten findest du vor allem in Städten und touristischeren Regionen.

Maut und Kraftstoff

Eine Vignette brauchst du in Montenegro nicht. Gebühren fallen nur auf einzelnen Strecken an, unter anderem für den Sozina-Tunnel zwischen Podgorica und Bar sowie auf dem bereits eröffneten Abschnitt der Autobahn A1. Bezahlt wird direkt an den Mautstationen. Entlang der größeren Straßen fanden wir problemlos Tankstellen. In abgelegeneren Bergregionen würden wir den Tank trotzdem nicht bis auf Reserve leerfahren, denn dort können die Abstände zwischen Tankstellen deutlich größer werden.

Straßen und Verkehr

Montenegro ist klein, aber gerade in den Bergen sagen Kilometer wenig darüber aus, wie lange du tatsächlich unterwegs bist. Enge Straßen, viele Kurven und Serpentinen sorgen dafür, dass manche Strecke deutlich länger dauert, als das Navi zunächst vermuten lässt. Mit einem größeren Wohnmobil würden wir deshalb lieber etwas mehr Zeit einplanen und uns nicht zu viel für einen Fahrtag vornehmen. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns die Strecke durch den Lovćen-Nationalpark. Von Kotor aus geht es in zahlreichen Kehren hinauf in die Berge, mit immer neuen Blicken zurück auf die Bucht. Die Straße ist asphaltiert, stellenweise aber schmal. Gerade wenn Gegenverkehr kommt, braucht es mit einem größeren Wohnmobil etwas Ruhe und Konzentration. An der Küste haben wir den Verkehr deutlich voller erlebt als im Landesinneren. Vor allem in der Hauptsaison kann es rund um die bekannten Küstenorte eng und langsam werden. In den Bergregionen dagegen waren wir teilweise minutenlang unterwegs, ohne einem anderen Fahrzeug zu begegnen.

Freistehen und Camping

Freistehen ist in Montenegro offiziell nicht erlaubt. Nach dem montenegrinischen Tourismusgesetz darf nur auf dafür vorgesehenen Campingflächen gecampt werden. In der Praxis haben wir Montenegro allerdings deutlich entspannter erlebt. Gerade abseits der Küste standen wir während unserer Reisen immer wieder frei und hatten damit keine Probleme. Das ändert natürlich nichts an der rechtlichen Lage. Wer frei steht, sollte sich bewusst sein, dass es jederzeit zu Kontrollen oder einem Platzverweis kommen kann. Offizielle Campingplätze gibt es inzwischen in vielen Regionen des Landes, von kleinen, einfachen Naturplätzen bis zu größeren Anlagen an der Küste.

Wohnmobil auf einem freien Stellplatz am Wasser in Montenegro
Solche Plätze haben wir in Montenegro immer wieder gefunden. Offiziell ist Freistehen allerdings nicht erlaubt.

Einkaufen

Lebensmittel bekommst du in Montenegro auch unterwegs ohne große Probleme. In kleineren Orten gibt es meist wenigstens einen kleinen Laden, in größeren Städten natürlich auch Supermärkte und Einkaufszentren. Besonders schön fanden wir die kleinen Obst- und Gemüsestände am Straßenrand. Je nach Jahreszeit liegen dort Feigen, Trauben, Pfirsiche oder Tomaten direkt vor einem – oft aus der Region und deutlich charmanter als der nächste Supermarkt. Auch die lokalen Märkte sind einen Abstecher wert. Neben Obst und Gemüse findest du dort häufig Käse, Honig oder den typischen luftgetrockneten Schinken.

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Internet und Mobilfunk

Montenegro gehört nicht zur Europäischen Union, deshalb gilt das EU-Roaming hier nicht automatisch. Prüfe vor der Reise am besten deinen eigenen Mobilfunktarif. Je nach Anbieter kann Montenegro inzwischen in zusätzlichen Roaming-Paketen enthalten sein. Wir haben uns unterwegs einfach montenegrinische Prepaid-SIM-Karten gekauft. Die drei großen Anbieter sind Crnogorski Telekom, One und m. SIM-Karten bekommst du unter anderem in den Shops der Anbieter, aber auch an vielen Kiosken und in Geschäften. Für die Registrierung brauchst du einen Personalausweis oder Reisepass. Gerade wenn du länger im Land bleibst oder unterwegs arbeitest, lohnt sich ein Blick auf die speziellen Touristentarife. Mit der Netzabdeckung waren wir insgesamt zufrieden. An der Küste und in den Städten hatten wir meist eine stabile Verbindung. In abgelegeneren Bergregionen wurde der Empfang schwächer, für Navigation und den normalen Alltag hat es bei uns aber meistens gereicht.

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Unsere Highlights in Montenegro

Was uns in Montenegro besonders gefallen hat, waren weniger einzelne Sehenswürdigkeiten als die Strecken dazwischen. Küste, Berge und Schluchten liegen oft erstaunlich nah beieinander – und genau diese Wechsel haben unsere Reisen durch das Land geprägt.

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Die Bucht von Kotor

Die Bucht von Kotor gehört zu den bekanntesten Zielen Montenegros. Zwischen steilen Berghängen liegen kleine Küstenorte direkt am Wasser, und schon die Fahrt entlang der Bucht ist landschaftlich ziemlich besonders. Mit dem Wohnmobil kann es rund um Kotor allerdings eng werden, vor allem in der Hauptsaison. Wir würden deshalb eher etwas außerhalb stehen und die Altstadt zu Fuß oder mit dem Fahrrad besuchen. Auch Perast würden wir nicht auslassen. Der kleine Ort ist deutlich ruhiger als Kotor und liegt wunderschön direkt an der Bucht.

Blick von oben auf Kotor und die Bucht von Kotor
Der Blick über Kotor zeigt ziemlich gut, warum uns die Bucht so in Erinnerung geblieben ist.

Lovćen-Nationalpark

Wenn wir eine Strecke in Montenegro noch einmal fahren würden, dann ziemlich sicher die Straße durch den Lovćen-Nationalpark. Kehre für Kehre geht es hinauf in die Berge, während die Bucht von Kotor immer weiter unter einem liegt. Wir haben unterwegs mehrfach angehalten – nicht weil wir mussten, sondern weil wir ständig wieder einen neuen Aussichtspunkt entdeckt haben. Die Straße ist asphaltiert, stellenweise aber schmal. Mit einem größeren Wohnmobil ist sie machbar, allerdings sollte man auf Gegenverkehr vorbereitet sein und auf kurvigen Bergstraßen halbwegs entspannt bleiben.

Durmitor-Nationalpark und Tara-Schlucht

Der Norden Montenegros hat uns noch besser gefallen als die Küste. Im Durmitor-Nationalpark wird es deutlich ruhiger. Wälder, Berge, Hochflächen und Bergseen bestimmen die Landschaft, und gerade hier hatten wir oft das Gefühl, richtig weit weg vom Trubel an der Adria zu sein. Ganz in der Nähe liegt die Tara-Schlucht, eine der tiefsten Schluchten Europas. Schon die Fahrt entlang der Schlucht lohnt sich. Immer wieder gibt es Stellen, an denen man anhalten und hinunter auf den Fluss schauen kann. Wenn du länger in der Region bleibst, kannst du hier außerdem wandern oder eine Raftingtour auf der Tara machen.

Nicht nur durchfahren

Montenegro ist für viele nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Albanien oder Griechenland. Dafür wäre uns das Land inzwischen zu schade. Gerade die Bergregionen haben uns gezeigt, dass Montenegro weit mehr ist als Kotor und Adriaküste. Viele unserer schönsten Erinnerungen hängen nicht an einer einzelnen Sehenswürdigkeit, sondern an Straßen, Aussichtspunkten und spontanen Stopps unterwegs. Wenn du die Zeit hast, plane deshalb lieber ein paar Tage mehr ein und lass auch Raum für die Strecken zwischen den bekannten Zielen.

Sicherheit

Wir haben uns in Montenegro auf beiden Reisen sicher gefühlt, sowohl in den Städten als auch beim Freistehen. Situationen, in denen wir uns unwohl oder bedroht gefühlt hätten, gab es bei uns nicht. Trotzdem gelten natürlich die üblichen Vorsichtsmaßnahmen: Wertsachen nicht offen im Wohnmobil liegen lassen und an stark besuchten Orten ein bisschen auf Taschen und Portemonnaie achten. Mehr Aufmerksamkeit brauchten wir unterwegs eigentlich im Straßenverkehr. Vor allem an der Adriaküste kann es in der Hauptsaison voll und eng werden. Mit einem größeren Wohnmobil würden wir deshalb genügend Zeit einplanen und uns vor längeren Etappen kurz über die Strecke informieren. Auf kleinen Nebenstraßen achten wir außerdem auf enge Ortsdurchfahrten, niedrige Äste und darauf, ob eine vermeintliche Abkürzung für unser Fahrzeug wirklich sinnvoll ist. Im Zweifel bleiben wir lieber auf der größeren Straße, statt uns vom Navi irgendwo hineinschicken zu lassen.

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Gastfreundschaft

Auch mit den Menschen in Montenegro haben wir überwiegend gute Erfahrungen gemacht. Gerade abseits der touristischen Küste kamen wir immer wieder schnell ins Gespräch und bekamen unterwegs ganz selbstverständlich Tipps für die Weiterfahrt. Besonders gern erinnern wir uns an einen kleinen Familienbetrieb, in dem wir eigentlich nur etwas essen wollten. Am Ende saßen wir deutlich länger dort als geplant, kamen mit den Besitzern ins Gespräch und bekamen neben Erklärungen zur Speisekarte gleich noch Empfehlungen für unsere weitere Route.

Unser Fazit

Montenegro hat uns vor allem wegen seiner kurzen Wege und der großen Unterschiede zwischen Küste und Bergen gefallen. Für eine Wohnmobilreise lässt sich das Land gut verbinden, ohne dass man jeden Tag lange Etappen fahren muss. Trotzdem würden wir Montenegro nicht zu eng planen. Gerade auf den Bergstraßen dauert vieles länger als gedacht  und einige unserer schönsten Stopps waren nicht die bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern die Strecken dazwischen. An der Küste kann es in der Hauptsaison voll werden. Im Landesinneren haben wir es dagegen deutlich ruhiger erlebt und genau dort hat uns Montenegro am besten gefallen. Wenn du auf dem Weg nach Albanien oder Griechenland durch Montenegro fährst, würden wir deshalb nicht nur eine Nacht einplanen. Ein paar zusätzliche Tage für den Norden und die Bergregionen lohnen sich.

Campingtasse mit Blick auf einen Stellplatz am Wasser in Montenegro
„Home is where the Stellplatz is“ – manchmal braucht es für einen guten Platz tatsächlich nicht viel mehr.
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